Freiburg schafft die Männer ab: Warum weiblich formulierte Stellenanzeigen keine gute Idee sind

Lesezeit: 12 Min. PersonalmarketingRecruitingStellenanzeigen

Das mittlerweile zum Standard gewordene (und von Jobsuchenden favorisierte) “m/w/d” oder auch der “Gender_Gap” im Stellentitel sind der Stadt Freiburg offenbar nicht “woke” genug: Im Januar 2022 ging man einen radikalen Schritt und schaffte den Mann ab, Bewerber haben seitdem weiblich zu sein. Zumindest in den Stellenanzeigen. Warum man diesen Schritt ging, wie das bei potenziellen Mitarbeiterinnen ankommt und warum das keine gute Idee ist, beantwortet dieser Blogartikel.

Freiburg schafft die Männer ab

Was war geschehen? Seit Januar 2022 nutzt der Arbeitgeber Stadt Freiburg ausschließlich weibliche Stellentitel. Die Verweiblichung der Sprache, respektive das “Radikalgendern” geht aber noch weiter: Denn der Mann wird komplett ausgemerzt in den Freiburger Stellenanzeigen – es gibt ihn schlichtweg nicht mehr. Weder im Stellentitel noch im Aufgabenprofil noch in den Anforderungen: Die Stadt Freiburg hat, wenn Sie so wollen, den Mann abgeschafft. Zumindest im Kontext der Stellenanzeigen wird ausschließlich mit der weiblichen Form geworben.

Tierarzt wird zur Tierärztin, Sachbearbeiter zur Sachbearbeiterin, Bürger zu Bürgerinnen

So heißt es beispielsweise zum Einstieg in die Stellenausschreibung “Aushilfskraft für den Schlachthof als Tierärztin (a)” (die sinnvollerweise eher Tierarzt als Aushilfskraft hieße) “Wann sind Sie die Richtige (a) für uns?” oder bei den Aufgaben “Als amtliche Tierärztin (a) führen Sie die Schlachttier- sowie Fleischuntersuchungen an festgelegten Schlachttagen durch” und im Anforderungsprofil “Sie passen zu uns, wenn Sie eine Approbation als Tierärztin (a) haben und eine Weiterbildung zur amtlichen Tierärztin (a) vorweisen können“.

Die Stadt Freiburg formuliert nur noch mit weiblichen Stellentiteln und schafft den Mann auch in der Stellenausschreibung ab

In der Stellenausschreibung “Sachbearbeiterin (a) im Sachgebiet Veranstaltungen” heißt es: “Sie sind Ansprechperson für Freiburgs Veranstalterinnen (a) und Bürgerinnen (a) bei allen Fragen rund um das Thema Veranstaltungen“. Das sind nur einige Beispiele von vielen.

Zwar soll das Ganze durch den Klammerzusatz “(a)” entschärft werden, was wiederum für “alle” stehen und die Vielfalt des Arbeitgebers Stadt Freiburg widerspiegeln soll, letztendlich dürfte das Ganze aber nach hinten losgehen. Auch wenn die Rückmeldungen seitens der Freiburger Frauenbeauftragten positiv waren – die Reaktionen in den Kommentarspalten der eingängigen Medien sind eindeutig: Die überwältigende Mehrheit der Kommentatoren (weiblich wie männlich) sind gegen die weibliche Form, lediglich eine Minderheit befürwortet den Schritt. Da stellt sich die Frage, warum Freiburg Männer diskriminiert und Frauen aufs Podest hebt.

Warum geht Freiburg diesen radikalen Schritt mit ausschließlich an Frauen adressierten Stellenanzeigen?

Am 21. Januar 2022 verkündete die Stadt Freiburg auf Ihrer Website, dass man ab sofort einen neuen Weg bei den Stellenausschreibungen gehen werde. Freiburg, so heißt es da, sei ganz schön bunt. Man freue sich auf Bewerbungen (a)ller, die für ihr Thema brennen und die Stadt weiterbringen wollen – egal welchen Geschlechts, welch geschlechtlicher Identität, welchen Alters, welcher Hautfarbe, welcher Religion, welcher sexuellen Orientierung oder auch Behinderung, Alle sind beim Arbeitgeber Stadt Freiburg willkommen. Das “(a)”, welches an den weiblichen Jobtitel angehängt wird, soll die Vielfalt des Arbeitgebers symbolisieren. Aha.

Dieses „a“ für „alle Menschen“, so heißt es weiter, verstünden auch alle Menschen. Genau. Wahrscheinlich so, wie seinerzeit das “m/w/d” von allen Menschen verstanden wurde: “männlich/weiblich/deutsch” oder auch “männlich/weiß/deutsch“.

“”Wir setzen hier ein sichtbares Zeichen für die Selbstverständlichkeit der Gleichheit aller. Indem wir bewusst einen sprachlichen Hingucker setzen, um verfestigte Stereotype aufzubrechen.” Martin(a) Horn, Oberbürgermeisterin (a) der Stadt Freiburg

Weiter heißt es in der Erklärung: “Immer noch dominiert die männliche Form in deutschen Stellenanzeigen.” Man wolle hier “als Wegbereiterin einen überzeugten Schritt nach vorne gehen“. Um verfestigte Stereotype aufzubrechen, schreibt die Stadt Freiburg ihre Stellenanzeigen daher seit nun mehr als einem halben Jahr ausschließlich in der weiblichen Form aus. Man wolle in Zeiten des Fachkräftemangels, von dem insbesondere auch Kommunen betroffen sind, auch diejenigen erreichen, “die sich bislang von Jobangeboten in öffentlichen Verwaltungen viel zu wenig angesprochen fühlen“. Das wolle man ändern und sich “zu diesem Zwecke bewusst von den Texten anderer Stellenzeigen abheben.”

👉🏼 Hier mehr über den “Fachkräftemangel in Kommunen lesen

Sich von anderen Stellenanzeigen abheben ist gut – der Ansatz aber ist fragwürdig

Sich von anderen Stellenanzeigen abheben, ist immer gut. Aber wie wäre es dann mit entsprechenden Inhalten? Mit einem Einstiegstext, der nicht erst lang und breit das “(a)” erklärt, sondern der auf die Stelle einzahlt? Mit einer Aufgabenbeschreibung, die klar beschreibt, worum es in der Stelle geht? Mit einem Anforderungsprofil, was nicht auf Erfahrung und Allgemeinplätze aufbaut, sondern auf den Talenten, dem Können und dem Einsatz jeder einzelnen Person – so, wie es die Stadt Freiburg verspricht. Und mit Mitarbeitervorteilen, die im Kontext der Stelle stehen. Mit einem kandidatenzentrierten Bewerbungsformular. Mit einer optimalen Auffindbarkeit der Stellenanzeigen generell (der Zugang zu den Jobs ist, sagen wir: optimierungsbedürftig).

Interessant ist auch, dass man eine geschlechtsneutrale Form (das generische Maskulinum) durch eine geschlechtsspezifische Form (eine explizit weibliche Anrede) ersetzt. Man schafft also (vermeintlich) bestehende Stereotype ab, indem man neue schafft? Man schlägt männliche Bewerber in die Flucht, um (möglicherweise) weibliche zu bekommen?

Der wahre Grund: Freiburg will Aufmerksamkeit um jeden Preis

Der wahre Grund, warum Freiburg nun mit ausschließlich weiblich formulierten Stellenanzeigen auf Bewerberjagd geht, ist aber ein anderer. So sei es “nicht nur gesellschaftlich interessant, sondern auch am Arbeitsmarkt lohnend“, wird eine Sprecherin der Stadt Freiburg in der Augsburger Allgemeinen zitiert. Die mit der Umstellung auf ausschließlich weiblich formulierte Jobtitel (und u. a. via dpa bundesweit lancierte Presseartikel) erzeugte Aufmerksamkeit sei zudem eine gute Werbung für die Stadt:

“Neugier wecken, sichtbar sein und Bilder aufbrechen, das lohnt sich auf dem laufend kleiner werdenden Fachkräftemarkt immer.” Sprecherin der Stadt Freiburg

Besser wären besser auffindbare und zielgruppengerecht formulierte Stellenanzeigen, das aber nur am Rande. Die Oberbürgermeisterin (a) Martin(a) Horn ergänzt in einem Interview in der Badischen Zeitung (Bezahlschranke), dass man sich als Stadtverwaltung im Wettbewerb mit Stellen auf dem freien Markt und in anderen Kommunen befände. Man habe eine Idee aus der Schweiz aufgegriffen, die man “keck” fand und wolle Interesse und Lust auf eine Bewerbung bei der Stadt Freiburg wecken, so Horn.

Noch keine Absagen bekannt

Ob das funktioniert? Laut Sprecherin ja: Ihr seien nämlich “allein aufgrund der Schreibweise keine Absagen bekannt“. Auf die Idee, dass sich insbesondere Männer oder aber vom übermäßigen Gendern ohnehin genervte Menschen (also der Großteil der Bevölkerung) aufgrund der weiblichen Fokussierung gar nicht erst mit dieser Stellenanzeige auseinandersetzen, scheint die Gute nicht zu kommen. Auch in der queeren Community wird die Idee der Stadt Freiburg eher kritisch beäugt. So heißt es etwa auf dem Portal queer.de: “Von allen Formen der gendergerechten Sprache ist das sogenannte generische Femininum wohl die mit Abstand Schlechteste. Tatsächlich ist es in Wahrheit überhaupt nicht gerecht, sondern im Gegenteil ungerecht.”

Dieser Disclaimer in den Stellenanzeigen der Stadt Freiburg soll das _a_ erklären

Warum die ausschließlich weiblich formulierten Stellenanzeigen der Stadt Freiburg keine gute Idee sind

Warum aber ist es keine gute Idee, Stellentitel ausschließlich weiblich zu formulieren? Grundsätzlich halte ich die Idee für charmant. Schon vor Jahren empfahl ich, zwei Varianten zu formulieren – eine für Frauen, eine für Männer, jeweils mit dem Hinweis, dass natürlich beide Geschlechter willkommen seien. Auch wenn es darum geht, für bestimmte Positionen mehr Frauen ins Team zu holen, halte ich das für eine legitime Möglichkeit. Mit Betonung auf “bestimmt”. Ob es funktioniert? Versuch macht in jedem Falle kluch.

Ein weiblich formulierter Jobtitel hält Männer von einer Bewerbung ab

Es kann durchaus sein, dass eine ausschließlich weibliche Formulierung des Stellentitels Männer abschreckt und Bewerbungen ausbleiben (wenn dies aus o. g. Gründen geschieht, ist das super und man umgeht subtil das AGG. Logisch natürlich, dass man den Stellentitel um das gängige “m/w/d” bzw., noch besser: die von mir propagierte Variante des Erklärsternchens verwendet. Damit ist man definitiv auf der (rechts)sicheren Seite.

Die Stadt Freiburg nutzt den weiblichen Jobtitel aber für alle Stellenanzeigen, d. h. auch bei Positionen, die ohnehin eher weiblich besetzt sind. Das dürfte kaum den erwünschten Effekt bringen. Abgesehen davon, dass weibliche Stellentitel eigentlich nur da sinnvoll wären, wo man eher “typisch männliche” Rollen aufbrechen will, ist stark zu bezweifeln, dass sich mehr Systemadministratorinnen, Softwareentwicklerinnen, Handwerkerinnen oder Bauarbeiterinnen bewerben werden, da diese ohnehin eher rar gesät sind. Viele Männer wiederum werden sich sicherlich nicht angesprochen fühlen, wenn man sie nun als Lehrerinnen, Ingenieurinnen, Gärtnerinnen oder Handwerkerinnen bezeichnet.

Das “(a)” ist nicht selbsterklärend

Das ändert auch der Klammerzusatz “(a)” nicht. Zunächst einmal ist, wie seinerzeit beim “m/w/d”, vielen nicht klar, worum es sich bei dieser Abkürzung handelt. Denn der erklärende Text wird erst sichtbar, wenn man die Stellenanzeige aufruft. Nun ist es aber so, dass man, bevor man sich entscheidet, eine Stellenanzeige zu lesen, in einer Stellenbörse zunächst einmal den Stellentitel wahrnimmt. Und hier sieht der Jobsuchende erst einmal eine ausschließlich weibliche Formulierung.

Ausschließlich weiblich formulierte Stellenanzeigen der Stadt Freiburg schrecken männliche Bewerber ab

Das erklärende “(a)” wird man (oder frau) – insbesondere auf Jobbörsen – nicht wahrnehmen, bzw. sich fragen, was dahinterstecken mag (sofern man (oder frau) das dann noch tut) oder als für Ausschreibungen von Kommunen übliches Kürzel interpretieren. Auch wenn es von der Stadt Freiburg nicht gewollt ist, suggerieren der weibliche Jobtitel und die weiblich formulierten Personenbezeichnungen genau das, was eigentlich nicht beabsichtigt ist: Männer sind hier nicht erwünscht.

“Wenn sich nun Männer vermeintlich diskriminiert sehen, ist das weder gewollt noch angebracht. Denn schließlich wurde jahrzehntelang nur die männliche Form geschrieben. Warum darf man das nicht mal andersrum machen?” Martin(a) Horn

Stellenanzeigen im generischen Maskulinum sind nicht “männlich”

Werden Stellenanzeigen bisher wirklich in “männlicher Form” geschrieben? Nein. Denn der Genus hat mit dem Sexus nichts zu tun. Das generische Maskulinum ist im Grunde genommen von Natur aus “geschlechtsneutral”. Schauen wir uns an, was Wikipedia dazu schreibt:

“Generisches Maskulinum (von lateinisch genus „Geschlecht, Gattung, Art“, und masculus „Männchen“) bezeichnet die sexusindifferente oder geschlechtsneutrale Verwendung maskuliner Substantive oder Pronomen. Hierbei werden beispielsweise grammatisch maskuline Personen- oder Berufsbezeichnungen, von denen sich auch eine feminine Form ableiten lässt, generisch (also verallgemeinernd) für Personen verwendet, deren biologisches Geschlecht entweder unbekannt, nicht von Bedeutung oder (im Plural) gemischt ist.”

Insofern wären streng genommen Zusätze, wie “m/w” oder “m/w/d” auch total überflüssig. Eigentlich wissen es doch alle, dass sich Stellenanzeigen immer an alle richten – es sei denn, sie sind explizit “weiblich”, also im generischen Femininum formuliert oder es werden weibliche Formen wie Empfangsdame, Bardame, Krankenschwester, Striptease-Tänzerin oder Assistentin verwendet. Es ist im Grunde genommen wie mit den Cookie-Bannern. Alle wissen, was sie bedeuten, alle sind genervt, alle klicken sie schnell weg, in dem sie auf den farbig prominent platzierten Button klicken, womit man dann in den meisten Fällen alle Cookies zulässt. Cookie-Banner und Stellentitel, ergänzt um das Geschlecht sind vor allem eins: überflüssig. Aber zurück zum Thema.

Generisches Femininum verweist explizit aufs weibliche Geschlecht

Die “männlichen Formulierungen”, so, wie sie Martin(a) Horn als Argument für die weiblich formulierten Stellenanzeigen ins Feld führt, gibt es also nicht, es handelt sich um das generische Maskulinum, so wie es auch bei der Tisch, der Stuhl, der Teppich, der Mond, der Blumentopf, der Eimer, der Apfel, der Balkon, der Flieger, der Schuh oder der Hund zum Einsatz kommt. Wobei eifrige Gender-Aktivisten mittlerweile nicht mal mehr davor zurückschrecken, unseren vierbeinigen Freund zu gendern.

Warum man es “nicht mal andersherum machen darf” bzw. sollte, hatte ich eben schon beschrieben. Weil das generische Femininum explizit aufs weibliche Geschlecht verweist, das generische Maskulinum (also der vermeintlich “männliche Stellentitel”), aber sexusindifferent, geschlechtsneutral und generisch ist.

Generisches Maskulinum bei Jobsuchenden die bevorzugte Form des Stellentitels

Ein weiterer Grund, der gegen einen (ausschließlich) weiblichen Jobtitel spricht: Jobsuchende bevorzugen das generische Maskulinum. Das zeigt nicht nur eindeutig das Suchverhalten auf Google, das bestätigen auch diverse Umfragen, etwa eine Umfrage die ich in Kooperation mit Softgarden durchgeführt habe, die aktuellen Azubi-Recruiting Trends 2022 oder auch eine Befragung der Hochschule Darmstadt. “Generisches Maskulinum rules” – auch wenn Gender-Aktivisten und besonders “woke” Personalerinnen (a) das nicht wahrhaben wollen.

Warum ist das so? Zum einen wird eine Berufsbezeichnung mit sehr, sehr wenigen Ausnahmen (s. u.) immer im generischen Maskulinum formuliert. Zum anderen hat sich das “m/w” – ob es nun gut ist, oder nicht – über Jahrzehnte in den Köpfen der Suchenden etabliert und man hat sich mit dem d arrangiert. Auch wenn Martin(a) Horn im Interview mit der Badischen Zeitung beteuert, dass es letztlich “nicht um eine Neuerung im Sprachgebrauch” geht und es sich um keinen “Aufruf zur Veränderung der deutschen Sprache” handelt, entsteht tatsächlich genau dieser Eindruck. Ein Eindruck, der übrigens auf die gesamte Außenwahrnehmung der Stadt Freiburg als Arbeitgeber Einfluss nimmt – Stichwort “Signaltheorie“.

Ist das “(a)” der Stadt Freiburg eigentlich AGG-konform?

Nun, ich bin kein Rechtsexperte. Aber ich befürchte ja. Schließlich gibt es den Disclaimer, der darauf verweist, dass mit dem “(a)” ja alle angesprochen seien. Wer diesen liest, ist also ebenso im Vorteil wie die Stadt Freiburg selbst. Denn gemäß AGG bzw. entsprechender Urteile gilt eine Stellenausschreibung dann als geschlechtsneutral formuliert,

“wenn sie sich in ihrer gesamten Ausdrucksweise sowohl an alle Personen unabhängig vom Geschlecht richtet. Dem ist zumindest dann Rechnung getragen, wenn die Berufsbezeichnung in geschlechtsneutraler Form verwendet wird. Es genügt, dass der Gesamtkontext der Ausschreibung ergibt, dass eine Geschlechtsdiskriminierung nicht beabsichtigt ist (vgl. ArbG Gießen v. 19.05.2020 – 9 Ca 8/20, Rn. 27; MüKoBGB/Thüsing, 8. Aufl. 2018, AGG § 11 Rn. 5)”. Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, 3 Sa 37 öD/21

Ob Jobsuchende einen ausschließlich weiblich formulierten Stellentitel sowie die gesamte Ausdrucksweise (nach der ja explizit der Eindruck entsteht, dass nur Frauen gesucht werden), als geschlechtsneutral empfinden und sie davon überzeugt sind, dass der Gesamtkontext der Ausschreibung diskriminierungsfrei ist, würde ich allerdings zumindest mit einem großen Fragezeichen versehen.

Stellenanzeigen der Stadt Freiburg sollten nicht als Vorbild dienen

Wenn Sie bisher auch der Meinung waren, der Klammerzusatz “(a)” oder auch ausschließlich weiblich formulierte Stellentitel seien originell, so konnte ich hoffentlich aufzeigen, dass der Weg der Stadt Freiburg kein guter ist. Vielmehr zeigt sich hier zum wiederholten Male, welche Auswirkungen “woke” Denkweisen haben und man unreflektiert entsprechenden Ideologien folgt.

👉🏼Erfahren Sie hier viele gute Gründe, warum Sie aufs Gendern im Recruiting verzichten sollten

Während die Stadt Freiburg dem Projekt eine Evaluationsphase von zwei Jahren eingesteht, lautet schon jetzt meine klare Empfehlung: Nicht nachmachen! Wie in so vielen Fällen gilt auch hier: Haben Sie den Mut, sich Ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Sollte in Ihrem Unternehmen jemand etwas Ähnliches vorhaben, so intervenieren Sie, verweisen Sie gerne auf diesen Blogartikel. Ihre Bewerber, egal welchen Geschlechts, werden es Ihnen danken.

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Über den Autor
Hallo, ich bin Henner Knabenreich. Seit 2010 schreibe ich hier über Personalmarketing, Recruiting und Employer Branding. Stets mit einem Augenzwinkern oder den Finger in die Wunde legend. Auf die Recruiting- und Bewerberwelt nehme ich nicht nur als HR-Blogger maßgeblich Einfluss, auch als Autor, als Personalmarketing-Coach, als Initiator von Events wie der HR-NIGHT oder als Speaker hinterlasse ich meine Spuren in der HR-Welt. Sie wollen mich für einen erfrischenden Vortrag buchen, haben Interesse an einem Karriere-Website-Coaching, suchen einen Partner oder Berater für die Umsetzung Ihrer Karriere-Website oder wollen mit bewerberzentrierten Stellenanzeigen punkten? Ob per E-Mail, XING oder LinkedIn - sprechen Sie mich an, ich freue mich auf Sie!
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