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KI-Jobsuche auf Karriereseiten: Dialog statt Filter
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weiterlesen05. Januar 2017
Lesezeit: 11 Min. Employer BrandingKarriere-Websites
Dass die Karriere-Website das Zuhause im Personalmarketing ist, wissen Sie spätestens seit meinem gleichnamigen Kapitel im HR-Management-Bestseller “Einstellungssache: Personalgewinnung mit Frechmut und Können“, von dem es im Übrigen in Kürze eine Neuauflage geben wird. Dass Ihre Karriereseiten aber auch der wichtigste Kanal ist, um Ihre Employer Brand = Arbeitgebermarke zu kommunizieren, hat sich offenbar noch nicht zu allen herum gesprochen. Wie sonst erklären sich die vielen lieblosen Webseiten vieler Unternehmen?
Heute stolperte ich über eine nette Infografik, die das Ganze sehr anschaulich darstellt (was guten Infografiken eben so zu eigen ist). Ich will Sie Ihnen nebst fachlich fundierten und geistreichen Kommentaren meinerseits nicht vorenthalten ;-). Gefunden habe ich die Infografik im Beamery-Blog. Beamery wiederum ist Anbieter von Recruiting-Lösungen. Beamery nennt seine Infografik “Anatomy of the Perfect Careers Page“. Auch wenn die Grafik bereits von 2014 ist, die Aktualität ist ungebrochen. Vier Aspekte machen Beamery zufolge die “perfekte” Karriere-Website aus:
Die Auffindbarkeit ist das entscheidendste Kriterium Ihrer Website, glauben Sie mir. Was nützt Ihnen die bunt schillerndste, mit neuesten Parallax-Effekten, lustigen Slidern und Animationen versehene und mit hochwertig in Szene gesetzten Recruiting-Videos gespickte Karriere-Seite, wenn sie nicht gefunden wird. Wie das mit dem gefunden werden geht, sehen Sie unter Punkt 1. Nun ist der Nutzer also auf Ihrer Website. Damit er sich von Ihnen und Ihrer Arbeitgebermarke überzeugen kann, müssen Sie was tun. Sie müssen dafür sorgen, dass Ihr Besucher = der potenzielle Bewerber lange genug auf der Seite bleibt, damit er sieht, was für ein großartiger Arbeitgeber Sie sind. Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist, dass der Nutzer sieht, was ihn auf der Seite erwartet. Ein riesengroßer, vielleicht sogar animierter Header bringt Ihnen bzw. dem Nutzer gar nix, wenn er nicht sieht, welche Informationen sich noch auf der Website befinden. Stichwort “Above the Fold”. Das ändert sich auch in Zeiten von unterschiedlichsten Bildformaten und damit verbundenen Endgeräten nicht.
Tatsächlich enthält die obige Überschrift einen wichtigen Hinweis zur Lösung der oben gestellten Preisfrage. Aber abgesehen davon gilt es, den Besucher Ihrer Website mit aussagekräftigen, an der Zielgruppe orientierten Inhalten zu überzeugen und zum Kandidaten zu machen. Nicht mehr und nicht weniger. Dafür gilt im Wesentlichen das oben Gesagte. Ihre Karriereseiten sind, wenn Sie so wollen, die Bühne für Ihre Arbeitgebermarke. Also zeigen Sie vollen Einsatz und begeistern Sie Ihr Publikum! Ach nee, Bühne klingt zu sehr nach Schauspiel und genau das wollen wir nicht. Noch mal: Authentizität und auf die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe zugeschnittene Informationen sind das A und O. Begeistern sollen Sie natürlich trotzdem. Verstehen Sie Ihre Bewerber einfach als Ihr Publikum.
Spannend ist es ja schon, wenn man sieht, was teilweise an Budgets für Employer Branding rausgeblasen wird. Abgesehen davon, dass Sie ja gar nicht nicht Employer Branding “machen” können, ist es echtes “Employer-Verbrenn-Ding”, wenn Sie am falschen Ende sparen bzw. an einer wesentlichen Stellschraube nicht drehen. Bzw. an zweien. Das eine sind Ihre Stellenanzeigen. Auch die müssen natürlich überzeugen. Den Besucher zum Bewerber machen nämlich (was bei der Gestaltung von Stellenanzeigen zu beachten ist, spare ich mir an dieser Stelle. Darüber habe ich wirklich mehr als genug geschrieben. Abgesehen davon bringt es die Infografik unten ja auf den Punkt). Und das ist auch schon das nächste Stichwort. Der Bewerbungsprozess muss BARRIEREFREI ablaufen. Damit meine ich nicht rollstuhlgerecht. Ich meine damit, dass der Bewerbungsprozess im Sinne eines echten “Candy Dates” so einfach wie möglich gestaltet werden muss:
Die beliebteste Form bei Bewerbern ist übrigens die E-Mail-Bewerbung. Diesen Weg sollten Sie also auf jeden Fall offen halten. Aber natürlich ist eine Bewerbung per Online-Formular nicht zwingend was Schlechtes. Wenn Sie folgende Aspekte beachten:
Viele so genannte Karriereseiten bestehen aus nicht mehr als dem reinen Veröffentlichen von Stellenangeboten. Das reicht nicht aus. Ein Bewerber möchte Informationen über das Unternehmen, bei dem er sich bewirbt und vielleicht den Rest seines Lebens fristen wird. Damit sich der Passende bewirbt (Stichwort “Cultural fit”, und um genau das geht es!), gilt es also, sich als der Arbeitgeber darzustellen, der man wirklich ist. Mittels Text, Bild und Video sollte ein möglichst realisitsches Bild von Kultur und Werten vermittelt werden.
“It doesn’t matter if you’re a scrappy startup that works through the night to push out the latest version of your app, (while surviving on a steady diet of pepperoni pizza), or a global powerhouse that prides itself on offering market leading products – you need to make sure it’s clear!”
Diese Informationen dienen dazu, dass ein Bewerber für sich eine Art “Self-Assessment” durchführen kann. “Passen das Unternehmen und ich zusammen oder eher nicht?” ist die Frage, bei deren Antwort Sie bestmöglich unterstützen sollten. Und genau das erleichtert Ihnen Ihr Recruiting. Weil je weniger unpassende Kandidaten sich bei Ihnen bewerben, umso mehr Zeit haben Sie für andere Aufgaben. Und für die passenden Kandidaten. Denn auch wenn ich mich wiederhole (was binnen sieben Jahren munteren Bloggens definitiv der Fall ist): Es geht nicht um möglichst viele, sondern um die passenden Kandidaten.
Damit das funktioniert, müssen Sie Ihr Unternehmen also verkaufen. Und genauso wenig, wie sich Ihre Produkte von selbst verkaufen, gilt dies auch für Ihre Jobs bzw. Sie als Arbeitgeber. Deswegen müssten wir eigentlich eher von Arbeitgebermarketing anstatt von Personalmarketing sprechen. Komischerweise steckt man in die Werbung für Katzenfutter, WC-Reiniger und selbst Seniorenwindeln mehr Budget, als für das Unternehmen und seine Jobs selbst.
Was dann dazu führt, dass viele Besucher Ihrer Karriereseiten sich eben doch nicht bewerben. Weil die entsprechenden Anreize fehlen. Apropos Anreize: Stellen Sie sich vor der Bestellvorgang bei Amazon wäre so kompliziert, wie es viele Online-Bewerbungsverfahren sind. Glauben Sie, Amazon wäre so erfolgreich geworden? Glauben Sie, ein Unternehmen wäre auch nur ansatzweise erfolgreich, wenn man es nicht bei Google fände? SEO können Sie gleichbedeutend mit Content Marketing setzen. Relevante Inhalte werden dank Google gefunden. Wobei man sich bei einigen Suchergebnissen schon fragen kann, warum Google meint, dass dies nun genau das Richtige für einen wäre. Oder sich wundert, dass einzelne Suchbegriffe ausgeschlossen werden. So sehr es schmerzt, an Google und Suchmaschinenoptimierung geht kein Weg vorbei. Wobei die Schmerzen sich in Grenzen halten, wenn die Reichweite als Arbeitgeber erhöht werden kann.
Das Jahr ist noch verdammt jung. Also gehen Sie hin und machen Ihre Hausaufgaben. Denn vergessen Sie nicht: Die Karriere-Website ist und bleibt das Herzstück Ihres Recruitings.
Übrigens, die perfekte Ergänzung zur oben dargestellten Infografik und eine wertvolle Hilfe ist natürlich das “Karriere-Website-Poster” der IHK Heilbronn-Franken. Oder buchen Sie direkt Ihr persönliches Karriere-Website-Coaching!
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personalmarketing2null
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