Bewerbermanagement-Systeme: Mit CV-Parsing und One-Klick-Bewerbung beim Bewerber punkten

Bewerbermanagement-Systeme: Mit simplen Online-Formularen, CV-Parsing und One-Klick-Bewerbung beim Bewerber (und Recruiter) punkten

von personalmarketing2null. Lesezeit: fast 5 Minuten.

Keine Frage: Die Karriere-Website ist und bleibt Herzstück des Recruitings. Daran wird auch in den nächsten Jahren kein Weg vorbei gehen. Allerdings nützt auch die schönste, informativste, zielgruppenorientierteste Website nichts, wenn der sich daran anschließende Bewerbungsprozess zum Davonlaufen ist. Welche Meinung Bewerber von Online-Bewerbungsformularen haben und wie Sie mit CV-Parsing und One-Klick-Bewerbung beim Bewerber punkten können, erfahren Sie hier.

Mangelnde Akzeptanz von Online-Bewerbungsformularen

Schauen wir uns doch einmal an, was Bewerber sich so wünschen. Egal, ob wir uns da die Ergebnisse der letzten Bewerbungspraxis oder aber von Crosspro Research anschauen, eins ist klar: Der Bewerber bevorzugt die Online-Bewerbung per E-Mail (74,4 bzw. 65 Prozent), nur wenige das Online-Formular (6,9 bzw. 9 Prozent).

Warum ist das wohl so? Ganz klar, viele Bewerbungsformulare überfordern Bewerber schlicht. Nein, viel schlimmer: Sie halten Bewerber von einer Bewerbung ab.

Akzeptanz von Bewerbermanagement-Systemen und Online-Formularen - Quelle Crosspro Research

Einige wenden überbordenden Online-Formularen sofort den Rücken zu, andere versuchen ihr bestes und geben dann doch irgendwann genervt auf. Laut Crosspro-Umfrage empfindet ein Drittel aller Teilnehmer es als lästig, Online-Bewerbungsformulare auszufüllen, knapp 60 Prozent haben kein Problem damit. Nun ist lästig ja das eine, stellt sich die Frage, inwieweit ein Online-Bewerbungsformular von einer Bewerbung abhält. Hier sind es immerhin 20 Prozent der Teilnehmer, die auf eine Online-Bewerbung verzichten. Im Verhältnis sind das ja nur wenige, werden Sie sich jetzt vielleicht denken. Blöd nur, wenn gerade die 20 Prozent genau diejenigen welchen sind, die Sie schon die ganze Zeit so händeringend suchen.

Glücklich kann sich dann das Unternehmen schätzen, bei welchem der Bewerber sich dann per E-Mail oder meinetwegen per Post bewirbt. Ist aber die Frage, ob er das tut. Denn auch wenn viele Unternehmen das immer noch nicht wahrhaben wollen: Wir haben einen Bewerbermarkt. Der Bewerber ist am Drücker und kann sich das Unternehmen seiner Wahl aussuchen. In den meisten Branchen zumindest. Diejenigen, die eine Bewerbung per E-Mail nicht ermöglichen, handeln in meinen Augen grob fahrlässig. Entgeht ihnen doch unter Umständen genau in diesem Moment der richtige Mitarbeiter. Sie wissen schon, der den Sie die ganze Zeit verzweifelt gesucht haben. Aber wer nicht hören will, muss eben fühlen.

Was ist also die logische Konsequenz? Wenn die Damen und Herren Recruiter nun partout auf das Online-Bewerbungsverfahren per Formular setzen wollen (der Einsatz von Bewerbermanagement-Systemen an sich ist ja nur gut und richtig und effizient (abhängig von Unternehmensgröße bzw. Anzahl der rekrutierten Bewerber natürlich), keine Frage), so muss das so gestrickt sein, dass die Bewerbung zum Kinderspiel wird. Man nahezu Lust verspürt, sich zu bewerben. Quasi gar nicht mehr aufhören will. Ich kann mich noch gut an meine Erfahrungen als Bewerber erinnern. Leicht handbare Online-Formulare waren Mangelware und sind bis heute im Gedächtnis haften geblieben. Wie es am besten geht? Einfach die Kontaktdaten eingeben, Unterlagen per PDF hochladen, fertig. Nicht erst tausend Felder ausfüllen, deren Daten ohnehin schon im Lebenslauf abgelegt sind.

Es ist ja heute schon fast die Regel, dass in jedem Formular die gleichen Daten abgefragt werden – egal ob man sich als Schüler auf eine Ausbildungsstelle oder als gestandene Führungskraft bewirbt, jeder durchläuft den gleichen Online-Bewerbungs-Spießrutenlauf. Das muss aber nicht so sein.

Natürlich muss solch ein Online-Recruiting-Prozess beiden Seiten schmecken – nämlich dem Bewerber UND dem Recruiter. Da die Balance zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach. Wie man diese Balance finden kann, zeigt einige Anbieter von E-Recruiting-Software zum einen mit der CV-Parsing-Technologie, zum anderen mit der One-Klick-Bewerbung.

Mit CV-Parsing und One-Klick-Bewerbung beim Bewerber punkten

CV-was? Obwohl die Technologie eigentlich gar nicht soo neu ist, kennen sie nur wenige. Worum geht’s also? Beim CV-Parsing erkennt die verwendete Bewerbermanagement-Software automatisch und mit hoher Sicherheit die in einem Lebenslauf oder Social-Media-Profil hinterlegten Daten (z. B. Vorname, Nachname, Geschlecht, Anrede, Geburtsdatum, Adressdaten, Foto (via Gesichtserkennung) uvm. Auch zusätzliche Daten wie z. B. vorherige Karriere-Positionen, Arbeitgeber, Hochschulabschlüsse, Fachkentnisse etc. können analysiert, extrahiert und anschließend in die korrekten Felder eingefügt werden). In der Regel werden von CV-Parsern die Dateiformate: pdf, doc, docx, txt, rtf, png, jpg, gif unterstützt. Außerdem sorgt eine OCR-Routine dafür, dass auch bei Dokumenten im Grafikformat, wie z. B. png oder jpg, Text erkannt und extrahiert werden kann (das gilt bspw. bei Scans von Arbeitszeugnissen).

Die folgende Abbildung zeigt anhand des Sixt-Jobportals ganz schön, wie es funktioniert. Der Bewerber lädt einfach die Unterlagen hoch, das System sortiert sich automatisch und rubbeldikatz die Daten in die jeweiligen Rubriken. Fertig. Natürlich können einzelne Formularfelder vom Recruiter (oder Bewerber) angepasst werden.

Bewerbermanagement-Systeme - CV-Parsing bei rexx am Beispiel des Sixt Jobportals

Auf Online-Formulare mit tausenden von Kriterien, Anklick- und Auswahlmöglichkeiten können Sie also ohne Probleme verzichten. Den Bewerber freut’s, hat er doch endlich mal ein positives Bewerbungs-„Erlebnis“ ein echtes Candy Date eben. Und natürlich profitieren Sie auch als Recruiter von solchen E-Recruiting-Systemen, denn diese bieten Ihnen eine Zeitersparnis von bis zu 90 Prozent, da keine CV-Daten mehr manuell eingegeben werden müssen. Außerdem stärken Sie durch einen nutzerfreundlichen Bewerbungsprozess im Zweifelsfall sogar Ihr Employer Branding. Gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Recruiterherz UND Bewerberherz – was wollt ihr mehr?

Ach ja, und nicht zu vergessen die One-Klick-Bewerbung. Hier kann sich der Nutzer mit einem Klick auf den Xing- oder Linkedin-Button direkt mit seinen Profildaten bewerben.

Bewerbermanagement-Systeme: One-Klick-Bewerbung von rexx systems im Einsatz bei Raiffeisen

Dank CV-Parsing werden dann auch diese Daten exakt dem Bewerberprofil zugeordnet. Interessanterweise sind die Unternehmen in der Nutzung dieses Features noch etwas zurückhaltend, das dürfte sich aber in naher Zukunft ändern. Schließlich wird der Ruf nach der One-Klick-Bewerbung immer größer :-).

Trotz allem sollten Sie aber beachten, dass das eingangs Gesagte natürlich auch umgekehrt gilt: Ein noch so tolles, durchdachtes Bewerbermanagement-System nützt Ihnen gar nichts, wenn Ihre Karriere-Website Ihre Bewerber nicht auf dem schnellsten Weg dorthin bringt bzw. die Online-Bewerbung gut vor den neugierigen Blicken der Bewerber versteckt ist. Insofern gilt, wie eigentlich immer, auch hier die Devise: Auf einen Blick, mit einem Klick!

  1. […] Blog personalmarketing2null vom 27.11.2013:  Bewerbermanagement-Systeme: Mit simplen Online-Formularen, CV-Parsing und One-Klick-Bewerbung beim B… […]

  2. Mario Götz sagt:

    Toller Artikel!
    Mit unserer Plattform BuddyBroker bieten wir den Stellensuchenden genau diese Einfachheit per One-Klick Bewerbung. Durch ein intelligentes Matching des XING/LinkedIn Profils oder eines persönlichen Lebenslaufs entfällt sogar das Suchen nach den Jobs. Weiter werden auch social Elemente geboten, welche eine Jobempfehlung an Freunde/Kollegen sehr einfach macht.

  3. Leandra sagt:

    Hallo Henner!

    Betreffend der One-Click Bewerbung über Xing oder LinkedIn bin ich mir noch nicht ganz sicher, wie sich das durchsetzen wird. Für Bewerber ist das sicher sehr interessant, je nach dem kann es aber für Unternehmen sehr viel mehr Zusatzaufwand bedeuten. Die Frage wäre, kann der Kandidat bei dieser One-Click Bewerbung auch die restlichen Dokumente gleich mitschicken? Wenn nicht, bedeutet das für den Recruiter zuerst alle Bewerber anrufen und die Unterlagen verlangen. Gut, das kommt auf die Recruiting-Philosophie des Unternehmens an, aber bei uns müssen für eine erste Prüfung alle Unterlagen vorhanden sein. Aber wahrscheinlich würde es an den Unternehmen liegen, dieses Vorgehen einmal gründlich zu überprüfen und allenfalls etwas an die heutige Zeit anzupassen…

    Ein zweiter Punkt, welchen ich oft von Recruitern höre in der Diskussion um die One-Click Bewerbung, ist die Skepsis gegenüber der Qualität der Bewerbungen – verleitet das nicht, einfach mal sein Profil zu schicken auch wenn die Stelle nicht wirklich passt? Auf jeden Fall, es ist und bleibt spannend :-) Danke für den Artikel! Liebe Grüsse aus der Schweiz, Leandra

    • personalmarketing2null sagt:

      Hallo Leandra,
      ich bin da vollkommen bei dir. Ich bin mir da auch nicht ganz sicher, zumal Xing und Linkedin eben auch nur für bestimmte Bewerberzielgruppen interessant sind. Der Vorteil der One-Klick-Bewerbung liegt ja darin, dass die Daten automatisch ins Bewerbermanagement-System übertragen werden. Idealerweise ist das Bewerberprofil dabei möglichst vollständig. Wie wir aber beide wissen, ist das natürlich selten der Fall. Insofern ist also im Zweifelsfall immer ein Nachpflegen der Daten erforderlich. Ein Hochladen weiterer Unterlagen sollte auf jeden Fall möglich sein. Aber ich glaube, wir stehen hier noch relativ am Anfang von dem, was noch machbar ist.
      Was die Qualität der Bewerbungen angeht, bin ich mir nicht so sicher. Letztendlich kommt es immer auf den Kontext an, in welchem die 1Klickbewerbung angeboten wird. Hier in diesem Falle handelt es sich ja um die Bewerbung per Xing/Linkedin. Und da gilt dann das, was ich weiter oben geschrieben habe. Ich glaube im Übrigen, dass „unpassende“ Bewerbungen unabhängig davon abgeschickt werden, ob solch eine Bewerbungsmöglichkeit nun vorliegt oder nicht. Ich glaube, das kannst du mir so bestätigen :-)
      Lieben Gruß in die Schweiz,
      Henner

  4. Nadja J. sagt:

    Aus Bewerbersicht stimmte ich vollkommen zu. Nichts ist lästiger, als 10 unterschiedliche Online-Formulare ausfüllen zu müssen – nur um am Ende doch Lebenslauf und Anschreiben anzuhängen.
    Wie immer ein sehr interessanter Eintrag. Weiter so!

    • personalmarketing2null sagt:

      Ja, Nadja, das geht in der Tat gar nicht. Leider haben das aber noch nicht alle (oder soll ich sagen: nur wenige?) Unternehmen realisiert, dass sie über solche Online-Formulare in die Flucht schlagen. Nun sei es drum, sie haben es wohl nicht nötig ;-)
      Danke für die Blumen. Ich werde mich bemühen. Zu schreiben gibt es ja genug. Wenn es danach ginge, könnte ich jeden Tag mindestens zwei Artikel bringen. Wenn da nur nicht das Ressourcenproblem Zeit wäre…

  5. Was hat es es Sixt und co denn gekostet das Formular etc. so aufzubereiten, dass es für den Bewerber einfach ist. Bei den meisten Recruiting Software Anbietern ist das individuelles Customizing, was teuer bezahlt werden muss. Spannend wäre zu sehen, wie die Experience für den Bewerber im Standard aussieht, also vor dem teuren Customizing. Und noch spannender wäre es, wenn es Anbieter gibt, die eine gute Candidate Experience schon im Standard mitliefern, wie z.B. softgarden, smartrecruiters, workable… die neue Generation der Recruiting Plattformen.

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