Karriere-Fanpages auf Facebook: Authentizität ist das Stichwort!

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 4 Minuten.

Bevor ich mich nun in die nächsten Artikel stürze, erst einmal ein herzliches Dankeschön an alle meine Leser und das durchweg positive Feedback für mein Blog und Karriere-Fanpages auf Facebook! Und da sind wir auch schon beim Stichwort: seit meiner Studie Anfang April sind so einige Fanpages dazu gekommen (die jeweils aktuelle Übersicht mit direkter Verlinkung sowie aktuelle Neuigkeiten gibt’s direkt auf der passenden Fanpage). Waren es zum Zeitpunkt der Studie noch 23 Fanpages von deutschen Arbeitgebern, die eine Fanpage zu Personalmarketingzwecken und im Rahmen einer Employer Branding Strategie einsetzen, sind es mittlerweile schon 42 (letzter Zugang BMW, und die Zahl wird weiter wachsen). Während einige Unternehmen mit einem klaren Konzept und mit Unterstützung externer Agenturen an den Start gehen, entstehen einige Fanpages scheinbar im stillen Kämmerlein in Heimarbeit. Was nicht unbedingt von Nachteil sein muss. Allerdings sollte man es aber auch nicht dem Zufall überlassen, gewisse Vorüberlegungen sollte man schon anstellen und nicht wie in gezeigtem Beispiel agieren:

Wir testen Facebook - ein bisschen mehr Strategie darf's schon sein :-)

Wir testen Facebook - ein bisschen mehr Strategie darf's schon sein :-)

Bezüglich des Vorgehens beim Aufsetzen einer Karriere-Fanpage dürfen Sie mich übrigens vertrauensvoll kontaktieren, ich helfe gerne bei der Konzeption und berate Sie bezüglich einer möglichen „Strategie“! Aber konzentrieren wir uns aufs Wesentliche:

Wie wird eine Karriere-Fanpage eigentlich genutzt? Was ist das wichtigste für die User und wie setzen sich die Fans eigentlich zusammen? Sind es tatsächlich potenzielle Bewerber, sind es die Mitarbeiter oder wer wird noch Fan einer Karriere-Fanpage? Das sind Fragen, die ich mir nicht nur seit einiger Zeit stelle, sondern einfach direkt an die Fans solcher Karriere-Fanpages weitergegeben habe. Zur Umfrage habe ich in erster Linie an der Quelle selbst, also auf den Karriere-Fanpages, aber auch Twitter, auf Xing und hier im Blog aufgefordert. Folgende Aspekte wurden abgefragt:

Möchte der Fan

  • authentische Informationen über, bzw. Einblicke (via Foto, Video, Text) in das Unternehmen bekommen?
  • Informationen über Einstiegsmöglichkeiten im Unternehmen?
  • nach aktuellen Jobangeboten suchen?
  • über aktuelle (Recruiting-)Veranstaltungen informiert werden?
  • als potenzieller Kandidat mit dem Unternehmen direkten Kontakt aufnehmen/sich direkt austauschen können (via Pinnwand etc.)?
  • auf weiterführende Informationen hingewiesen werden (ext. Website, z. B. Karrierewebsite des Unternehmens)?
  • Informationen zu den gesuchten Zielgruppen bekommen?
  • sich mit seinen Kollegen auf der Fanpage austauschen?

Natürlich bestand auch die Möglichkeit, weitere Gründe zu nennen, wie man eine Fanpage nutzt. Letztendlich spiegeln die Ergebnisse dort aber nur das wider, was als mögliche Antwort ohnehin schon vorgegeben war. Insgesamt haben 230 Personen ein Feedback gegeben, wovon zwei Wertungen ungültig waren. Mehrfachantworten im ersten Teil (Nutzung der Fanpage) waren möglich, eine doppelte Teilnahme vom selben Computer (weitestgehend) ausgeschlossen.

Wirklich überraschend ist das Umfrageergebnis nicht, bestärkt mich aber darin, dass ich mit dem von mir angesetzten Untersuchungsschema für meine Studie richtig liege. An erster Stelle liegt, wen wundert’s, mit 68 % der Stimmen die Authentizität der Informationen, an zweiter Stelle werden mit 59 % Informationen zu Einstiegsmöglichkeiten im Unternehmen gefordert, und an dritter Stelle stehen mit 55 % Informationen zu aktuellen Jobangeboten. Hier im folgenden die Ergebnisse der Umfrage:

Wie nutzt du eine Karriere-Fanpage - die Ergebnisse

Wie nutzt du eine Karriere-Fanpage - die Ergebnisse

Stellt sich nun noch die Frage, wie sich denn eigentlich die Fangemeinde zusammensetzt. Nun, es sind tatsächlich zum Großteil potenzielle Mitarbeiter/Bewerber (46 %), und wenn man die 14 % der „einfach nur am Unternehmen interessierten“ dazu nimmt, die überwiegend Informationen zu Einstiegsmöglichkeiten und aktuelle Jobangebote suchen, liegen wir hier sogar bei 60 %. Die Mitarbeiter selber machen immerhin 28 % der Fans aus, mehr als 80 % davon nutzen die Karriere-Fanpage auch zum direkten Austausch mit ihren Kollegen. Hier die genauen Zahlen:

So setzen sich die Fans einer Karriere-Fanpage zusammen

So setzen sich die Fans einer Karriere-Fanpage zusammen

Ich denke, auch wenn die Untersuchung keinen Anspruch auf Repräsentativität erhebt, so zeigt sie doch zumindest eins: Eine Karriere-Fanpage wird als Medium der Informationsbereitstellung und der Kontaktaufnahme bereits voll angenommen (aber keine Angst, die Karriere-Website wird sie nicht ersetzen. Vielmehr gilt es, diese sinnvoll mit Maßnahmen in Social Media zu verknüpfen. Aber das ist ein anderes Thema). Fans wollen weitere Informationen über das Unternehmen, authentische Einblicke in den Backstage-Bereich (wie ein Unternehmen unlängst einen Bereich auf seiner Karriere-Website nannte), Informationen über den Einstieg, eine aktuelle Jobsuche und auch den direkten Kontakt zu den Menschen, die hinter dem Unternehmen stehen. Und das muss nicht zwingend direkt auf der Wall geschehen. Warum soll man sich als Fan nicht direkt mit jemandem aus dem Unternehmen „befreunden“ und sich „hinter den Kulissen“ mit diesem über das Unternehmen austauschen? Übrigens wie ich finde, ein ganz interessanter Aspekt der Fanpage und ganz im Sinne des Facebook-Gedankens „Das Ziel von Facebook ist es, […] die Welt zu vernetzen. Millionen von Menschen verwenden Facebook jeden Tag, um mit ihren Freunden in Verbindung zu bleiben […] und mehr über die Personen zu erfahren, die sie treffen.

Sollte also künftig bei der Konzeption und auch der „Betreuung“ der Karriere-Fanpage mehr auf die Wünsche der Fans eingegangen werden, wäre dies ein weiterer Baustein für den Erfolg einer guten Karriere-Fanpage. Ich freue mich, wie immer, auf Kommentare und Anregungen! Auch, wenn Deutschland jetzt im WM-Fieber steckt und keiner mehr klar denken kann. :-) Vielen Dank!

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  1. […] schon mal welche besucht haben. Wirklich überraschend ist es nicht, hatte ich dies doch selbst schon vor einigen Monaten erhoben. Nichtsdestotrotz interessant, dass sich das nicht geändert hat bzw. nun durch weitere […]

  2. Facebook Karriere-Pages? Kenn’ ich nicht, klingt aber interessant! « personalmarketing2null – personalmarketing | employer branding | social media – kritisch hinterfragt sagt:

    […] schon mal welche besucht haben. Wirklich überraschend ist es nicht, hatte ich dies doch selbst schon vor einigen Monaten erhoben. Nichtsdestotrotz interessant, dass sich das nicht geändert hat bzw. nun durch weitere […]

  3. […] Employer Branding, Recruiting, Career Websites, Realistic Job Previews, … – the Candidate Experience is quite successful in integrating several important topics of current discussions in HR. You can also add „Social Media“ to this list. Why? The authors are looking for a reason to care for the candidate experience out of business perspective. They find an approach developing some ideas out of „The Experience Economy: Work Is Theater & Every Business a Stage“ by B. Joseph Pine II and James H. Gilmore. This book comes to the conclusion that the next step after the Service Economy would be the so-called „Experience Economy“, which is demanding from companies to „render authenticity“ in order to be the most successful, as memory itself would become the most sought-after product. And this „authenticity“ is also pretty much a trending topic for at least a lot of German blogs dealing with HR and Social Media like, e.g., (once more) Recrutainment, soziales Brand:Marken or personalmarketing2null. […]

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  5. […] auch das Ergebnis unter den Nutzern von Karriere-Fanpages, die vor einigen Monaten auf dem Blog von personalmarketing2null […]

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  7. […] Absolventen und Young Professionals in privaten sozialen Netzwerken, auch meine bescheidene Umfrage zur Nutzung von Karriere-Fanpages spiegelt diesen Wunsch […]

  8. Mit Jobs und Employee Referral Programmen an die richtigen Mitarbeiter? « personalmarketing2null sagt:

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  13. […] Karriere-Fanpages deutscher Unternehmen rund 45.000 Fans (davon sind dann noch einmal die Mitarbeiter und Personaler, die schauen, was auf anderen Karriere-Fanpages so geht, runterzurechnen.). Das sind mal gerade rund 0,43 % der deutschen Facebook-User! Mehr nicht? Vor […]

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  15. […] macht eben nicht unbedingt irgendwelche blinkenden flashy Apps aus, entscheidend ist vielmehr die Authentizität der Page (auch wenn gewisse Leute diesen Begriff nicht mehr hören wollen und ihn als Buzzword und […]

  16. Weniger ist manchmal mehr – die neuen Karriere-Fanpages von REWE Group und Unilever « personalmarketing2null sagt:

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  17. […] Alles in allem bieten Fanpages auf Facebook für das Ausbildungsmarketing eine sehr gute Möglichkeit, die richtige Zielgruppe zu erreichen, sie mit spannenden Infos zu versorgen, sich mit authentischen Beiträgen als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und in den direkten Dialog mit den Fans zu treten. Letztendlich liegt es nur an der Umsetzung des Ganzen. Und hier hat in meinen Augen Opel die Nase weit vorn. Zwar bietet die Fanpage der HypoVereinsbank viele „statische Informationen“, sie erweckt aber den Anschein mangelnder Pflege bzw. Betreuung. Und die Trumpf-Fanpage? Meines Erachtens wird hier an der Zielgruppe vorbei kommuniziert. Denn, auch wenn ich mich wiederhole und der eine oder andere es nicht mehr lesen mag: Authentizität ist das Stichwort! […]

  18. Ausbildungsmarketing goes Facebook – Opel, Trumpf und HypoVereinsbank auf Nachwuchssuche im Web 2.0 « personalmarketing2null sagt:

    […] Alles in allem bieten Fanpages auf Facebook für das Ausbildungsmarketing eine sehr gute Möglichkeit, die richtige Zielgruppe zu erreichen, sie mit spannenden Infos zu versorgen, sich mit authentischen Beiträgen als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und in den direkten Dialog mit den Fans zu treten. Letztendlich liegt es nur an der Umsetzung des Ganzen. Und hier hat in meinen Augen Opel die Nase weit vorn. Zwar bietet die Fanpage der HypoVereinsbank viele „statische Informationen“, sie erweckt aber den Anschein mangelnder Pflege bzw. Betreuung. Und die Trumpf-Fanpage? Meines Erachtens wird hier an der Zielgruppe vorbei kommuniziert. Denn, auch wenn ich mich wiederhole und der eine oder andere es nicht mehr lesen mag: Authentizität ist das Stichwort! […]

  19. Jo Diercks sagt:

    Henner, deine Artikel sind einfach immer lesenswert. Das passt echt gut zu den Realistic Job Previews (http://blog.recrutainment.de/2010/06/29/authentisches-employer-branding-rechnet-sich-in-vielerlei-hinsicht-wissenschaftliche-belege/), aber das muss ich dir ja nicht erzählen :-)
    LG
    Jo

  20. Jo Diercks sagt:

    Henner, deine Artikel sind einfach immer lesenswert. Das passt echt gut zu den Realistic Job Previews (http://blog.recrutainment.de/2010/06/29/authentisches-employer-branding-rechnet-sich-in-vielerlei-hinsicht-wissenschaftliche-belege/), aber das muss ich dir ja nicht erzählen :-)
    LG
    Jo

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