Employer Branding mit Recruiting-Videos: Youtube oder Vimeo, das ist hier die Frage

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 8 Minuten.

Aus der Welt des Employer Brandings und Personalmarketings sind sie kaum mehr wegzudenken: Recruiting-Videos. Wobei streng genommen der Begriff „Recruiting Video“ falsch ist, denn eine Rekrutierung über die Videos findet ja nicht wirklich statt. Maximal erfolgt eine Anbahnung über die bunten Bildchen. Oder auch nicht. Je nachdem, für welche Variante Sie sich entscheiden: Peinliches Praktikanten Rap-Video à la Bon Prix (oops, gelöscht) oder EDEKA, Imagevideo à la Bahn, DIY-Variante à la Kartoffelhotel (s. u.) oder authentischer Infoclip à la Immobilienscout 24 (dito). Es ist immer eine Frage dessen, was Sie wollen. Wollen Sie um jeden Preis Buzz erzeugen, auch wenn es das Ansehen des Unternehmens kostet oder wollen Sie informieren? Aber das soll in diesem Artikel eigentlich weniger das Thema sein. Viel mehr geht es darum, was zu beachten ist, wenn man sich dafür entscheidet, Bewegtbild einzusetzen…

Wie nutzen Sie eigentlich das Internet? Gehen Sie über Ihren stationären Rechner online? Oder nutzen Sie dazu vielleicht sogar Tablet oder Smartphone? Laut aktuellen Zahlen ist der PC-Markt ja drastisch zusammengebrochen. Und da sind im Zweifelsfall sogar Sie dran schuld, weil Sie meinen, unbedingt ein überteuertes unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestelltes Produkt mit Apfellogo einzusetzen :-). Spaß beiseite – welches Medium Sie auch immer nutzen, Fakt ist: Der Zugriff aufs Internet erfolgt zunehmend über mobile Endgeräte. Demzufolge sollten Sie Ihre Internetpräsenzen – ob nun Karriere-Website oder Mitarbeiterblog – unbedingt mobil optimieren (deswegen sind bspw. sowohl dieser als auch der Blog von ThyssenKrupp Rasselstein oder der DFS responsive angelegt. Will sagen, egal mit welchem Medium Sie diese Websites aufrufen, wird Ihnen immer die optimale Ansicht dargeboten. Natürlich gilt das auch für die Karriere-Websites. So, und nun Schluss mit dem Werbeblock).

Mobil optimierte Recruiting-Videos sind keine Selbstverständlichkeit

Aber wie es um die Mobilfähigkeit deutscher Karriere-Websites bestellt ist, zeigt nicht nur die Mobile Recruiting-Studie der Wollmilchsäue von atenta, auch ich zeige hier immer wieder an praktischen Beispielen, dass da noch ganz viel Potenzial nach oben ist. Und das gilt nicht nur für die Websites an sich. Natürlich betrifft das auch die in diesem Kontext bereit gestellten Employer Branding- oder auch Recruiting-Videos (einigen wir uns auf Recruiting-Videos?). Manchmal passiert folgendes, wenn Sie eine Website mobil aufrufen:

Employer Branding Videos - Flash und mobil geht nicht gut

Abgesehen davon, dass ich mich schon ein wenig freue, wenn ich diese Meldungen sehe – mal ganz ehrlich, wer hat schon so stylische Fehlermeldungen? Regelrechte Kunstwerke kann man daraus kreieren, auch die Vielfalt reißt mich immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin – sind sie doch eher Grund zum Ärgernis. Denn diese Meldung bedeutet schlicht und ergreifend nichts anderes, als dass man das schöne Video, welches Sie auf Ihrer Website bereitstellen, weder mit einem i- noch einem Android-Produkt aufgerufen werden kann. Oder anders gesagt, es handelt sich um Videos im aussterbenden Format Flash. Sind Sie Apple-brainwashed gucken Sie komplett in die Röhre. Apple und Flash geht gar nicht (im wahrsten Sinne des Wortes). Allerdings geht es Android-Nutzern nicht viel anders. Immerhin haben diese aber die Option, den Flash Player fürs Handy runterzuladen. Aber Butter bei die Fische: Wer macht so was?

Wie aber kommt es zu dieser unschönen Erscheinung (die Ihnen durchaus trotz aller Mobiloptimierung dieses Blogs durchaus auch hier widerfahren kann)?

Dann, lieber Leser, hat jemand auf Vimeo gesetzt. Was nun wiederum ist Vimeo, werden Sie vielleicht fragen. Das ist so was wie Youtube, nur in schöner und – ich will sogar fast sagen – seriöser. Denn während Sie auf Youtube wirklich viel Bullshit, braune Parolen, Islamverherrlichung oder sogar nackte Brüste sehen können (weiblich und männlich, wohlgemerkt), werden Sie so etwas auf Vimeo nicht finden. Auf Vimeo sind Ihre Filmchen in einer wirklich sauberen Nachbarschaft.

ABER, und jetzt kommt das große ABER: Wenn Sie Filme auf Vimeo einstellen und diese dann mobil betrachten wollen, kann Ihnen eben das schon bekannte Phänomen des

Flash sucks - Aw shucks. Muss aber nicht so sein.

über den Weg laufen. Dass das so häufig der Fall ist, ruft bei mir nur ein massives Kopfschütteln hervor. Ein Kopfschütteln, das so massiv ist, dass ich deswegen mit extremen Verspannungen einen Physiotherapeuten aufsuchen musste. Ein Kopfschütteln, welches leider sogar bei Recruiting-Videos von Unternehmen auftaucht, die nun wirklich keine Geldprobleme haben. Sogar ein Hartz-IV-Empfänger kann die lächerliche Summe von 50 Euro/Jahr für die Plus-Version aufbringen. Und mit dieser Plus-Variante kann man über die Option “yes, make my videos mobile-ready” die Videos dann auch auf mobilen Geräten abspielen. Im Idealfall zumindest. Und dann gibt’s da auch noch ne App, über die man Filme nicht nur ansehen, sondern auch erstellen kann. Weiterer Vorteil der Plus-Variante: Ein werbefreies Umfeld, wie Youtube dieses nicht bietet.

Aber Vorsicht! Werbefrei muss nicht unbedingt positiv sein! Warum dies? Was ist Sinn und Zwecks Ihres cinematographischen Recruiting-Meisterwerks? Richtig! Natürlich wollen Sie potenzielle Bewerber von sich als Arbeitgeber überzeugen. Aber das geht natürlich nur, wenn Sie auch gefunden werden. Dazu ein kleiner Exkurs, bevor ich zurück zur Werbung komme.

Wie Ihre Recruiting-Videos besser gefunden werden

Für ein Employer-Branding oder sonstwie geartetes Video gilt genau wie für eine Karriere-Website oder für einen Blog auch, dass man dafür sorgt, dass dieses auch gefunden wird. Das Thema SEO gilt auch für Videos. Was also ist zu tun?

Wenn Sie ein Video erstellen und dieses bei Youtube hochladen, so sollten Sie mindestens folgende Schritte beachten:

Recruiting-Videos - der richtige Titel, eine Beschreibung und Schlagworte sind Pflicht

  1. Wählen Sie einen sinnvollen, beschreibenden Titel, der wichtige Keywords und Informationen über das Video enthält.
  2. Hier beschreiben Sie, was den Nutzer hier erwartet, worum es in dem Video geht etc. pp. Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Karriere-Website oder Ihren Blog zu verlinken! Und zwar direkt auf die Zielseite, die im Kontext des Videos steht.
  3. Bei den Tags hinterlegen Sie Attribute, über die man das Video finden soll

Wenn Sie diese Feinheiten beachten, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, gefunden zu werden, rapide. Sowohl auf Youtube als auch auf Google. Denn Google liebt nicht nur (gut gemachte, regelmäßig aktualisierte) Blogs, sondern auch Videos. Vor allem, wenn sie auf Youtube eingestellt sind. Das verwundert nicht, sind die beiden Portale ja quasi eins. Kleines Beispiel gefällig? Nehmen wir mal das Kartoffelhotel von oben. So sieht das bei Youtube aus:

Employer Branding auf Youtube am Beispiel Kartoffelhotel - Infos bereitstellen und Website verlinken

Und nun googlen Sie mal hotel jobs in niedersachsen. Das Video finden Sie ziemlich weit vorne. Sie sehen also, mit wenigen Kniffs und Tricks (die nicht einen Cent kosten) lässt sich die Auffindbarkeit drastisch erhöhen.

Aber ein Video auf Youtube hat noch einen angenehmen Nebeneffekt. Oder sagen wir so: Für den einen ist es angenehm, für den anderen nicht. Denn neben dem eigentlichen Video finden Sie bei Youtube auch immer Vorschläge zu Videos mit ähnlichen Inhalten. Und in diesem Fall sind das bspw. ein Video zum „Arbeiten und Leben an Bord eines AIDA Clubschiffes“, ein Recruiting-Video für Azubis von der ALBA-Group, ein Infofilm der Lufthansa über die Ausbildung als Hotelfachmann etc. pp. Natürlich ist das zunächst einmal ärgerlich für das Kartoffelhotel. Die anderen freuen sich natürlich, weil man auf diese Weise gefunden wird. Aber natürlich hat das Video des Kartoffelhotels genau die gleichen Chancen. Indem es bspw. neben dem Recruiting-Video des Steigenberger auftaucht. Oder so. Sie sehen also, Youtube bietet viele Chancen. Sie müssen Sie nur (richtig) nutzen.

Und natürlich können Sie Youtube-Videos auch über jedes mobile Endgerät betrachten. Denn im Gegensatz zu Vimeo (zumindest in der Standardvariante) setzt man bei Youtube auf den HTMTL-5-Standard. Und so muss selbst ein Apple-Jünger nicht in die Röhre schauen. Toll, oder?

Natürlich können Sie Ihr Video auch zum Herunterladen auf Ihrer Website bereitstellen (ja, so etwas gibt es wirklich!). Können Sie, sollten Sie aber tunlichst vermeiden. Meine Empfehlung: Das Video auf Youtube hochladen und in die Website einbetten. Das geht kinderleicht und hat mindestens zwei Vorteile.

  1. Ihr Server wird entlastet. Stellen Sie sich mal vor, Ihr Video würde mehrere 1000 Mal am Tag aufgerufen. Da kann so ein Firmen-Server unter Umständen rubbeldikatz in die Knie gehen.
  2. Der virale Effekt. Ihr Video wird auf Youtube entdeckt, es gefällt und zack! wird es in sozialen Netzwerken geteilt (oder böse Blogger machen sich drüber her). Auf diese Weise bekommen Sie jede Menge Aufmerksamkeit (vorausgesetzt, das Video ist gut und teilenswert).

Natürlich gilt das Ganze auch für Vimeo. Theoretisch zumindest. Zum einen sind eben die oben angeführten Gründe ins Feld zu führen, zum anderen hat Vimeo natürlich auch nicht die Popularität von Youtube. Gehen Sie mal raus auf die Straße und fragen Sie einen zufällig vorbei eilenden Passanten, ob er Youtube kennt. Gut, im ersten Moment wird er Sie wahrscheinlich irritiert anschauen, weil er in Gedanken noch mal den Einkaufszettel durchgegangen ist und festgestellt hat, dass er die Butter – oder waren es die Eier? – vergessen hat. Das wiederum könnte ihn verärgern. Und wenn Sie jetzt daher kommen und ihn nach Youtube fragen… Man kann nur hoffen, dass es ein friedlicher Mensch ist und er trotz seiner Verärgerung eine höfliche Antwort gibt. Und natürlich kennt er Youtube. Wer nicht? Und jetzt fragen Sie ihn – vorausgesetzt, er hat Sie nicht schon mit einem Faustschlag niedergestreckt, weil er vielleicht doch etwas ungehalten auf Ihre Anmache (die es natürlich nicht war, er sie aber vielleicht so empfunden hat – man weiß nie, wie Menschen ticken, also Vorsicht!) reagiert hat, ob er schon mal von Vimeo gehört hat. Ich würde mal wetten, dass nicht.

Tja, und was heißt das nun für Sie?

Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage:
Ob’s edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern Des wütenden Geschicks erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine See von Plagen,
Durch Widerstand sie enden?

Oder – frei nach Shakespeare – anders ausgedrückt: Youtube oder Vimeo, das ist hier die Frage. Warum eigentlich oder? Warum nicht und? So wird ein Schuh daraus.

Ach ja, und bevor ich es vergesse: hier noch das Video von Immoscout24. Nett gemacht, wie ich finde. In diesem Sinne, gute Nacht! Nach 19 Stunden Arbeit habe ich mir ein wenig Schlaf verdient :-)

 

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