Personalmarketing2null sagt Danke!

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 12 Minuten.

Es wird Zeit. Zeit, einmal Danke zu sagen und einmal aufs vergangene Jahr zurückzublicken. Zeit insofern, weil das Jahr nun schon wieder eine Kalenderwoche fast zwei Kalenderwochen auf dem Buckel hat und Jahresrückblicke eigentlich schon alle geschrieben wurden. Wahrscheinlich ist dies sogar der letzte Jahresrückblick auf Personalmarketingblogs :-) (also zeitlich gesehen, meine ich).

Nun sei es drum, manchmal mangelt es einem halt einfach an Zeit. Und so ein Blogartikel, soll er denn wenigstens ansatzweise fundiert geschrieben sein und die Leser unterhalten, ist nun mal nicht aus dem Ärmel geschüttelt. Auch wenn noch viele (viel zu viele) meinen, Social Media-Aktivitäten (und da gehört auch das bloggen dazu ;-), und es heißt bloggen, weil man einen Blog betreibt, keinen Block! Mein Gott, wie oft habe ich das letztes Jahr hören und lesen müssen (auch wenn ich mich natürlich immer wieder gefreut habe, wenn ich auf meinen Block, äh mein Blog angesprochen wurde)) seien mal eben so an einem Tag in 5 Minuten erledigt und rubbeldikatz aus dem Ärmel geschüttelt. Mitnichten und Neffen! Im Schnitt sitze ich an so einem Artikel im absolut günstigsten Falle eine Stunde, eher zwei bis drei. Je nach Umfang und Rechercheaufwand natürlich. Und auch so eine Facebookseite pflegt sich nicht mit 5 Minuten Zeitaufwand, sehr geehrte Damen und Herren. Und wer denkt, dass man, sobald man seine Social Media Aktivitäten erst mal an den Start gebracht und zum Laufen gebracht hat, der könne sich dann entspannt zurücklehnen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, der irrt gewaltig (und selbst wenn ich an besagten glauben würde, änderte das nichts an der Tatsache. Social Media kostet nichts. Außer Zeit. Und das nicht wenig. Aber diese zu investieren, lohnt. Das belegt zumindest eine aktuelle Studie von McKinsey. Und die müssen das ja wissen. Werden ja schließlich dafür bezahlt.

Also noch mal zum Mitschreiben: 1. Social Media kostet Zeit. 2. Mit dem einmaligen Aufsetzen einer Aktivität in Facebook oder wo auch immer ist es nicht getan (mein Lieblingsbeispiel, wie man es nicht macht, ist nach wie vor dieses, auch wenn sich dort mittlerweile einiges zum Guten gewendet hat). 3. Social Media ist ein zartes Pflänzchen, dass gepflegt werden will, damit es groß wird und großartig bleibt. 4. Sie haben keinen grünen Daumen? Dann lassen Sie die Finger davon. Sie haben keine Zeit? Sehen keinen Bedarf, die nötigen Ressourcen bereitzustellen? Herzlich willkommen, verschlafen Sie ruhig eine Kulturrevolution und schauen Sie in die Röhre. Aber beschweren Sie sich hinterher nicht. Denn dann ist es zu spät. Aber warum nicht, ich kenne heute noch Leute, die haben Angst vorm Internet. Kein Scherz. Und es gibt ja auch genug Unternehmen, die denken sich, was brauchen wir eine neue Karriere-Website, wir haben doch schon 2005 eine tolle erstellen lassen. Ja, nee is klar. Internetpräsenzen brauchen Pflege. Nicht ganz so viel wie sie das bei Social Media benötigen, aber auf jeden Fall eine Menge. Und ist es nicht peinlich, wenn ein Bewerber auf Ihren Veranstaltungskalender klickt und er findet da als aktuellsten Eintrag einen von August letzten Jahres? Oh, jetzt hab ich Sie kalt erwischt? Macht nichts, Sie sind nicht alleine da draußen.

Aber ich schweife schon wieder ab. Aber das kann ich ja ganz gut und trotzdem wird der Blog hier gelesen. Und das nicht zu knapp. Bevor ich mich wieder einhole, noch einmal ganz kurz zur Pflege: ich selbst bemühe mich eigentlich mindestens einmal pro Woche meine  Leser mit einem Blogartikel zu beglücken. Das klappt nicht immer, aber wie ich schon sagte, das Ganze ist schon sehr zeitintensiv. Und man möge es mir nachsehen, dass ich nicht schon um 5 Uhr morgens aufstehe, nur um die Leser zu beglücken. Manchmal frage ich mich ganz ehrlich, wie die Bloggerkollegen aus der HR-Szene so viel bloggen können und noch ihrem Job nachgehen und dann auch noch auf jedem zweiten Personalmarketingkongress als Referent auftreten. Aber da hat wohl jeder sein eigenes Geheimrezept. Wo war ich stehen geblieben? Richtig bei der Pflege. Wie der eine oder andere ja weiß, betreue ich auch noch zwei Facebook-Pages. Naja, was heißt betreuen. Die eine, die ich damals quasi als Referenzprojekt ausprobiert habe (mit einem unglücklich gewählten Namen, damals war mir nicht bewusst, dass man den Namen seiner Fanpage nicht ändern kann. Der Tatsache sind sich wohl auch heute viele nicht bewusst. Aber mittlerweile bietet Facebook ja die Möglichkeit bei weniger als 100 Fans den Namen zu ändern. Puh. Glück gehabt! Oder man ist Global Player wie Siemens, Bertelsmann oder BMW, da hilft dann auch mal ein Anruf bei Facebook selbst) und die erste offizielle Fanpage für Karriere-Fanpages. Erstere, das ist dem einen oder anderen mit Sicherheit bereits aufgefallen, wird nicht mehr wirklich von mir gepflegt. Ich sehe auch an der Interaktion bzw. den Impressions, dass da nicht mehr viel passiert. Grund genug, die Seite einzustellen, bzw. so zu belassen, wie sie ist. Vielleicht wird sie ja mal wieder aufleben. Liegt ganz an Ihnen, lieber Leser :-) Die erste offizielle Facebook-Page für Karriere-Fanpages bleibt natürlich bestehen. Schließlich sollen Sie auf dem Laufenden gehalten werden, was die Karriere- und Ausbildungsfanpage-Landschaft angeht.

Da ist übrigens Nachwuchs zu vermelden: Der Ausbildungsbereich vom Pharma-Unternehmen Merck ist seit Dezember mit einer Fanpage online, Dataport ebenso. Ach ja und das Unternehmen Lightwerk (kennen Sie nicht? Ich auch nicht. Aber kannten Sie vor einem Jahr schon in-tech oder Work Performance? Sehen Sie. Und das sind nur zwei Beispiele von Arbeitgebern deren Fanpages mehr Fans haben, als so mancher Global Player. Auch wenn ich immer wieder betone, dass Quantität nichts mit Qualität zu tun hat, ist dies schon beeindruckend, wie ich finde). Das Stichwort Quantität war ja im Übrigen damals der Auslöser für die (weltweit) erste Studie zur Qualität von Karriere-Fanpages. Und der Grundstein für den raketenhaften Start meines Blogs, der eigentlich schon seit 2007 existiert. Eigentlich. Denn damals, ich war zu der Zeit bei Bertelsmann Recruiting Services und habe mich damit beschäftigt, welche Maßnahmen ein Arbeitgeber wie Bertelsmann im Web 2.0 ergreifen kann (erinnern Sie sich noch an Second Life? Spricht heute kein Mensch von. Das Gleiche sagen viele Ewiggestrige von Social Media, aber da werden Äpfel mit Birnen verglichen – schon alleine die Zugangsvoraussetzungen waren ganz andere. So konnte ich Second Life nur während der Arbeitszeit testen, weil mein eigener Rechner nicht die Leistungsfähigkeit besaß, Second Life zu starten), war mein Plan, die Außenwelt mit meinen Erkenntnissen zu beglücken. Aber irgendwie war die Zeit noch nicht reif dafür. Oder ich nicht. Auf jeden Fall kam mir dann mein damaliger Chef Gero Hesse mit seinem saatkorn.-Blog zuvor. Und auch dann hat es auch noch recht lange gedauert, bis ich mich der Bloggingleidenschaft higegeben habe. Und eigentlich plane ich ein weiteres Blog (übrigens sind sowohl der als auch das Blog erlaubt), aber wann soll ich das noch alles unter einen Hut kriegen? Ich habe ja auch noch Privatleben. Aber ein Blog zum Thema Lebensmittellügner ist eigentlich schon lange fällig. Gerade in Zeiten von dioxinverseuchten Eiern und Milch. Aber haben Sie auch sonst schon mal drüber nachgedacht, was Sie Tag für Tag in sich hineinstopfen, bzw. was uns die Lebensmittelindustrie vorsetzt? Ich sage nur Citronensäure. Nennen Sie mir ein Lebensmittel, was keine Citronensäure enthält. Das wird schon schwer. Denn ob Margarine, Konfitüre, Dominosteine, Pesto, Dosentomaten (!) etc. etc. – es gibt kaum ein Lebensmittel, wo nicht Citronensäure enthalten ist. Und Citronensäure hat nichts mit Zitronen zu tun, nicht dass Sie das denken. Das ist Chemie pur. Haben Sie schon mal Ihren Wasserkocher oder Ihre Kaffeemaschine entkalkt? Wissen Sie womit? Nicht selten ist das Citronensäure. Alles klar? Eine höchst ätzende Säure findet Verwendung in nahezu jedem unserer Lebensmittel. Klar, in wesentlich geringer Dosis. Aber trotzdem genug, den Zahnschmelz anzugreifen. Aber das nur am Rande. Also die Aufklärung in Sachen Lebensmittellügen überlasse ich (noch) Foodwatch und deren Initiative Abgespeist (wer Abgespeist nicht kennt: diese Initiative von Foodwatch deckt die Schwindeleien von Dr. Oetker, Unilever, Zott & Co. auf) und wende mich wieder Personalmarketingthemen zu.

Wie gesagt, im März des Jahres bin ich gestartet und habe mir doch sehr schnell viel Bekanntheit und Anerkennung „erschrieben“. Auch wenn das, was ich schreibe, dem einen oder anderen nicht passt und mich viele für das, was ich äußere, verurteilen, so weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Denn die vielen positiven Kommentare, Mails, Abonnenten und Aufnahmen in die Blogrolls bestätigen das. Und solange es in Deutschland das Recht der freien Meinungsäußerung gibt, werde ich das auch nutzen :-). Nichtsdestotrotz möchte ich mich hier bei dem einen oder anderen entschuldigen, der sich vielleicht angep…. fühlen mag. All das, was ich schreibe, dient nicht dazu, jemanden zu dissen, sondern auf Fehler aufmerksam zu machen, die einem vielleicht gar nicht bewusst sind. Und interessanterweise werden diese Äußerungen auch durchaus positiv aufgenommen, erzeugt doch der Druck von Außen manchmal mehr, als wenn man innerhalb des Unternehmens gegen Mauern rennt. Natürlich gibt es auch den einen oder anderen, der sich persönlich angegriffen fühlen mag. Wie gesagt, ich bitte das zu entschuldigen. Allen anderen möchte ich auf diesem Wege Danke sagen. Danke fürs Lesen, Weiterempfehlen und Kommentieren. Danke für Lob und Kritik. Und Danke für die Treue und die vielen Retweets (wobei ich mich nicht für alle Retweets bedankt habe, weil ich ehrlich gestanden kein besonders leidenschaftlicher Twitterer bin :-)! Ein ganz besonderer Dank geht an meine Muse und Lebensgefährtin, die mich in dem, was ich hier mache, bestärkt hat und ohne die ich vielleicht gar nicht mit dem Ganzen angefangen hätte. Danke Franzi, ich liebe dich!

So, genug der Gefühlsduselei. Kommen wir nun zu meinen persönlichen Highlights dieses Jahr. Da war natürlich zum einen das Starten dieses Blogs und die weltweit erste Studie :-) zu Karriere-Fanpages auf Facebook sowie auch die erste Nutzerbefragung zu diesem Thema. Studien dieser Art hat es seitdem gegeben wie Sand am Meer.  Was war noch? Z. B. die meist gelesenen Artikel meines Blogs, hier also die Top 5:

1. Facebook Karriere-Fanpages auf dem Prüfstand – Die Ergebnisse Das also sind die damals aufsehenerregenden Ergebnisse. Das war im April, mittlerweile sind zwar nur wenige Monate ins Land gegangen, in Zeiten des Web 1.0 eigentlich keine nennenswerte Periode, in Zeiten des Social Web und insbesondere Facebook aber nahezu eine Dekade. Facebook hat mittlerweile so viel geändert, dass die Ergebnisse in gewissen Punkten keinen Bestand mehr haben – so gibt es bspw. die einzelnen Reiter auf Profilen nicht mehr, was den Hintergedanken von Jobstriker und Jobs for Friends ein wenig ad acta legt. War doch gerade das Besondere an diesen Apps, dass man die vom Unternehmen geposteten Jobs auch im Mitarbeiterprofil einbinden konnte. Also, es wird Zeit für ein neues Ranking. Zumal sich seit Erscheinen der Ergebnisse die Anzahl nahezu vervierfacht hat (ganz zu schweigen von der Dunkelziffer der Karriere-Fanpages, die sich so auf den ersten Blick nicht erschließen lassen, weil sowohl im Namen der Page als auch in der Vanity URL kein mit karriereattributen  belegtes Keyword eingesetzt wird (da kommen wir doch direkt zu Platz 3 der Jahrescharts :-)).

2. Studienergebnisse zur Nutzung von Social Media im Employer Branding und Online-Recruiting jetzt online Tja, was soll ich sagen, das was ich dort veröffentlicht habe, ist nicht mal auf meinem Mist gewachsen, hat aber einen Aufschrei in der Welt der Personalmarketeers und Suppenkasper verursacht, bestätigten Talential, die Personalwirtschaft und die Wiesbaden Business School in ihrer Studie doch, was Kienbaum Communications ebenso festgestellt hat: Die vermeintliche Zielgruppe sieht Arbeitgeberpräsenzen in Social Media eher skeptisch. Allerdings gilt auch hier: Das Social Web ist zum einen unglaublich schnelllebig, zum anderen müssen sich die User erst einmal mit dem neuen Medium auseinandersetzen (wer erinnert sich nicht an die ersten Gehversuche in Facebook) und fragen Sie mal einen Lehrer, ob er im Berufsorientierungskursen auf das Thema Social Media eingeht. Ich persönlich glaube (und habe es mir auch berichten lassen), dass die Schüler froh sein können, wenn ihnen die Jobsuche über das gute alte Arbeitsamt nahe gebracht wird. Wir befinden uns mitten in einem Kulturwandel, und die Unternehmen die jetzt als Arbeitgeber ihre Lektionen lernen, werden über kurz oder lang einen Vorteil bei der Rekrutierung haben (es ist ganz klar eine Frage des Wie und nicht des Ob!).

3. Karriere-Fanpages auf Facebook – Haben die Unternehmen nichts dazu gelernt? Wie gesagt, hier kann ich nur noch mal  Top 1 aufgreifen. Auch heute gehen immer noch Seiten an den Start, wo man sich im Vorfeld sichtlich nicht genügend Gedanken bei der Konzeption gemacht hat. Manchmal ist es eben doch besser jemanden zu fragen, der sich damit auskennt.

4. Ausbildungsmarketing goes Facebook – Opel, Trumpf und HypoVereinsbank auf Nachwuchssuche im Web 2.0 Auch das Ausbildungsmarketing entdeckt Facebook für sich. Zum Zeitpunkt des Artikels noch ein zartes Pflänzchen, haben sich hier mittlerweile weitere Unternehmen ins Abenteuer Social Media gestürzt, wie diese aktuelle Übersicht eindrucksvoll untermauert.

5. Hat die Karriere-Website ausgedient? Da gab es doch tatsächlich Stimmen, die meinten die Karriere-Website hätte ausgedient. Meinen Senf dazu habe ich in diesem Artikel gegeben und hier noch einmal nachgelegt. Nachwievor bin ich der Meinung, dass so eine Aussage Bullshit ist (warum bitte ich im Artikel nachzulesen). Es geht vielmehr um eine SINNVOLLE Verzahnung sämtlicher Personalmarketingaktivitäten (crossmedial heißt das Stichwort!).

So, das also die Top 5-Artikel. Interessant vielleicht auch noch, mit welchen Begriffen meine Leser dieses Blog bei Google entdeckt haben: personalmarketing2null, henner knabenreich, wissen verändert alles, ausbildungsmarketing, siemens karriere facebook. Insbesondere die ersten Begriffe sind nicht sooo verwunderlich, zugegeben. Aber es gab doch auch die eine oder andere Suchanfrage, von der ich nicht unbedingt erwartet hätte, dass Sie auf meinen Blog führt: Rom (dank eines kurzen Reiseberichts in die ewige Stadt), ein Schelm, wer Böses denkt (ohne Kommentar), der ewige Bernd, Überholverbot LKW (nach wie vor einer meiner Lieblingsartikel, hier hätte ich mir mehr Reaktionen gewünscht :-)), die Axxe des Bösen (kein Scherz!), Starbucks, Frontal 21.

Wie auch immer Sie auch auf meine Seite kommen und Sie für sich entdecken, ich freue mich über jeden Leser und jeden Klick auf einen Artikel. Und auf Ihr Feedback. Auch in 2011. Danke!

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