Jede Wette, dass das großartig war!

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 11 Minuten.

Das war’s also, das vierte weltweit einzigartige klimaneutrale neutrale Netzwerktreffen für frechfreimutige Personalx im Heimathafen Wiesbaden! Jede Wette, dass..! – Wetten gegen den Fachkräftemangel zeigte einmal mehr, dass ein launiger Networking-Abend ein toller Rahmen sein kann, um Allianzen gegen den Fachkräftemangel zu schmieden und trotz der eigentlichen Ernsthaftigkeit des Themas viel Spaß machen kann. Meine Zusammenfassung des wohl außergewöhnlichsten HR-Events im deutschsprachigen Raum (und wahrscheinlich darüber hinaus ;)).

Auch wenn es bereits das vierte Mal war, dass mein Event im Heimathafen über die Bühne ging und ich mit einem super eingespielten Team zusammenarbeite: Jedes Event ist einzigartig und beinhaltet neue Komponenten. Während letztes Jahr die „Personaler Late Night“ über die Bühne ging und viel Lob bekam, wollte ich dieses Jahr wieder was Neues ausprobieren. Wie wäre es, einfach mal in Analogie an eine große deutsche Samstagabend-Unterhaltungsshow Wetten zu präsentieren, die im Kontext Personalmarketing bzw. Recruiting stehen und das als Rahmenprogramm für ein gelungenes Networking-Event zu nehmen?

Größte Herausforderung dabei war, eben diese Wetten zu finden. Und ein Publikum, dass auf so ein Format Lust haben würde. Gut 100 Menschen erlebten Freitagabend ihr blaues Wunder und wurden genau mit diesem begrüßt – genauer mit einem „Blauen Personaler“ (fälschlicherweise auch „Blue Russian“ genannt).

Pünktlich um kurz nach 19.00 Uhr (für die Verzögerung war selbstverständlich nicht ich verantwortlich, sondern einige der Wettkandidaten, die aber erst noch den weiten Weg von der Sourcing Summit von Mainz nach Wiesbaden antreten mussten ;)) ging es dann los mit der Eurovisions-Hymne (schließlich wohnte dem Event auch ein Publikum aus Österreich und der Schweiz bei). Dem Fachkräftemangel geschuldet musste ich mich selbst als Moderator aus dem Off ansagen – begleitet von der bereits aus dem Vorjahr bekannten Personaler Late Night-Band (aka Theater-A-Band) mit dem eigens für die Show neu arrangierten „Jede-Wette-dass-Theme“.

Jobsharing auch bei Jede Wette, dass..!

Klar, der Fachkräftemangel war der rote Faden des Abends und so ist dieses Event nicht nur das einzige mit einem eigens für den Fachkräftemangel komponierten Jingle, Ziel war es auch zu zeigen, dass man mit guten Ideen diesem Fachkräftemangel die Stirn bieten kann. Und wie sollte das bei einem solchen Format besser gehen, als dem Jobsharing? Selbst Thomas Gottschalk teilt sich mit Michelle Hunziker den Job. Oder besser gesagt teilte. Das Modell der geteilten Stelle stammt ursprünglich aus den USA und wird dort schon seit Ende der 70er aktiv genutzt. Während Jobsharing weltweit sehr erfolgreich ist und in der Schweiz sogar von der Regierung gefördert wird, ist Deutschland im europaweiten Vergleich Schlusslicht: Lediglich 15 Prozent der deutschen Unternehmen setzen auf das Modell, dabei hat man in der Summe auch mehr Kompetenz, zwei Blickwinkel und damit in der Regel mehr Kreativität und mehr Inspiration, wenn sich zwei Mitarbeiter eine Stelle teilen.

Klar, dass ich mit gutem Beispiel voran gehe und mir den Job teile: Mit der wunderbaren Silvia Willecke, die nicht nur als Co-Moderatorin an meiner Seite stand, sondern mit ihrer beeindruckenden Stimme auch Lionel Richie, David Hasselhoff und Bonnie Tyler, die zwar von mir als internationale Stargäste angesagt wurden, aber aus mir unerfindlichen Gründen den Weg doch nicht in den Heimathafen fanden, verkörpern und mit mir Club Tropicana im Duett bestreiten musste.

Jede Wette, dass es mir gelingt, meine wichtigste Zielgruppe OHNE Budget zu rekrutieren!

Das war der Titel von Marcel Rütten, der gerade ganz frisch (verdient!) zum Personalmarketing-Innovator gekürt worden war. Marcel, „(HR)-Mädchen für alles“ bei der Kindernothilfe, erzählte eindrucksvoll, wie es ihm gelungen ist, mit einfachsten Mitteln ein sehr effizientes Recruiting-Tool zu „bauen“, mit dem er seine Vakanzen besetzen konnte. Spannend fand ich in dem Zusammenhang, dass zwar viele im Publikum sehr wohl Praktikanten einstellen die wenigsten aber einen Überblick darüber haben, wie viele der aktuellen Mitarbeiter tatsächlich ehemalige Praktikanten sind. Diesen Überblick hat Marcel sehr wohl. Wie Marcel vorgeht, verrät er hier auf personalblogger.net.

Marcel war mir bereits im letzten Jahr bei der Verleihung des HR Next Generation Awards im Rahmen des DGFP-Labs aufgefallen und umso größer war die Freude, dass er dabei war und natürlich auch seine Wette gewann.

Genau wie Marcel auch einte alle Anwesenden im Grunde genommen nur eine Mission: Nämlich die passenden Bewerber zu finden. Wir alle wissen, dass sich der Arbeitsmarkt gedreht hat und längst die Bewerber in vielen Bereichen am längeren Hebel sitzen. Und so fragen die sich nicht selten „Hello, is it me, you’re looking for?“. Wer sollte das besser repräsentieren können, als Lionel Richie? Und so wurde der erste Show-Block genau mit diesem Künstler eröffnet. Nun, nicht ganz…

Präsentiert wurde Lionel Richie vom Sponsor ZEIT Campus, repräsentiert von Mathilde Cabenda und Maik Eller, die in ihrem Beitrag „ZEIT Insights“ recht interessante Einblicke in die Zusammenhänge zwischen Employer Branding und Online Journalismus gewährten. Wesentliche Erkenntnisse:

  1. Sex muss nicht in die Headline.
  2. Es muss auch nicht witzig sein.
  3. Es darf gerne politisch sein.
  4. User schätzen klare Meinungen und Positionen von echten Menschen, die ihre eigene Geschichten zu erzählen haben.
  5. Sie wollen selbst zu Wort kommen. Denn sie haben viel zu sagen.
  6. Das gilt auch für das Thema Beruf: User wissen, dass nirgendwo alles toll ist. Sie akzeptieren Schwächen, wenn es authentisch ist. Sie schätzen ehrliche Berichte zu Berufen: Warum User ihn gerne machen, warum nicht, warum er gut zu ihnen passt und ob sie ihr eigenes Gehalt fair finden. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum das erfolgreichstes Format bei ZEIT Campus Das anonyme Gehaltsprotokoll ist.

Für die Kollegen in der Online-Redaktion gilt das gleiche wie im Personalmarketing auch:

Es muss nicht perfekt sein, sondern ehrlich.

Um Stockbilder ging es auch in der nächsten Wette.

Jede Wette, dass es uns gelingt, 4 von 5 Facebook-Karriereseiten nur anhand der Bilder aus den Posts zu erkennen!

So lautete die nächste Wette, eingereicht von Melanie Berthold (REWE Group) und Maren Kaspers (MEDIMAX). Beide leben ihre Leidenschaft für Personalmarketing und Social Media nicht nur in ihren Jobs aus, auch auf ihrem Blog team-hr tun sie das und den sollten Sie sich unbedingt merken! Melanie und Maren waren die einzigen, die eine Wette live präsentierten. Ob es ihnen gelingen würde, vier von fünf Facebook-Karriereseiten nur anhand der geposteten Bilder zu erkennen? Eine echte Herausforderung, bei der ich leichte Zweifel hatte, ob es gelingen würde, sie zu meistern. Denn wie ich bei meiner Vorauswahl erkennen musste, ist das, was sich da auf vielen Karriereseiten tummelt, so dermaßen austauschbar und alles andere als authentisch, dass das eigentlich kaum machbar ist.

Von wegen! Melanie und Maren bewiesen das Gegenteil. Und mit ihrer Wette jede Menge (Frei-)Mut. Nur an McDonalds scheiterten sie.

Ich ziehe den Hut (respektive die Polizeimütze) vor den beiden, die übrigens die einzigen weiblichen Wettkandidaten am Abend waren. Eine tolle Idee, bravourös umgesetzt. Für mich waren die beiden bereits da die Wettköniginnen des Abends, zumindest aber die der Herzen.

Kulthymne aller Bewerber

Dass ich dafür bin, das Anschreiben abzuschaffen, dürfte kein Geheimnis sein. Für umständliche Bewerberformulare gilt das schon lange. Viele Unternehmen gängeln Bewerber, in dem sie ihnen vorschreiben, wie sie sich zu bewerben haben. Dass es gerade in Zeiten des Fachkräftemangels höchst fragwürdig ist, das Bewerbungsformat vorzuschreiben, brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen. Bewerber wollen ihre Freiheit. Doch oft finden sie diese nicht. Wertschätzung? Eine positive Candidate Experience? In vielen Fällen eher reines Wunschdenken… Und so passte in den Reigen der nächste internationale Top Star wie die Faust aufs Auge, hat David Hasselhoff doch – wahrscheinlich ohne es zu wissen – die Kulthymne eines jeden Bewerbers geschrieben hat: I’ve been looking for freedom!

Nach der Gesangseinlage brachten dann Marina Paar, Sara Das und Claudia Sommer (stellvertretend für den Sponsor TERRITORY Embrace) eine fulminante Revue u. a. mit Anleihen bei Star Wars und anderen (Film-)Legenden auf und vor die Bühne. Großes Kino, Mädels! :)

Weiter ging es mit der nächsten Wette:

Jede Wette, dass es uns mittels einer Sex-Dating-App gelingt, 100 Bewerbungen von Software-Entwicklern zu generieren!

Ursprünglich war ja eine Live-Sourcing-Wette geplant gewesen: Anhand von Active Sourcing sollten die Schuhgrößen von drei spontan ausgewählten Teilnehmern aus dem Publikum ermittelt werden. In letzter Minute wurde aber die Reißleine gezogen und trotz der soeben gelernten Tatsache, dass Sex nicht in die Headline muss, ließen uns Jan Hawliczek und Tobias Ortner (aka die Grüne 3) an einer anderen spannenden Geschichte teilhaben: Nämlich der Nutzung von Tinder für die Ansprache von Software-Entwicklern. Schließlich brauchen auch die – neben Codes und Tastatur – ein bisschen Liebe. Also zerlegten Jan und Tobi den Tinder-Algorithmus in seine Einzelteile und beschäftigten sich drei Monate intensiv mit der App, um dann das Fake-Profil Ada Lovelace anzulegen: “Du magst 1 und 0 genauso gern wie die 69?” Resultat: 100 Bewerbungen und viel Lob aus der Entwickler-Community. Wie das Ganze funktioniert, wurde hier ausführlich beschrieben.

Weiter ginge es mit dem nächsten Sponsor u-form. Marco Hausmann und Christian Melzer begeisterten mit ihrer Aufführung von „Bewerber Express – Das Musical“! Auf launige Art wurde ein Vorstellungsgespräch in einem mittelständischen Betrieb mit einem Bewerbervertreter der Generation Z nachgestellt.

Auch wenn man Software-Entwickler auf Tinder finden mag, Zielführend und ressourcenschonender ist der Einsatz von Stack Overflow Talent. Wie das geht, veranschaulichte Paul Frey von Stack Overflow unter tatkräftiger Unterstützung von HR-Artist Sebastian Sellinat.

Dann folgte eines meiner persönlichen Highlights. Wie in den Jahren zuvor gab es ein Wiedersehen bzw. Wiederhören mit dem Runkelrüben-Recruiting-Video-Gewinner der Polizei NRW: Hey Torben, alter Checker, 1-2-3… wer erinnert sich nicht gerne an den alten Gassenhauer? Diesmal gab es das Ganze als Crossover-Variante – stilecht mit Megafon und Polizeimütze, versteht sich.

Hej Torben, Go Torben! It’s the sound of the Police – Woop! Woop! – hier in der Probenversion:

 

4.000 Euro Spenden für die Teestube

Bevor wir in den gemütlichen Teil – sprich Buffet und Live Karaoke – übergehen konnten, blieben noch zwei Programmpunkte: Die Kürung des Wettkönigs und die Übergabe des Spendenschecks. Der Wettkönig war schnell gefunden, Jan und Tobi konnten sich über eine Flasche Freimut Wodka und Original-Jede-Wette-Dass-T-Shirts freuen. Mathias Röhrig von der Teestube über einen Scheck von 3.600 Euro, der mithilfe von TERRITORY Embrace noch mal um 400 Euro aufgestockt wurde. Diese 4.000 Euro werden genutzt, um für 2,5 Jahre die Miete für das Toilettenhäuschen vor der Teestube zu finanzieren. Ein Betrag im Übrigen, den die Kirche nicht bereit war, aufzubringen. Übrigens, Spenden für die Teestube sind auch unabhängig von meinem Event möglich:

Spendenkonto:
Nassauische Sparkasse Wiesbaden
IBAN: DE78 5105 0015 0100 0216 76
BIC: NASSDE55XXX
Verwendungszweck: Teestube

Nach Auftritt unseres letzten Stargasts am Abend – Bonnie Tyler mit Hero, präsentiert von stellenanzeigen.de – ging es dann bis in die späten Stunden weiter mit Live Karaoke und der Personaler Late Night Band.

Danke!

Was mir bleibt, ist DANKE zu sagen! Danke an meine (frei)mutigen Wettkandidaten. Danke, dass ihr euch auf die Bühne gestellt und gezeigt habt, dass es nur die richtigen Ideen braucht, um zu begeistern! Danke an meine zahlreich erschienenen Gäste – ihr macht es möglich, im Rahmen eines ungewöhnlichen Event-Formats Allianzen gegen den Fachkräftemangel zu schmieden! Danke an die Sponsoren ZEIT Campus, TERRITORY Embrace, Stack Overflow Talent, stellenanzeigen.de, u-form: Ohne euch wäre das Event in der Form nicht möglich! Danke an Silvia Willecke, Timo Willecke, Claus Weyrauther, Dave Stephens, Lukas Dillmann: Ihr seid eine fantastische Band und es macht immer wieder Spaß, mit euch zu performen! Danke an das Team vom Heimathafen: Ihr wart auch beim vierten Mal ein toller Gastgeber! Danke an Brigitte Bössler von epiphan, die das tolle Jede-Wette-Dass-Logo und sämtliches Artwork gestaltet hat. Danke an Yvonne Schulze, auf deren Video ich schon sehr gespannt bin! Danke an den Medienpartner personalmagazin für redaktionelle Unterstützung! Und zu guter Letzt: Danke an alle Menschen mit Leidenschaft für HR, die in ihrer täglichen Arbeit den Freimut beweisen, den es braucht, um in der Bewerberansprache neue Wege zu beschreiten. Macht weiter so!

FREIMUT bezeichnet eine Charaktereigenschaft, deren Träger seine Meinung offen zu erkennen gibt und sie nicht mit Rücksicht auf möglichen Widerspruch oder gesellschaftliche Konventionen unterdrückt oder verstellt.

Ein letzter Dank geht an Melanie Berthold und Maren Kaspers, die ihre Eindrücke in ihrem Artikel zusammengefasst hat, der mir sehr aus der Seele spricht. Danke euch!


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