25. März 2026

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weiterlesen03. Juni 2012
Lesezeit: 4 Min. AusbildungsmarketingPersonalmarketingSocial Media
Aktuell gibt’s mal wieder spannende Umfrage-Ergebnisse. Meinestadt.de, immerhin eins der beliebtesten Lehrstellenportale Deutschlands und Initiator der Perspektive Jugend hat nämlich über 1.400 Personen befragt, was für sie bei der Ausbildungsplatzsuche das Wichtigste ist und auf welchem Wege sie die Lehrstellen suchen. Wirklich überraschend sind die meisten Ergebnisse für mich nicht, decken sie sich doch im Wesentlichen mit meinen Erfahrungen und Erkenntnissen. Aber eins nach dem anderen …
Befragt wurden 1.410 Personen im Alter von 14 bis über 30 Jahren, wobei mit über 63 % die Gruppe der 14 bis 21jährigen den größten Anteil ausmachte.
72,7% der Befragten gehen nicht mehr zur Schule. Mit 42,7 % der Befragten liegt die mittlere Reife bzw. der Realschulabschluss an erster Stelle, gefolgt von 33,1 % unter den Hauptschulabsolventen. 11,1 % haben die Fachhochschulreife, 9,8 % Abitur. 3 % haben gar keinen Schulabschluss.
95,3 % suchen eine betriebliche Ausbildung, nur 12,3 % ziehen ein duales Studium in Betracht. Hier ist also im Zweifelsfall noch ein bisschen die Werbetrommel zu rühren.
Auf die Frage, ob die Bewerber auch einen Ausbildungsplatz außerhalb des eigenen Wohnortes annehmen würden, antworteten 74,1 % mit ja. Das ist soweit erst einmal positiv zu bewerten, scheint die Bereitschaft der jungen Bewerber den Wohnort zu wechseln, recht ausgeprägt (was natürlich nicht gut ist für die Regionen, die nach und nach vergreisen und ausbluten, weil attraktive Angebote fehlen). Scheint. Denn lediglich 27,2 % wären auch bereit, den Wohnort zu wechseln. Die anderen ziehen es vor, zwischen 10 und 30 km vom Wohnort zur Ausbildungsstelle zu pendeln.
Wer vermutet, dass die Höhe der Ausbildungsvergütung besonders wichtig ist, ist auf dem Holzweg. Denn wir alle wissen ja (sollten es zumindest wissen), dass Geld allein nicht glücklich macht und auch kein Motivator ist. Entscheidend für die jungen Bewerber ist in erster Linie ein angenehmes Betriebsklima. Für 69,1 % steht dies ganz weit vorne. An zweiter Stelle und auch absolut nachvollziehbar, steht mit 63,6 % der Wunsch auf Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung. Ebenfalls wichtig: Ein abwechslungsreiches Aufgabenfeld. Dieses nennt mit 48,5 % immerhin fast die Hälfte der Befragten an dritter Stelle. 40,4 % haben Interesse an Karrierechancen. Und erst an fünfter Stelle wird mit 29,2 % die Höhe der Ausbildungsvergütung genannt. Das sollten Sie sich also hinter die Ohren schreiben und a) Ihre Ausbildung darauf ausrichten und b) dieses auch auf Ihrer Karriere-Website kommunizieren. Denn Sie wissen ja, der nächste Ausbildungsbetrieb ist nur einen Mausklick entfernt :-).
Wirklich wenig überraschend, vor allem wenn so eine Umfrage online durchgeführt wird :-), ist dass die die Bewerber ihre Lehrstellen vor allem via Internet suchen. 96 % nutzen diesen Weg. 60,4 % suchen via Bundesagentur für Arbeit (stellt sich mir die Frage, ob live vor Ort beim überforderten Berufs“berater“ oder online) und 55,5 % über Printmedien.
Die Unternehmenswebsite selbst nennen übrigens nur 11,7 % – aber ist die nicht auch im Internet? Hier fehlt mir ein wenig die Trennschärfe der Umfrage. Die neuen Medien spielen bis dato – zumindest in dieser Zielgruppe – eine eher untergeordnete Rolle. 1,7 % nutzen mobile Angebote und nur 0,7 % (aber überrascht das wirklich?) nutzen Social Media-Angebote (wie gesagt in dieser Zielgruppe – die letzte W3B-Studie von Fittkau & Maass hatte heraus gefunden, dass die Nutzung der sozialen Medien stark von der Bildung abhängt. So nutzen zwar 84,2 % der Nutzer mit höherem Schulabschluss Social Networks wöchentlich, jedoch nur 9,9 % der Nutzer mit Hauptschulabschluss).
Nun könnte man das so interpretieren, dass wohl die hochgelobte Net Generation ihrem eigenen Anspruch hinterher hinkt. Könnte man. Ich würde eher diese drei Hauptgründe vermuten:
Insofern gilt nach wie vor: Aufklärung tut dringend not. Auf beiden Seiten. Zum einen bei den Unternehmen, die in Sachen Social Media Ausbildungs- respektive Personalmarketing zu sensibiliseren sind (hierfür stehe ich gerne beratend zur Verfügung), zum anderen bei der Zielgruppe, die im Umgang mit Social Media längst nicht so erfahren ist, wie wir uns das alle wünschen.
Also, es gibt viel zu tun. Packen wir’s an!
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