Stellenanzeigen – das Top Recruiting-Instrument?

Lesezeit: 3 Min. PersonalmarketingRecruitingStellenanzeigen

Es vergeht ja eigentlich kein Jahr, in dem nicht der Tod der Stellenanzeige proklamiert wird. Klar, der Stellenanzeigen-Teil der FAZ wird immer dünner, wie Marcus Reif regelmäßig beobachtet. Was wohl auch dazu geführt hat, die FAZ-Jobbörse in Monsterhände zu geben. Ob das allerdings der richtige Schritt ist, sei einmal dahin gestellt. Wer erinnert sich nicht an die Stellenanzeigen mit dem Telefonhörer, die seinerzeit ganze Seiten im FAZ Stellenmarkt belegten? Nostalgie pur. Irgendwie. Überhaupt, eigentlich sind Stellenanzeigen ohnehin Nostalgie pur. Sie begleiten uns schon gefühlt seit Uhrzeiten, länger als überhaupt der Begriff Personalmarketing in Deutschland geprägt wurde. Und doch. Sie haben ihren Zenit lange nicht überschritten. Im Gegenteil.

Denn gemäß der neuesten index Analyse zur Anzeigenresonanz führt mehr als jede zweite veröffentlichte Stellenanzeige zu einem neuen Mitarbeiter. Guckst du! Von wegen tot. Aber Totgesagte leben ohnehin länger. Und mal ganz ehrlich? Wie sollte Recruiting funktionieren ohne Stellenanzeige? Irgendwo muss sich der Bewerber ja über die Stelle informieren, über irgendein Medium muss die Vakanz ja in den Dunstkreis des potenziellen Bewerbers gelangen.

Ohne Stellenanzeigen geht es nicht

Insofern verwundert es dann nicht, dass im Durchschnitt alle neun Sekunden eine Stellenanzeige in Deutschland geschaltet wird. Die Stellenanzeige ist damit weiterhin eins der meistgenutzten Recruiting-Instrumente der deutschen Unternehmen. Vor oben genanntem Hintergrund würde ich sogar behaupten: DAS meistgenutzte. Die Bedeutung der Stellenanzeige wird auch durch die hohe Erfolgsquote bestätigt.

Erfolgsquote von Stellenanzeigen - Quelle index HR

Bei gut 59 Prozent der geschalteten Anzeigen wurden aufgrund der Stellenveröffentlichung auch Bewerber eingestellt, so die index Umfrage. Dazu wurden 5.552 Personalverantwortliche gefragt, ob sie Bewerber auf ihre Anzeige hin eingestellt haben bzw. einstellen werden. In den angegeben 59 Prozent sind die Antworten „Ja“ und „Ja, voraussichtlich“ zusammengefasst.

Stellenanzeigen erfolgreichster Weg bei der Besetzung offener Stellen - Quelle index HR

Mitarbeiterempfehlungen an zweiter Stelle

Auch der kürzlich von index veröffentlichte Stellenanzeigen-Report 2015/2016 belegt demnach die Wichtigkeit der Anzeigenschaltung: 48 Prozent der neu eingestellten Mitarbeiter werden nach Angaben der Unternehmen direkt über Print- oder Online-Anzeigen rekrutiert. Spannend: An zweiter Stelle liegen Empfehlungen von Mitarbeitern, über die ca. 11 Prozent der neuen Mitarbeiter gewonnen werden (andere Studien kommen da sogar zu besseren Ergebnissen). Insofern liegen firstbird und talentry mehr als nur im Trend. Über das Thema Mitarbeiterempfehlungen hatte ich ja erst vor Kurzem ausführlich berichtet. Und klar, selbst solche Mitarbeiterempfehlungen kommen in der Regel nicht ohne Stellenanzeige aus – denn siehe oben.

Allerdings, auch wenn Stellenanzeigen so erfolgreich sind. Sie könnten meiner Meinung nach noch viel erfolgreicher sein, wenn nur alle Register gezogen würden. Dass dem nicht so ist, hat ja recht eindrucksvoll die Analyse ergeben, die ich seinerzeit in Kooperation mit der Hochschule RheinMain unter 1.000 Stellenanzeigen erhoben habe.

Stellenanzeigen mit viel Potenzial nach oben

Die Analyse der Stelleninserate nach einzelnen Anforderungskriterien zeigt, dass es vor allem bei der Nennung der Arbeitgeberleistungen und der Webverlinkungen noch hapert. Aber auch in anderen Bereichen ist noch sehr viel Luft nach oben, wie auch der ein oder andere Artikel in diesem Blog immer wieder eindrucksvoll untermauert.

Wie man es besser machen kann, zeigt übrigens dieser Artikel in dem sehr empfehlenswerten HR-Blog des Schweizer Praxium-Verlags 22 Ideen und Grundsätze für spannende und erfolgreiche Stellenanzeigen. Bitte lesen und beherzigen. Damit dann die nächste index Untersuchung zu mindestens 70 Prozent Einstellungen via Stellenanzeigen gelangt.

Übrigens, zum Thema Mitarbeiterempfehlungen und Stellenanzeigen lässt sich trefflich Erfahrungen austauschen. Zum Beispiel am 20. Mai in Wiesbaden. Auch zu den Themen Mobile Recruiting und Content Marketing, Azubi-Recruiting und zeitversetzte Videointerviews für die Personalauswahl bekommen Sie da einiges geboten. Also schnell sein und jetzt noch Earlybird-Tickets sichern. Es lohnt sich!

 

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Moin! Ich bin Henner Knabenreich. Als Recruiting-Aktivist und Arbeitgebermarkenauftrittsoptimierer helfe ich Unternehmen, mit einer wertschätzenden und menschenzentrierten Ansprache passende Mitarbeiter zu finden. Mein Fokus: Karriereseiten, Stellenanzeigen und eine Bewerbungsarchitektur, die aus Interessenten Bewerber macht. Mein Wissen teile ich auch als Speaker, Personalmarketing-Coach, Berater und als Fachbuchautor der weltweit ersten Bücher über Karriereseiten und Google for Jobs. Ich hinterfrage den Status quo, lege gern den Finger in die Wunde und sage, was ich denke – und nicht, was alle hören wollen. Sie möchten mich für einen erfrischenden Vortrag buchen, eine wirklich funktionierende Karriereseite aufbauen, suchen einen Sparringspartner für Employer Branding oder wollen mit bewerberzentrierten Stellenanzeigen punkten? Dann kontaktieren Sie mich gern per E-Mail oder LinkedIn – ich freue mich auf Sie!
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