Frechmut, Sauglattismus und die Recruiting Convention in Zürich

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 6 Minuten.

Nachdem ich ja nun den Status als deutscher „Kultblogger“ besitze (vielen Dank dafür!), wird mir die Anreise in die Schweiz deutlich leichter gemacht. Vorbei sind die Zeiten, als ich mich noch vor den Grenzern wegen subversiven Bloggens verstecken musste. Wobei ich ja immer nur in höchsten Tönen von den Schweizern gesprochen respektive geschrieben habe. In der Schweiz angekommen, habe ich die Köpfe mit Matthias Mäder, Jörg Buckmann und Jürgen Sorg zusammengesteckt und über das Programm der Recruiting Convention in Zürich gesprochen.

Mich verschlug es also mal wieder ins schöne Zürich (nicht wegen der Streetparade, die hatte ich während der Terminvereinbarung gar nicht auf dem Schirm – außerdem sind meine Zeiten als Raver nun endgültig vorbei). Unter anderem ging es um ein neues Buchprojekt und wie schon erwähnt um ein Treffen anlässlich der am 1. Oktober zum dritten Mal in Zürich stattfindenden Recruiting Convention.

Recruiting Convention in Zürich

Die Recruiting Convention vermittelt praxiserprobtes Wissen rund um Recruiting und Personalmarketing und bietet eine tolle Plattform für Networking und Austausch. Anhand aktueller Praxisbeispiele von Schweizer und Deutschen Arbeitgebern erfahren Sie aus erster Hand, was die aktuellen Trends sind und wie Sie sich diesen Themen stellen.

Mit dabei sind diesmal folgende Referenten:

  • Reiner Kriegler von der DEBA Deutsche Employer Branding Akademie GmbH zum Thema „Employer Branding richtig machen – wie Sie Arbeitgebermarke werden“
  • Michèle Richner von der Baloise Group (kennt der eine oder andere mit Sicherheit vom Baloise Blog) über „Superfrauen, Traumstellen und Erfolgsrezepten – wieso ein Versicherer auf Social Media setzt“
  • Benno Frick vom BoomLab berichtet über „Mitarbeitende aus der „Generation Erfahrung“ – hat das Zukunft?“ Das dürfte spannend werden, mal weg von der Generation Y und hin zu der Generation der Baby Boomer, die auch dringend im Fokus der Unternehmen stehen sollte.
  • Jörg Buckmann (Vehrkehrsbetriebe Zürich, Schweizer Kultblogger, personalblogger), Florian Schrodt (DFS Deutsche Flugsicherung, Social  Media Personalmarketing Innovator, personalblogger) und Jürgen Sorg (Techniker Krankenkasse, personalblogger) zum Thema „Wie verkaufe ich meine Personalmarketing-Idee intern“ (dazu unten mehr)
  • Davide Villa von Ideamix zum Thema „Was kann Personalmarketing von E-Commerce lernen?“
  • Jost Gloor von Vifor Pharma Ltd. zum Thema „Recruiter 2.0 – Recruitment als Community-Management“

Das vollständige Programm der Recruiting Convention finden Sie hier.

Da hat Matthias also ein schönes Programm auf die Beine gestellt mit interessanten Referenten, die das Thema Recruiting aus verschiedenen Facetten beleuchten. Auch das Ambiente kann sich sehen lassen. Man könnte wohl mit Fug und Recht behaupten, dass es sich um die Recruiting-Veranstaltung mit dem schönsten Ausblick überhaupt handelt. Die Location liegt direkt am Zürichsee und ein Bild wie dieses spricht für sich:

Impression von der Recruiting Convention - Quelle Prospective

Ganz besonders freue ich mich auf die Frechmut-Combo um Jörg Buckmann, Florian Schrodt und Jürgen Sorg, die dieses Jahr völlig spontan und aus dem nichts auf dem HR Barcamp in Berlin ihre Premiere feierte und deren Beitrag eins der diesjährigen Highlights war.

Natürlich habe ich die Beteiligten gefragt, was die Teilnehmer der Recruiting Convention denn in Zürich erwartet. Während der Fahrt mit der Apéro-Tram habe ich übrigens ein schönes neues Wort aufgeschnappt, welches ich gleich unbedingt mit verwursten musste (ja, auch als Vegetarier kann man das). Apropos verwursten: Nach der Fahrt ging’s in den Sternengrill, Zürichs Top-Adresse für Bratwurst (leider nicht vegetarisch) und dazu serviertem Gold-Bürli.

Buckmann, Sorg, Knabenreich, Mäder vor der Apero-Tram

Über Frechmut und Sauglattismus

Ach ja, Sauglattismus. Ist jetzt nicht auf saugen und Latte zurückzuführen, wie dieser Autor fälschlich vermutete, sondern ist das Substantiv von „sauglatt“. Dieses wiederum lässt sich nur schlecht übersetzen, meint aber im Wesentlichen, etwas total komisch darzustellen, was es dann aber gar nicht ist. Oder anders gesagt: „Sauglattismus bezeichnet den krampfhaften Versuch etwas Lustiges zu machen, oder auch Dinge an sich, die eigentlich witzig rüberkommen sollten, es aber nicht sind.“ So ungefähr auf jeden Fall :-) (ich lasse mich auch gerne belehren bzw. korrigieren, also Schweizer, traut euch!) Sogar ein Blog, der sich bereits seit 2007 nur diesem Thema widmet, gibt es. Es lohnt auf jeden Fall, mal reinzuschauen!

Genug des Themas, lassen wir nun die Beteiligten und den Macher der Recruiting Convention selbst kurz zu Wort kommen:

Matthias, was erwartet die Besucher der Recruiting Convention?

Ganz einfach, es wird aus dem Nähkästchen geplaudert… Sechs hochkarätige Referentinnen und Referenten aus der Schweizer und deutschen Personalmarketing- und Recruiting-Szene plaudern aus dem Nähkästchen und diskutieren über Themen wie Generation 50+, Employer Branding, Social Media und wie man Personalmarketing intern verkauft.

Jörg, was bedeutet denn eigentlich Frechmut?

Frechmut ist eine Einstellung für Personaler, speziell natürlich für alle, die sich mit Personalmarketing beschäftigen. Ich verstehe es als eine Art mentale Software, die frisches Personalmarketing ermöglicht. Dazu gehören fünf Essenzen: Frech. Mut. Leidenschaft. Ego. und… Tun! Was es mit den einzelnen Essenzen auf sich hat, ja darüber sprechen Jürgen, Florian und ich am 1. Oktober 2013. Wir zeigen konkrete Beispiele aus unserem Berufsalltag. Und das Beste: Garantiert powerpointfrei!

Jürgen, warum ist Sauglattismus fehl am Platz, wenn es um Personalmarketing geht?

Auch wenn gerade das Social Web dazu verleiten mag, „besonders lustigen“ Content zu produzieren – gerade das Produkt- und Dienstleistungsmarketing internationaler Marken machen dies ja unentwegt vor -, kann das im Personalmarketing schnell nach hinten losgehen. Auf der einen Seite will man bei potenziellen Bewerbern Aufmerksamkeit erzeugen, auf der anderen Seite geht es aber letztlich darum darzustellen, wofür man als Arbeitgeber steht und was man bieten kann. Und das ist zunächst keine „lustige Angelegenheit“ (es sei denn es geht um einen Hersteller von Scherzartikeln). Wenn einem dies auf unterhaltsame Weise gelingt, wunderbar. Oft kommt aber nur Sauglattismus heraus. Und damit bleibt es maximal beim krampfhaften Versuch, lustig zu sein. Wie heißt es so schön bei Goethe: „Der Humor ist eins der Elemente des Genies, aber sobald er vorwaltet, nur ein Surrogat desselben; er begleitet die abnehmende Kunst, zerstört, vernichtet zuletzt.“

Florian, was können die Besucher denn nun von eurem Beitrag mitnehmen?

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, brachte es Erich Kästner einst auf den Punkt. Die Aussage impliziert richtigerweise, dass man mit Nichtstun erst recht keinen Erfolg haben wird. Doch wo soll man heutzutage im Personalmarketing die Hebel ansetzen? Oftmals liegen die ersten großen Hürden für neue Ideen schon im internen Überzeugungsprozess. Für dieses Dilemma wollen wir Lösungsvorschläge bieten. Wir werden uns dem Thema Frechmut mit Leidenschaft stellen, mit Mut eigene herausfordernde Cases präsentieren, sicherlich auch ab und an einmal freche Seitenhiebe verteilen und unser Ego nicht allzu sehr zur Schau stellen. Aber Spaß beiseite: Das Erfolgsrezept Frechmut basiert frei nach Jörg Buckmann eben auf den einfach Zutaten „Frecht. Mut. Leidenschaft. Ego. und… Tun“.  Womit wir wieder bei Erich Kästner wären.

Frechmut im Personalmarketing - erste Entwürfe für die Recruiting Convention

Wow, ich bin begeistert, wie diese Antworten das Niveau dieses Blogs in ungeahnte Höhen hievt: Abgesehen von den Antworten „an sich“ gleich auch noch Zitate von zwei großen deutschen Dichtern in einem Blogartikel! Goethe (von dem ich persönlich nur den Faust, Die Leiden des jungen Werther und Der Erlkönig gelesen habe) und Kästner (von dem ich so ziemlich alles verschlungen habe). Wenn das in diesem Niveau auch auf der Recruiting Convention weitergeht (wovon ich felsenfest überzeugt bin), so wird es auf jeden Fall eine fan-tas-tische Veranstaltung, die man auch wegen des Netzwerkens über die Landesgrenzen hinaus keinesfalls missen sollte.

Also, worauf warten Sie noch, melden Sie sich gleich an!

 

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