Ich liebe meinen Job! Bea und der Job Satisfaction Score

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 6 Minuten.

So, jetzt in den letzten Tagen des Jahres und in der Zeit der Besinnlichkeit stellen sich viele Menschen eine Sinnfrage. Nämlich die nach der Sinnhaftigkeit ihres Jobs. Ich liebe meinen Job! Wie ist es mit Ihnen? Lieben Sie Ihren Job? Ich für meinen Teil kann die Frage mit einem ganz klaren Ja beantworten. Wäre ja auch komisch, wenn nicht, schließlich war es meine freie Entscheidung, dieses Lebensmodell zu wählen. Aber was ist mit Ihnen? Gehören Sie auch zu denen, die innerlich bereits gekündigt haben und somit ein enormes Potenzial für den Recruiting-Markt darstellen? Sie wären nicht allein… Das Buch „Ich liebe meinen Job. Dachte ich jedenfalls…“ zeigt nun sehr unterhaltsam auf, wie man die Einstellung zum Job verändern kann.

Immerhin liegt die Anzahl der Mitarbeiter, die kaum emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber haben und lediglich Dienst nach Vorschrift machen, laut Gallup bei 70 Prozent. Und die Zahl derer, die gar keine Motivation und bereits innerlich gekündigt haben, bei 15 Prozent! Eine ganze Menge Leute da draußen, die ihren Job nicht lieben. Eine andere Studie unter Personalverantwortlichen wiederum ermittelte, dass bereit jeder fünfte Arbeitnehmer bereits innerlich gekündigt hat (warum man Personalverantwortliche gefragt hat und nicht die Job-Verweigerer selbst, steht auf einem anderen Blatt, stellt aber definitiv die „Qualität“ diverser „Studien“ infrage. Das wiederum wäre einen eigenen Blogartikel wert).

Spannend ist ja auch, wann das so anfängt, dieses den Job-nicht-mehr-lieben. Dazu haben sich wiederum (in einer eigenen Studie) Prof. Dr. Martin-Niels Däfler und Ralph Dannhäuser in ihrer Studie „Glücklicher zum Beruf“ ein paar Gedanken gemacht und mit Unterstützung vom „Grandfather of Recruiting“ Gerhard Kenk auch gleich ein paar Daten erhoben. 1.519 Deutsche wurden nach ihrer materiellen und immateriellen Zufriedenheit im Job befragt. Demnach sind 63 Prozent der Befragten nicht glücklich im Beruf. 39 Prozent fühlen sich nicht richtig gefordert.

Job Satisfaction Score ermittelt die Zufriedenheit im Job

Dabei ist diese Unzufriedenheit über die Jahre nicht gleich verteilt. Gerhard Kenk, der die Datenbasis erstellt hat, nennt das Ganze Job Satisfaction Score. Dieser Wert ist ein numerischer Indikator, wie glücklich Menschen im Beruf sind. Im ersten Jahr ist der Job Satisfaction-Score am höchsten. Sicherlich wirken sich neue Aufgabenfelder, Chefs, Kollegen, das Employer Branding, positive Bewertungen auf kununu ;-) und das Onboarding positiv aus.

Job-Satisfaction-Score: Unterschiede bei der Zufriedenheit gemäß Dauer der Jobzugehörigkeit

Mit zunehmender Betriebszugehörigkeit nimmt dieser Wert dann ab und erreicht im (verflixten) fünften Jahr seinen Tiefpunkt. Hier hängen nicht wenige den Job an den Nagel, in der Folge sind Unternehmen wiederum mit dem Recruiting der Nachfolger herausgefordert. Die Mitarbeiter aber, die sich durchbeißen (und die wahrscheinlich hinterfragen, was der Grund ihrer Unzufriedenheit ist und daran arbeiten, dass es besser wird), haben ab dem fünften Jahr „statistisch“ die Oberhand gewonnen. Folge: Der Job Satisfaction Score steigt an.

Ich liebe meinen Job! (Personal)bloggerin Alexandra Götze mit erstem Buch

Nun, Bea, die Protagonistin des Buchs „Ich liebe meinen Job! Dachte ich jedenfalls…“ ist bereits 18 Jahre im Unternehmen, als sie sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit ihres Jobs stellt. Und ob sie ihn überhaupt liebt. Bei der Befragung nach der Job-Zufriedenheit ist nach fünf Jahren Schluss. Schade eigentlich. Wäre doch interessant, was und wie Menschen wie Bea antworten würden. Zumindest kommt die zu sehr aufschlussreichen Erkenntnissen.

Das Buch ist das Erstlingswerk von Alexandra Götze, die der ein oder andere vielleicht noch aus ihrer Tätigkeit in den Bereichen Personalmarketing, Recruiting und Talent Management kennt. Ich zumindest habe sie in dieser Zeit kennen gelernt. Und wäre das nicht passiert, wäre es wahrscheinlich nie zu diesem großartigen Buch gekommen. Ich glaube, das darf ich sagen, oder Alex? :-) Ich hatte Alex seinerzeit angesprochen, ob sie nicht Lust hätte, mit im personalblogger zu bloggen und neben anderen illustren Autoren wie Marcus K. Reif, Jörg Buckmann, Jürgen Sorg oder Henrik Zaborowski den Blog mit tollen Beiträgen zu bereichern.

Erst zierte sie sich ein wenig. Doch dann entdeckte sie ihr Talent zu schreiben. Und wie sie schreiben kann. Ihre „offenen Briefe“ an Persönlichkeiten wie Dr. Sommer, Pamela Anderson, Gordon Gekko, Captain Future oder gleich die ganze Generation Y – ein wie der andere Artikel waren echte „Quoten-Hits“. Was sie dann veranlasste, selber einen Blog zu starten. Wie so manch andere(r) auch.

Alexandra Götze mit ihrem Sachbuchroman "Ich liebe meinen Job!"

Weil Alexandra aber offenbar ihren Job nicht mehr so liebte, beschloss sie Coach bzw. Business Sparring Partner zu werden. Ein Coach ist übrigens ein Coach, egal ob männlich oder weiblich. Genau wie ein Manager. Da kann sich das AGG noch so auf den Kopf stellen. Nach drei Jahren Coach sein, setzt Alex nun also noch einen drauf und beweist mit ihrem Werk „Ich liebe meinen Job“, dass sie mehr kann als nur Blogartikel schreiben. Das Buch sprüht nur so vor Witz und hat mich das ein oder andere Mal viel Schmunzeln, ja sogar lauthals lachen lassen.

Aber es ist eben mehr als nur ein unterhaltsamer Roman. Mehr als ein Ratgeber. Und auch mehr als ein Sachbuch. Vielmehr bietet es eine ganze Menge praller Lebensweisheiten und Denkanstöße. Und das Ganze in unterhaltsamer Form. Somit hat es den selbst gewählten Titel „Sachbuchroman“ mehr als verdient. Armin Trost beschreibt es im Klappentext so: „Dieses Buch beschreibt aktuelle Arbeitswelten auf eine Weise, wie es viele wissenschaftliche Studien nie geschafft haben.

Eigenverantwortlichkeit trägt zur Zufriedenheit im Job bei

Das Anliegen von Alexandra Götze war es aufzuzeigen, dass man nicht immer nur die Führungskräfte an den Pranger stellen sollte (was immer wieder gerne geschieht – natürlich oft zu recht, keine Frage, toxische Führungskräfte vermiesen einem nicht nur die Laune, die machen auch krank – und landauf, landab regelmäßig, gefühlt täglich in den gängigen Gazetten thematisiert wird), sondern auch sich selbst hinterfragen sollte. Klar kann ich immer auf die anderen schimpfen, so wie es Bea in dem Buch tut. Besonders gut gefällt mir ja, die Typologie von Kollegen, die sich Bea ausgedacht hat, die so genannte „Gesinnungsmatrix“. „Eine kleine Excel-Tabelle über die typischen Verhaltensformen, die mir bei meinen Mitarbeitern so aufgefallen sind.“ Drei Typen hat sie kategorisiert:

  • Donna Summer: She works hard for the money
  • Dolly Parton: Workin‘ 9 to 5
  • Britney Spears: Work Bitch

Wie gesagt, man kann auf unfähige Führungskräfte schimpfen. Man kann aber auch überlegen und sich selbst kritisch hinterfragen, was man eigenverantwortlich für die Zufriedenheit im Job tun könnte. Was passiert denn eigentlich, wenn man sich selbst und sein Verhalten genauer hinterfragt und nicht die unfähige Führungskraft, die langweilige Aufgabe oder die „lieben“ Kollegen für die eigene Unzufriedenheit verantwortlich macht? Das Buch gibt jede Menge Denkanstöße, für alle relevanten Aspekte gibt’s dann die „Notiz an mich“.

Ich liebe meinen Job - Notiz an mich

Vor Kurzem durfte ich dann auch bei Alex‘ Buch-Vernissage dabei sein. Hier ein kleiner Ausschnitt…

Lesung: Ichliebemeinenjob 01. Dezember 2016 from Alexandra Götze on Vimeo.

Ich kann dieses Buch wirklich nur wärmstens jedem empfehlen. Gute Unterhaltung und wertvolle Erkenntnisse sind garantiert. Oder wie es ein Rezensent auf der Website ichliebemeinenjob auf den Punkt bringt: „prägnante Sätze und ein ausgefeilter Wortwitz machen die Lektüre zu einem Erlebnis„. Das hätte ich persönlich nicht besser ausdrücken können!

Und eignen sich die anstehenden Festtage nicht bestens dazu, sich mit einem guten Buch zurück zu ziehen und ein wenig über sich und sein Leben zu sinnieren? Für alle Last-Minute-Schenker also eine klare und unbedingte Empfehlung. Klar, ein Gutschein geht auch, den kann man dann nach Weihnachten einlösen. Und Hand aufs Herz – sind Gutscheine nicht ohnehin das persönlichste Geschenk? :-)

Ich für meinen Teil wünsche allen meinen Lesern ruhige, besinnliche und vor allem friedvolle Festtage! Schöne Weihnachten!

Es sind wirklich Hopfen und Malz verloren, Ihr Job verdient wirklich keine Liebe mehr? Dann gibt’s hier…


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