Networking gegen den Fachkräftemangel: Polizei sprengt Personalerparty

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 9 Minuten.

Das war’s also, das weltweit erste klimaneutrale Netzwerktreffen für frechmutige Personalerinnen frechmutigx Personalx, welches nun zum zweiten Mal in Wiesbaden stattfand. Aus allen Ecken der Republik und darüber hinaus hatten sich knapp 80 Teilnehmer auf den Weg zum frechmutigen Netzwerken nach Wiesbaden gemacht. Weltoffene Menschen, die den Blick weit über den Tellerrand hinaus wagen und dank Erfahrungsaustausch und anspruchsvollem Rahmenprogramm wertvolle Erkenntnisse und neue Kontakte mit nach Hause nehmen konnten.

Selbstverständlich war das Ganze wie im Vorjahr auch minutiös von mir geplant worden. Mit der Erkenntnis, dass ein solches Event noch so gut geplant sein kann – fällt dem Caterer dann das Auto aus oder stecken Band und Sponsoren im Stau und verspäten sich, so muss man halt improvisieren. Und tatsächlich machen diese Improvisation und diese Flexibilität ein Stück weit den Charakter dieses in dieser Form wohl einzigartigen Netzwerktreffens aus. Was im Übrigen keiner merkte, denn alle Anwesenden nutzten von der ersten Minute an das ungezwungene Ambiente respektive das frühsommerliche Wetter, um das zu tun, weswegen sie den teilweise weiten Weg (aus der Schweiz, aus Österreich, aus den Niederlanden, aus Schweden, aus Magdeburg, aus München, aus Berlin, aus Mainz…) auf sich genommen hatten, nämlich zu netzwerken.

Networking gegen den Fachkräftemangel

Wahrscheinlich hätte sogar keiner etwas gemerkt und es keines Rahmenprogramms bedurft, so sehr waren diese Menschen ineinander ins Gespräch vertieft.

pm20af - HR-Networking auch vor dem Heimathafen

Wunderbar, es funktioniert!

Nichtsdestotrotz gab es natürlich ein Programm. Eine Begrüßungsrede, in der ich auf den ernsten Hintergrund dieser Veranstaltung hinwies (klar, es ging ja um Netzwerken gegen den Fachkräftemangel), durfte dort nicht fehlen.

Da ja alle Welt davon spricht, dass das Zeitalter des Post & Pray vorbei ist, habe ich natürlich im Rahmen des Events selber eine kleine „Studie“ durchgeführt. Ich wollte wissen, ob diese Aussage denn wirklich stimmt. Zumindest geht es wohl in die Richtung, ja. Hier der Beweis: Ich hatte die Veranstaltung per Stellenanzeige auf Jobware und Xing beworben. Mehr als 5.000 mal wurden die Anzeigen angeklickt. Unmittelbar über die Stellenanzeige kommend, hatten sich 20 Gäste angemeldet (bei einigen „Bewerbungen“ wurde wieder einmal mehr als deutlich, dass wer lesen kann, klar im Vorteil ist, denn tatsächlich hatten sich einige Leute auf eine Personalerstelle beworben – einer davon sogar mit einer Bewerbung mit gefühlt zwanzig einzelnen Anhängen. Dass es sich bei dieser „Stellenanzeige“ für supergeile Personaler um eine Event-Einladung handelte, konnten die Damen und Herren wohl trotz aller Offensichtlichkeit nicht erkennen). 36 Teilnehmer habe ich via „Direktansprache“ erreicht, in dem ich sie mittels Xing oder E-Mail zu dem Event eingeladen habe. Und sieben kamen per Empfehlung. Insofern kann man sagen, ja, Active Sourcing ist der Weg zum Kandidaten. Und Empfehlungsmarketing natürlich auch ;-)

Recruiting 69.0

Leider wurde ich aber in meiner Ansprache unterbrochen und vier bis dato Unbeteiligte stürmten die Bühne. Recruiting 69.0 lautete das Stichwort und nach einer wunderbaren Rezitation eines Poems aus der Feder Henrik Zaborowskis wurde den Damen und Herren Recruitern auf köstliche Art und Weise die Leviten gelesen.

Recruiting-Videos und Twitter-Jobmesse, unmögliche Stellenanzeigen, dass alles wurde auf allerherrlichste Weise von den „Hoer-Spielern“ (Eva-Maria Damasko, Klaus Krückemeyer, Timo Willecke und Claus Weyrauther), einer Schauspielkombo, die ich bei der etwas eigenwilligen Interpretation von „Zurück in die Zukunft“ und „Hamlet“ (unbedingt anschauen, bspw. am 27. Juni im Walhalla-Theater Wiesbaden), kennen gelernt hatte.

Das Publikum war begeistert und kam kaum hinterher, sich die vor lauter Lachen laufenden Tränen zu trocknen. Die Performance war ein echter Hammer und auch an dieser Stelle noch mal ein Riesendankeschön an die Hör-Spieler! Ihr wart groß-ar-tig und habt meine kühnsten Erwartungen übertroffen (tatsächlich hatte ich keine Ahnung, wie die vier performen würden, nur was, denn das hatte ich im Groben mit ihnen besprochen und mich bezüglich der Ausgestaltung voll auf die Profis verlassen).

Wie oben schon erwähnt, ist Improvisation der rote Faden der Veranstaltung. Und so wusste ich auch nicht, was mich und das hoch geschätzte Publikum nach den Hör-Spielern beim Sponsoren-Slam erwarten würde.

Recrutainment beim Sponsoren-Slam

Wie auch im Jahr zuvor hatten nämlich wieder acht Sponsoren die Gelegenheit, sich bzw. ihr Produkt bzw. etwas, was im Kontext von Recruiting steht, zu präsentieren. Einzige Vorgaben: kein Powerpoint, kein Internet, keine Verkaufsveranstaltung, maximal acht Minuten Zeit. Ansonsten ist alles erlaubt.

Klar, einfach war es nicht, an eine solche Vorlage anzuknüpfen. Und dennoch wussten die Damen und Herren Sponsoren das Publikum zu begeistern. Wie sollte es auch anders sein, stand vor allem die Candidate Experience im Mittelpunkt der meisten Performances.

Felicia Ullrich von u-Form Testsysteme mit ihrer grandiosen Performance als Bauchrednerin mit „Rotes Kleid, blaue Socke“.

Rotes Kleid, blaue Socke

Nikolas Schran und Maik Eller von Employour brachten in ihrer „Best Site Story – 8 Minutes of EMP“ sogar die abwesenden Gründer Daniel Schütt und Stefan Peukert mit ihrer Geschichte auf die Bühne.

Best Site Story - wie alles begann mit Employour

Rolf Stürenburg und Stephanie Kapp von XING präsentierten eine Zeitreise.

Eine Zeitreise mit Xing

In Reimform auf den Punkt gebracht haben Elisa Meyer und Philippe Holthuis von Talentry die Power der Empfehlung.

Power der Empfehlung von Talentry

Echte Konkurrenz könnte Rudi Carell (Ruhe in Frieden!), Reinhard Fendrich oder Christian Clerici von Seiten Paul Freys erwachsen. Paul von StackOverflow Careers präsentierte nämlich fast ARD-Vorabendprogramm-reif das „IT Direct Search Herzblatt“  – und übernahm dabei auch noch die Rolle der Susi!

Aus Wien angereist und gleich im Dreierpack präsentierten Ali Mahlodji, Jubin Honarfar und Petra Fischer von whatchado mit ihrem Improtheater zu „Candidate Experience – Die wahre Liebesgeschichte oder die Frage, warum man sich nicht mit jedem ins Bett legen sollte“.

Candidate Experience Performance von whatchado

Alles Quatsch, „Forget Candidate Experience… Let’s talk Recruiter Experience“, meinten hingegen Jakub Zavrel und Sandra Petschar von Textkernel in ihrer großartigen Performance, die einen Hauch von Hawaii in den Heimathafen brachte.

Vom „toxischen Mitarbeiter“ erzählten in ihrer Performance „Toxic Hard Rock“ Sascha Großkopf, Christiane Bachner und Jannine Dockhorn von Cornerstone on Demand.

Allesamt großartige Performances, die deutlich unter Beweis stellen, dass Sponsoren-„Präsentationen“ nicht langweilig sein müssen und durchaus „Recrutainment“-Charakter haben können. Ein großes Dankeschön geht natürlich auch an die Sponsoren, ohne die ein solches Event in der Form nicht möglich wäre.

5.600 Euro Spenden, 30 Tonnen CO2 klimaneutral kompensiert

Wie auch im letzten Jahr wurden auch dieses Mal die Erlöse der Veranstaltung gespendet und der CO2-Verbrauch klimaneutral kompensiert. Sehr großzügig aufgerundet wurden 30 Tonnen CO2 stillgelegt. Zugute kommt das Ganze dem Project Togo. Im Rahmen dieses Projektes werden neue und sozialverträgliche Arbeitsplätze geschaffen, darüber hinaus die Infrastruktur verbessert. Und ganz nebenbei werden noch rund 750 neue Bäumchen gepflanzt, die unser Klima in Zukunft verbessern werden.

1.700 Euro Spenden gingen an die Initiative inteGREATer. Zwei Mitglieder, Serkan und Akin nahmen stellvertretend freudestrahlend den Scheck entgegen und erzählten ein wenig von dem, was sie machen.

Übergabe des Spendenschecks an Serkan und Akin von den inteGREATern

Durchaus auch in Bezug auf den „Fachkräftemangel“ eine spannende Initiative, schlummern hier doch mannigfaltig Potenziale, die für Arbeitgeber spannend sind. Stichwort: Neue Zielgruppen erschließen! So promoviert Serkan bspw. in Physik, was ihm dann auch prompt erste Kontakte unter den anwesenden Unternehmensvertretern bescherte. So muss das!

Nachdenklich und bedrückend wurde die Stimmung, als der zweite Scheck überreicht wurde. Wieder ging dieser an die Teestube Wiesbaden, einer Organisation die sich um das Wohl der Wohnungslosen und „anderer sozial ausgegrenzter Menschen“ kümmert und sich ausschließlich aus Spendengeldern finanziert. 3.000 Euro waren es beim letzten Mal, die in die medizinische Betreuung gingen. Diesmal wurden 3.900 Euro an Spenden gesammelt. Matthias Röhrig, Leiter der Teestube, nahm den Scheck dankend entgegen, berichtete von seiner Arbeit und dass die diesjährige Spende dem Hauswirtschaftsprojekt zugute kommt.

Die im Anschluss von zehn Gästen verlesenen O-Töne von Wohnungslosen sorgten wie im letzten Jahr auch für einen Moment der Beklemmung und Reflektion.

Während wir im Heimathafen eine tolle Party feierten, sind in einer Stadt der (Schönen? und) Reichen Menschen unterwegs, die kein Dach über dem Kopf haben, zum Spielball gelangweilter Jugendlicher geraten und von der Gesellschaft verachtet werden. Natürlich ist solch eine Spende nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich möchte aber ein Zeichen setzen und zu mehr Engagement jedes einzelnen aufrufen!

Kaye-Ree sorgt für Stimmung, Polizei sprengt Party

Nach einem solchen Moment der Stille ist die Überleitung zum nächsten Programmpunkt keinesfalls so einfach. Dennoch, die Texte der Sängerin Kaye-Ree, die mit ihrem Ehemann Nelson Ortiz und ihrem Bruder für den musikalischen Höhepunkt des Abends sorgte, greifen an der einen oder anderen Stelle die Thematik sehr gut auf, wenn es heißt „Money makes the world go round“.

Tja und zur richtigen Party wurde das Netzwerktreffen dann als auf einmal die Polizei auf der Bildfläche erschien und für Ruhe sorgte.

Welches HR-Netzwerktreffen kann schon von sich behaupten, von der Polizei gesprengt worden zu sein ;-).

„Es war mal ganz anders und erfrischend zu sehen was möglich ist….“

Trotzdem verließen die letzten Gäste des Heimathafens erst gegen 2 Uhr morgens die gastliche Location. Auch Dominik und seinem ganzen Team vom Heimathafen Wiesbaden noch mal ein dickes Dankeschön für den tollen Service! Danke, dass ihr uns so lange ausgehalten habt! Wir kommen nächstes Jahr gerne wieder!

Danke auch an ein großartiges Publikum! Professor Armin Trost kolportiert ja gerne, Personaler seien langweilig. Wäre er am Freitag da gewesen, ich denke, er hätte seine Meinung revidiert ;-) Danke, dass ihr alle dabei wart! Ihr wart fantastisch!

Und wer nicht bis zur Neuauflage in Wiesbaden warten möchte: Nach personalmarketing2null & friends ist vor der HR-NIGHT – ein neues Networking-Party-Format für HR-Verantwortliche im Umfeld der Zukunft Personal. Auch Nicht-Messebesucher sind herzlich gerne gesehen. Und Sponsoren haben die Möglichkeit, sich außerhalb der Zukunft Personal Ihrem Publikum zu präsentieren. Also, bis zum 15. September in Köln!

Übrigens, mehr Einblicke ins Event gibt’s in Kürze für Auge und Ohr! Medienpartner karriereradio.fm (Sie wissen schon, das sind die, die Employer Branding für die Ohren machen!) hat jede Menge „ohrale“ Impressionen eingefangen, IVY-Film, sorgte, wie bereits letztes Jahr, für die visuelle Dokumentation. Sobald mir die Inhalte vorliegen, gibt’s die Infos bzw. Impressionen direkt hier!

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