28. Oktober 2024

Das Kult-Event für HR-Pioniere: Das HR BarCamp Berlin ist zurück!
In wenigen Tagen heißt es endlich wieder HR BarCamp in Berlin! Beim HR-Event des Jahres treffen sich vom 5. bis
weiterlesen27. November 2025
Lesezeit: 11 Min. PersonalmarketingRecruiting
Es gibt HR-Events, die gleichen wie ein Ei dem anderen und bieten pure Langeweile. Und dann gibt es das HR Barcamp Berlin. Da ist alles andere als langweilig. Seit 2012 treffen sich in Berlin Menschen aus HR, Recruiting, Employer Branding und Personalmarketing. Und dabei tun sie etwas wirklich Radikales: Sie sprechen miteinander. Sie spinnen gemeinsam Ideen. Es gibt keine zum x-ten Mal gehörten Vorträge und auch keine ermüdenden Sales-Pitches. Nein, bei diesem Format geht jeder, der ein Thema hat, nach vorn, stellt seine Idee vor – und hofft, dass genug Leute Lust haben, sich dazu auszutauschen.
Wenn am 12. und 13. Februar 2026 das nächste HR Barcamp in Berlin seine Türen öffnet, ist das nicht einfach nur noch eine weitere HR-Konferenz. Es ist das Klassentreffen einer Szene, die sich seit über einem Jahrzehnt weigert, durch Frontalbeschallung gelangweilt zu werden. Und es ist ein Ideen-Inkubator von und für die HR-Welt.
Doch worüber hat die deutsche Personaler-Community eigentlich gesprochen, als “KI” noch ein echtes Fremdwort und TikTok Science-Fiction war? Ein Blick zurück auf vergangene Sessionthemen zeigt, wie sich die HR-Welt verändert hat – und warum das “Original” in Berlin, damals wie heute organisiert von den Gründervätern Jannis Tsalikis und Christoph Athanas, bis heute nichts von seinem Charme und seiner Relevanz verloren hat.
Am 17. Februar 2012 startete das mutige Experiment. Die erste “Unkonferenz” für Personaler war zu Gast im Restaurant Sarah Wiener in Berlin. Was die Menschen, die sich dort neugierig drängten, erwartete, wusste eigentlich keiner so richtig. Es gab keine klare Agenda, sondern die Möglichkeit, die Agenda selbst zu gestalten. Würde das Format funktionieren? Eine Frage, die sich in kürzester Zeit mit “Ja, es funktioniert hervorragend” beantworten ließ. Der Grundstein für das demokratischste HR-Format war gelegt.

In den Sessions ging es damals u. a. um Storytelling, Social Media Recruitment (damals der heiße Scheiß), Gamification, Videos im HR, und HR-Communitys. Man diskutierte über Themen, die damals wie Raketenwissenschaft klangen und heute entweder Alltag oder Totalausfall sind (Hallo, Google+). Es ging weniger um spezifische Tools, sondern um das große Ganze. Wie können wir uns vernetzen? Was bedeutet Social Media für HR?
2013 war ich das erste Mal persönlich dabei. Aufgrund des Andrangs ging es in eine neue Location: den Coworking-Space “Ahoy”. Der Dresscode wurde lockerer (Hoodies statt Anzüge am Tag 2), die Themen mutiger. Für mich ein echtes Aha-Erlebnis. Endlich ein HR-Event, das wirklich Spaß macht und an dem man sich aktiv beteiligen kann, anstatt nur die ewig gleichen Speakerphrasen aufgetischt zu bekommen.
In den Sessions ging es diesmal um Guerilla Recruiting und Guerilla Lernen (Personalentwicklung jenseits von Seminar-Katalogen), um den Dauerbrenner Stellenanzeige, um zeitversetzte Video-Interviews, um Mobile Recruiting (etwas, das viele Unternehmen bis heute nicht beherrschen und damals noch ein Nischenthema für “Early Adopters” war). Außerdem wurde der Begriff “Frechmut” geprägt. Ein Begriff, der für das Einführen pfiffiger Personalideen steht und dem sogar ein eigener Buchtitel gewidmet wurde. Spannend war, dass das Buzzword “Employer Branding” zwar in keinem einzigen Session-Titel auftauchte, aber trotzdem heftig darüber diskutiert wurde. Klar, schließlich macht jeder Employer Branding. Ob gewollt oder ungewollt
Das Barcamp etablierte sich als Trend-Barometer. Was hier besprochen wurde, landete oft erst Jahre später in den Fachmagazinen oder den Personalabteilungen. Wieder ging es in eine neue Location, ins Ellington Hotel. Dieser Ort sollte für die nächsten Jahre Heimat des Berliner HR Barcamps werden.
Unvergessen ist die Session “Das total verrückte HR-Taxi”, hier nachzulesen. Schon früh wurde der Ruf nach besserer Candidate Experience laut (offenbar nicht laut genug, denn heute, 11 Jahre später, sucht man eine wirklich nahtlose Candidate Journey mit der Lupe). “One-Click-Bewerbung” hieß die launige Session. Bei meiner Recherche für diesen Artikel fällt mir auf, wie das HR Barcamp immer wieder Themen aufgreift, die auch heute noch top-aktuell sind, aber wenig beachtet werden. Denn in der Session “Fehler zweiter Art” ging es um einen Deep-Dive um das Hype-Thema Eignungsdiagnostik. Ein Dauerbrenner. In dem Jahr wurde auch konstatiert, dass Mobile Recruiting nicht funktioniert. Stimmt, bis heute nicht. Ein weiterer Dauerbrenner: “Beyond Post and Pray”. Stellenanzeigen sind ja tot. Damals schon.
“Hier treffen Sie sich, die Personaler, die einen Blick weit über jeden noch so hohen Tellerrand wagen, sich über neueste Trends austauschen, spannende Themen diskutieren, einfach “nur”netzwerken und dabei eins beweisen: Dass sie nicht zum Lachen in den Keller gehen. Und vielleicht sogar einen Knall haben…”

Das Jahr, in dem die Diskussionen und Sessiontitel provokanter wurden. Die Selbstkritik der Zunft nahm zu. 28 Sessions, von denen damals gut die Hälfte von Personalern kamen.

Bei der Zusammensetzung der Sessionteilnehmer hat sich das allerdings nicht direkt widergespiegelt. So gab es bspw. die Session “HR braucht keine Innovationen – was wollt ihr dann?”. Das Problem: von den gut 30 Teilnehmern waren nur 5 HRler. Die Session hätte man eigentlich direkt beenden können. Vielleicht spiegelte der Sessiontitel aber auch einfach nur den Status quo wieder. In die gleiche Kerbe schlug die Session “Transformation als Existenzberechtigung für HR”. Eine hitzige Debatte darüber, ob HR sich neu erfinden muss oder abgeschafft wird.
Weitere Themen: “Sex, Drugs & Candidate Experience” (hier wurde ein Vergleich gezogen zwischen Personalgewinnung und der Suche nach einem Lebenspartner und die Frage gestellt, ob in beiden Prozessen nicht die gleichen Effekte wirken, die über Erfolg oder Scheitern der Beziehung bestimmen. Personalarbeit ist Schicksalsbusiness, so die These), (mal wieder) “Abschaffung der Stellenanzeige” und – wir schreiben das Jahr 2015! – “Roboter Recruiting“. In der Session ging es um die Automatisierung von Routineaufgaben im Recruiting. Kein Mensch hätte damals nicht einmal ansatzweise geahnt, was mit KI auf HR zukommt. Und doch wurde über das Thema diskutiert. Etwa dass automatisiertes Recruiting noch ganz am Anfang stehe, mittelfristig aber ein computerassistiertes Recruiting denkbar sei. Ganz schön vorausdenkend, die HR-Barcamper!
Neben persönlichen Gesprächen war für mich das absolute Highlight die HR Fight Night. Hier wurde nämlich mit klaren Worten pro & contra Fachkräftemangel „gekämpft“. Natürlich kam es, wie es kommen musste: Das Publikum entschied pro Fachkräftemangel.
Jannis Resümee damals:
“Fast die Hälfte aller Sessions waren Personaler-Sessions […} Das spricht dafür, dass die Personaler immer mutiger werden – was wir toll finden.“
2015 schwappte das “Original” HR Barcamp übrigens auch in unsere Nachbarländer über und die ersten HR Barcamps in Zürich (März) und Wien (Oktober) fanden statt. Auch in anderen Städten wurde das Konzept nach und nach aufgenommen, bspw. in Würzburg, Koblenz, Osnabrück und Münster.
Das HR Barcamp wuchs auf rund 200 Teilnehmer und die Themenfächerung wurde breiter. In 42 Sessions ging es von knallharten Kennzahlen bis zur Unternehmenskultur.

Und wieder stand der Stellenwert von HR im Fokus. Diesmal aber unter der Fragestellung, wie Personaler zu echten Treibern im Unternehmen werden, echte “HR Rockstars” eben. Die Session “Big Data und Algos” zeigte die ersten Vorboten von People Analytics. Ein Thema, das damals noch mit viel Skepsis betrachtet wurde.
Spannend: In der Session “#hrgegenrechts” ging es darum, was der Einzelne tun kann, wenn Mitarbeiter radikale Postings in Sozialen Netzwerken absetzen? Rund 30 Teilnehmer diskutierten über Möglichkeiten, radikalem Gedankengut klare Statements entgegenzusetzen. Eine Diskussion, die wir heute mehr denn je benötigen und unbedingt 2026 wieder auf die Agenda hieven sollten! Zumindest wenn wir Wert auf Freiheit und echte Demokratie legen.
2016 zog es mich auch ins schöne Wien, wo das HR Barcamp zum zweiten Mal “disruptiv und agil” über die Bühne ging.
Wieder wurde es voll im Ellington. Dieses Mal verschob sich der Fokus merklich auf Technologie. Die Sessiontitel sind Zeuge dieser Entwicklung:
Die Inhalte zeigten, es herrschte so was wie Aufbruchstimmung. HR wollte agiler werden, digitaler, sichtbarer. Zumindest in der Theorie. Denn so richtig wollte es dann doch keiner so richtig. Viele bis heute nicht.
2018 war das Jahr, in dem die DSGVO HR kollektiv Schnappatmung bescherte. Wieder standen bei den 43 vorgeschlagenen Sessions Digitalthemen auf der Agenda. Und wieder, drei Jahre nach der Roboter-Recruiter-Session, das Thema KI.
“Datenschutz im Bewerbermanagement”: Kurz vor der DSGVO-Deadline war der Gesprächsbedarf und der Andrang auf die Session riesig. Diverse KI-Sessions, unter anderem zum “Digital Recruiter” und zu “Chatbot-Visionen” (spannend, schon 2018 spürte man, das Chatbots Visionen haben, halluzinieren) sorgten für regen Austausch. Ebenfalls wieder auf der Agenda: Video im Recruiting.
Heute wissen wir: Viele Chatbots waren einfach schlecht. Aber die Frage war damals durchaus richtig: Wie nutzen wir eigentlich die Technologie, anstatt uns von ihr beherrschen zu lassen?
Kurz vor der Pandemie waren die 48 Sessionvorschläge erstaunlich zeitlos und man spürte: HR wird politischer. Ein Trend, der sich unbedingt manifestieren sollte. Stichwort: #hrgegenrechts, zunehmende Demokratiefeindlichkeit.
Erstmals stand “Love HR, Hate Racism” auf der Agenda. Aus dieser starken Session zur Haltung von Unternehmen gegen Rechts und Diskriminierung entstand die gleichnamige Initiative, die heute von kaum einem HR-Event wegzudenken ist (z. B: TalentPro, Embrace Festival). Weitere Themen waren: “Design Thinking in HR”, “Working Moms” (die Vereinbarkeit von Familie und Beruf rückte stärker in den Fokus), “Mindfulness & Meditation” Mental Health klopfte an die Tür der Personalabteilungen), das New Work-Quartett oder Skillmanagement.
Im Rückblick wirkt dieses HR Barcamp fast ein bisschen wie die Generalprobe für die Jahre, die kommen sollten. Man ahnte, was wichtig wird, aber keiner wusste, dass 2020 das größte unfreiwillige HR-Experiment aller Zeiten startet.
Während 2020 und 2022 das große Live-Event in Berlin pausieren musste, gab es 2021 ein rein digitales HR Barcamp.
Endlich! Nach der Zwangspause kehrte das Barcamp auf die HR-Bühne zurück. Diesmal in zwei Locations: am Barcamp-Abend in der Arminius-Markthalle fürs Pitchen der Sessions und launiges Networking und am nächsten Tag in die Fabrik23 für die Sessions. Die Wiedersehensfreude war riesig. Rund 150 Teilnehmer waren beim Comeback dabei.

Diesmal gab es 25 Sessions, aber ein klarer Trend bei den Themen war nicht zu erkennen. Das lag wohl auch an den vielen “Neulingen”, die frischen Wind in die Community brachten. Die Themen reichten von Equal Pay und Gehaltstransparenz über die Vier-Tage-Woche bis hin zu Mental Health oder hybridem Arbeiten. “HR-Arbeit ist heute inhaltlich noch vielfältiger als früher“, konstatierte Jannis Tsalikis.
2024 ging es dann in die Design Offices am Humboldthafen. Rund 180 Teilnehmer waren dem Aufruf von Christoph und Jannis gefolgt, in Berlin ihre HR-Themen zu pitchen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. In den rund 25 Sessions ging es unter anderem um Mental Health als zentraler Pfeiler der Retention-Strategie, Entgelttransparenz und die faire Gestaltung von Gehältern, hybrides Arbeiten, neue Ansätze im Recruiting, Restrukturierung, Mitarbeiterbindung und, natürlich: KI.

Weil dir kein anderes HR-Event das bietet, was hier passiert:
Und weil alle, die dabei sind, die Agenda selbst bestimmen.
In einer Welt, in der die KI die E-Mail-Kommunikation übernimmt, Fake-Recruiting-Videos erstellt und Menschen aussortiert, weil Sie über 40 sind, wird der echte, ungefilterte Austausch zwischen Menschen wichtiger denn je.
Wer die Entwicklung der Sessions sieht, erkennt: Das HR Barcamp war nie nur ein Event. Es ist eine fortlaufende Dokumentation dessen, was Personaler nachts wachhält – und was sie morgens antreibt.
“Das HR BarCamp zeigt, dass die wertvollsten Einblicke nicht unbedingt von Experten auf der Bühne kommen müssen, sondern aus der Praxis der Menschen, die täglich mit HR-Themen arbeiten.”
Jannis Tsalikis
Wo?
Im Headquarter der Diakonie Deutschland, Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin.
Pack deine Themen ein. Pack deinen Mut ein. Pack deinen Filzstift ein. Und sei Teil eines Formats, das HR seit 2012 prägt wie kein anderes.
28. Oktober 2024

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weiterlesen26. Oktober 2017

Sie ist wohl die online-extrovertierteste HR-Verantwortliche im gesamten DACH-Raum, wenn nicht sogar der Welt. Die Rede ist von Eva Planötscher-Stroh.
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