Bewerben bei Coca-Cola? Leider unmöglich

Lesezeit: 7 Min. Karriere-WebsitesPersonalmarketing

Hallo bei Coca‑Cola, ich bin schon lange Fan eurer Getränke. Fast genauso lange träume ich davon, für Coca‑Cola zu arbeiten. Wo und wie kann ich mich bei euch bewerben?“ Die Frage, die in diesem Blogbeitrag zitiert wird, treibt wahrscheinlich viele Menschen um. Doch während es wohl kaum einen Ort auf dieser Erde gibt, wo dieser ungesunde Zucker- respektive Süßstoffcocktail nicht verfügbar ist, sieht das bei Jobsuche und Bewerbung gänzlich anders aus. Denn bewerben bei Coca-Cola ist leider unmöglich. Zumindest über die Karriereseite. Folgen Sie mir auf dem Weg durch ein Paradebeispiel einer perfekten Bewerbervermeidungsstrategie!

Coca-Cola ist in aller Munde. Und das weltweit in über 200 Ländern. Weltweit verfügbar ist auch der von Coca-Cola verursachte Plastikmüll durch die ach so praktischen PET-Flaschen. Was hingegen nicht so ohne Weiteres verfügbar ist, sind Jobs. Dabei hat Coca-Cola davon nicht eben wenige ausgeschrieben. Wobei, da bin ich jetzt etwas unpräzise. Denn Coca-Cola ist nicht gleich Coca-Cola.

Coca-Cola ist nicht gleich Coca-Cola

Denn Coca‑Cola steht als Name nicht nur für die Marke des bekanntesten Erfrischungsgetränks der Welt, sondern auch für zwei Unternehmen in Deutschland. Da ist nämlich zum einen die Coca‑Cola European Partners Deutschland GmbH (CCEP DE), zum anderen die Coca‑Cola GmbH. Die Coca-Cola GmbH ist ein direktes Tochterunternehmen der Coca-Cola-Company aus Atlanta, CCEP wiederum ist das an 16 Standorten vertretene größte deutsche Getränkeunternehmen und alleiniger Konzessionär der Coca-Cola GmbH. Diese Feinheiten indes werden den wenigsten vor der eigentlichen Jobsuche bekannt sein.

Dennoch geht es in diesem Artikel primär um die Coca-Cola GmbH. Denn diese ist es, die man über die Website erreicht, deren URL man intuitiv in die Adresszeile seines Browsers eintippt: coca-cola.de. Weil wohl bei einer intuitiven Suche kaum jemand auf die Idee käme, coca-cola-deutschland in die Adresszeile des Browsers einzugeben, hat man eine Weiterleitung von coca-cola.de auf coca-cola-deutschland.de eingerichtet.

Gemäß similarweb wird die Seite coca-cola-deutschland monatlich von einigen hunderttausend Besuchern genutzt. Das wiederum bedeutet, dass Coca-Cola einige tausend Bewerbungen generieren könnte, wenn man denn wollte.

Während man Bewerbungen seitens Coca-Cola offenbar lieber vermeiden will, sieht es auf Nutzerseite etwas anders aus. Zwar googeln die meisten Nutzer – man glaubt es kaum – nach “Coca Cola”, diverse Suchanfragen entfallen aber auch auf Begriffe rund um Jobs und Karriere. Glücklicherweise findet man die Karriereseite über Google recht gut, das macht den Zugang zur Karriereseite deutlich leichter, als über die Coca-Cola-Website.

Coca-Cola Karriereseite nicht auffindbar

Da auf der Coca-Cola-Website mit einem Burger-Menü gearbeitet wird – dies auch in der Desktop-Variante – entgehen Coca-Cola zumindest schon einmal die Menschen als potenzielle Mitarbeiter, die gar nicht auf Jobsuche waren, möglicherweise aber durchaus offen für neue Karriere-Perspektiven wären.

Burger-Menü verhindert Zugang zu Informationen

Denn davon gibt es bekanntlich nicht allzu wenige. Tatsächlich macht der Anteil dieser “passiven” Arbeitsmarktteilnehmer sogar ein deutlich größeres Stück vom Kuchen aus, als die aktiven. Was man möglicherweise bei Coca-Cola nicht weiß oder wahrhaben möchte. Denn der Burger-Button, der für das Smartphone konzipiert wurde, hat einen entscheidenden Nachteil. Um zu wissen, welche Unterseiten man aufrufen kann, ist ein zusätzlicher Klick erforderlich. Den viele nicht machen werden.

Karriere unter “Über uns” vor neugierigen Blicken gut versteckt

Abgesehen davon, dass es mit einem zusätzlichen Klick nicht getan ist. Denn Coca-Cola zieht alle zur Verfügbarkeit stehen Register einer perfekten Bewerbervermeidungsstrategie und versteckt den Link zur Karriereseite geschickt unter dem Menüpunkt “Über uns”. Selbst aktiv Jobsuchende werden womöglich nicht bereit sein, so tief ins Menü einzusteigen, denn als Bewerber hat man heutzutage ja die freie Auswahl unter potenziellen Arbeitgebern.

Bewerben bei Coca-Cola? Dank schlechter Auffindbarkeit kaum möglich

Aber selbst wenn man den Karriere-Link in der Subnavigation bzw. im Burger-Menü gefunden und sich zur Karriereseite durchgeklickt hat, bedeutet das noch lange nicht, dass Coca-Cola damit Bewerber generieren könnte. Zunächst einmal stehen im Menü drei Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Wir sind Coca-Cola
  • Bei Coca-Cola arbeiten
  • Stellenportal

Coca-Cola beherrscht auch Baustein 3 der perfekten Bewerbervermeidungsstrategie

Unter “Wir sind Coca-Cola” verbergen sich diverse Storys von Coca-Cola-Mitarbeitern. Dies zumindest ist ein Beleg dafür, dass es irgendwie möglich sein muss, sich bei Coca-Cola zu bewerben. Möglicherweise wurden diese Menschen aber über Headhunter oder Active Sourcing gewonnen, wer weiß das schon.

Was nun ziemlich naheliegend wäre, jede dieser Storys mit einem prominent platzierten Link zur Jobsuche zu verquicken. Oder noch besser: Passende Jobs direkt auf der jeweiligen Unterseite zu integrieren. Sie ahnen es schon: Diese Möglichkeit nutzt Coca-Cola nicht. Und selbst, wenn Coca-Cola die Seite “Stellenportal” verlinken würde, wäre das für einen potenziellen Bewerber nicht zielführend. Aber dazu später.

Unklare Menübezeichnungen lassen potenzielle Bewerber im Trüben fischen

Denn es gibt ja noch die Rubrik “Bei Coca-Cola arbeiten”. Wo der Unterschied ist, ist für einen Nutzer zunächst einmal nicht zu erkennen. Denn beide Menüpunkt-Bezeichnungen sind leider nicht ganz eindeutig. Coca-Cola sendet hier – vermutlich eher unbewusst – ein klares Signal aus: Eigentlich wollen wir gar keine Bewerbungen haben. Und so sind auch die hier subsumierten Unterseiten für eine Orientierung wenig förderlich:

  • Besuch im Homeoffice bei Bjorn Jensen
  • Werkstudenten & Young Professionals
  • Eine für alle: Die Mitarbeiterstiftung von Coca-Cola
  • Eine Marke – zwei Unternehmen
  • 9 Fakten über das Arbeiten bei Coca-Cola
  • Wer macht was bei Coca-Cola?

Sie fragen sich, wer Bjorn Jensen ist? Wer auch immer es ist, die einzigen Seitentitel, die halbwegs Orientierung über “Bei Coca-Cola arbeiten” vermitteln, sind wohl die Seiten “Werkstudenten & Young Professionals”, “9 Fakten über das Arbeiten bei Coca-Cola” und “Wer macht was bei Coca-Cola”. Auch auf diesen Seiten sucht man eine prominent platzierte Verlinkung des Stellenportals vergeblich. Lediglich so etwas wie “Dann schau schnell in unserem europäischen Jobportal, welche Stellen aktuell ausgeschrieben sind.” findet sich gelegentlich. Und könnte theoretisch ausreichen. Wenn es denn zielführend wäre. Wenn.

Ein Stellenportal, das gar keins ist

Denn wer nun – wie wohl jeder vernünftig denkende Mensch – erwartet hätte, dass ein Link auf “Jobportal” zu einem Jobportal führt, liegt leider komplett daneben. Das ist entweder ein Beleg dafür, dass Coca-Cola keine vernünftig denkenden Menschen sucht oder aber dass bei Coca-Cola… nun lassen wir das. Schauen wir uns lieber einmal an, wo wir landen, wenn wir auf den Link oder auch auf den Link “Stellenportal” im Navigationsmenü klicken. Tatsächlich landen wir sogar auf einer Seite mit dem Titel “Stellenportal”. Wahlweise stehen uns aber auch noch die Menüpunkte “Work@Coke: Bewerbungstipps” und “Wie kannst du dich bei uns bewerben?” zur Auswahl.

Der steinige Weg zur Bewerbung gleicht bei Coca-Cola einem Spießrutenlauf

Während man hier nun also wirklich das Stellenportal erwartet, was ja nur logisch ist, weil was soll ein Seitentitel, was sollen eine Überschrift “Stellenportal” anderes suggerieren, als – nun ja – ein Stellenportal eben. Nicht so bei Coca-Cola.

Eine Bewerbung bei Coca-Cola kann nicht klappen

Hier erfährt man, wo man die aktuellen Coca-Cola-Stellenangebote findet. “Und damit das mit dem Job bei Coca‑Cola auch klappt, geben wir dir hier Tipps für deine Bewerbung“, heißt es weiter auf der Website. Diese Tipps sind auch bitter nötig, denn sonst kann das mit einer Bewerbung bei Coca-Cola nicht klappen. Weil ohne Jobportal einfach keine Bewerbung möglich ist. So hilft also auch der Hinweis auf der Seite mit den teils eher lapidaren Bewerbungstipps “Alles klar für deine Bewerbung? Dann geht’s hier zu unserem Jobportal!” nicht weiter. Denn der Link zum Jobportal, Sie ahnen es schon, führt wieder einmal zur Seite, die zwar “Stellenportal” heißt, aber keines ist.

Das Stellenportal, das gar keins ist, macht eine Bewerbung bei Coca-Cola unmöglich

Nutzer verzweifeln am Coca-Cola-Bewerbungsprozess

Es finden sich zwar diverse Links und Hinweise, zum Beispiel dieser “Unsere aktuellen Stellenangebote findest du hier: The Coca‑Cola Company/Careers“, die suggerieren man käme zu “aktuellen Stellenangeboten”, aber auch diese, Sie ahnen es schon, führen ins Leere bzw. den Nutzer in die Irre. Möglicherweise macht es ihn auch irre, wenn er dann mit folgendem konfrontiert wird. Er landet dann nämlich auf der globalen Coca-Cola-Website https://careers.coca-colacompany.com/ und findet dort sogar eine Jobsuche, die tatsächlich eine ist. Und er findet dort auch die Möglichkeit, nach Jobs zu suchen. Die findet er in 35 Ländern. Keinen davon indes in Deutschland. Und so erleidet man bei dem Versuch einer Bewerbung bei Coca-Cola eine ziemlich unsanfte Bruchlandung.

Bei Coca-Cola erleidet man bei der Bewerbung eine unsanfte Bruchlandung

Bewerben bei Coca-Cola? Leider unmöglich

Denn auch der Link, der zu den Stellenangeboten bei der Coca‑Cola European Partners Deutschland GmbH führen soll, landet in einer Sackgasse – bzw.  führt auf die Impressums-Seite. Hätte man noch die Nerven, sich von dort aus wieder in den Karriere-Bereich navigieren, so ginge das Spielchen wieder von vorne los. Sofern man sich denn drauf einlassen will. Was wohl sehr unwahrscheinlich ist. Denn Arbeitgeber gibt’s wie Sand am Meer. Und Bewerber haben die freie Auswahl.

Und so lautet das traurige Fazit: Bewerben bei Coca-Cola? Leider nicht möglich. Da erscheint die zu Beginn des Blogartikels zitierte Frage “Wo und wie kann ich mich bei euch bewerben” gleich in einem anderen Licht. Offenbar handelt es sich hierbei um einen Hilferuf eines verzweifelten Menschen, der sich gerne bei Coca-Cola bewerben würde, aber letztendlich verzweifelt aufgegeben hat.

Kommentare (2)

Tim Gerdes

Es hat mich kleine fünf Minuten gekostet, um die Stellenannoncen zu finden: https://de.ccep.jobs/location/stellenanzeigen-deutschland/26499-26309/2921044/2 Vielleicht betreibt die Coca Cola GmbH ja so einen System, um sich vor Menschen, die sich "mal einfach nur so" bewerben wollen oder solchen, die nicht ganz helle sind, zu schützen. Den Artikel hier würde ich aber, um meine Reputation zu schützen, wieder löschen ;-)

Udo A. Völke

Funnelmanagement ;-)
Über den Autor
Hallo, ich bin Henner Knabenreich. Seit 2010 schreibe ich hier über Personalmarketing, Recruiting und Employer Branding. Stets mit einem Augenzwinkern oder den Finger in die Wunde legend. Auf die Recruiting- und Bewerberwelt nehme ich nicht nur als HR-Blogger maßgeblich Einfluss, auch als Autor, als Personalmarketing-Coach, als Initiator von Events wie der HR-NIGHT oder als Speaker hinterlasse ich meine Spuren in der HR-Welt. Sie wollen mich für einen erfrischenden Vortrag buchen, haben Interesse an einem Karriere-Website-Coaching, suchen einen Partner oder Berater für die Umsetzung Ihrer Karriere-Website oder wollen mit bewerberzentrierten Stellenanzeigen punkten? Ob per E-Mail, XING, LinkedIn oder Twitter - sprechen Sie mich an, ich freue mich auf Sie!
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