HRforFuture: Wie HR zum Klimaschutz beitragen kann

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 17 Minuten.

Schon verrückt irgendwie. Bereits vor über 40 Jahren warnte Hoimar von Ditfurth in dem ZDF-Format „Querschnitt“ in zwei Sendungen vor den Auswirkungen des dramatisch ansteigenden CO2-Ausstoßes. Vor über 40 Jahren! Und was ist passiert seitdem? Zu wenig, Und offenbar helfen die seit Monaten ausgetragenen Fridays for Future-Proteste (am 20. September waren 1,4 Millionen Menschen alleine in Deutschland auf den Straßen, während zeitgleich in zähem Ringen ein Klimapaket ausgehandelt wurde) nicht, ein Umdenken bei Politik und Industrie hervorzurufen. Ein mageres Klimapäckchen ist alles, was unterm Strich bei den Verhandlungen herauskam. CO2 wird weiter munter ausgestoßen, die Vegetation, die das noch irgendwie auffangen könnte, wird weiter munter abgeholzt, abgefackelt oder gerodet, nur damit der Konsum und das Klima weiter angeheizt werden können. Mit der Folge, dass wir alle auf der Strecke bleiben. Wenn die Politik versagt, hilft nur Hilfe zur Selbsthilfe. Extinction Rebellion ist bereits ein guter Ansatz. Ein besserer Ansatz ist es, wenn jeder von uns – jeder einzelne – zudem seinen Teil zum Klimaschutz beiträgt. HR kann und sollte auch Treiber in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz sein. HRforFuture eben. Welche Möglichkeiten Sie haben, in Ihrem Unternehmen maßgeblich zum Klimaschutz beizutragen und sich ganz nebenbei als attraktiver und verantwortungsbewusster Arbeitgeber zu positionieren? Eine ganze Menge!

In unserem letzten von „HR-Artist“ Sebastian Sellinat und mir ins Leben gerufene Personalerfrühstück änderten wir spontan das Thema unserer Session. Anstatt über Onboarding zu reden, hievten wir aus aktuellem Anlass das Thema Klimaschutz auf die Agenda. Und das mit überwältigender Resonanz! Jeder der Teilnehmer berichtete, was bereits in den Unternehmen umgesetzt wird und was man noch tun könnte. Nachfolgend finden Sie die Ergebnisse dieser „HRforFuture“-Session, ergänzt um weitere Ideen.

HRforFuture: HR als Treiber von nachhaltigem Handeln, für eine bessere Zukunft!

Klimaquatsch oder gar Klimahysterie? Wohl kaum, denn unseren Anteil der natürlichen Ressourcen, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann, hatten wir dieses Jahr schon am 2. Mai verbraucht. Seit diesem Tag leben wir quasi auf Pump. Und welche Folgen unser unbedachtes Handeln für unseren Planeten hat, sehen wir mittlerweile tagtäglich in den Nachrichten. Wollen wir also einer düsteren Zukunft entgegenwirken, ist jeder aufgefordert, alles in seiner Macht stehende zu tun, sich dagegen aufzulehnen. Bevor HR also zum Treiber der Digitalisierung wird (welche nicht unwesentlich zu einer Verschärfung des Ganzen beiträgt, gibt es die Herstellung von Smartphones, Monitoren und IT-Infrastruktur eben leider nicht CO2-neutral und bedeutet eine unvorstellbar hohen Stromverbrauch), sollte HR zum Treiber einer besseren Welt werden. Und Potenziale sind da. Sie müssen sie nur entdecken und beherzt anpacken.

Jede Menge HRforFuture-Ideen wurden beim Personalerfrühstück gesammelt

Klimaschutz und nachhaltiges Handeln zahlen auf Arbeitgebermarke ein

Aktuell gehen jeden Freitag viele (nicht nur) junge Menschen auf die Straße und protestieren für mehr Klimaschutz und nachhaltiges, bewussteres Verhalten der Unternehmen. Sie fordern den Ausstieg aus der Kohle und CO2-Neutralität bis 2035. Diese Menschen sind alles Ihre potenziellen Bewerber. Für Sie bedeutet nachhaltiges Handeln und natürlich dessen Kommunikation nach außen einen Imagegewinn. Und das zahlt natürlich auch auf Ihre Strahlkraft als Arbeitgeber ein. Bereits 2012 veröffentlichte Greenpeace das Nachhaltigkeitsbarometer. Und bereits dort landeten Unternehmen, die nachweislich nachhaltig handeln, in der Gunst der Bewerber weit vorne. Was glauben Sie, wie eine solche Befragung im Jahr 2019 ausfallen würde?

Reisen & Mobilität

Einer der Hauptverursacher von CO2 ist der Verkehr, namentlich das Auto – und natürlich das Flugzeug. Klar, dass man hier besonders gut ansetzen kann. Innerdeutsche Dienstreisen mit dem Flugzeug sind mit das Dümmste, was man sich und der Umwelt – und damit den nachfolgenden Generationen antun kann. In logischer Konsequenz bedeutet dies das Streichen aller innerdeutschen Dienst-Flüge. Von Berlin nach München geht’s wahrlich bequemer mit der Bahn. Und während der Bahnfahrt können Sie sogar noch arbeiten. Besser geht’s nun wirklich nicht. Diverse Unternehmen haben das erkannt und bieten Ihren Mitarbeitern anstatt Dienstwagen eine Bahncard 100. Ebenfalls zur privaten Nutzung versteht sich.

Förderung des ÖPNV und von JobRädern

Auch die Nutzung des ÖPNV kann gefördert werden, etwa durch sogenannte Job-Tickets, also Monats- und Jahreskarten, die Sie Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Ebenfalls erfreuen sich Job-Räder zunehmender Beliebtheit in den Unternehmen. Anstatt Dienstwagen spendieren Sie Ihren Mitarbeitern Fahrräder, E-Bikes oder Lastenfahrräder! Denkbar wäre auch, mehrere Räder anzuschaffen, die dann bei Bedarf von mehreren Mitarbeitern genutzt werden, also quasi Bike-Sharing. Das hat sogar noch den Vorteil, dass Ihre Mitarbeiter fit und gesund bleiben. Sie schlagen also zwei Fliegen mit einer Klappe!

Flexible Arbeitszeiten und Vertrauensarbeitszeit

Dank flexibler Arbeitszeiten oder Vertrauensarbeitszeit können Mitarbeiter Ihre Arbeitszeit so wählen, dass sie das Pendeln in Stoßzeiten und somit Zeit in Staus verbringend, vermeiden. Das spart nicht nur Sprit und sorgt für weniger CO2-Ausstoß, das sorgt auch für zufriedenere Mitarbeiter.

E-Autos und Carsharing

Klar, dass wenn es unbedingt Dienstwagen sein müssen, spritschluckende SUV und Limousinen tabu sein müssen. Stattdessen können Sie bspw. auf E-Autos setzen (wobei diese auch nicht der Weisheit letzter Schluss sind). Eins der Teilnehmer-Unternehmen verfügt über eigene E-Zapfsäulen, die Mitarbeiter auch für private Zwecke nutzen dürfen. Besser aber wäre es auf Carsharing-Modelle zu setzen oder eine interne Mitfahrgelegenheitenbörse einzurichten. Denkbar wäre auch eine Art Shuttle Service, insbesondere für Mitarbeiter, die nicht sonderlich mobil sind und bspw. auf dem Land wohnen.

Dienstreisen klimaneutral kompensieren

Auch Anreisen zum Vorstellungsgespräch könnten klimafreundlich erfolgen. Spendieren Sie Ihren Bewerber einfach das Bahnticket. Ohnehin ist die Frage, ob es jedes Mal ein Vorstellungsgespräch oder eine Dienstreise sein muss. Viele Meetings und Gespräche lassen sich wunderbar durch Videokonferenzen ersetzen. Es muss nicht immer das große Besteck aufgefahren werden: Skype, Google Hangouts oder whereby sind wunderbare Tools, die so manchen gefahrenen oder geflogenen Kilometer ersetzen.

Und wenn es doch Dienstreisen müssen – wie wäre es diese CO2-neutral zu kompensieren? Im Rahmen meines regelmäßig stattfindenden Events personalmarketing2null & friends habe ich den in Form von Anreise etc. anfallenden CO2-Ausstoß in Form von CO2-Zertifikaten großzügig kompensiert und sogar Bäume pflanzen lassen. Das können Sie auch!

Company Gardening

Apropos Bäume pflanzen: Viele Unternehmen verfügen über große ungenutzte Flächen. Wie wäre es, quasi in Adaption des Urban Gardening-Prinzips, diese Flächen zu nutzen, um dort etwa Wildblumenwiesen oder Bäume anzupflanzen? Das Ganze ist nicht nur was fürs Auge, es bietet vielerlei Insekten eine neue Heimat. Denn auch die sterben aus. Und Bienen finden immer weniger Blumen, die sie bestäuben können. Das wäre dann auch das nächste Stichwort: Wie wäre es mit einer firmeneigenen Imkerei? Wäre doch ein tolles Give-away, so ein Bio-Bienenhonig von Ihrem Unternehmen.

Wildblumenwiesen, Bäume und Gemüse anpflanzen

Auch Flachdächer oder Dachterrassen sind zum Bepflanzen wunderbar geeignet. Oder was halten Sie davon, auf dem Firmengelände Ihr eigenes Gemüse anzupflanzen? Welches dann beim gemeinsamen Kochen verzehrt wird? Ohnehin bieten diese „Gemeinschaftsgärten“ viel Potenzial für Teamwork und inneren Zusammenhalt, Ganz abgesehen von der enormen Strahlkraft auf Ihre Arbeitgebermarke!

Wie wäre es, für jeden neuen Mitarbeiter oder jeden neuen Bewerber einen Baum zu pflanzen? Oder pachten Sie anderweitig ein Grundstück und lassen Sie dieses z. B. im Rahmen eines Azubi-Projektes bewirtschaften.

Nachhaltigkeit im Büro

Klar, dass sich auch im Büro selbst viel für den Klimaschutz machen lässt. Bspw. in dem Sie auf Büroarbeitsplätze verzichten und das Home-Office forcieren. Das spart nicht nur wertvolle Lebenszeit und massiven CO2-Ausstoß beim Pendeln zwischen Zuhause und Arbeitsstätte, sondern zahlt auch auf die Work-Love-Balance ein. Und wie!

Papier sparen

Viele Unternehmen setzen auf das papierfreie Büro. Einige haben bspw. die Unterlagen fürs Vorstellungsgespräch auf dem Tablet und drucken diese nicht aus. Auch das ist ein Ansatz. Allerdings wird dabei verkannt, dass natürlich auch digitale Anwendungen ihren Tribut zollen, gibt’s den Strom nämlich nicht aus der Steckdose, sondern primär aus Kohlekraftwerken. Etwa 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr werden durch den Betrieb des Internets und internetfähiger Geräte ausgestoßen – so viel wie der innerdeutsche Flugverkehr. Tendenz steigend.

Wobei eigentlich klar sein sollte, dass Sie auf zertifzierten Ökostrom setzen sollten. Und was Tablets und Smartphones angeht: Die seltenen Erden, die in solchen Geräten eingesetzt werden, werden unter extrem fragwürdigen und menschenrechtsverletzenden Umständen gefördert. Ganz abgesehen von der menschenverachtenden Fertigung solcher Geräte in Ländern wie China.

Wer nicht auf Papier verzichten will, der bedruckt sein Papier beidseitig. Logisch, dass das Papier entweder Umwelt- (wussten Sie, dass das Bundesumweltamt bei Bewerbungen Umweltschutzpapier bevorzugt?) oder FSC-zertifiziertes Papier ist. Und ebenfalls logisch, dass dies beidseitig bedruckt wird. Auch die Stärke des Papiers hat einen Einfluss auf den Ressourcen-Aufwand. 80 Gramm reichen vollkommen aus, auch wenn 100 natürlich stabiler sind.

Mülltrennung

Auch wenn das eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist es das leider nicht: Mülltrennung im Büro bzw. Unternehmen. Wenn das also noch nicht bei Ihnen praktiziert wird, sollten Sie gleich damit anfangen. Den Biomüll könnten Sie bspw. auf Ihrem eigenen Komposthaufen entsorgen, der dann wiederum Einzug in Ihr Company Gardening (siehe oben) findet. Auch Plastiktüten haben nichts in Ihren Papierkörben verloren.

Natürlich können Sie bei der Büroausstattung selbst auf nachhaltige Aspekte achten. Bspw. in dem Sie auf Ecoline-Stifte oder auf Möbel aus nachhaltiger Fertigung setzen. Klar, dass Sie auch darauf achten sollten, dass die Produkte möglichst aus regionaler Fertigung stammen sollten. Produkte aus China sind in jedem Falle tabu. Ihre Visitenkarten drucken Sie auf Umweltpapier oder recycelter Baumwolle.

Nachhaltige Dienstkleidung

Apropos recycelt: wie wäre es mit Dienstkleidung aus recycelten Klamotten? Hier lohnt das Startup Solostücke einen Blick. Diese werden nicht nur aus Upcycling-Materialien hergestellt, nein sogar in Deutschland! Mit dieser Bekleidung setzen Sie ein klares Statement und stärken damit sogar Ihre Employer Brand.

Ecosia anstatt Google

Und wenn Sie mal wieder was googeln müssen, respektive was im Internet suchen: setzen Sie auf ecosia. Das ist ein deutsches Projekt und jede Suchanfrage wird in Form von gepflanzten Bäumen kompensiert. 60 Millionen Bäume konnten auf diese Weise mittlerweile gepflanzt werden!

Klar, dass es auch nicht jedes Jahr ein neues Firmenhandy oder ein neuer Laptop sein muss. Auch hier lassen sich durch nachhaltige Nutzung viele Ressourcen sparen.

Und natürlich bestellen Sie Ihren Bürobedarf und Ihre Bücher nicht bei Amazon, sondern beim lokalen (Buch-)händler um die Ecke. Damit tun Sie nicht nur der Umwelt was Gutes, sondern der lokalen Wirtschaft.

Energie sparen

Auch bei der Büroeinrichtung selbst können Sie Ressourcen (und sogar bares Geld) einsparen. So sollten Sie bei der Anschaffung auf möglichst stromsparende Geräte achten. Und natürlich generell Strom sparen. Bei einem der am Personalerfrühstück teilnehmenden Unternehmen gibt’s bspw. Bewegungsmelder für die Beleuchtung. Bei einem anderen wurde eine App programmiert, die die Bürogeräte in den Schlaf versetzt, wenn Sie nicht im Einsatz sind, bspw. über Nacht.

Glücklich kann sich bei Sommern wie in den letzten Jahren (auch hier macht sich der Klimawandel bemerkbar) der schätzen, der in einem Büro mit Klimaanlage sitzt. Dass diese Klimaanlagen massiv Strom verbrauchen und dies in Ländern, die auf diese angewiesen sind, schon öfter zu Stromausfällen geführt hat, sei nur am Rande erwähnt. Nur am Rande erwähnt sei auch, dass solche Klimaanlagen in Deutschland vor einigen Jahren noch nicht erforderlich war, weil da das Klima noch in Ordnung erschien. Oft ist es aber so, dass mit solchen Klimaanlagen Büroräume auf nahezu arktische Temperaturen heruntergekühlt werden (auch in der Arktis wird es immer wärmer, was dazu führt, dass Permafrostböden auftauen und CO2 in die Atmosphäre entweicht und das wiederum den Treibhausgaseffekt fördert). Und je extremer gekühlt wird, umso mehr Strom wird verbraucht. Hier wäre es sinnvoll, die Klimaanlage so auszutarieren, dass niemand schwitzen, aber auch niemand  frieren muss.

Energie sparen können Sie übrigens auch beim Einsatz von Recruiting-Lösungen. Insbesondere die Verarbeitung von Daten mittels „KI“ kostet Unmengen an Strom. Und, so viel sollte klar sein, nicht der Einsatz von KI im Recruiting ist die Lösung der Probleme, die HR mitunter umtreiben, sondern ein menschliches, wertschätzendes Agieren auf Augenhöhe und mit gesundem Menschenverstand. Und klar, dass Sie bei der Auswahl Ihrer Hosting-Dienstleister darauf achten, dass diese ihre Server mit aus erneuerbaren Energie gewonnenem Strom betreiben.

Photovoltaik auf Dächern

Und wenn wir schon von Energie sprechen: wie wäre es, diese selbst zu produzieren? Es gibt viele Möglichkeiten, Photovoltaik auf Dächern, Dachterrassen, Balkonen oder Freiflächen zu installieren und zum (Teil-)Selbstversorger zu werden.

Auch wieder ein Effekt, wo zwei Fliegen mit der Klappe geschlagen werden: der Verzicht auf den Aufzug und stattdessen die Nutzung der Treppe, spart nicht nur Strom, sondern hält Ihre Mitarbeiter fit und beweglich. Nachhaltigkeit und Betriebliches Gesundheitsmanagement in einem, das ist doch was!

Auch beim Einsatz von Messengern wie Slack etc. können Sie wertvolle Ressourcen sparen und obendrein was für die Gesundheit und das soziale Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter tun: kein Messenger, kein Emoji wird jemals direkte, persönliche Gespräche ersetzen.

Kantine & Ernährung

Ein gesunder Geist steckt in einem gesunden Körper. Damit beides gewährleistet ist, sollten Sie in Ihrer Kantine überwiegend vegane oder vegetarische Gerichte anbieten. Auch diese sind deutlich nachhaltiger und ressourcenschonender in der Produktion. Klar, dass das Ganze möglichst regional und saisonal sein sollte. Klar auch, dass Fleisch, insbesondere aus Massentierhaltung tabu ist. Allein die ganzen Fleischskandale sollten einem längst die Augen und Ohren geöffnet und den Appetit verdorben haben, aber aufgrund der Massentierhaltung werden ganze Urwälder gerodet. Abgesehen davon ist übermäßiger Fleischkonsum nicht eben gesundheitsfördernd. Wenn es unbedingt Fleisch sein muss, dann maximal einmal in der Woche.

Auch Fisch ist keine Lösung. Denn die meisten Meere sind bereits überfischt. Nachhaltiger Fischfang ist nichts als Augenwischerei.

Kein Einweg-Geschirr, Wasser aus der Leitung

Klar, dass Einweg-Geschirr in der Kantine/Küche ebenso wenig zu suchen hat, wie Einweg-Getränkeflaschen. Wenn Getränke, dann nur in der Glasflasche. Abgesehen davon gibt’s Wasser in der Leitung. Und zwar in einer in der Regel deutlich besseren Qualität und deutlich günstiger, als das, was Ihnen in der Flasche kredenzt wird. Hier bieten sich bspw. Wasserspender mit Filter an.

Generell kann ich nur empfehlen, Produkte von Nestlé oder Unilever zu meiden, gelten Sie doch mit zu den größten Umweltsündern überhaupt. Stattdessen sollten Sie auf regionale, lokale und saisonale Produkte und Anbieter sowie fair gehandelten Tee und Kaffee setzen. Apropos Kaffee: Kaffee aus Kapsel-Maschinen ist natürlich ebenfalls tabu. Abgesehen davon, dass das, was aus diesen Maschinen kommt, den Namen Kaffee in den seltensten Fällen verdient, werden immense Ressourcen verbraucht (Aluminium, Plastik). Auch wenn es mittlerweile kompostierbare Kapseln gibt, meiden Sie diese Geräte.

Auch den Einsatz von Produkten mit Palmöl sollten Sie vermeiden. Denn gerade diese Palmöl-Plantagen sind es, für die ganze Urwälder gerodet werden.

Noch mehr Ideen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Es gibt noch viel mehr, was Sie tun und qua Ihrer HR-Funktion fördern können:

Einwirken auf Dienstleister

Zum Beispiel könnten Sie auf Anbieter so genannter Corporate Benefits (Bonago & Co.) darauf einwirken, sinnvolle Produkte anzubieten. Aktuell fördern diese Anbieter dank Vergünstigungen eher den Konsum. Hyper-Konsum wiederum führt zum Klimawandel. Sie könnten die Jobs bei nachhaltig arbeitenden Anbietern ausschreiben, bspw. kimeta. Hier gibt es sogar die Option, nach „nachhaltigen“ Jobs zu suchen. Bei Ihrem Reinigungs-Partner achten Sie darauf, dass er ökologisch einwandfreie Produkte verwendet und seinen Mitarbeitern fairen Arbeitsbedingungen bietet.

Darüber hinaus könnten Sie Parkplätze in Grünflächen umwandeln (Ihre Mitarbeiter kommen ja jetzt mit dem Rad, was wollen Sie mit Parkplätzen?)., die Zusammenarbeit mit nachhaltig wirtschaftenden Partnern forcieren, und ökologische Projekte unterstützen, bspw. Patenschaften für Wälder, zum Erhalt von Mooren oder Streuobstwiesen übernehmen.

Nachhaltige Give-aways

Auch bei Give-aways lässt sich so einiges tun, was Einfluss hat auf den Klimaschutz. So könnten Sie sich bspw. Tonnenweise Broschüren sparen, die bei einer Jobmesse primär doch nur im Mülleimer landen. Gleiches gilt für sinnfreie Give-aways, meist produziert in Billiglohnländern. Wie wäre es stattdessen bspw. mit so genannten Seedballs (oder auch Seedbombs), natürlich mit Ihrem Firmenlogo? So setzen Sie ein nachhaltiges Zeichen in Sachen Klimaschutz.

Schluss mit Weihnachtskarten

Und wenn wir schon bei Give-aways sind: Schluss mit (unpersönlichen) Weihnachtskarten. Seien wir doch mal ehrlich, erstens haben Sie meistens keine Zeit und Lust, sich drum zu kümmern, und – was noch viel schwerer wiegt – die meisten landen ohnehin ungelesen im Papierkorb. Was alleine hier an Papier eingespart werden könnte! Stattdessen versenden Sie doch eine E-Mail und teilen freudestrahlend mit, dass Sie die Summen für unnötige Weihnachtskarten lieber sinnvoll investiert haben, bspw. in das Aufforsten eines Waldgründstücks oder aber in eine Festtafel für Wohnungslose.

Mitarbeiter-Tauschbörse

Wie wäre es mit einer Mitarbeiter-Tauschbörse? Nein, hier werden keine Mitarbeiter getauscht (wobei der Ansatz des Talent Sharings ein sehr guter ist, wie Fabian Annich von Talentz im Podcast erklärt), sondern dass, was sich eben so tauschen lässt, was man aber nicht unbedingt anschaffen muss, etwa Kinderklamotten,  Bohrmaschinen, Bücher, Autos oder dergleichen. Und wie schon oben geschrieben Mitfahrgelegenheiten.

Wichtig ist nur, dass Sie etwas tun. Und nicht nur darüber reden. Sie müssen auch nicht gleich ein großes Fass aufmachen. Aber den ersten Schritt, den müssten Sie schon tun. Wenn jeder Einzelne von uns auch nur einen Bruchteil der hier genannten Aspekte umsetzen würde, würde es uns und den nachfolgenden Generationen besser gehen.

Wenn Sie noch mehr Ideen haben und vielleicht auch schon im Unternehmen umsetzen, hinterlassen Sie gerne einen Kommentar! Danke!

HRforFuture: HR als Treiber von Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Der sogenannte Fachkräftemangel zeigt eigentlich wunderbar, dass Ressourcen endlich ist. Weil Unternehmen trotz immenser Gewinne und trotz extremer Markterschließung immer noch meinen, wachsen zu müssen, und zwar nicht etwa nachhaltig, sondern extrem und schnell und auf Kosten von Natur und in vielen Fällen auch von Menschenrechten, scheint der Arbeitsmarkt leergefischt. Wachstum ist endlich. Das sollte eigentlich jedem klar sein und sagt einem der gesunde Menschenverstand. Insofern wäre ein wichtiger erster Schritt, dieses Wachstum einzudämmen, „gesund“ zu wachsen. Oder auch gar nicht. Denn wer sagt eigentlich, dass ein Unternehmen wachsen muss?

Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie verankern und vorleben

Und natürlich, die oben genannte Aspekte umzusetzen. Wirklich nachhaltig und in der Breite wird das nur funktionieren, wenn dieses Bekenntnis zum Klimaschutz zum einen in der Unternehmensstrategie, zum anderen in den Köpfen der Mitarbeiter verankert – und auch vorgelebt wird.

Leider gibt es immer noch Menschen, die den Ernst der Lage nicht erkannt haben. Auch hier kommt HR eine Aufgabe zu: nämlich diese Menschen entsprechend zu sensibilisieren und auf die Dringlichkeit für nachhaltiges Handeln hinzuweisen. Mitarbeiter mit einzubeziehen, weitere Ideen zu sammeln und umzusetzen und natürlich an die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu appellieren. Allerdings reicht Eigenverantwortung bei Weitem nicht aus. Wäre dem so, so wären Unternehmenschefs wohl in der Lage dazu, ihr Handeln zu hinterfragen und zu erkennen, dass all die vielen Produkte so gar nichts bringen, wenn keine Menschen mehr da sind, die sie konsumieren können. Keiner würde einen SUV fahren. Keiner mit 200 über die Autobahn heizen. Keiner Fleisch für 2 Euro das Kilo kaufen. Und keiner nach dem neuesten iPhone lechzen.

Verständnis schaffen und nachhaltig in den Köpfen der Mitarbeiter verankern

Hier können bspw. regelmäßige Veranstaltungen oder Meetings stattfinden, um das Ganze nachhaltig in den Köpfen der Mitarbeiter zu verankern. Auch könnten einzelne Aktionen durchgeführt werden, bspw. ein „Cleaning day“, wo ein Wald, ein Park oder dergleichen von Müll befreit oder besagte Blumenwiese bepflanzt wird. Auch über regelmäßige Umwelt-News im Newsletter oder in der Mitarbeiterzeitung (auch so ein Relikt, welches man prüfen sollte, einzustampfen) können diese Themen auf die Agenda gesetzt werden. Ebenso wäre es ein klares Zeichen, wenn Mitarbeiter für Fridays for Future und ähnliche Maßnahmen, freigestellt würden. Solche Unternehmen gibt es bereits, aber es sind noch zu wenig.

Beim nächsten Mal möchte ich mehr HR’ler sehen, die so ein HRforFuture-Plakat hochhalten! Danke, Franz, an dieser Stelle!

Auch wir beim Personalerfrühstück werden das Thema regelmäßig auf die Agenda setzen und uns darüber austauschen. Beim nächsten Mal sprechen wir dann übrigens wirklich über Onboarding.


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Über den Autor

Hallo, ich bin Henner Knabenreich. Seit 2010 schreibe ich hier über Personalmarketing, Recruiting und Employer Branding. Stets mit einem Augenzwinkern oder den Finger in die Wunde legend. Auf die Recruiting- und Bewerberwelt nehme ich nicht nur als HR-Blogger maßgeblich Einfluss, auch als Autor, als Personalmarketing-Coach, als Initiator von Events wie der HR-NIGHT oder als Speaker hinterlasse ich meine Spuren in der HR-Welt. Sie wollen mich für einen erfrischenden Vortrag buchen, haben Interesse an einem Karriere-Website-Coaching, suchen einen Partner oder Berater für die Umsetzung Ihrer Karriere-Website oder wollen mit bewerberzentrierten Stellenanzeigen punkten? Ob per E-Mail, XING, LinkedIn oder Twitter - sprechen Sie mich an, ich freue mich auf Sie!


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    1. Antje Tomfohrde sagt:

      Ein sehr inspirierender Beitrag! Sollte Pflichtlektüre für alle Abteilungen in Unternehmen sein, nicht nur für HR! Vielen Dank! Weniger reden, mehr umsetzen!

      • personalmarketing2null sagt:

        Danke, Antje! Ja, klar: für alle Abteilungen! Unbedingt! Aber HR könnte hier genau so Treiber sein, wie für viele andere Themen auch. Aber entscheidend ist ohnehin weniger reden, mehr umsetzen! Danke fürs Teilen!

    2. Gratuliere, das ist es: Selber machen. Beispiel aus den USA: Trump blockiert, dafür agieren Bundesstaaten und Städte. So muss es hier auch laufen. Leider. Beste Grüße, cb

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