Warum Ihre Stellen bei Google for Jobs nicht gelistet werden und welche Auswirkungen Googles Jobsuche jetzt schon zeigt

von personalmarketing2null. Lesezeit: fast 10 Minuten.

Nun ist Google for Jobs bereits seit einem Monat am Start. Seitdem hat sich viel getan: So hat bspw. Google allen anderen Jobbörsen in Deutschland hinsichtlich Sichtbarkeit in der Google-Suche das Wasser abgegraben (was nicht sonderlich verwundert). Axel Springer hat ordentlich mit Googles Macht zu kämpfen. Und viele Unternehmen kämpfen auch. Allerdings eher mit der technischen Umsetzung oder mit der eigenen Unzulänglichkeit. Und manche schlafen lieber weiter. Andere wiederum haben es binnen eines Monats nicht einmal geschafft, gravierende und offensichtliche Fehler zu beseitigen. Zeit, hier bei diesen schweißtreibenden Temperaturen mal wieder etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Google for Jobs und die Sichtbarkeit der anderen Jobbörsen

Wirklich überraschend ist es eigentlich nicht, nein, sogar logisch und naheliegend. Google hat in puncto Sichtbarkeit allen anderen Jobbörsen das Wasser abgegraben (wie sollen die auch eine Chance haben, steht Google doch bei den organischen Suchergebnissen nahezu immer auf Platz 1). Wobei – das ist so eigentlich nicht richtig. Richtig ist, dass die klassischen Jobbörsen – allen voran indeed und StepStone massiv an organischer Sichtbarkeit verloren haben. Klar, Googles blaues Jobwunder dominiert die Suchergebnislisten. Ist aber wiederum so herzensgut, dass man andere Jobbörsen, die zur Suche passende Jobs ausgeschrieben haben, via „Stellenangebote suchen bei“ oberhalb des eigentlichen Job-Containers verlinkt (dieses Feature ist übrigens zum Start von Google for Jobs in Deutschland lanciert worden und gab es so bisher noch nicht in den anderen über 100 Ländern, in denen Googles Jobsuch-Erlebnis schon länger verfügbar ist). Insofern profitieren einige der Jobbörsen also auf diese Weise (ja, sogar die eben genannten). Und die, die bei Google for Jobs sowieso schon mitmischen, profitieren ohnehin: Nämlich von zusätzlicher Sichtbarkeit. Auf einmal gelangen Jobbörsen in das Bewusstsein der Nutzer, von denen sie vorher nie gehört haben. Stark, oder?

Google for Jobs _ Stellenangebote suchen bei....

LinkedIn dominiert Google for Jobs

Allerdings trübt hier wiederum die Power von XING oder gar LinkedIn die Freude der anderen. Insbesondere LinkedIn fällt hier ziemlich auf: Das allerdings ist kein Kunststück, schließlich liegt das daran, dass LinkedIn derzeit alles crawlt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist und sich in seinen eigenen Jobmarkt einverleibt.

„Tatsächlich werden aktiv immer wieder Jobs unterschiedlicher Sourcen auf Linkedin gecrawled. In der Regel freuen sich unsere Kunden darüber, vorausgesetzt die Jobs werden korrekt und vollständig gezogen…“ LinkedIn

„Alles“ ist leider nicht ganz richtig. Vielmehr wird das gecrawlt, was seinerseits schon gecrawlt wurde, also bspw. die Feeds von Plattformen wie neuvoo oder jobijoba, um nur zwei zu nennen. Nicht die der Karriere-Websites selber. So werden bspw. von einem meiner Kunden 226 Jobs auf LinkedIn ausgespielt. Und das, obwohl dieser aktuell nur 82 auf seiner Karriere-Website ausgeschrieben hat und nicht aktiv bei LinkedIn schaltet. Hier kann man also schon nicht mehr von Dubletten, sondern eher von Buletten Dribletten sprechen. Auf der einen Seite können sich Recruiter da freuen, bekommen ihre Jobs doch so eine erhöhte (kostenlose) Reichweite, auf der anderen Seite können sich Bewerber ärgern, weil entweder die Jobs nur rudimentär auf LinkedIn wiedergegeben werden, abgelaufen sind oder aber es den Plattformen eigentlich nur darum geht, Nutzerdaten abzugreifen. Ob Sie als Arbeitgeber also wirklich davon profitieren oder das Ganze negativ auf Ihre Außenwahrnehmung einzahlt, müssen Sie entscheiden. Aber keine Angst, schließlich verspricht LinkedIn: „Wenn Kunden allerdings damit nicht einverstanden sind, dann können wir das gerne mit dem Kundendienst lösen und die Jobs von LinkedIn nehmen.“

Google for Jobs: Wie Google den Jobmarkt revolutioniert und Sie im Recruiting profitieren (essentials)
  • Henner Knabenreich
  • Herausgeber: Springer Gabler
  • Auflage Nr. 12019 (22.08.2019)

StepStone spürt Google for Jobs

Während LinkedIn massiv von Google for Jobs profitiert, schauen andere in eine sorgenvolle Zukunft. Axel Springer etwa, bzw. Mathias Döpfner, der den Konzern von der Börse lösen und ihn nun einem US-Investor einverleiben will. Und da hätte Google for Jobs ihm fast den Deal verhagelt. So schätzen Analysten etwa den Markt so ein, dass Google for Jobs massive Auswirkungen auf das Jobbörsen-Business des Medienunternehmens haben werde. Dort ist man der festen Überzeugung, „dass Google letztendlich damit beginnen wird, Stellenanzeigen direkt an Unternehmen zu vermarkten und Plattformen wie [Springers] Stepstone aus dem Weg zu räumen.“ Während man etwa bei Reuters oder T3N lesen konnte, dass StepStone seit Google for Jobs erste Federn lassen muss, dementierte Döpfner dies allerdings: Man habe bisher keine Auswirkungen durch den neuen Wettbewerber gesehen, ließ er verlauten.

Keinerlei Auswirkungen scheinen auch Bayer und BASF durch Google for Jobs zu sehen. Wie ließe sich sonst erklären, dass man auch mehr als einen Monat nach meiner Analyse über die Nutzung von Google for Jobs durch die DAX30, nach wie vor weder Stellentitel noch den eigenen Unternehmensnamen in den strukturierten Daten pflegt. Gut, ein Chatbot auf der Karriereseite des Bayer-Konzerns ist natürlich weitaus wichtiger. Aber wahrscheinlich hat man bei Bayer seit der Monsanto-Übernahme ohnehin andere Probleme. Mal ganz ehrlich, wer würde schon noch bei einem solchen Konzern arbeiten wollen, der seit Jahren die Umwelt zugrunderichtet?

Google for Jobs: (Nicht nur) im Mittelstand noch Neuland

Aber nicht nur Bayer und BASF gehen ignorant durch die Lande und verschenken wertvolle Potenziale, nutzen doch bspw. gut 85 Prozent der Azubi-Bewerber Google für die Suche nach Ausbildungsplätzen. Generell wird Google für die Jobsuche immer wichtiger und bietet Unternehmen (nicht erst seit Google for Jobs) immense Chancen, von potenziellen Bewerbern wahrgenommen zu werden.

Dem gegenüber steht aber die traurige Realität. Es sind nicht nur die DAX30, die die Chancen verstreichen lassen. Einer Studie des Anbieters Bloofusion zufolge verschläft auch der Mittelstand die einmalige Chance, zusätzliche Reichweite zu erzielen: Von 500 Mittelständlern nutzen bisher ganze 7 Google for Jobs korrekt. Apropos korrekt: Geht es um ein korrektes Datenschema (dessen Umsetzung erforderlich ist, um in den Suchergebnissen von Google for Jobs überhaupt zu erscheinen), so tun sich nicht (nur die wenigen) Unternehmen schwer, auch viele Jobbörsen übergeben die Daten fehlerhaft. Welche Fehler die meisten Unternehmen bei Google for Jobs machen und wie Sie sie vermeiden können, hatte ich vor einiger Zeit bereits geschrieben. Ich hatte Ihnen auch versprochen, Ihnen zu verraten, woran es noch liegen kann, wenn Ihre Jobs bei Google nicht erscheinen.

Bei BASF und Bayer ist es ganz einfach: Die pflegen ihren Unternehmensnamen (BASF, Bayer) und ihren Stellentitel nicht (Bayer). Auch die Angabe des Standorts fehlt. Das grenzt wahrlich schon an Dummheit. Aber es gibt noch andere Gründe, warum Ihre Jobs nicht bei Googles blauem Jobwunder erscheinen. Etwa ein fehlender Bewerbungs-Button oder ein falsches Datenschema. Es ist sogar möglich, dass Ihre Jobs zwar zunächst gelistet waren, sie aber plötzlich aus dem Index verschwinden. Für beides gibt’s gute Gründe, die ich hier für Sie zusammengefasst habe:

Der Inhalt der Seite unterscheidet sich von den strukturierten Daten

Manchmal werden die strukturierten Daten auf der Seite der Stellenübersicht hinterlegt. Das wird so nicht funktionieren, denn die strukturierten JobPosting-Daten werden niemals auf der Startseite der Stellenbörse implementiert, sondern immer nur auf der Seite der Stellenausschreibung selbst.

Auf der Seite mit den Stellenangeboten kann keine Bewerbung eingereicht werden

Eigentlich naheliegend wie nur was: Es muss klar erkennbar sein, dass man sich auf der Seite bewerben kann bzw. eine Bewerbungsmöglichkeit vorhanden sein, etwa per E-Mail-Verknüpfung oder Bewerben-Button. Eine deutliche Bewerbungsaufforderung – insbesondere dann, wenn eine Bewerbung nur per E-Mail möglich ist – gewährleistet, dass Ihre Stellenanzeige dann auch angezeigt wird. Apropos deutlich: Der CTA (Call to Action), also die Bewerbungsaufforderung sollte ins Auge fallen.

Kandidaten wollen sich in der Regel direkt auf der Karriereseite eines Unternehmens bewerben. Je weiter der Weg zur Bewerbung, desto größer die Gefahr, dass diese abgebrochen wird. Meine dringende Empfehlung lautet daher: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Bewerber möglichst direkt auf Ihre Stellenangebote bzw. zur Bewerbung gelangen und vermeiden Sie nach Möglichkeit den Umweg über Drittanbieter, wie etwa Jobbörsen. Nur so ist eine zufriedenstellende Candidate Journey mit möglichst wenigen Klicks und „Medienbrüchen“ möglich.

Die Bewerbung ist kostenpflichtig

Auch das soll in Zeiten von Internetbetrug immer wieder mal vorbeikommen und wird natürlich von Google geahndet.

Falsche (oder fehlende) Angabe der Arbeitsstelle

Der Ort, an dem sich die Arbeitsstelle befindet (oder zumindest der Unternehmenssitz), muss angegeben werden. Anderweitig kann Google keine standortbezogenen Daten ermitteln. In der Folge bedeutet das: die Stelle ist bei Google for Jobs nicht sichtbar.

Stellenangebote, die Jobs anpreisen, nur um Bewerbungen zu generieren

Es soll ja Unternehmen geben, die Jobs zwar ausschreiben, dies aber nur tun, um bspw. ihren Talentpool zu füllen oder um so zu tun, als seien sie wirtschaftlich erfolgreich. Auch solche Stellenausschreibungen sind auf Googles Roter Liste.

Abgelaufene Jobs

Ist ein Job abgelaufen (also hat er ein in der Vergangenheit liegendes validThrough-Datum), entfernt Google den Job ebenfalls aus dem Index. Wird die Stelle nicht deaktiviert, kann das dazu führen, dass Google das ausschreibende Unternehmen abstraft. Im schlimmsten Falle bedeutet das, dass Ihre Jobs erst mal für eine Weile weg vom Fenster sind und auch nicht wieder so schnell im Index auftauchen.

Fehlende Angabe des Arbeitgebers

Auch das kommt (warum auch immer) vor. Im Feld hiringOrganization MUSS aber unbedingt der Name des Arbeitgebers hinterlegt sein, andernfalls erscheint die Stelle nicht bei Google for Jobs. Das ist übrigens auch der Grund, warum BASF und Bayer nicht bei Google for Jobs gelistet sind. Auch die Angabe eines falschen Arbeitgebers führt zur Disqualifikation.

Fehlende Angabe des Stellentitels

Das hatte ich ja bereits in meinem letzten Artikel erwähnt. Aufgrund es oben geschilderten Beispiels scheint mir ein erneuter Hinweis aber sinnvoll. Denn logisch: Ein fehlender Stellentitel führt natürlich dazu, dass ein Job nicht aufgefunden werden kann. Auch dürfen Stellentitel (title) und Jobbeschreibung (description) nie identisch sein.

Fehlende XML-Sitemap

Nachdem Sie die Jobs entsprechend aufbereitet haben, müssen Sie diese Google noch übermitteln. Es ist zwar möglich, dass sich der Google-Crawler diese beim nächsten Besuch selber einverleibt, auf der sicheren Seite sind Sie aber, wenn Sie eine separate XML-Sitemap nur für die Jobs erstellen.

Haben Sie eine Vielzahl an Jobs, die zudem recht häufig (am Tag) aktualisiert werden, empfiehlt sich zusätzlich die Einrichtung einer Indexing API (mehr dazu hier: https://developers.google.com/search/apis/indexing-api/v3/quickstart). Diese Schnittstelle garantiert, dass Ihre Jobs innerhalb kürzester Zeit bei Google erscheinen bzw. abgelaufene Jobs automatisch aus dem Index verschwinden.

Ist die Jobbeschreibung unvollständig oder fehlerhaft, droht die Abstrafung

Generell gilt: Die Jobbeschreibung muss vollständig sein. Google unterscheidet zwischen Fehlern, die dazu führen, dass der Job nicht indiziert wird – etwa der fehlende Unternehmensname oder der fehlende Stellentitel – und Warnungen, die Empfehlungen enthalten, welche Daten noch ergänzt werden sollten – etwa das Gehalt oder die vollständige Anschrift. Bei einer Fehlermeldung handelt es sich um Felder, die zwingend erforderlich sind, bei Warnungen um unvollständige Felder, die zwar nicht erforderlich, aber empfohlen werden.

Wer hier nachlässig handelt und eine oder mehrere dieser Richtlinien verletzt, hat dann möglicherweise ein Problem. Google ergreift dann nämlich im schlimmsten Falle „manuelle Maßnahmen“ (Google ergreift diesen Schritt, wenn „ein menschlicher Prüfer (kein Bot!) bei Google festgestellt hat, dass die Seiten auf der Website nicht den Qualitätsrichtlinien für Webmaster von Google entsprechen“. Das wiederum bedeutet für Sie, dass Ihre Stellen nicht angezeigt oder von der Google-Suche ausgeschlossen werden können. Und das wiederum bedeutet, dass Sie nach Behebung des Problems einen „Antrag auf erneute Überprüfung der Website“ stellen dürfen. Laut Google dauert dies zwischen wenigen Tagen bis hin zu einer Woche oder zwei – fatal, wenn man bedenkt, wie wichtig Transparenz und Schnelligkeit im Recruiting heute sind.

Alles, was Sie sonst zu Google for Jobs wissen müssen, finden Sie in weiteren Artikeln hier im Blog oder demnächst in meinem Buch „Google for Jobs“.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihren Stellenanzeigen auf Google for Jobs!

Google for Jobs: Wie Google den Jobmarkt revolutioniert und Sie im Recruiting profitieren (essentials)
  • Henner Knabenreich
  • Herausgeber: Springer Gabler
  • Auflage Nr. 12019 (22.08.2019)

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Über den Autor

Hallo, ich bin Henner Knabenreich. Seit 2010 schreibe ich hier über Personalmarketing, Recruiting und Employer Branding. Stets mit einem Augenzwinkern oder den Finger in die Wunde legend. Auf die Recruiting- und Bewerberwelt nehme ich nicht nur als HR-Blogger maßgeblich Einfluss, auch als Autor, als Personalmarketing-Coach, als Initiator von Events wie der HR-NIGHT oder als Speaker hinterlasse ich meine Spuren in der HR-Welt. Sie wollen mich für einen erfrischenden Vortrag buchen, haben Interesse an einem Karriere-Website-Coaching, suchen einen Partner oder Berater für die Umsetzung Ihrer Karriere-Website oder wollen mit bewerberzentrierten Stellenanzeigen punkten? Ob per E-Mail, XING, LinkedIn oder Twitter - sprechen Sie mich an, ich freue mich auf Sie!


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