Offizieller Start von Google for Jobs in Deutschland – Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 8 Minuten.

Heute Morgen hatte endlich das lange Warten ein Ende. Nick Zakrazek, seines Zeichens Produktmanager für Google for Jobs verkündete in Berlin den offiziellen Deutschlandstart von Googles Jobsuche. Einige hatten bereits seit dem 15. März das Glück und konnten im Rahmen einer Testphase einen ersten Eindruck davon bekommen, was Googles „Job Search Experience“ zu leisten imstande ist. Viele Unternehmen haben allerdings bis dato immer noch nicht begriffen, welche Chancen Google for Jobs bietet. Andere wiederum, die ihre Stellenanzeigen gemäß des Datenschemas aufgebaut haben, welches erforderlich ist, um von potenziellen Bewerbern gefunden zu werden, machen immer wieder die gleichen Fehler. Damit Sie entspannt in eine sorgenfreie Recruiting-Zukunft starten können, verrate ich Ihnen, wie Sie es vom Start an richtig machen.

Irgendwie stimmt es mich schon nachdenklich: Da präsentierte Google bereits vor zwei Jahren sein verbessertes Sucherlebnis für Stellenausschreibungen – eine lange Zeit, um sich damit auseinanderzusetzen und bestens für den Deutschlandstart vorbereitet zu sein – und trotzdem zeigen sich Deutschlands Unternehmen kaum vorbereitet. So verfügen bspw. 16 der DAX-30-Konzerne nicht einmal ansatzweise über nach Googles Richtlinien aufgebaute Stellenanzeigen. Andere haben sich zwar oberflächlich für Google for Jobs aufgestellt, kämpfen aber mit Fehlern, die letztendlich dazu führen, dass die Jobs doch nicht angezeigt werden. Natürlich sind die DAX30 nicht die einzigen, die Potenziale verschenken, aber gerade diese sollten aufgrund ihrer Größe und aufgrund ihrer internationalen Recruiting-Aktivitäten eigentlich ein gewisses Vorbild abgeben. Nur als Erinnerung: Google for Jobs ist mittlerweile in 120 Ländern verfügbar. Wer diese Chancen als global rekrutierendes Unternehmen verpennt, dem ist wirklich nicht zu helfen.

Google for Jobs: Wie Google den Jobmarkt revolutioniert und Sie im Recruiting profitieren (essentials)
  • Henner Knabenreich
  • Herausgeber: Springer Gabler
  • Auflage Nr. 12019 (09.10.2019)

Die häufigsten Fehler, die Unternehmen bei Google for Jobs machen – und wie Sie sie vermeiden

Letztendlich sind die DAX30 nicht alleine. Der Großteil an Unternehmen – egal, ob Kleinunternehmen, Mittelstand oder Konzern – nutzt Google for Jobs noch gar nicht. Die meisten haben wahrscheinlich noch nicht einmal davon gehört, welche Chancen die neue Jobsuche bietet. Andere verlassen sich (wahrscheinlich eher unbewusst) darauf, dass man sie via Stellenbörse in den Suchergebnissen findet. Die im Übrigen auch nicht immer einen guten Job machen. Abgesehen davon, dass auf diese Weise Riesenchancen vergeben werden. In meinem Artikel zum „inoffiziellen“ Deutschlandstart habe ich Sie bereits auf die wichtigsten To dos hingewiesen, damit Sie erfolgreich ins neue Recruiting-Zeitalter starten können. Heute, quasi als Geschenk zum offiziellen Start von Google for Jobs in Deutschland, verrate ich Ihnen die Fehler, die Unternehmen und Jobbörsen am häufigsten machen – sei es nun in den USA, in Großbritannien, in Singapur, in Japan oder eben in Deutschland. Wenn Sie all diese Hinweise berücksichtigen, sollte bei Ihnen eigentlich nichts mehr schieflaufen. Wenn doch, kontaktieren Sie mich gerne ;).

Im Laufe der letzten zwei Jahre war es mir sehr gut möglich, mir ein Bild davon zu machen, wo es bei der Aufbereitung der Stellenausschreibungen immer wieder hakt. Und dabei spielt es gar keine Rolle, ob das Unternehmen in Texas, Tokyo, Taragona, Tewkesbury oder Telgte sitzt. Damit Ihnen nicht die gleichen Fehler passieren, habe ich Ihnen das Ganze einmal zusammengefasst.

Sie sind mit Ihren Jobs nur via externer Jobbörse auf Google for Jobs vertreten

Das ist wohl der größte Fehler überhaupt. Nutzen Sie die Chance und sorgen Sie dafür, dass Google die auf Ihrer Karriere-Website ausgeschriebenen Jobs direkt ausspielt. Einen besseren Traffic-Generator und Conversionbringer bekommen Sie nie wieder! Natürlich kann es nicht schaden, auch auf zielgruppenaffinen Jobbörsen unterwegs zu sein. Was zählt, ist Ihre Bewerbungsmöglichkeit an Platz 1!

Google for Jobs - Sorgen Sie dafür, dass Sie an erster Stelle bei den Bewerbungsoptionen stehen

Microdata statt JSON-LD

Ohne jetzt allzu technisch werden zu wollen: Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten, die Jobdaten gemäß schema.org aufzubereiten, einmal per Microdata und „itemprop“, einmal per JSON-LD. Die Erfahrungen respektive die Auswertungen zeigen, dass das Aufbereiten mittels JSON-LD die zuverlässigere Art zu sein scheint. Bei diesen Informationen möchte ich es belassen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an Ihren Entwickler. Irgendwelche Einwände?

Fehlendes Logo

Das Logo ist zwar nicht kriegsentscheidend (also im Sinne des „War for Talents“), aber auch nicht ganz so trivial. Hinterlegen Sie nämlich kein Logo, erscheint in der Jobliste einfach nur der Anfangsbuchstabe Ihres Unternehmens. In einer Liste mit vielen Unternehmen, die möglicherweise auch kein Logo hinterlegt haben, fallen Sie damit nicht nur nicht auf, es ist auch keine unmittelbare, „visuelle“ Zuordnung zu Ihrem Unternehmen möglich. Ein Logo hingegen schafft Identität und lässt sich viel leichter merken und zuordnen. Allerdings wählt Google selbst „das Logo aus, das am besten zur Anzeige in den Suchergebnissen passt, egal ob es sich um das Knowledge-Graph-Logo oder das hiringOrganization-Logo handelt.“ Das führt mitunter zu merkwürdigen Ergebnissen. So prangte bspw. beim Personaldienstleister FBI Personallösungen das Original-Logo des Federal Bureau of Investigations. Das sorgt zwar für Aufmerksamkeit, aber wohl für die falsche ;). Das Logo ist Bestandteil des Datenfeldes hiringOrganization. Dass Google es selbst nicht so genau nimmt mit den Regeln, sollte für Sie keinen Freifahrtschein darstellen!

Das Logo hilft entscheidend bei der Auffindbarkeit Ihrer Jobs bei Googles Jobsuche

Fehlende oder unvollständige Stellenbeschreibung (description)

Das ist wohl der häufigste Fehler, der auch eine große Auswirkung auf den Erfolg Ihrer Stellenanzeigen bei Google for Jobs hat. Hier findet sich entweder gar kein Inhalt (leer) oder nur unvollständiger Inhalt (bspw. nur der Einstieg in die Stellenanzeige). Ein anderes Extrem ist doppelter Inhalt. Warum auch immer finden sich die Inhalte der Stellenanzeige (oder auch nur Auszüge) mehrfach untereinander. Auch wenn ich es zuvor schon erwähnt habe: Die description ist das A & O Ihrer Stellenanzeige. Hier gehören die wesentlichen Dinge rein, idealerweise sogar die komplette Beschreibung: Intro (bitte möglichst ansprechend, da der Einstiegstext das Erste ist, was ein potenzieller Bewerber zu lesen bekommt), Aufgaben, Anforderungen, Vorteilsargumentation (aka Benefits), Ansprechpartner, Bewerbungsaufforderung. Sie können die description natürlich unabhängig von Ihrer eigenen Stellenausschreibung anpassen. Respektive Ihr Programmierer kann’s ;). Wichtig ist, dass Sie es schaffen, das Interesse des potenziellen Bewerbers mit den ersten Zeilen zu wecken. Nein, mit einer sich selbst beweihräuchernden Unternehmensbeschreibung gewinnen Sie nicht das Interesse, glauben Sie mir. Detaillierte Informationen zur Gestaltung von Stellenanzeigen finden Sie in meinem Buch Karriere-Websites mit Wow!-Effekt, welches im Herbst erscheint. Sie wollen nicht so lange warten? Kontaktieren Sie mich gerne!

Fehlender Stellentitel

Eigentlich sollte klar sein, dass ohne Stellentitel eine Auffindbarkeit wo auch immer nicht möglich ist. Für den Stellenntitel (title) hat Google bzw. schema.org ein eigenes Datenfeld vorgesehen. Wenn Sie es nicht entsprechend befüllen, ist das für Google ein Grund, Ihnen den Zugang zu Google for Jobs zu verwehren.

Google for Jobs - ohne Angabe des Stellentitels läuft nichts

Fehlender Bewerbungshinweis

Ja, auch das soll vorkommen. Da hat man eine schöne Stellenanzeige kreiert und an Google übermittelt und trotzdem weigert Google sich beharrlich, die Stellenanzeige anzunehmen. Logisch, dass in einer Stellenanzeige eine Bewerbungsmöglichkeit nicht fehlen darf. Das muss nicht zwingend ein Button sein, aber wenn Sie eine Bewerbung per E-Mail ermöglichen, sollte das auch klar erkennbar sein. Etwa, in dem Sie den Link entsprechend bezeichnen, z. B. Bewerben Sie sich jetzt. Ist für Sie klar und nicht der Rede wert? Sie werden lachen, aber das gilt offenbar nicht für jeden.

Fehlende HTML-Tags

Damit Ihre Stellenanzeigen bei Google for Jobs nicht als unstrukturierte Textwüsten angezeigt werden, ist eine Auszeichnung mit HTML-Tags dringend erforderlich. Insbesondere an <br> oder <p> für Zeilenumbrüche bzw. Absätze und <li> für Listenpunkte zur Aufzählung der Aufgaben bzw. Anforderungen geht dabei kein Weg vorbei (mehr, also bspw. verschiedene Deklarationen für die Überschriften, geht eigentlich auch nicht, auch wenn Google das in seinen Richtlinien schreibt).

Fehlende oder unvollständige Adressdaten

Diese führen insbesondere dazu, dass eine „Jobs in meiner Nähe“-Suche nicht zufriedenstellend ausgeführt und der Arbeitsweg nicht angezeigt werden kann. Nicht nur das: Auch bei einer Jobabfrage nach einer Ortsangabe, etwa „Job Kurfürstendamm Berlin“, sind Sie nicht dabei, wenn Sie die Angaben nicht entsprechend pflegen. Damit verspielen Sie im Zweifelsfall Reichweite und Aufmerksamkeit und Unternehmen, die diese Daten richtig pflegen, liegen in der Gunst eines potenziellen Bewerbers vorn.

Google for Jobs - Suche nach direktem Standort

Fehlende Beschäftigungsart

Fehlt die Angabe, ob es sich etwa um eine Vollzeit- oder Teilzeitstelle, eine Stelle, die ich remote ausfüllen kann oder als Zeitarbeitnehmer, fehlt dem Bewerber Orientierung und Sie verschenken in den Suchergebnissen bei Google for Jobs unter Umständen Potenziale.

Fehlende Gehaltsangabe

Das muss ich glaube ich nicht weiter kommentieren. Bewerber wollen wissen, was sie verdienen. Also legen Sie es in Ihrem eigenen Sinne offen. Dass Sie den Preis für ein Produkt frühestens an der Kasse erfahren, würden Sie auch nicht wollen, oder? Abgesehen davon ersparen Sie es sich, Bewerbungen zu sichten, die ohnehin nicht in Ihr Gehaltsgefüge passen. Damit haben Sie viel Zeit, sich den Bewerbungen zu widmen, die umso besser passen. Abgesehen davon: Google tut alles dafür, die nicht bereitgestellten Daten anderweitig zu aggregieren (auch wenn es sich selbst nicht an die Empfehlungen hält – aber: s. o.) und zeigt stattdessen (oder aber auch ergänzend) Daten aus Glassdoor, LinkedIn oder anderen Portalen an. Manche Unternehmen, etwa Siemens, greifen zu einem Trick und setzen dann als Wert „0“ (also null) ein. Mit der Folge, dass sie möglicherweise ein zu 100 Prozent fehlerfreies Datenschema abliefern, sich und ihre Bewerber aber betrügen und – wie in diesem Falle – ordentlich auf die Nase fallen:

Google for Jobs - Gehaltstransparenz zahlt sich aus

Warum Google Ihnen den Zugang trotzdem manchmal verwehrt, verrate ich Ihnen in einem weiteren Artikel! Bleiben Sie gerne auf dem Laufenden und abonnieren Sie meinen Blog oder kontaktieren Sie mich gerne!

Alles, was Sie sonst zu Google for Jobs wissen müssen, finden Sie in weiteren Artikeln hier im Blog.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihren Stellenanzeigen auf Google for Jobs!

Google for Jobs: Wie Google den Jobmarkt revolutioniert und Sie im Recruiting profitieren (essentials)
  • Henner Knabenreich
  • Herausgeber: Springer Gabler
  • Auflage Nr. 12019 (09.10.2019)

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Über den Autor

Hallo, ich bin Henner Knabenreich. Seit 2010 schreibe ich hier über Personalmarketing, Recruiting und Employer Branding. Stets mit einem Augenzwinkern oder den Finger in die Wunde legend. Auf die Recruiting- und Bewerberwelt nehme ich nicht nur als HR-Blogger maßgeblich Einfluss, auch als Autor, als Berater, als Initiator von Events wie der HR-NIGHT oder als Speaker hinterlasse ich meine Spuren in der HR-Welt. Sie wollen mich für einen erfrischenden Vortrag buchen, haben Interesse an einem Karriere-Website-Coaching, suchen einen Partner oder Berater für die Umsetzung Ihrer Karriere-Website oder wollen mit bewerberzentrierten Stellenanzeigen punkten? Ob per E-Mail, XING, LinkedIn oder Twitter - sprechen Sie mich an, ich freue mich auf Sie!


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    1. […] Welt spricht von „Fail fast“ und „MVP“ und macht damit riesen Erfolge. Wer denkt, das mit Google for Jobs eine allumfänglich funktionierende Jobbörse an den Start geht, hat denke ich einiges versäumt. […]

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