Personalmarketing Schritt für Schritt im Mittelstand - Podcast Episode Nr. 9 mit Pia Sprügel

Personalmarketing Schritt für Schritt im Mittelstand – Podcast Episode Nr. 9 mit Pia Sprügel

von personalmarketing2null. Lesezeit: fast 5 Minuten.

Momentan werden Themen wie Künstliche Intelligenz, Recruiting-Chatbots oder auch das Rollenverständnis des Recruiters heiß diskutiert. Sich damit auseinanderzusetzen ist wichtig, keine Frage. Allerdings ist das, was uns in unserer feinen HR Filterblase umtreibt, Lichtjahre entfernt von dem, was sich in dem größten Teil der deutschen Unternehmen abspielt. Geht es um Personalmarketing im Mittelstand, so können wir uns tatsächlich freuen, wenn es das denn überhaupt explizit gibt. Aus diesem Grunde gibt’s heute mal eine Podcast-Episode mit Bodenhaftung. Wie sie HR und Personalmarketing eines mittelständischen Unternehmens von Null aufgebaut hat, das hat mir Pia Sprügel verraten.

Pia habe ich kennen gelernt anlässlich des Ausbildungskongresses der IHK Heilbronn-Franken, wo wir zwei einen Workshop zum Thema Ausbildungsmarketing moderiert haben. Während es bei mir darum ging, was in der Bewerberansprache alles so möglich und zwingend umzusetzen ist, plauderte Pia aus dem Nähkästchen, was dann zu befruchtenden Diskussionen unter den Teilnehmern führte. Werfen wir doch mal einen Blick auf die deutsche Wirtschaft. Denn während immer über tolle (und weniger tolle, aber Hauptsache, man spricht drüber) Aktionen von Konzernen und Großunternehmen gesprochen wird (und diese als nachahmenswert gelten), macht dieser Anteil der Unternehmen eigentlich einen nur geringen Anteil an den deutschen Unternehmen aus.

Personalmarketing von Null aufbauen

Tatsächlich sind es nämlich die kleinen und mittleren Unternehmen, die deutsche Wirtschaft in Schwung halten und die meisten Mitarbeiter beschäftigen: 99,3 Prozent zählen zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), in denen 61 Prozent der 28,3 Millionen Beschäftigten arbeiteten (Zahlen von 2015). Umso wichtiger also, dass man mal über diese Unternehmen und deren Personalmarketing berichtet. Das Unternehmen Sprügel repräsentiert nun ein solches Unternehmen. Ein 40 Jahre junges familiengeführtes Handelsunternehmen. Als Pia 2009 dort anfing, gab es weder eine HR-Abteilung und schon gar kein Personalmarketing. 75 Mitarbeiter zählte das Unternehmen damals. Das Unternehmen Sprügel sitzt im Kochertal, welches von starken Arbeitgebermarken und Hidden Champions geprägt ist. Zu den bekanntesten zählen wohl Würth und die gute alte Schwäbisch Hall. Gar nicht so einfach, da als kleiner Mittelständler bei den Bewerbern wahrgenommen zu werden, haben die Bewerber doch die Qual der Wahl. Und die fällt ja bekanntlich auf das Unternehmen mit der größten Sichtbarkeit und einem attraktiven Angebot. Pia machte sich also genau das zur Aufgabe: Für Sichtbarkeit sorgen und das Personalmarketing von Null  aufbauen.

„Laut und frechmutig, trotzdem bodenständig, aber vor allem trotzdem eine Idee persönlicher.“

Denn wer nicht über sich spricht und nicht am Bewerbermarkt präsent ist, darf sich nicht über mangelnde Bewerbungseingänge wundern. Also wurde Pia aktiv, ging auf Jobmessen, veröffentlichte Stellenanzeigen außerhalb der Website und gestaltete diese neu, frech und bunt, besuchte und veranstaltete Abende der Ausbildung. Dass es ohne Neugierde nicht geht und man den (anfangs leeren) Schreibtisch schon mal verlassen muss, um einen Blick über den Tellerrand zu erhaschen, war Pia bewusst. Und so machte sie ein Benchmarking der Unternehmen aus der Region, schaute sich deren Karriereseiten an und suchte den Austausch mit Personalern aus anderen Unternehmen.

Schritt für Schritt und sich nicht entmutigen lassen

Natürlich geht es auch darum, zu erkennen, wer man selber als Unternehmen ist: Wie tickt man als Unternehmen, was zeichnet einen aus als Arbeitgeber? Um gegen die Großen anzustinken, wäre es natürlich wenig Erfolg versprechend, würde man „Employer Branding per Copy & Paste“ betreiben. Pias Devise: Auffallen, laut und frechmutig sein, trotzdem bodenständig – schließlich muss es zur Unternehmenskultur passen -, aber vor allem: eine Idee persönlicher. Klar, dass da nicht jeder begeistert war. Aber auch das gehört dazu: Erfahrungen sammeln, auch mal stolpern und wieder aufstehen und die Krone richten. Wichtig sei es, so Pia, an der Vision festzuhalten, sich nicht entmutigen zu lassen und auch gegen Widerstände für seine Sache einzutreten.

„Ich hab‘ mit Din-A-4-Blättern angefangen, auf denen ich ein schönes Foto und den Ausbildungsverlauf abgebildet habe.“

Ans Personalmarketing hat sich Pia Schritt für Schritt herangetastet. Und so war tatsächlich ein Din-A-4-Blatt mit Foto und Ausbildungsverlauf die erste Maßnahme der Personalwerbung. Im Vergleich zu KI, Recruiting-Chatbots oder Bewerbercastings wohl wenig innovativ, aber eben deutlich mehr als das, was bisher da war. Klein anfangen und sich Schritt für Schritt vorarbeiten, ist daher auch Pias Empfehlung für Kolleginnen und Kollegen da draußen. Und sich dessen bewusst sein, dass Personalmarketing ein Prozess ist, der nie zu Ende ist. Dass ein authentischer Arbeitgeberauftritt mit Stock-Fotos nicht möglich (und streng genommen sogar gesetzeswidrig) ist, war Pia klar. Deswegen waren von Anfang echte Mitarbeiter Gesichter des Arbeitgeber-Auftritts.

Da Pia zudem Dozentin für betriebliche Personalarbeit (das heißt wirklich so) an der DHBW ist, konnte sie ihre Personalmarketing-Ideen direkt an und mit der Zielgruppe testen bzw. diskutieren. In diesen Diskurs geht sie auch mit Bewerbern. So bekommt sie ein gutes Gespür, ob die Maßnahmen fruchten und wo ggf. nachjustiert werden muss. Den Erfolg überlässt sie nicht dem Zufall und so werden die einzelnen Maßnahmen und deren Ergebnisse auch säuberlich erfasst. HR Analytics im Kleinen also, wenn man so will. Personalmarketing hört für sie nicht in der Bewerberansprache auf, auch die Vorstellungsgespräche hat sie einer Frischzellenkur unterzogen: Hier werden Vorstellungsrunden mit mehreren Bewerbern gleichzeitig durchgeführt, das Ganze gewürzt mit Frühstück und Betriebsführung. Auch hier greift ihr Motto „eine Idee persönlicher“.

Wenn Sie wissen wollen, mit welche Widerständen Pia zu kämpfen hatte, wie sie damit umgegangen ist, wie man sich Schritt für Schritt ans Personalmarketing herantasten kann, warum es so wichtig ist, sich das Feedback von Bewerbern einzuholen, welche Rolle ein Hund im Personalmarketing spielt, und wie bei Sprügel die Bewerbungsgespräche ablaufen, erfahren Sie in dieser Podcast-Episode. Viel Spaß!

Links aus dieser Episode:

Sprügel-Website

Goldene Runkelrübe

Ausbildungskongress IHK

Hier geht's zum personalmarketing2null-Podcast!


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