Ist Recruiting im Freibad Rocket Science? – Podcast-Episode 3 mit Eva Planötscher-Stroh

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 4 Minuten.

Sie ist wohl die online-extrovertierteste HR-Verantwortliche im gesamten DACH-Raum, wenn nicht sogar der Welt. Die Rede ist von Eva Planötscher-Stroh. Am Rande des dritten HR-Barcamps in Wien habe ich in meinem dritten Recruiting-Podcast mit ihr über innovative Recruiting-Ideen gesprochen – oder wie würden Sie es nennen, wenn Sie nicht warten, dass die Bewerber zu Ihnen kommen, sondern den Spieß umdrehen und Ihre Bewerberansprache bspw. ins Freibad verlagern? ;) Auch wenn Evas Kernzielgruppe Bäckereifachverkäuferinnen sind – wie immer lässt sich viel mitnehmen für andere Zielgruppen und andere Unternehmen. Und Evas nettem Dialekt zu lauschen, lohnt sich ohnehin!

Eva Planötscher-Stroh rutschte mit 22 Jahren nach einem Teilzeitjob im Bereich Marketing/Sales eher zufällig im HR-Management. Dem Bereich ist sie seither treu geblieben, mittlerweile leitet sie das HR-Management bei Wiens größter Bäckerei. Gut 1.600 Mitarbeitende in 77 Filialen zählt das Unternehmen. Ich habe Eva auf dem HR-Barcamp in Wien kennen gelernt und war sofort fasziniert von ihrer Ausstrahlung und ihren eher ungewöhnlichen Ideen. Schon letztes Jahr berichtete ich über die Idee des Karrierezentrums. Und endlich war ich selber einmal in der Berggasse vor Ort.

Kein Anschreiben, keine Online-Bewerbung

Eva wäre nicht Eva, wenn sie im Rahmen einer Barcamp-Session nicht auch dieses Jahr mit einem charmanten Recruiting-Ansatz überrascht und -zeugt hätte.

Ihr Credo ist eine möglichst niedrigschwellige Kontaktaufnahme mit dem Bewerber und so schaffte sie schon vor zwei Jahren das Anschreiben ab. Ja, der ganze klassische Recruiting-Prozess wurde neu erfunden und durch einen wesentlich effizienteren Ansatz ersetzt. So wird bspw. auf Online-Bewerbungen komplett verzichtet!

Während seinerzeit zwei Recruiter je zweimal in der Woche Vorstellungsrunden durchgeführt haben, sind es nun je nach Saison und Bedarf im Durchschnitt zwischen 40 und 100 Gespräche – in der Woche! Möglich wurde das eben durch das so genannte Karrierezentrum. Eva war es ein Dorn im Auge, dass von 40 Stunden nur 8 Stunden für das reine Recruiting und der Rest für „Systembefriedigung“ drauf gingen, also Administration und umständliche Bewerbungsprozesse. Warum nicht den Aufwand für den Bewerber aufs Minimum reduzieren und zu sich in die Filiale bzw. ins Karrierezentrum holen? Eine wahre Verkäuferpersönlichkeit können Sie niemals nach Anschreiben, Lebenslauf oder Zeugnissen beurteilen, sondern nur nach persönlichem Auftreten und dem Umgang mit dem Kunden. Und Kunden haben 1.000 Gesichter und reagieren sehr unterschiedlich. Ich selber habe 13 Jahre im Einzelhandel gewirbelt, insofern weiß ich, von was ich rede :).

Kürzere Time to hire, bessere Bewerberqualität

Durch den Schritt wurde nicht nur das Recruiting deutlich effizienter, auch die Qualität der Bewerber wurde besser. Klar, man hat die potenziellen Mitarbeiter direkt vor Augen und kann ihre Fähigkeiten direkt vor Ort in Rollenspielen unter realen Bedingungen kennen lernen. Direkt im Gespräch wird entschieden, ob der Kandidat weiterkommt. Die Time to hire konnte auf diese Weise drastisch verkürzt werden. Je nach Sachlage und Flexibilität des Kandidaten und der jeweiligen Führungskraft dauert es mitunter nur eine Woche, vom Gespräch bis zum Stellenantritt. Und so sind alle glücklich: Bewerber, Führungskräfte und Eva sowieso :).

Nur eine Woche dauerte es auch von der Idee bis zur Umsetzung des weitergedachten Recruiting-Konzepts. Klar, es ist toll, dass die Bewerber direkt im Karrierezentrum vorbei kommen, aber das sind eben nur jene, die die Bäckerei schon auf dem Schirm haben. Wie wir alle wissen, geht es ja darum, auch die diejenigen für uns als Arbeitgeber zu überzeugen, die uns noch gar nicht kennen. Was also tun? Richtig: Nicht der Arbeitgeber wartet, dass die Bewerber bei ihm anklopfen – der Arbeitgeber klopft beim Bewerber an. Zumindest im übertragenen Sinne. Und so schnappte man sich Sitzecke, Flyer und Messestand und platzierte sich mit diesem mobilen „Pop-Up-Karrierezentrum“ im Wiener Haupt- und Westbahnhof.

Wieder einmal gab der Erfolg Eva und ihrem Team recht: Am ersten Tag gab es bereits 11 echte Vorstellungsgespräche, am zweiten Tag wurde die Zahl noch mal getoppt. Aber ich verrate schon wieder viel zu viel. Lassen wir doch Eva selbst zu Wort kommen. Da verrät sie auch, wie gut Bewerberansprache im Freibad funktioniert und gibt einfach zu beherzigende Tipps. Ungeschminkt und ohne Filter.

Also, viel Spaß mit Eva Planötscher-Stroh, der ungekrönten HR Twitter-Queen!

Natürlich gibt’s personalmarketing2null on air und den Podcast mit Eva auch bei iTunes. Ich freue mich über Likes, Shares, Kommentare, Bewertungen, Blumen oder auch Dankesbriefe – ganz wie Sie mögen!

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Links zur Episode

Eva auf Twitter

Verlängerter oder Americano?

Zusammenfassender Artikel zum HR Barcamp in Wien (inkl. Karriere-Pop-Up-Center) im Blog von Whatchado

Artikel im „Personalmanager – Zeitschrift für Human Resources (PDF, S. 4 ff.)

HR Barcamp: http://hrbarcamp.at | http://hrbarcamp.de


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