Die Goldene Runkelrübe - der Award für schlechte HR-Kommunikation - geht in die zweite Runde!

Die Goldene Runkelrübe – der Award für schlechte HR-Kommunikation – geht in die zweite Runde!

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 3 Minuten.

Im Januar haben Jannis Tsalikis (Mein Freund die Arbeitgebermarke, HR Barcamp) und ich Nägel mit Köpfen gemacht. Aus einer schon länger mit uns herum getragenen Idee wurde Ernst, die Goldene Runkelrübe wurde ins Leben gerufen. Unser Gedanke: HR-Awards gibt es viele, aber keiner zeigt, was falsch läuft. Das musste und wird sich jetzt auch ändern.

Denn am 4. Dezember wird nun erstmals die „Goldene Himbeere“ des HR-Managements in Berlin in vier Kategorien verliehen. Und Sie können dabei sein, gleich in mehrfacher Hinsicht!

Im Laufe der Zeit wurden uns eine Menge an Scheußlich- und Peinlichkeiten zugesandt. So hat die Jury nun über 23 Stellenanzeigen, 15 Arbeitgeber-Videos, 16 Karriere-Websites und 14 Social Media-Auftritte zu urteilen. Dabei geht es im Gegensatz zu vielen anderen Awards – wo teilweise sogar die jenigen, die nominiert sind, mit in der Jury sitzen (finde den Fehler!) – rein demokratisch zu. Denn zum einen konnten die Vorschläge von JEDEM, also wirklich JEDEM eingesandt werden, zum anderen kann sich auch JEDER, der entweder der Zielgruppe Bewerber, Dienstleister oder aber Unternehmensvertreter entspricht, Teil der Jury werden. Wie das geht?

  1. Unter pfuipfuipfui@goldene-runkelruebe.de anmelden. Betreffzeile: Jury/Runkelrübe und dann schreiben Sie uns kurz zu welcher Kategorie Sie gehören: Unternehmensvertreter (z. B. Personalabteilung), Dienstleister (z. B. Headhunter oder Employer Branding Berater) oder Bewerber (Studenten, Azubis, Young Professionals, die auf der Suche sind).
  2. Auf www.goldene-runkelruebe.de gehen, sich köstlich über das Personalmarketing von verschiedenen Arbeitgebern amüsieren oder fremdschämen und die persönlichen Favoriten auswählen (merken oder notieren Sie sich einfach die entsprechende Nummer mit Kürzel).
  3. Sie bekommen dann am 25.11. einen Link für die Online-Umfrage zugesandt und haben zwei Tage Zeit Ihren Favoriten auszuwählen (die vier Klicks die Sie machen müssen dauern etwa 4 Minuten).

Die Gewinner werden im Rahmen einer würdigen Gala am 4. Dezember in Berlin bekannt gegeben und ausgezeichnet. Ideal also für all die, die ohnehin schon wegen des HR Excellence Awards in Berlin sind. Wer weiß, vielleicht kann der ein oder andere ja sogar am gleichen Abend gleich zwei Awards mit nach Hause bringen ;-)

Wer noch einen kleinen Anstoß braucht, hier ein paar Beispiele aus den einzelnen Kategorien. Viel Spaß!

Ausbildung bei John Deere

Ausbildung bei der Sparkasse Schopfheim-Zell

Allianz Karriere auf Pinterest

Klar, bei Social Media muss man dabei sein. Als Global Player und Trendsetter natürlich auch auf Pinterest. Dann darf’s aber schon ein bisschen mehr sein :-)

Allianz Karriere auf Pinterest - Gähnende Leere

Traumhafte Aussichten für Ihre Karriere – bei CubeServ

Bei CubeServ räkeln sich die Mitarbeiter im Bett, sind aufgeweckte Typen oder haben traumhafte Karriere-Perspektiven. Für einen Anbieter von Matratzen, Betten oder Schlafmitteln wäre das ja ganz okay – aber für einen Software-Dienstleister?

Aufwachen - Ihre Karriere beginnt bei CubeServ

Die Bahn macht (einen auf) mobil. Vernachlässigt dabei aber den Desktop-Nutzer.

Eine Karriere-Website, die ausschließlich fürs iPad optimiert ist, lässt den Bewerber im wahrsten Sinne des Wortes in die (dunkle) Röhre schauen. Oder ist es ein schwarzes Loch, was sich da auftut?

Eine Karriere-Website, die ausschließlich fürs iPad optimiert ist - Die Bahn macht mobil

Hannover RE – somewhat different?

Somewhat what?? Der Versicherer Hannover RE sucht „weitblickende Kommunikationsanalysetraineetalente“ und stellt dabei die Welt auf den Kopf:

Hannover RE sucht "Weitblickende Kommunikationsanalysetraineetalente"

Bei Tip-Autoteile haben Nichtraucher gute Chancen!

Bei tip-Autoteile ist nicht nur die Reifenmontage neu eröffnet, als Nichtraucher hat man auch hervorragende Chancen, eine der vielen ausgeschriebenen Stellen – z. B. als KFZ-Mechatroniker für den Autoteile-Verkauf – zu ergattern. Also, gleich bewerben!

tip-Autoteile in Berlin sucht Nichtraucher als Kollegen

Noch heute als Jurymitglied bewerben!

Apropos bewerben – auch Sie können sich jetzt bewerben, nämlich als Jurymitglied. Dafür benötigen wir allerdings keine in Prosatext ausgefeilte perfekte Bewerbung, eine kurze E-Mail an pfuipfuipfui@goldene-runkelruebe.de, warum Sie dabei sein wollen und ein Vermerk, welcher der Kategorien Sie angehören (Unternehmensvertreter, Dienstleister, Bewerber) – und schon sind Sie dabei!

Also, noch heute bewerben! Vielleicht wird die Welt der HR-Kommunikation da draußen schon morgen ein Stück besser… Schließlich soll man die Hoffnung nie aufgeben ;-)

  1. Rolf Hagenow sagt:

    Tolle Idee! Es wird immer alles unter den Teppich gekehrt. Ironie und Humor kann nie schaden!

  2. Jan Patrick Turra sagt:

    Hallo Henner,

    grundsätzlich ist ja nichts dagegen einzuwenden, kritisch und ironisch auf schlechte Recruiting- und oder Personalmarketingmaßnahmen hinzuweisen. Möglicherweise fehlt mir auch die notwendige Portion Sarkasmus/Ironie/Humor, aber ich finde, dass ihr dabei über das Ziel hinausschießt. Zum einen finde ich die Art und Weise der Nominierung sehr fragwürdig. Es darf also jeder, nach nicht näher definierten Kriterien und dann auch noch mit dem Hinweis auf vertrauliche Behandlung, also für Außenstehende im Grunde anonym, Vorschläge für schlechte HR-Kommunikation einreichen? Da ist der Weg zum Denunziantentum m.E. nicht mehr weit. Ihr zeichnet dadurch auch teilweise ein völlig falsches Bild von den nominierten Unternehmen, unabhängig davon wie man zu diesen steht. Beispiel Ergo: Dies ist eine von vielen Stellenanzeigen (144 z.B. bei Stepstone). Die meisten Stellenanzeigen sind treffend formuliert. Und davon wurde eine herausgesucht, die zugegebenermaßen echt schräg daherkommt. Da aber ein expliziter Hinweis dahingehend fehlt, dass es sich hier nur um die Betrachtung einer einzelnen Anzeige handelt, wirkt es auf mich, als würde dieser Arbeitgeber ständig auf diese Art und Weise getextete Anzeigen schalten.

    Dann finde ich in Eurer Liste auch Beispiele, bei denen ich mich wirklich frage, was daran schlechte Kommunikation sein soll. Beispiel Ferchau: Ingenieuren ist dieser Arbeitgeber hinlänglich bekannt, die wissen schon wer das ist und wer mit dieser Anzeige angesprochen werden soll. Und nur weil ihr oder der/die Einreicher das mit dem Zahnrad nicht versteht, heißt das noch lange nicht, dass die Kampagne schlecht ist. Die Zielgruppe dürfte hiermit jedenfalls sehr wohl angesprochen werden und darum geht es doch wohl hoffentlich noch. Gleiches gilt im Übrigen m.E. für die Website von Aldi Nord. Was bitte ist am Claim „Für echte Kaufleute“ schlecht? Das jemand Kaufmann und Mensch ist schließt sich doch wohl nicht aus oder muss man das explizit erwähnen? Und dass die Zielgruppe von Aldi Nord im Personalmarketing vermutlich weniger emotional als rational handelt, ist wohl auch nichts Neues. Aber ansonsten entspricht die Website doch so ziemlich genau den Anforderungen, die Du hier auch gerne im Blog anpreist. Ich habe mich jedenfalls dort extrem gut zurecht gefunden.

    Kurzum: Es ist natürlich einfach, sich aus der Ferne über Dinge lustig zu machen, aber schlechte HR-Kommunikation auf diese Art und Weise ‚anzuprangern’, finde ich aufgrund der völlig intransparenten Vorgehensweise, um es höflich zu formulieren, unredlich. Vor allem, und das finde ich an der Aktion eigentlich besonders schade, bringt es die Verantwortlichen nicht aber auch einen Jota voran, Ihre HR-Kommunikation zu verbessern, da sachdienliche Hinweise Mangelware sind. So verbleibt der Eindruck, dass man hier auf Kosten anderer Aufmerksamkeit um der Aufmerksamkeit willen erzeugt, was in meinen Augen eher kindisch als komisch und ziemlich unprofessionell ist. Schade eigentlich…

    Herzliche Grüße,
    Patrick

    • personalmarketing2null sagt:

      Hallo Patrick,
      ohne dir jetzt Humorlosigkeit unterstellen zu wollen, aber das Prinzip der Runkelrübe ist es tatsächlich, mit einem Augenzwinkern die Personalmarketingaktivitäten der Unternehmen zu betrachten und hier die „fragwürdigste“ Darbietung zu küren. So, wie es beim Film die Goldene Himbeere als Pendant zum Oscar gibt, so gibt es jetzt die Goldene Runkelrübe als Pendant zu allen im HR-Bereich vergebenen Preisen. Ein wenig Spaß sollte man also schon verstehen.
      Wobei das Ganze natürlich durchaus einen ernsten Hintergrund hat, wie man auch den Mails der Jury-Anwärter entnehmen kann. Egal, ob Unternehmensvertreter, Dienstleister oder – eigentlich die wichtigste Zielgruppe – Bewerber haben entsprechend ihren Unmut kundgetan, was denn so alles schief läuft in der HR-Kommunikation. Und das ist ja das Schöne an dieser Auszeichnung: es handelt sich um einen echten Publikumspreis. D. h. sowohl die Einreichungen konnten von jedermann (Bewerber, Dienstleister, Unternehmensvertreter) vorgenommen werden als auch die Anmeldung als Jurymitglied. Jeder hat also die Chance, hier mitzuwirken. Der eine ergreift sie, der andere schmollt oder ignoriert lieber. Aber das kennen wir ja schon von Arbeitgeberbewertungsportalen. Hier zählt quasi die Stimme des Volkes und nicht die irgendwelcher – nicht mehr über den Tellerrand blickender oder in Vetternwirtschaft gefangener oder viel Kohle zahlender – Unternehmensvertreter.
      Denn schau dir mal die ganzen Awards an, die da vergeben werden: In den meisten Jurys sitzen entweder Vertreter aus den Unternehmen, die ihre Kampagne etc. eingereicht haben, sind untereinander befreundet oder Mitglied des auslobendes Vereins. Wo bleiben denn da die Neutralität, die Objektivität, die Glaubwürdigkeit? Abgesehen davon nimmt man sich bei solchen Awards auch viel zu ernst und zu wichtig und feiert sich für etwas, was in den seltensten Fällen gerechtfertigt ist. Beispiele dafür gibt es genug, wie ich im Fall von „Employer Branding per Copy & Paste“ dargestellt habe.
      Man schaut nur nach innen, ist gefangen im kleinen Personalermikrokosmos ohne auf die Belange, die Wünsche, die Anforderungen der Bewerber zu schauen. Und um die geht es schließlich!
      Und da unterscheidet sich die Goldene Runkelrübe: Sie ist, wenn du so willst, ein „Award des Volkes“, ein Publikumspreis, die alle Meinungen mit berücksichtigt. Und zwar mit einem gehörigen Augenzwinkern. Aber klar, so ein Preis polarisiert eben. Das verstehe ich. Aber das ist auch gut so.
      Herzliche Grüße zurück,
      Henner

      • Jan Patrick Turra sagt:

        Hallo Henner,
        danke für Dein Feedback. Nein, humorlos bin ich gewiss nicht, ich hoffe doch, dass eher das Gegenteil zutrifft ;) Und nicht dass wir uns missverstehen: Die Aktion als solche finde ich gut, nur die Ausgestaltung eben nicht. Ich unterschreibe sofort, dass es mit der von Dir zitierten „Neutralität, Objektivität und Glaubwürdigkeit“ der meisten Siegel nicht weit her ist und finde es gut, von mir aus als Protest, dagegenzusteuern. Nur halte ich eben Eure Vorgehensweise nicht für richtig. Denn was ihr als basis-demokratisch beschreibt halte ich eher für Anarchie (ok vielleicht ein bisschen übertrieben ;)). Aber wenn jeder jeden ohne irgendwelche Regeln oder besser Kriterien auf öffentliche Nominierungslisten setzen kann, kommt das dem schon nahe, ist aber doch ohne jeden Mehrwert, außer dass man sich über andere amüsieren kann- ob berechtigt oder nicht. Ich meine eben, dass auf Eurer Liste Nominierungen sind, die da einfach nicht hingehören. Und da unterscheidet sich dann Eure Vorgehensweise schon von der bei der „Goldenen Himbeere“. Dort sind, wenn ich es richtig im Kopf habe, nur jeweils ein paar Filme nominiert, die dann auch öffentlich gemacht werden und eine Jury wählt dann entsprechend aus. Und Hand auf’s Herz bzgl. Humor und Augenzwinkern: Wenn ich den Artikel auf Access lese, dann habt ihr ja durchaus ein ernstes Anliegen, dass aber nach meinem Dafürhalten durch die Vorgehensweise konterkariert wird. Ein Beispiel: Wäre ich Vertreter eines der nominierten Unternehmen würde ich zumindest verstehen wollen, warum das Unternehmen nominiert wäre. Und wenn ich es jetzt richtig nachvollziehe, ist dann die Antwort: Es ist ein echter Volksaward, ein echter Publikumpreis und für eine Nominierung reicht es, wenn einer Person aus dem Volk irgendwas nicht gefällt. Sorry, aber das hat aus meiner Sicht nichts mit Polarisieren zu tun, ich finde das einfach ungerecht und es würde mir als Personalmarketingmensch mal so gar nicht weiterhelfen.
        Nehmt’s einfach mal als Anregung mit, aber vielleicht check ich irgendwas auch nicht und bin der Einzige der das so sieht, dann vergesst es wieder :)

        In jedem Falls weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung und viel Spaß bei der Verleihung in Berlin ;)

        Jrooß aus Kölle
        Patrick

  3. […] Henner Knabenreich an die goldene Runkelrübe erinnerte, machte es Klick: Lauter schlechte Anzeigen rollten wie ein Film vor meinem inneren Auge […]

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