Warum Sie von Gewinnspielen auf Facebook Karriereseiten besser die Finger lassen sollten

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 8 Minuten.

Gewinnspiele sind ja in aller Munde und auf Facebook nicht mehr wegzudenken. Für mich Grund genug, dass Sie heute auch mal was bei mir gewinnen können. Anlässlich des einjährigen Geburtstags von knabenreich consult bin ich heute echt in Spendierlaune! Zu gewinnen gibt’s zwar kein iPad, aber etwas sehr viel wertvolleres: Nämlich wichtige Erkenntnisse!

Ich weiß, ich weiß. Viele von Ihnen geben keinen Pfifferling auf wertvolle Erkenntnisse: Sie wollen lieber ganz viele Fans haben, damit Ihr Vorstand oder Chef oder was weiß ich wer total beeindruckt ist, wie erfolgreich doch Ihre Karriereseite ist. Weil, der hat ja keine Ahnung von Social Media und schielt ohnehin nur auf die Zahlen. Was anderes sieht der ja nicht. Wahrscheinlich ist er sogar selber nicht mal bei Facebook. Aber so nackte Zahlen, da versteht er was von. Ist ja auch sein Job. Stichwort Messbarkeit und so. Ja, und weil Sie ohnehin ein bisschen überfordert sind mit all diesem ganzen neumodischen Soschl Midia-Kram, verlassen Sie sich gerne auf die Beratungsleistungen der ein oder anderen Agentur. Und das sind nicht selten welche, die von Personalmarketing keine Ahnung haben. Und von Employer Branding schon gar nicht. Und teilweise nicht einmal von Social Media Marketing :-). Aber das ist eine andere Geschichte. Und was raten Ihnen diese „Experten“? Röchtöch: „Machen Sie ein Gewinnspiel, dann haben Sie rubbeldikatz Ihre Fans und Sie können a) Ihrem Wettbewerb zeigen, wo der Hammer hängt und ihm eine lange Nase drehen und b) IhremVorstand den „Erfolg“ Ihrer Karriereseite demonstrieren.“

Gewinnspiele als Hauptstrategie zur Fangewinnung?

Mittlerweile müssen Gewinn­spiele scheinbar als Haupt­strategie der Unternehmen herhalten, um Fans zu generieren. Aber wie gesagt, Sie sind ja etwas unbedarft und sagen sich, oh, klasse, na, die werden schon wissen, was sie da tun und die haben ja Ahnung und das Know-how und außerdem habe ich meine Fans, was will ich also mehr und Sie beauftragen dann diese Agentur mit der Erstellung einer Gewinnspiel-App. Und weil Sie ganz besonders originell sind, verlosen Sie einfach mal ein iPad. Oder zumindest ein iPhone. Irgendwas mit i auf jeden Fall. Das zieht. Das empfiehlt Ihnen auch diese Agentur, die natürlich nur auf eines aus ist: Schnöden Mammon. Und liefert Ihnen die passenden Fans gleich mit. Dazu aber  später mehr.

Manch einer ist auch so schlau und bastelt sich selber sein Gewinnspiel und schert sich dabei aber einen Dreck um bestehende Regeln. Facebook Richtlinien für Promotions? Nie gehört. Außerdem macht Facebook auch immer was es will, da kann ich das dann auch so machen, oder?

Und weil das mit dem Fanwachstum durch Gewinnspiele so gut funktioniert, machen viele, viele Unternehmen mit. Und das treibt manchmal schon groteske Blüten, wie dieses Beispiel zeigt.

Fragwürdige Gewinnspiele auf Facebook Karriereseite

Fragwürdige Gewinnspiele auf Facebook Karriereseite

Einen extra Reiter hat man dort angelegt, wo man dann als „Fan“ regelmäßig auf Gewinnspiele hoffen darf. Abgesehen davon, dass die nicht regelkonform durchgeführt werden, wurde hier das Prinzip einer Karriereseite nicht so wirklich verstanden. Das ist beileibe alles andere als ein Einzelfall, aber ein schönes Beispiel das zeigt, dass „Content is King“ nicht als abwechselndes Posten von Stellenanzeigen und Gewinnspielen misszuverstehen ist (mehr passiert auf dieser Seite de facto nämlich nicht :-)). Ein ähnliches Beispiel gab es ja unlängst vom großen deutschen Warenhaus-Betreiber Karstast, der sich mit seinen Gewinnspielen nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, bzw. deren Agentur, die ja eigentlich wissen sollte, dass das Veröffentlichen der Gewinnernamen auf der Pinnwand nicht erlaubt ist (Gewinner dürfen nur innerhalb der Applikation öffentlich benachrichtigt werden).

Namen der Gewinner auf der Pinnwand zu veröffentlichen ist nicht erlaubt

Namen der Gewinner auf der Pinnwand zu veröffentlichen ist nicht erlaubt

In Sachen Regelkonformität leider auch kein Einzelfall. Denn nach wie vor nehmen viele Seitenbetreiber die Promotion-Guidelines nicht ernst. Im schlimmsten Falle kann das zu einer Sperrung der Facebook-Seite führen, aber: who cares, wenn Sie ehrlich sind, haben Sie sowieso keine Zeit für diesen neumodischen Firlefanz und wissen sowieso nicht, warum Sie da vertreten sind (komische Zielvereinbarung, haben Sie sich damals sowieso schon gedacht – aber Achtung! Falls Sie wirklich eins dieser Zielvereinbarungsopfer sind, sollten Sie umso mehr darauf achten, dass Sie Ihren Job richtig machen. Sonst reißt Ihnen Ihr Chef den Kopf ab. Aber dann können Sie sich ja – Soschl Midia sei dank! – auf kununu oder bei BadAss Boss verewigen :-)).

Also, noch einmal im Klartext: Was Sie dürfen und was nicht, steht schwarz auf weiß in den Facebook Promotion Guidelines. Auch in dem großartigen Buch Social Media Marketing und Recht von Thomas Schwenke oder im passenden Whitepaper finden Sie die nötigen Hinweise. Oder Sie schauen mal in den Blog von Thomas Hutter, der hat das Thema nämlich mehrfach aufbereitet. Hier, hier und hier finden Sie entsprechende Blogbeiträge, die Sie (hoffentlich!) für den richtigen Umgang mit Gewinnspielen sensibilisieren.

Gewinnspiele: Teilnahmebedingungen dürfen nicht fehlen. Aber mehr aussagen sollten sie  schon :-)

Gewinnspiele: Teilnahmebedingungen dürfen nicht fehlen. Aber mehr aussagen als in diesem Falle sollten sie schon :-)

Aber ich will Ihnen ja den Spaß an Gewinnspielen nicht verderben. Nehmen wir also einmal an, Sie führen Ihr Gewinnspiel regelkonform durch und Sie können ordentlich Fans generieren. Und damit Ihre Mitbewerber ordentlich in die Schranken weisen und im Fanranking ein paar Punkte gut machen. Und nun?

Die Problematik der Gewinnspiel-Mafia

Auch wenn ich mich wiederhole: Was bringen Ihnen Fans, die es ausdrücklich nur auf den Gewinn abgesehen haben? Wirklich ausdrücklich nur auf den? Jetzt mal Hand aufs Herz! Nüscht, oder? Aber das ist leider die traurige Wahrheit (ich weiß, Sie wollen das nicht hören und werden argumentieren, dass die Reichweite Ihrer Karriereseite steigt, je mehr Fans Sie haben. Das ist richtig. Theoretisch. Denn praktisch sieht das leider anders aus).

Machen Sie sich doch einmal die Mühe und schauen Sie sich einmal an, wen Sie da so als Fan gewonnen haben.

Welchen Mehrwert bieten solche Fans?

Welchen Mehrwert bieten solche Fans?

Und Sie werden schnell dahinter kommen, dass es sich um Facebook-Nutzer handelt, deren ausschließlicher Sinn darin besteht, an Facebook-Gewinnspielen teilzunehmen und diese zu promoten. Meine Vermutung geht sogar so weit, dass die Anbieter von Gewinnspiel-Apps diese direkt sogar direkt im Paket mit anbieten. Also quasi Gewinnspiele mit Fangarantie. Hundertprozentig beweisen kann ich das nicht. Aber die Vermutung liegt schon sehr nahe.

So gibt es hier schon fast mafiöse Strukturen und viele der Facebook-Nutzer, die Karriereseiten (bzw. die Gewinnspiele) geliked haben, untereinander befreundet und darüber hinaus auch alle Fans von yourfans, einem Anbieter solcher Gewinnspiel-Apps. Und so bietet dieser Anbieter dann bspw. die Bekanntmachung des Gewinspiels über die Pinnwand, die Durchführung einer Promotion-Kampagne auf Facebook (was vermutlich so aussieht, dass man den yourfans-Fanpool anzapft und Ihnen „wertvolle“ Fans verschafft) und die Auswertung und Bereitstellung der gewonnen Adressen. Auf Wunsch gibt es sogar die „Kreation von 24 unterhaltsamen und informativen Postings.“ Natürlich ist das nicht der einzige Anbieter solcher Apps, aber in diesem Beispiel fällt gerade dieser unangenehm auf.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt :-) Und interessanterweise sind dann auch wiederum viele Facebook-Nutzer dabei, die bspw. gleichzeitig noch Fan anderer Karriereseiten sind, auf denen Gewinnspiele stattfinden oder statt gefunden haben: TÜV Rheinland, Kaufland, Accenture, L’Oreal, gut-drauf-Karriere … Alles nur reiner Zufall? Wer’s glaubt … Es kann natürlich auch daran liegen, dass es mittlerweile diverse Webseiten gibt, auf denen auf Gewinnspiele in Social Media hingewiesen wird. Diese tragen dann so illustre Namen wie glitzerfrosch, fbspecials oder „gefällt mir“ Gewinnspiele. Problematisch nur, dass sich da dann auch Ihr Gewinnspiel wiederfindet. Und von der gleichen, Ihnen keinen Nutzen bringenden Zielgruppe entdeckt wird.

Und so macht Thomas Hutter zu Recht auf die Gefahren der Gewinnspielnomaden aufmerksam:

Eine Gefahr bei jedem Gewinnspiel sind die Wettbewerbs-Touristen oder auch Wettbewerbs-Nomaden, welche von Wettbewerb zu Wettbewerb ziehen und nur wegen dem Wettbewerbspreis Fan einer Seite werden, bzw. aus reiner Bereicherungsabsichten an einem Wettbewerb teilnehmen.

Ich kann Ihnen nur eines empfehlen, wenn Sie wirklich einen nachhaltigen Erfolg mit Ihrer Facebook-Seite erzielen wollen und Social Media so nutzen wollen, wie es gedacht ist, nämlich dialogorientiert und authentisch:

Finger weg von solchen Anbietern und Apps. Sie bringen Ihnen zwar Fans, aber nicht die, die Sie brauchen.

Herzlichen Glückwunsch! So sehen sie aus, die Fans Ihrer Karriereseiten!

Herzlichen Glückwunsch! So sehen sie aus, die Fans Ihrer Karriereseiten! Die Facebook-Profile dienen überwiegend dazu, Gewinnspiele zu promoten

Wenn es schon ein Gewinnspiel sein muss, dann schauen Sie sich doch bspw. mal das an, was gerade auf der Karriereseite von Accenture stattfindet. Hier gibt’s zwar auch eins dieser unsäglichen und überbewerteten Apple-Produkte zu gewinnen, aber man muss wenigstens seinen Kopf anstrengen, um den Accenture Code zu knacken. Und es steht in einem sinnvollen Kontext. Accenture sucht nämlich SAP-Spezialisten (und wir sehen jetzt einfach mal großzügig drüber weg, dass Disclaimer und Teilnahmebedingungen fehlen ;-)).

Am besten ganz auf Gewinnspiele verzichten

Aber ganz ehrlich, Sie brauchen keine Gewinnspiele. Es geht nicht darum, in möglichster kurzer Zeit möglichst viele Fans zu gewinnen. Es geht um nachhaltiges, organisches Wachstum. Sie müssen einfach mit dem richtigen Inhalt und der richtigen Ansprache überzeugen und authentisch sein. Sie müssen die Möglichkeiten nutzen, die Sie ohnehin nutzen sollten (die aber komischerweise immer gerne vernachlässigt werden). Denken Sie dabei beispielsweise an folgende Punkte:

  • Verlinken Sie auf Ihrer Karriere-Website prominent (!) auf Ihre Facebook-Seite
  • Verlinken Sie von Stellen- und Imageanzeigen auf Ihre Facebook-Seite (online, wie offline. Aber bitte die komplette URL, nicht nur das Icon!)
  • Nutzen Sie alle zur Verfügung stehenden Mittel und Wege, Ihre Facebook-Seite zu promoten: E-Mail-Signatur, Visitenkarten, Flyer, Broschüren, Messewände, Give aways etc. pp.
  • Nutzen Sie Facebook Ads
  • Vergessen Sie vor allem nicht Ihre Mitarbeiter und Kollegen und kommunizieren Sie Ihr Vorhaben ohnehin zeitnah
  • Weisen Sie Bewerber und Interessenten auf Ihre Karrriereseite hin, versprechen Sie einen Mehrwert (aber halten Sie dieses Versprechen bitte auch :-))

Aber bitte, tun Sie mir (und sich) einen Gefallen: Verzichten Sie auf diese unsäglichen Gewinnspiele. Sie betrügen sich selbst damit! Falls Sie noch einen Denkanstoß benötigen: Gemäß einer aktuellen Umfrage lehnen es über 85 % der befragten Studierenden ab, für solch eine Gewinnspiel-App den Zugriff auf ihre Daten zu ermöglichen. Noch Fragen?

  1. Paul Baummann sagt:

    Die Überschrift bringt es auf den Punkt. Lasst die Finger von solchen Gewinnspielen. Das Ziel ist es Daten zu sammeln. Ich habe ein wenig gesucht und einen Blog eines Rechtsanwaltes gefunden. Auf diesem Blog gibt es Kanzleibriefe und in einem geht es eben um diese Facebook-Gewinnspiele. https://www.aid24.de/rechtsblog/gewinnspiele-bei-facebook-wettbewerbswidrig Diese Beiträge sorgen für Likes, führen Leute in die Irre und stören damit den Wettbewerb.

  2. […] auf die Karriereseite locken, nämlich die, die interessiert sind am Gewinn (bevorzugt iPad), aber mit Sicherheit nicht an Ihnen als Arbeitgeber . Oder die sich zunehmender Beliebtheit erfreuenden Sponsored Ads, die in vielen Fällen „blind“ […]

  3. Die Karriere-Page von Georg Fischer aus Schaffhausen von Praktikanten für Praktikanten sagt:

    […] bei einer Facebook-Karriereseite nicht auf die Anzahl der Fans ankommt. Schon gar nicht, wenn diese entweder gekauft sind oder via Gewinnspiel gewonnen wurden (was dem in etwa gleich kommt). Es kommt darauf an, die richtige Zielgruppe zu erreichen. Fans, die […]

  4. Bundesagentur für Arbeit 2.0 - Social Web beim Arbeitsamt sagt:

    […] da ja nicht mit möglich. Sondern über – gaaanz fortschrittlich – iPads. Ob die aus einer Verlosung, die auf einer Karriere-Fanpage stattfand, stammen, ist mir nicht bekannt. Ich vermute, dass die aus Steuergeldern angeschafft wurden :-). […]

  5. Personalmarketing mit Social Media - alles fauler Zauber sagt:

    […] Community (wenn sie denn vorhanden ist) zu unterhalten bzw. für sich zu gewinnen, sie mitzureißen. Dass so etwas nicht mit einer iPad-Verlosung funktionieren wird (auch nicht mit der eines iPhone 5), sollte mittlerweile klar sein (ich weiß, ist es nicht, dafür […]

  6. Social Media Recruiting mit eqipia, xing, linkedin und facebook sagt:

    […] da und betrifft das “Möglichst-Viele-Phänomen” nicht nur die Anzahl (gekaufter oder via überflüssige Gewinnspiele gewonnener) Fans und Follower, sondern auch die Anzahl der […]

  7. […] Fanwachstum um jeden Preis – sei es durch den Kauf auf dubiosen Portalen oder bei eBay, sei es durch nicht minder dubiose Gewinnspiele, ist nicht Sinn und Zweck des Ganzen (mal ganz am Rande: Was machen Sie eigentlich mit den ganzen […]

  8. […] Fanwachstum um jeden Preis – sei es durch den Kauf auf dubiosen Portalen oder bei eBay, sei es durch nicht minder dubiose Gewinnspiele, ist nicht Sinn und Zweck des Ganzen (mal ganz am Rande: Was machen Sie eigentlich mit den ganzen […]

  9. […] da und betrifft das “Möglichst-Viele-Phänomen” nicht nur die Anzahl (gekaufter oder via überflüssige Gewinnspiele gewonnener) Fans und Follower, sondern auch die Anzahl der Bewerber? Integration von Xing am Beispiel […]

  10. […] da und betrifft das “Möglichst-Viele-Phänomen” nicht nur die Anzahl (gekaufter oder via überflüssige Gewinnspiele gewonnener) Fans und Follower, sondern auch die Anzahl der Bewerber? Integration von Xing am Beispiel […]

  11. […] geht mal wieder um ein Gewinnspiel auf Facebook Karriereseiten. Dieses Mal kann man leider kein iPad gewinnen, “nur” ein schnödes professionelles […]

  12. […] geht mal wieder um ein Gewinnspiel auf Facebook Karriereseiten. Dieses Mal kann man leider kein iPad gewinnen, “nur” ein schnödes professionelles […]

  13. […] in Wiesbaden traf, bot es sich an, ihn zu seinem neuen Job als “Recruiter 2.0“, zu Gewinnspielen auf Facebook, zu Pinterest und zum Erfolg eines Engagements als Arbeitgeber im Social Web zu […]

  14. […] in Wiesbaden traf, bot es sich an, ihn zu seinem neuen Job als “Recruiter 2.0“, zu Gewinnspielen auf Facebook, zu Pinterest und zum Erfolg eines Engagements als Arbeitgeber im Social Web zu […]

  15. Lars reichelt sagt:

    Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht!
    1. Man hätte auch die Fotos schwärzen sollen – bekannte Personen :-)
    Herzlichen Glückwunsch! So sehen sie aus, die Fans Ihrer Karriereseiten! Die Facebook-Profile dienen überwiegend dazu, Gewinnspiele zu promoten
    2. Man sollte es mal loben – das Unternehmen überhaupt noch nach Promotion Facebook Richtlinien Gewinnspiele durchführen – 99 Prozent beachten Sie nicht
    3. Eins erreicht man aber mit Gewinnspielen – Reichweite / Es ist defintiv nicht so, dass alle Freunde der von ihren bezeichneten Gewinnspielmafia auch zu dieser gehören – dadurch kann man sehr wohl gut interessierte Fans auf seine Seite generieren

    viele Grüße,
    Lars Reichelt

  16. Lars reichelt sagt:

    Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht!
    1. Man hätte auch die Fotos schwärzen sollen – bekannte Personen :-)
    Herzlichen Glückwunsch! So sehen sie aus, die Fans Ihrer Karriereseiten! Die Facebook-Profile dienen überwiegend dazu, Gewinnspiele zu promoten
    2. Man sollte es mal loben – das Unternehmen überhaupt noch nach Promotion Facebook Richtlinien Gewinnspiele durchführen – 99 Prozent beachten Sie nicht
    3. Eins erreicht man aber mit Gewinnspielen – Reichweite / Es ist defintiv nicht so, dass alle Freunde der von ihren bezeichneten Gewinnspielmafia auch zu dieser gehören – dadurch kann man sehr wohl gut interessierte Fans auf seine Seite generieren

    viele Grüße,
    Lars Reichelt

  17. 12 Dinge, die Sie beachten sollten, wenn Sie eine Ausbildungs- oder Karriere-Fanpage auf Facebook planen « personalmarketing | employer branding | social media – kritisch hinterfragt | personalmarketing2null sagt:

    […] Vergessen Sie Gewinnspiele! […]

  18. Hallo Herr Knabenreich,

    Sie haben ja sooo recht. Gewinnspiele auf Karriereseiten machen nur Sinn, wenn sie zur Zielgruppe und zum Thema passen (wie bei accenture).
    EIne Frage: Haben Sie eine Quelle der Umfrage, wonach es über 85 % der befragten Studierenden ablehnen, für solch eine Gewinnspiel-App den Zugriff auf ihre Daten zu ermöglichen? Würde mich brennden interessieren.

    Schöne Grüße
    Frank Bärmann

    • Servus Herr Bärmann,
      vielen Dank fürs Feedback!
      Eine Quelle habe ich selbstverständlich: Es handelt sich um eine eigene Erhebung in Kooperation mit student-monitor, mehr dazu gibt es demnächst, wenn die Umfrage abgeschlossen ist und die Ergebnisse ausgewertet sind.
      Schöne Grüße zurück,
      Henner Knabenreich

  19. Hallo Herr Knabenreich,

    Sie haben ja sooo recht. Gewinnspiele auf Karriereseiten machen nur Sinn, wenn sie zur Zielgruppe und zum Thema passen (wie bei accenture).
    EIne Frage: Haben Sie eine Quelle der Umfrage, wonach es über 85 % der befragten Studierenden ablehnen, für solch eine Gewinnspiel-App den Zugriff auf ihre Daten zu ermöglichen? Würde mich brennden interessieren.

    Schöne Grüße
    Frank Bärmann

    • Servus Herr Bärmann,
      vielen Dank fürs Feedback!
      Eine Quelle habe ich selbstverständlich: Es handelt sich um eine eigene Erhebung in Kooperation mit student-monitor, mehr dazu gibt es demnächst, wenn die Umfrage abgeschlossen ist und die Ergebnisse ausgewertet sind.
      Schöne Grüße zurück,
      Henner Knabenreich

  20. Paul sagt:

    so mal zum stöbern…

    i. Promotions auf Facebook sind im Rahmen der Anwendungen auf Facebook.com zu organisieren, entweder auf einer Canvasseite oder Seiten-Anwendung.
    ii. Promotions auf Facebook müssen folgende Elemente enthalten:
    a. Eine vollständige Freistellung von Facebook von jedem Teilnehmer.
    b. Anerkennung, dass die Promotion in keiner Verbindung zu Facebook steht und in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert wird.
    c. Offenlegung, dass der Teilnehmer die Informationen [dem/den Empfänger(n) der Informationen] und nicht Facebook bereitstellt.
    iii. Du darfst die Registrierung für bzw. die Teilnahme an eine/r Promotion für Nutzer nicht davon abhängig machen, dass sie durch die Nutzung von Facebook-Funktionen eine Handlung durchführen – außer durch die „Gefällt mir“-Angabe auf einer Seite, das Einchecken an einem Ort oder das Verbinden mit deiner Anwendung. Beispielsweise darfst du für die Registrierung bzw. Teilnahme nicht zur Bedingung machen, dass dem Nutzer ein Pinnwandeintrag gefällt bzw. der Nutzer ein Foto kommentiert oder ein Foto auf einer Pinnwand postet.
    iv. Du darfst keine Facebook-Funktionen als Registrierungs-/Einstiegsmechanismen für die Promotion verwenden. Beispielsweise darf das Anklicken von „Gefällt mir“ auf einer Seite bzw. das Einchecken an einem Ort nicht zur automatischen Registrierung bzw. Teilnahme eines Teilnehmers an einer Promotion führen.
    v. Du darfst keine Facebook-Funktionen – wie z. B. die „Gefällt mir“-Schaltfläche – zur Abstimmung über eine Promotion verwenden.
    vi. Du darfst die Gewinner nicht über Facebook benachrichtigen, wie z. B. über Facebook-Nachrichten, -Chat oder -Beiträge in Profilen (Chroniken) bzw. auf Facebook-Seiten.

  21. Paul sagt:

    so mal zum stöbern…

    i. Promotions auf Facebook sind im Rahmen der Anwendungen auf Facebook.com zu organisieren, entweder auf einer Canvasseite oder Seiten-Anwendung.
    ii. Promotions auf Facebook müssen folgende Elemente enthalten:
    a. Eine vollständige Freistellung von Facebook von jedem Teilnehmer.
    b. Anerkennung, dass die Promotion in keiner Verbindung zu Facebook steht und in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert wird.
    c. Offenlegung, dass der Teilnehmer die Informationen [dem/den Empfänger(n) der Informationen] und nicht Facebook bereitstellt.
    iii. Du darfst die Registrierung für bzw. die Teilnahme an eine/r Promotion für Nutzer nicht davon abhängig machen, dass sie durch die Nutzung von Facebook-Funktionen eine Handlung durchführen – außer durch die „Gefällt mir“-Angabe auf einer Seite, das Einchecken an einem Ort oder das Verbinden mit deiner Anwendung. Beispielsweise darfst du für die Registrierung bzw. Teilnahme nicht zur Bedingung machen, dass dem Nutzer ein Pinnwandeintrag gefällt bzw. der Nutzer ein Foto kommentiert oder ein Foto auf einer Pinnwand postet.
    iv. Du darfst keine Facebook-Funktionen als Registrierungs-/Einstiegsmechanismen für die Promotion verwenden. Beispielsweise darf das Anklicken von „Gefällt mir“ auf einer Seite bzw. das Einchecken an einem Ort nicht zur automatischen Registrierung bzw. Teilnahme eines Teilnehmers an einer Promotion führen.
    v. Du darfst keine Facebook-Funktionen – wie z. B. die „Gefällt mir“-Schaltfläche – zur Abstimmung über eine Promotion verwenden.
    vi. Du darfst die Gewinner nicht über Facebook benachrichtigen, wie z. B. über Facebook-Nachrichten, -Chat oder -Beiträge in Profilen (Chroniken) bzw. auf Facebook-Seiten.

  22. Lena sagt:

    Bei Accenture scheint das Social Media Monitoring zu stimmen, Hut ab :)!
    Ein gelungener Beitrag zum Gewinnspiele. Schlimm genug, dass die „Gewinnspiel-Mafia“ inzwischen von Marken-Seiten auch schon zu Karriere-Seiten weitergezogen ist – diese Art der Fan-Gewinnung führt wirklich jegliches Social Media Marketing ad absurdum!

    • Hallo Lena,
      ja, im Gegensatz zu einigen anderen Unternehmen funktioniert’s dort wirklich sehr gut. Vielen Dank fürs Feedback. Hoffen wir, dass es sich die Unternehmen auch zu Herzen nehmen. Leider haben bis dato die wenigsten Unternehmen realisiert, worum es bei Facebook & Co. geht. Um echten unverfälschten Dialog, um Interaktion, um AUTHENTIZITÄT. Und das alles erreiche nun mal nicht mit Gewinnspielen respektive gekauften Fans.

  23. Lena sagt:

    Bei Accenture scheint das Social Media Monitoring zu stimmen, Hut ab :)!
    Ein gelungener Beitrag zum Gewinnspiele. Schlimm genug, dass die „Gewinnspiel-Mafia“ inzwischen von Marken-Seiten auch schon zu Karriere-Seiten weitergezogen ist – diese Art der Fan-Gewinnung führt wirklich jegliches Social Media Marketing ad absurdum!

    • Hallo Lena,
      ja, im Gegensatz zu einigen anderen Unternehmen funktioniert’s dort wirklich sehr gut. Vielen Dank fürs Feedback. Hoffen wir, dass es sich die Unternehmen auch zu Herzen nehmen. Leider haben bis dato die wenigsten Unternehmen realisiert, worum es bei Facebook & Co. geht. Um echten unverfälschten Dialog, um Interaktion, um AUTHENTIZITÄT. Und das alles erreiche nun mal nicht mit Gewinnspielen respektive gekauften Fans.

  24. […] der Personaler erreicht, denen das Internet bis dato eher als fremdes Universum erscheint und die das iPad maximal aus Verlosungen auf Karriere-Pages kennen (ich weiß, das widerspricht sich jetzt, der kennt natürlich keine Karrierepages (da geht es ihm […]

  25. Aktuelle Trends und Tipps aus Social Media Personalmarketing und Online-Recruiting als Fachzeitschrift? Warum nicht! « personalmarketing | employer branding | social media – kritisch hinterfragt | personalmarketing2null sagt:

    […] der Personaler erreicht, denen das Internet bis dato eher als fremdes Universum erscheint und die das iPad maximal aus Verlosungen auf Karriere-Pages kennen (ich weiß, das widerspricht sich jetzt, der kennt natürlich keine Karrierepages (da geht es ihm […]

  26. Steffen Nork sagt:

    Hallo Herr Knabenreich,

    vielen Dank für Ihr Posting und den Hinweis zu unserem Accenture „Knack den Code“-Gewinnspiel. Ich bin hier maßgeblich an der Entwicklung beteiligt und wollte mich ausdrücklich für den Hinweis bzgl. der Teilnahmebedingungen und des Disclaimers bedanken. Natürlich haben wir diese Informationen auf der Registrierungsseite, sobald man auf die Lösung gekommen ist – ich lasse die Informationen aber noch einmal direkt auf den Startseiten für unser Gewinnspiel platzieren.

    Ich gebe Ihnen absolut Recht, was die Sinnhaftigkeit generischer Gewinnspiele betrifft; in diesem Fall haben wir uns tatsächlich intensiv Gedanken darüber gemacht, wie wir die von unserer Recruiting-Kampagne avisierte Zielgruppe – nämlich SAP-Spezialisten – zumindest im Ansatz bereits etwas neugierig auf unser Unternehmen machen können. Auch das zu gewinnende MacBook Air ist mit dem Hintergrund ausgesucht, dass ein SAP-Entwickler mit einem „richtigen“ Computer programmiertechnisch derzeit mehr anfangen kann als mit einem iPad oder iPhone.

    Die bisherigen Ergebnisse dieses dann doch eher zielgruppenspezifischen Gewinnspiels geben uns Recht und die Intention ist tatsächlich eher, potentielle Kandidaten neugierig zu machen, als die reine Liker-Zahl nach oben zu treiben. Wenn man uns dafür dann trotzdem „mag“, freuen wir uns natürlich um so mehr.

    Beste Grüße aus Kronberg,
    Steffen Nork
    Digital Marketing Lead Accenture Deutschland, Österreich, Schweiz


    Sent from my unsäglichem iProdukt

  27. Steffen Nork sagt:

    Hallo Herr Knabenreich,

    vielen Dank für Ihr Posting und den Hinweis zu unserem Accenture „Knack den Code“-Gewinnspiel. Ich bin hier maßgeblich an der Entwicklung beteiligt und wollte mich ausdrücklich für den Hinweis bzgl. der Teilnahmebedingungen und des Disclaimers bedanken. Natürlich haben wir diese Informationen auf der Registrierungsseite, sobald man auf die Lösung gekommen ist – ich lasse die Informationen aber noch einmal direkt auf den Startseiten für unser Gewinnspiel platzieren.

    Ich gebe Ihnen absolut Recht, was die Sinnhaftigkeit generischer Gewinnspiele betrifft; in diesem Fall haben wir uns tatsächlich intensiv Gedanken darüber gemacht, wie wir die von unserer Recruiting-Kampagne avisierte Zielgruppe – nämlich SAP-Spezialisten – zumindest im Ansatz bereits etwas neugierig auf unser Unternehmen machen können. Auch das zu gewinnende MacBook Air ist mit dem Hintergrund ausgesucht, dass ein SAP-Entwickler mit einem „richtigen“ Computer programmiertechnisch derzeit mehr anfangen kann als mit einem iPad oder iPhone.

    Die bisherigen Ergebnisse dieses dann doch eher zielgruppenspezifischen Gewinnspiels geben uns Recht und die Intention ist tatsächlich eher, potentielle Kandidaten neugierig zu machen, als die reine Liker-Zahl nach oben zu treiben. Wenn man uns dafür dann trotzdem „mag“, freuen wir uns natürlich um so mehr.

    Beste Grüße aus Kronberg,
    Steffen Nork
    Digital Marketing Lead Accenture Deutschland, Österreich, Schweiz


    Sent from my unsäglichem iProdukt

  28. Moin Herr Knabenreich,
    jaaa… man muss sich schon immer wieder wundern, dass es die Unternehmen einfach nicht lernen (wollen)! Im Grunde haben wir doch hier, was die Wettbewerbs-Nomaden angeht, den gleichen Effekt, den wir schon vor Jaaaaaahren bei den Karriere-Events im Hochschulmarketing hatten. Auch damals (sicher heute auch noch) gab es eine ganze Menge von schlauen Studis, für die es kein Problem war, sich so einen Mini-Urlaub zu verschaffen. So wie in folgendem Dialog, der sinngemäß so tatsächlich stattgefunden hat:

    Leiter Career Center: Hallo X, ich hab gehört, du hast dich bei X für das Karriere-Event von Y in Budapest angemeldet?
    Studentin: jep. Und bin angenommen. (grinst wie eine Katze, nachdem sie eine fette Taube erwischt hat)
    Ltr. CC: Äh…. sorry, aber ein Kfz-Zulieferer? Du hast doch Konsumgüter als Schwerpunkt, was in aller Welt willst du da?
    Studentin: (lächelt milde und verständnisvoll) Was ich da will? Na vier Tage Urlaub in Budapest machen, was sonst?

    So oder ähnlich habe ich das immer wieder und wieder gesehen. Je mehr es geschenkt gab, umso mehr Nomaden waren da. Content und inhaltliche Auseinandersetzung stören da nur.
    Aber meiner Meinung nach ist das eine bewußt in Kauf genommene Taktik der Unternehmen. Wer nämlich keinen Content hat, den er zeigen kann oder mag, der schlägt eben gern ein wenig Schaum und hofft so, doch den einen oder anderen ernsthaften Bewerber („in der Masse ist quasi immer einer dabei“) mitfangen zu können.
    Klassisches Beispiel für mich: Recruiting-Event von Piek & Osnabrück (ne, Moment, die hießen irgendwie anders…) „Karriere-Assessment auf dem Golfplatz“. Anstatt die künftigen Bekleidungshelden in eine Filiale einzuladen und ihnen das zu zeigen, was die ersten sechs Monate ihr Arbeitsplatz sein wird (und für viele auch deutlich länger bleiben wird) werden die Studies lieber bei lecker (und teuer) Sushi in einen Promi-Golfplatz eingeladen. Schön weit weg von der Realität einer Bekleidungskette („Sie sollten mal seine Unterhosen sehen…“) Naja… und so funktioniert auch gleich die soziale Reproduktion wieder, denn Studies aus Arbeiterhaushalten werden eher weniger den Golfplatz frequentieren. Aber das ist nur eine Randbemerkung…
    Da lob ich mir ein Unternehmen wie Diehl, die bei einem Recruiting-Event alle Studies erstmal ausführlich mit den Produkten des Hauses vertraut gemacht haben. („Ja, zugegeben, eine Panzerlaufkette oder der Schalter einer Waschmaschine ist nicht gerade ein sexy-Produkt, aber eben das, was SIE hier vermarkten sollen“) Herzlich willkommen in der Realität. Gegessen wurde übrigens im Werksmuseum, umgeben von dem, was das Unternehmen ausmacht und womit man sein Geld verdient. Spröde, aber ehrlich.
    Just my 2Cents… ;-)

    • Moin Herr Albers,
      wie immer äußerst erfrischend und aufschlussreich, Ihr Kommentar. Dafür vielen lieben Dank!
      Glücklicherweise gibt es durchaus die einen oder anderen lernfähigen Unternehmen, die erkennen, dass man Erfolg eben nicht kaufen kann. Das sind zwar eher wenige, aber diese haben dann durchaus die Chance aufgrund ihres authentischen und nachhaltigen Auftretens auch vom Bewerber ernst genommen zu werden.
      Die Geschichten von P & C kenne ich aus eigener Erfahrung. War damals ein schickes Event in den Kölner Rheinterrassen. Mit Disco, Cocktails und erlesenen Häppchen. Klientel passte überwiegend, auch wenn ich doch ein wenig geflasht war ob der vielen schönen, schicken und irgendwie gleich aussehenden Menschen. Für mich stand relativ schnell fest, dass das nix für mich ist und so bin ich mit ein paar Mädels und Jungs erst auf einer coolen WG-Party und dann noch im Kölner Nachtleben abgetaucht. Das war’s dann auf alle Fälle wert :-)
      Im Falle P & C passt das noch halbwegs gut (auch wenn die natürlich eher weniger die Freizeit auf dem Golfplatz verbringen), für Diehl wäre das wohl eher unpassend. Aber für einen Ingenieur sind Panzerlaufketten allemal sexier als Unterhosen. In dem Kontext zumindest.
      Schöne Grüße,
      Henner Knabenreich

  29. Moin Herr Knabenreich,
    jaaa… man muss sich schon immer wieder wundern, dass es die Unternehmen einfach nicht lernen (wollen)! Im Grunde haben wir doch hier, was die Wettbewerbs-Nomaden angeht, den gleichen Effekt, den wir schon vor Jaaaaaahren bei den Karriere-Events im Hochschulmarketing hatten. Auch damals (sicher heute auch noch) gab es eine ganze Menge von schlauen Studis, für die es kein Problem war, sich so einen Mini-Urlaub zu verschaffen. So wie in folgendem Dialog, der sinngemäß so tatsächlich stattgefunden hat:

    Leiter Career Center: Hallo X, ich hab gehört, du hast dich bei X für das Karriere-Event von Y in Budapest angemeldet?
    Studentin: jep. Und bin angenommen. (grinst wie eine Katze, nachdem sie eine fette Taube erwischt hat)
    Ltr. CC: Äh…. sorry, aber ein Kfz-Zulieferer? Du hast doch Konsumgüter als Schwerpunkt, was in aller Welt willst du da?
    Studentin: (lächelt milde und verständnisvoll) Was ich da will? Na vier Tage Urlaub in Budapest machen, was sonst?

    So oder ähnlich habe ich das immer wieder und wieder gesehen. Je mehr es geschenkt gab, umso mehr Nomaden waren da. Content und inhaltliche Auseinandersetzung stören da nur.
    Aber meiner Meinung nach ist das eine bewußt in Kauf genommene Taktik der Unternehmen. Wer nämlich keinen Content hat, den er zeigen kann oder mag, der schlägt eben gern ein wenig Schaum und hofft so, doch den einen oder anderen ernsthaften Bewerber („in der Masse ist quasi immer einer dabei“) mitfangen zu können.
    Klassisches Beispiel für mich: Recruiting-Event von Piek & Osnabrück (ne, Moment, die hießen irgendwie anders…) „Karriere-Assessment auf dem Golfplatz“. Anstatt die künftigen Bekleidungshelden in eine Filiale einzuladen und ihnen das zu zeigen, was die ersten sechs Monate ihr Arbeitsplatz sein wird (und für viele auch deutlich länger bleiben wird) werden die Studies lieber bei lecker (und teuer) Sushi in einen Promi-Golfplatz eingeladen. Schön weit weg von der Realität einer Bekleidungskette („Sie sollten mal seine Unterhosen sehen…“) Naja… und so funktioniert auch gleich die soziale Reproduktion wieder, denn Studies aus Arbeiterhaushalten werden eher weniger den Golfplatz frequentieren. Aber das ist nur eine Randbemerkung…
    Da lob ich mir ein Unternehmen wie Diehl, die bei einem Recruiting-Event alle Studies erstmal ausführlich mit den Produkten des Hauses vertraut gemacht haben. („Ja, zugegeben, eine Panzerlaufkette oder der Schalter einer Waschmaschine ist nicht gerade ein sexy-Produkt, aber eben das, was SIE hier vermarkten sollen“) Herzlich willkommen in der Realität. Gegessen wurde übrigens im Werksmuseum, umgeben von dem, was das Unternehmen ausmacht und womit man sein Geld verdient. Spröde, aber ehrlich.
    Just my 2Cents… ;-)

    • Moin Herr Albers,
      wie immer äußerst erfrischend und aufschlussreich, Ihr Kommentar. Dafür vielen lieben Dank!
      Glücklicherweise gibt es durchaus die einen oder anderen lernfähigen Unternehmen, die erkennen, dass man Erfolg eben nicht kaufen kann. Das sind zwar eher wenige, aber diese haben dann durchaus die Chance aufgrund ihres authentischen und nachhaltigen Auftretens auch vom Bewerber ernst genommen zu werden.
      Die Geschichten von P & C kenne ich aus eigener Erfahrung. War damals ein schickes Event in den Kölner Rheinterrassen. Mit Disco, Cocktails und erlesenen Häppchen. Klientel passte überwiegend, auch wenn ich doch ein wenig geflasht war ob der vielen schönen, schicken und irgendwie gleich aussehenden Menschen. Für mich stand relativ schnell fest, dass das nix für mich ist und so bin ich mit ein paar Mädels und Jungs erst auf einer coolen WG-Party und dann noch im Kölner Nachtleben abgetaucht. Das war’s dann auf alle Fälle wert :-)
      Im Falle P & C passt das noch halbwegs gut (auch wenn die natürlich eher weniger die Freizeit auf dem Golfplatz verbringen), für Diehl wäre das wohl eher unpassend. Aber für einen Ingenieur sind Panzerlaufketten allemal sexier als Unterhosen. In dem Kontext zumindest.
      Schöne Grüße,
      Henner Knabenreich

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