Social Media im Personalmarketing? Ja, aber bitte nicht überstürzt!

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 3 Minuten.

So, ich bin zurück aus Hamburg von der Social Media Recruiting Conference, die ein voller Erfolg war. Ein tolles Publikum, spannende Vorträge, super Location, großartige Veranstalter – so mein Resümee. Ich möchte jetzt hier an dieser Stelle nicht das komplette Programm zusammenfassen, das hat an anderer Stelle schon Tobias Kärcher von atenta auf dem Blog der Wollmilchsau. Der hat nämlich fleißig vor meinen Augen die Veranstaltung neben diversen Twitterati live begleitet und dokumentiert.

Aufgrund der vielen Resonanz und Nachfragen gibt’s hier nun aber eine Zusammenfassung bzw. die Slides meines Vortrages. Auch vor dem Hintergrund, dass bei vielem Social Media Engagement vor allem eines herrscht: Blinder Aktionismus (kann man dann eigentlich von Engagement reden? ;-)). Und eine Sache eher Mangelware ist: Planvolles Vorgehen.

Denn ob Sie das glauben oder nicht: Nicht selten ist es so, dass Unternehmen gar nicht wissen, was denn eigentlich die Ziele sind, wenn sie bspw. eine Karriere-Page auf Facebook einrichten wollen. Es entspannt sich dann nicht selten ein Dialog, der geht in etwa so…

Wir brauchen eine Facebook-Seite...

Wir brauchen eine Facebook-Seite...

Das ist leider kein Scherz. Ist gerade wieder vorgekommen. Naja, gut, ich bin ehrlich. Es kam noch ein: Na, … äh… wegen der Bewerber und so …

Sie merken schon, so etwas kann nicht wirklich von Erfolg gekrönt sein. Leider ist es aber alles andere als ein Einzelfall, dass Unternehmen teilweise viel Geld in die Hand nehmen, dieses den Agenturen in den Rachen werfen, eine Facebook-Page oder andere Arbeitgeber-Präsenz erstellen und dann feststellen, dass niemand da ist, der die Page betreuen soll, keine Inhalte da sind, mit denen man die Page befüllen kann oder man selber gar nicht weiß, wie Facebook eigentlich funktioniert. Oft ist es sogar so, dass alle genannten Punkte auf einen Schlag zutreffen. Ja, so sieht sie aus, die traurige Social Media Welt in deutschen Unternehmen. Beispiele gefällig?

Funkwerk Karriere - seit Monaten Funkstille

Funkwerk Karriere - seit Monaten Funkstille

Die Seite ist seit 9. Juni online, hat ganze zwei Einträge und ist seit über fünf Monaten verwaist. Ganz ohne Aufwand ist man bei der Erstellung der Page nicht vorgegangen, wie die Tabs Ausbildung, Studium etc. beweisen.

Ansprache von Azubis bei der Finanzverwaltung Rheinland-Pfalz

Ansprache von Azubis bei der Finanzverwaltung Rheinland-Pfalz

Für mich auch immer wieder ein Paradebeispiel: Die sogar in der Presse großartig angekündigte Social Media-Ausbildungsmarketing-Offensive der Finanzverwaltung Rheinland-Pfalz. Lieblos gespiegelte Tweets, in den meisten Fällen ohne Bezug zum Thema Ausbildung, teilweise einfach nur Pressemeldungen – so etwas führt weder zu Interaktion noch zu Fans. Denn die Page, die immerhin schon vor einem Jahr gestartet ist, dümpelt immer so um die 100 Fans vor sich hin. Wen wundert’s? Versetzen Sie sich in die Zielgruppe – würden Sie sich als Schüler von diesen Inhalten angesprochen fühlen?

Ich könnte die Liste noch beliebig erweitern, aber ich möchte Ihnen ja zeigen, worauf es ankommt, wenn Sie mit Ihrem Engagement in Social Media starten. Sie sollten sich vor allem eines fragen:

Sind Sie bereit für Social Media?

Und dann die nachfolgenden Tipps berücksichtigen ;-)

Meine Empfehlung darüber hinaus: Kommen Sie am 17. November nach Langen (Frankfurt) und erfahren Sie auf dem Gelände des DFS Campus unter dem Motto: „Personalmarketing, Employer Branding & Recruiting im Social Web – Mehr als ein „Hype“?!“ von Frank Schmith (Lufthansa), Florian Schrodt (Deutsche Flugsicherung), Susanne Hagen (Philips), Matthias Melcher (BMW Group), Charles Schmidt (Krones) und Christine Oertel (in-tech), wie man ein Engagement in Social Media startet, wie man Fans begeistert und fürs Unternehmen gewinnen kann und welche Fehler man vermeiden sollte.

Tauschen Sie sich mit den Referenten aus Konzern und Mittelstand aus und lernen Sie voneinander in individuellen Workshops, die speziell auf Sie zugeschnitten sind.

Danach sollten Sie sensibilisiert sein für das Thema. Aber an einem geht definitiv kein Weg vorbei: Üben, üben, üben. Aber bitte bevor Sie sich an die Öffentlichkeit wenden. In diesem Sinne, genießen Sie die letzten Sonnenstrahlen!

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