Machen Social Media dumm? Über das Ende der deutschen Rechtschreibung

Machen Social Media dumm? Über das Ende der deutschen Rechtschreibung

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 6 Minuten.

Machen Social Media eigentlich dumm? Verroht, wenn man so will, die deutsche Sprache? Spielt Rechtschreibung im Kontext von Social Media eigentlich überhaupt keine Rolle mehr? Diesen Eindruck könnte man manchmal – oder sollte ich besser sagen – ziemlich häufig? haben, wenn man sich insbesondere Statusmeldungen auf Facebook oder Tweets auf Twitter anschaut. Abgesehen von der Orthographie und der Grammatik an sich, wird dort in der Regel alles klein geschrieben (auch wenn ich selbst einer derjenigen welchen wo bin, die mit Sicherheit keine Ausnahme bilden (man schaue nur mal auf meine Facebook-Seite zu Karriere Fanpages auf Facebook)). Sogar ganze Blogs werden mittlerweile in Kleinschreibung verfasst.

Es ist also tatsächlich so, dass im Zeitalter des immer schneller und dynamischer werdenden Social Web (Achtung: Kein Hype! Es handelt sich vielmehr um eine fortschreitende (R)Evulotion des Internet und das Kommunikationsverhaltens  (und wird sich auch nicht zurück auf den Stand von gestern entwickeln, nur weil Facebook einmal nicht mehr sein wird) Schreibstil und Rechtschreibung leiden. Auf Twitter sind diese Auswüchse besonders extrem. Hier hat man aufgrund der knappen Zeichenwahl (140 Zeichen) ja nun nicht mehr viel Möglichkeiten, sich klar zu artikulieren und so findet man hier Meldungen, deren kryptische RT Zeichen für Viele wie @Böhmische #Dörfer wirken mögen.  …

Bewerber-Anfragen auf Karriere-Pages – Rechtschreibung überbewertet?

Aber auch auf Facebook nimmt man es mit der deutschen Sprache respektive Rechtschreibung nicht so genau. Was man so im Privaten und Verborgenen tut, ist die eine Sache. Wenn man nun aber als Fan einer Karriere-Page respektive Bewerber Kontakt zu seinem potenziellen Arbeitgeber aufnimmt, so ist das schon was anderes. Letztendlich geht’s ja beim Kontakt zum potenziellen Arbeitgeber darum, einen perfekten Eindruck zu hinterlassen – sei es am Telefon, im E-Mail-Verkehr oder anderer Bewerberkorrespondenz. Nach wie vor ist es so, dass viele Bewerbungen schon aussortiert werden, nur weil sie Rechtschreibfehler aufweisen (ob das der richtige Schritt ist, sei mal dahin gestellt). Und dann wird so auf Karriere- oder Ausbildungspages auf Facebook kommuniziert?

Fan-Anfragen mit mangelhafter Rechtschreibung auf Facebook-Karrierepages - machen Social Media dumm?

Abgesehen davon würde ich auch jedem empfehlen, gerade denjenigen, die sich derzeit im Bewerbungsprozess befinden, zweierlei Dinge zu überprüfen. Zum einen das Profilbild (klar, wenn man einen muskulösen Oberkörper hat oder ein schickes Dekolleté vorweisen kann, ist das durchaus ein netter Anblick. Nichtsdestotrotz sollte man bei der Wahl des Bildmotivs vorsichtig sein), zum anderen die Privatspäre-Einstellungen. Nicht selten findet man da Angaben, die nicht unbedingt für die ganze Weltöffentlichkeit oder neugierige Personaleraugen bestimmt sind (wobei die natürlich nie und nimmer ;-) die Gelegenheit nutzen, sich die Profile anzuschauen. Haha.) Also Augen auf beim Brillenkauf bzw. bei der Darstellung des Facebook-Profils und Augenkrebs verursachende Profilbilder und allzu offenherzige Profile vermeiden. Nicht jeder muss wissen, welch merkwürdige Vorlieben Sie haben, mit wem Sie gemeinsam ins Fitnessstudio gehen und wer Ihre Freunde sind!

Rechtschreibfehler schlecht für Unternehmensreputation

Aber selbst viele Unternehmen geben bei der Außendarstellung ein schlechtes Bild ab, wie ja bspw. die KIMATEK-Studie der Uni Kiel eindrucksvoll nahe gebracht hat. Wir erinnern uns, im Rahmen dieser Studie wurden die Texte der Karriere-Websites von 30 namhaften Arbeitgebern aus verschiedenen Branchen sprachwissenschaftlich untersucht. Und natürlich auch auf orthografische und grammatikalische Schwächen. Und siehe da, diejenigen, die immer von ihren Bewerbern fordern, möglichst akribisch und sorgfältig ihre Unterlagen zu erstellen, gehen selbst mit schlechtem Beispiel voran. Das wie gesagt auf der „klassischen“ Karriere-Website. Dass sich so etwas natürlich negativ auf das Arbeitgeber-Image oder gar die Reputation niederschlägt, sollte eigentlich klar sein. Nichtsdestotrotz wurden die entsprechenden Texte bis dato nicht angepasst. Was umso peinlicher ist und ein umso schlechteres Licht auf die Unternehmen wirft.

Aber auch (oder gerade) auf Facebook-Pages oder auf Twitter sieht es nicht besser aus. Hier geben sich rechtschreibtechnisch Bewerber und Unternehmen die Klinke in die Hand.

Ich meine, ich äußere mich da in aller Weltöffentlichkeit als potenzieller Bewerber auf einer Karriere-Page, wo JEDER mitlesen kann, dann strotzt so ein Post nur vor Fehlern und dann soll ich als Unternehmen ernsthaft darauf eingehen? Gut, wie gesagt, auf einigen Pages sieht man von Arbeitgeberseite her nicht unbedingt Besseres.

Mangelhafte Rechtschreibung auf Karriere-Pages - machen Social Media dumm?

Aber ist das gut so? Ist das das Maß aller Dinge?

Der Mediatreff-Blog schreibt gar:

Fehler in Rechtschreibung und Grammatik vermitteln dem Leser ein äußerst negatives Bild vom Unternehmen. Hier werden mangelnde Sorgfalt, Unzuverlässigkeit oder ein niedriges Bildungsniveau assoziiert. Ist der Ruf erst ruiniert, führt dies fast zwangsläufig zu sinkenden Umsatzzahlen. Hinzu kommt, dass sich ein so geschädigtes Image nur sehr schwer reparieren lässt – wenn überhaupt.

Aber wird letztendlich Rechtschreibung nicht ohnehin überbewertet und kommt es wie eigentlich so oft im Leben eher auf die inneren Werte, als auf das Äußere an? Mal ganz ehrlich. Ich bin ja nun nicht mehr der Jüngste und bin mit der wenn man so will „alten“ Rechtschreibung aufgewachsen und fühlte mich immer fit und sicher. In Rechtschreibung konnte mir keiner was vormachen. Und dann kam die Rechtschreibreform. Und dann die Reform der Rechtschreibreform. Und dann wurde hier und auch mal da wieder ein bissl was angepasst. Meine jüngeren Leser werden da keine Probleme mit haben, die kennen nur die eine Variante. Aber für uns etwas älteres Semester ist das Ganze schon eine Zumutung. Vor allem dann, wenn man sieht, dass bei vielen Verlagen ein Sch… auf die Rechtschreibreform gegeben wird und man in „alter“ Schreibweise die Bücher verlegt. Was also soll dann das Bohei um die Schreibweise auf Facebook oder Twitter ;-)?

In den USA gab es sogar 2008 eine Untersuchung dazu, welche Auswirkungen die Kommunikation im (Social) Web auf die schriftliche Ausdrucksfähigkeit hat. Und tatsächlich hat die Ausdrucksweise durch die 140-Zeichen-Welt gelitten (damals wurden nur Teenager befragt, ich bin aber davon überzeugt, dass es „Erwachsene“ genau so trifft):

  • 50 % der befragten Teenager verwenden in Hausaufgaben nicht die richtige Groß- und Kleinschreibung und Zeichensetzung
  • 38 % übernehmen Instant Messaging- oder E-Mail-Abkürzungen wie etwa LOL (was im Übrigen nicht für „Lots of Love“ steht, wie der ein oder andere meinen mag, sondern für „Laughing out loud“)
  • 25 % haben ;-) und andere Emoticons verwendet.

Wie auch immer, ich plädiere für eine Liberalisierung der deutschen Rechtschreibung. Dann müssen wir auch nicht mehr über groß- und Kleinschreibung diskutieren. LOL!

Social Media machen nicht dumm

Ach ja, und um noch einmal auf die Überschrift zurückzukommen: Social Media machen nicht dumm. Im Gegenteil. Allein das Auseinandersetzen mit dem Thema und das Verstehen dieser Medien sichert anderen gegenüber einen immensen Wissensvorsprung. Darüber hinaus können über Social Media viele Informationen abgerufen und geteilt werden, es kann gemeinsam an Projekten von all überall auf den Tannenspitzen auf der Welt gearbeitet werden, in einer Form die so niemals möglich gewesen wäre. Insofern verhalten sich also solche Unternehmen dumm, die solche Seiten für Mitarbeiter sperren, weil diese nicht vom Innovationsvorsprung profitieren werden und auch die Motivation ihrer Mitarbeiter im Keim ersticken. Auch kann es wenig förderlich sein, als Unternehmen eine Page auf Facebook zu erstellen, den Mitarbeitern den Zugang zu Facebook während der Arbeitszeit aber zu verwehren. Das ist absolut kontraproduktiv und wenig glaubwürdig. Aber das ist jetzt wieder ein anderes Thema.


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    1. […] die Bedeutung korrekter Rechtschreibung betonen, aber selbst an genau dieser Stelle patzen. Das gilt auch für Jobinteressenten: Wer auf Karriereseiten durch orthografische Fehler auf sich aufmerksam macht,  steht nicht […]

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    3. […] Welt besser wäre, wenn es das Internet nicht gäbe“ und  dass „Twitter für Sie einfach nur dumm ist und die Menschen, die das nutzen, für Sie Idioten sind“, wie es vor einiger Zeit der […]

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    5. […] ein paar letzte Zahlen zum Abschluss: Derzeit zähle ich 145 Karriere-Pages, davon 26 32 (wer rechnen kann, ist klar im Vorteil ) Ausbildungspages. In Summe haben wir derzeit 206.245 Fans, wovon 8.005 20.031 auf die reinen […]

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    7. […] bietet Unternehmen viele Möglichkeiten, passende Bewerber zu finden. So hatte ich bspw. letzte Woche die Gelegenheit, Johanna Höpker von Modus Consult, einem IT-Systemhaus aus Gütersloh, kennen zu […]

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    9. Marc W. sagt:

      Hallo,

      vielen Dank für den wirklich interessanten Artikel.

      Mir ist es auch schon aufgefallen, dass die Groß- und Kleinschreibung auf sozialen Netzwerken teilweise stark vernachlässigt wird. Ehrlich gesagt, gehöre ich auch zu diesem Personenkreis. Allerdings unterscheide ich zwischen eigenen Posts und zwischen dem beantworten von anderen Posts. Stelle ich beispielsweise eine Frage, achte ich auf korrekte Schreibweise. Lese ich eine Frage, die ich schnell beantworten will, dann schreibe ich aus zeitlichen Gründen alles klein.

      Ich finde es völlig in Ordnung, wenn unter Freunden und Bekannten aus zeitlichen Gründen alles klein geschrieben wird. Wo das gar nicht geht sind Karriere-Pages oder andere Unternehmensprofile. Hier sollte man sich wirklich die Mühe machen und einen guten Eindruck hinterlassen. Dazu gehört auch eine korrekte Schreibweise.

      Viele Grüße
      Marc

      • Hallo Marc, vielen Dank für dein Feedback!
        Ja, da stimme ich dir absolut zu. Auch ich neige gerne dazu – auch auf meinen eigenen Facebook-Pages – klein zu schreiben. Insbesondere dann, wenn es schnell gehen muss oder ich gerade nur eine Hand frei habe (Stichwort Multitasking :-)). Aber bei „offizieller“ Korrespondenz sollte man schon die Etikette waren und nach Möglichkeit reine Kleinschreibung und ortographische Fehler vermeiden. Stichwort „guter Eindruck“. Ich werde mich jetzt auch bessern ;-)
        Viele Grüße,
        Henner

    10. Marc W. sagt:

      Hallo,

      vielen Dank für den wirklich interessanten Artikel.

      Mir ist es auch schon aufgefallen, dass die Groß- und Kleinschreibung auf sozialen Netzwerken teilweise stark vernachlässigt wird. Ehrlich gesagt, gehöre ich auch zu diesem Personenkreis. Allerdings unterscheide ich zwischen eigenen Posts und zwischen dem beantworten von anderen Posts. Stelle ich beispielsweise eine Frage, achte ich auf korrekte Schreibweise. Lese ich eine Frage, die ich schnell beantworten will, dann schreibe ich aus zeitlichen Gründen alles klein.

      Ich finde es völlig in Ordnung, wenn unter Freunden und Bekannten aus zeitlichen Gründen alles klein geschrieben wird. Wo das gar nicht geht sind Karriere-Pages oder andere Unternehmensprofile. Hier sollte man sich wirklich die Mühe machen und einen guten Eindruck hinterlassen. Dazu gehört auch eine korrekte Schreibweise.

      Viele Grüße
      Marc

      • Hallo Marc, vielen Dank für dein Feedback!
        Ja, da stimme ich dir absolut zu. Auch ich neige gerne dazu – auch auf meinen eigenen Facebook-Pages – klein zu schreiben. Insbesondere dann, wenn es schnell gehen muss oder ich gerade nur eine Hand frei habe (Stichwort Multitasking :-)). Aber bei „offizieller“ Korrespondenz sollte man schon die Etikette waren und nach Möglichkeit reine Kleinschreibung und ortographische Fehler vermeiden. Stichwort „guter Eindruck“. Ich werde mich jetzt auch bessern ;-)
        Viele Grüße,
        Henner

    11. Danke, es freut mich immer wieder, wenn auch andere das Thema „Rechtschreibung in Onlineforen“ zur Diskussion stellen. In meiner Schulzeit war ich wg. meiner Rechtschreibung immer weit abgeschlagen und konnte trotz herausragenden Leistungen in Mathematik, Physik, Chemie und Co. nur einen Hauptschulabschluss machen. Denn überall wurde auch die Rechtschreibung mit bewertet und da hatte (und habe) ich eben ein echtes Problem. Als dann die Reform kam, fragte ich meine Eltern, was sich jetzt eigentlich geändert hat. Mein Vater sagte:“Ab sofort sollen alle so schreiben, wie du das schon immer getan hast.“ Das hat mir da aber schon lange nichts mehr genutzt, denn da war meine Schulzeit schon lange vorbei.
      Kürzlich hatte ich wieder so eine interessante Situation in diesem Zusammenhang. Da wurde ich von jemandem in meinem Berufsverband (BDVT also Businesstrainer) darauf hingewiesen, dass ja ein professioneller Trainer nie ernst genommen werden könne, wenn er nicht einmal die deutsche Rechtschreibung beherrsche. Mir wurde nahe gelegt, ein bisschen weniger im Netz präsent zu sein, ich könne der ganzen Branche schaden, da ja fehlerhafte Rechtschreibung ein klares Zeichen für mangelnde Bildung sei. Also daher bitte noch viel lauter… „Auf den INHALT kommt es an, nicht auf die korrekte Buchstaben Zusammensetzung!“
      Es ist schon traurig, dass hierzulande immer noch viel mehr Wert auf die Schreibweise gelegt wird, als auf Wissen, Können und Ergebnisse. Mir sind schon viele Menschen begegnet, die schreiben absolut fehlerfrei und wenn sie den Mund aufmachen kommt nur dummer Blödsinn heraus. Studium hin oder her, Intelligenz ist keine Frage von Rechtschreibung, sondern von Wissen und das wird durch die Social Medias eben immer mehr, wenn man es zulässt.

      • Hallo Angelika, vielen Dank für deinen Kommentar! Ich gebe dir absolut Recht. Nur ist es nun mal in unserer Gesellschaft so, dass gewisse Regeln gelten und man schon komisch angeschaut wird, wenn man diese nicht einhält. Auch ich neige dazu, Menschen hinsichtlich ihrer Aussprache, dem Verwenden (falscher) Fremdwörter und ihrer Rechtschreibung zu korrigieren. Das geschieht allerdings eher unbewusst, fast schon aus einem Zwang heraus. Aber wie gesagt, irgendwie wird das Ganze schon überbewertet. Denn entscheidend sind in meinen Augen tatsächlich die eigentlichen Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kompetenzen. Und wenn es da an der Rechtschreibung hapert, bitte sehr. Ich bin aber auch der Meinung, dass man sich in Bezug auf Bewerberkorrespondenz (und darum geht es auch auf solchen Karriere-Pages oder auch auf Twitter) schon an gewisse Regeln der Sorgfalt halten sollte.
        Viele Grüße,
        Henner

    12. Danke, es freut mich immer wieder, wenn auch andere das Thema „Rechtschreibung in Onlineforen“ zur Diskussion stellen. In meiner Schulzeit war ich wg. meiner Rechtschreibung immer weit abgeschlagen und konnte trotz herausragenden Leistungen in Mathematik, Physik, Chemie und Co. nur einen Hauptschulabschluss machen. Denn überall wurde auch die Rechtschreibung mit bewertet und da hatte (und habe) ich eben ein echtes Problem. Als dann die Reform kam, fragte ich meine Eltern, was sich jetzt eigentlich geändert hat. Mein Vater sagte:“Ab sofort sollen alle so schreiben, wie du das schon immer getan hast.“ Das hat mir da aber schon lange nichts mehr genutzt, denn da war meine Schulzeit schon lange vorbei.
      Kürzlich hatte ich wieder so eine interessante Situation in diesem Zusammenhang. Da wurde ich von jemandem in meinem Berufsverband (BDVT also Businesstrainer) darauf hingewiesen, dass ja ein professioneller Trainer nie ernst genommen werden könne, wenn er nicht einmal die deutsche Rechtschreibung beherrsche. Mir wurde nahe gelegt, ein bisschen weniger im Netz präsent zu sein, ich könne der ganzen Branche schaden, da ja fehlerhafte Rechtschreibung ein klares Zeichen für mangelnde Bildung sei. Also daher bitte noch viel lauter… „Auf den INHALT kommt es an, nicht auf die korrekte Buchstaben Zusammensetzung!“
      Es ist schon traurig, dass hierzulande immer noch viel mehr Wert auf die Schreibweise gelegt wird, als auf Wissen, Können und Ergebnisse. Mir sind schon viele Menschen begegnet, die schreiben absolut fehlerfrei und wenn sie den Mund aufmachen kommt nur dummer Blödsinn heraus. Studium hin oder her, Intelligenz ist keine Frage von Rechtschreibung, sondern von Wissen und das wird durch die Social Medias eben immer mehr, wenn man es zulässt.

      • Hallo Angelika, vielen Dank für deinen Kommentar! Ich gebe dir absolut Recht. Nur ist es nun mal in unserer Gesellschaft so, dass gewisse Regeln gelten und man schon komisch angeschaut wird, wenn man diese nicht einhält. Auch ich neige dazu, Menschen hinsichtlich ihrer Aussprache, dem Verwenden (falscher) Fremdwörter und ihrer Rechtschreibung zu korrigieren. Das geschieht allerdings eher unbewusst, fast schon aus einem Zwang heraus. Aber wie gesagt, irgendwie wird das Ganze schon überbewertet. Denn entscheidend sind in meinen Augen tatsächlich die eigentlichen Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kompetenzen. Und wenn es da an der Rechtschreibung hapert, bitte sehr. Ich bin aber auch der Meinung, dass man sich in Bezug auf Bewerberkorrespondenz (und darum geht es auch auf solchen Karriere-Pages oder auch auf Twitter) schon an gewisse Regeln der Sorgfalt halten sollte.
        Viele Grüße,
        Henner

    13. Ich habe schon bevor dem Begriff „Social Media“ das niedrige sprachliche Niveau in z.B. Foren bedauert. Teilweise ist es dort so schlecht gewesen, dass ich davon ausgehe, es wird bewusst schlecht geschrieben—vielleicht in dem die (mündliche) Umgangssprache nachgeahmt wird und man noch ein Stück weiter geht aus mangelndem Gefühl.

      Hier muss man allerdings zwischen Sprachfehlern und Spracherweiterungen trennen. Falsche Großschreibung, z.B., ist ein Fehler. Kurzformen und Emoticons dagegen sind Erweiterungen, und können durchaus auch die Schriftsprache bereichern (falls man sich nicht im Zusammenhang und Stilniveau vergreift). Selbst benutze ich z.B. ab und zu (in meinen größtenteils englischen Texten) „IIRC“ oder „IMO“, die viel Platz und Tipperei ersparen. Ein Smiley kann legitim sogar in informellen (!) beruflichen Kommunikationen von Nutzen sein, indem Missverständnisse vermieden werden.

      Die Probleme fängen eigentlich dann an, wenn die Benutzung entartet—bis hin zu Texten (immer von Frauen) wo es ein Dutzend „LOL“s auf ebenso viele Zeilen gibt. Hier allerdings haben sich schwache Schreiber auch in der Vergangenheit gut geschlagen, etwa indem Ausrufezeichen gehäuft werden. Es ist also nicht ein neues Problem, sondern ein Problem, das durch größere Möglichkeiten auffälliger geworden ist.

    14. Ich habe schon bevor dem Begriff „Social Media“ das niedrige sprachliche Niveau in z.B. Foren bedauert. Teilweise ist es dort so schlecht gewesen, dass ich davon ausgehe, es wird bewusst schlecht geschrieben—vielleicht in dem die (mündliche) Umgangssprache nachgeahmt wird und man noch ein Stück weiter geht aus mangelndem Gefühl.

      Hier muss man allerdings zwischen Sprachfehlern und Spracherweiterungen trennen. Falsche Großschreibung, z.B., ist ein Fehler. Kurzformen und Emoticons dagegen sind Erweiterungen, und können durchaus auch die Schriftsprache bereichern (falls man sich nicht im Zusammenhang und Stilniveau vergreift). Selbst benutze ich z.B. ab und zu (in meinen größtenteils englischen Texten) „IIRC“ oder „IMO“, die viel Platz und Tipperei ersparen. Ein Smiley kann legitim sogar in informellen (!) beruflichen Kommunikationen von Nutzen sein, indem Missverständnisse vermieden werden.

      Die Probleme fängen eigentlich dann an, wenn die Benutzung entartet—bis hin zu Texten (immer von Frauen) wo es ein Dutzend „LOL“s auf ebenso viele Zeilen gibt. Hier allerdings haben sich schwache Schreiber auch in der Vergangenheit gut geschlagen, etwa indem Ausrufezeichen gehäuft werden. Es ist also nicht ein neues Problem, sondern ein Problem, das durch größere Möglichkeiten auffälliger geworden ist.

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