Mehr Transparenz für Bewerber dank dabego

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 5 Minuten.

So ein Bewerbungsprozess ist ja irgendwie wie ein Schwarzes Loch. Frohen Mutes verfasst man sein Anschreiben (welches natürlich im Kontext der Stellenanzeige steht, hüstel) und seinen Lebenslauf und lädt das Ganze dank komfortablen Online-Formulars (nein, keine 13 Seiten, sondern eine) auf der Karriere-Website hoch oder verschickt die Bewerbung per E-Mail (was ohnehin des Bewerbers liebstes Kind ist) – und dann? Herrscht nicht selten Schweigen im Walde. Die Bewerbung? Verschwunden im Orkus des World Wide Web.

Dass Bewerber dank diverser Unternehmen oftmals im Status der Unwissenheit schweben und sich fragen, was denn wohl mit der Bewerbung geschehen sein mag, ist kein Geheimnis. Jede Wette, dass das jedem von uns schon mal passiert ist! Ich zum Beispiel warte bis zum heutigen Tag auf eine Reaktion eines Unternehmens, bei dem ich mich vor sieben Jahren beworben habe. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, denn die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Irgendwie ist es ja schon verwunderlich. Hat doch jeder von uns schon mal diese Phase durchgemacht. Auch die für einen solchen Bewerbungsprozess Verantwortlichen. Aber vermutlich ist das so, wie so oft im Leben: Man verarbeitet erlebte Geschehnisse, in dem man so handelt, wie es einem selbst widerfahren ist. Oder Dinge auf jemanden projiziert, der eigentlich gar nichts dafür kann, dass Sie damals so lange auf eine Rückmeldung warten mussten. Außerdem: Wieso sollten Sie auf unverlangt eingesandte Bewerbungen eingehen?

Mit der Candidate Experience steht es nicht zum besten

Spaß beiseite. Obwohl alle Fachkräftemangel! schreien und sich eigentlich die Unternehmen beim Bewerber bewerben müssen, steht es mit der Candidate Experience nicht zum besten.

Candidate Experience - Einschätzung der Unternehmen stimmt mit dem Fremdbild der Kandidaten überein

Keine Reaktion seitens des Unternehmens ist auch eine Reaktion. Manche wiederum sind ganz clever und verpacken ihre Absage galant in einem Zwischenbescheid, so wie diese All-in-one-Lösung zeigt:

„Sehr geehrter Herr Dr. XXX,

vielen Dank für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an einer Mitarbeit in unserem Unternehmen. Die Prüfung und interne Weiterleitung Ihrer Unterlagen erfolgt in der Regel innerhalb von zwei Kalenderwochen. Wenn Sie innerhalb der kommenden 30 Tage keine weitere Rückmeldung von uns erhalten, bitten wir Sie davon auszugehen, dass wir die aktuellen und geplanten Beschäftigungsmöglichkeiten sorgfältig geprüft haben, Ihnen auf absehbare Zeit aber leider keine Mitarbeit in unserem Unternehmen in Aussicht stellen können. Wenn Sie aufgrund anderer Angebote eine frühere Rückmeldung benötigen, teilen Sie uns dies bitte telefonisch oder per Email mit.

Mit freundlichen Grüßen“

Kann man so machen und ist mit Sicherheit sehr effizient. Sollte man aber nicht, weil es nicht gerade wertschätzend vom Bewerber aufgenommen wird. Eher bekommt dieser den Eindruck, man sei lästig und würde unnötigen Mehraufwand produzieren. Nun sei es es drum. Bewerber wünschen sich nicht nur eine zeitnahe, sondern auch eine wertschätzende Rückmeldung. Und sie wünschen sich Informationen über den Bewerbungsprozess. An beidem hapert es bei vielen deutschen Unternehmen. Auch bei denen, deren Employer Branding-Kampagnen Riesenbudgets verschlingen und diese dann mangels positiver Candidate Experience im Nichts verpuffen.

So ging es auch Elmar Lins. Elmar war nach Beendigung seiner Doktorarbeit auf Jobsuche, schrieb diverse Bewerbungen und erhielt von den Unternehmen nur verzögerte Rückmeldungen (immerhin erhielt er welche ;)).

dabego schafft Transparenz in Bezug auf den Bewerbungsprozess

Eigentlich lief es super, denn direkt nach seinem ersten Bewerbungsgespräch hatte er eine Zusage bekommen. Allerdings hatte er nicht nur eine, sondern mehrere Bewerbungen verschickt. Leider hatte er von den anderen Unternehmen noch nichts gehört, was wie wir wissen, kein Einzelfall ist. So hat er also die erste feste Zusage so lange wie möglich hinausgezögert und letztendlich sogar abgesagt, in der Hoffnung, dass eine seiner vielen anderen Bewerbungen erfolgreich ist und ihm daraus ein noch besseres Angebot unterbreitet wird. Hier hatte er alles auf eine Karte gesetzt und alles verloren.

Antwortzeiten zu Bewerbungen kaum vorhanden

Aber er gab die Hoffnung nicht auf und ging in eine zweite Bewerbungsrunde. Als aufgeklärter Bewerber wollte er sich diesmal im Vorfeld bei xununu und Glassdoor schlau machen und dort mehr über die Dauer der Rückmeldung erfahren. Tatsächlich brachte weder das ein noch das andere Portal eine zufriedenstellende Antwort. Konkrete bzw. aggregierte Angaben zur Antwortdauer finden sich dort nämlich nicht. Und das trotz einer Kooperation des E-Recruiting-Anbieters softgarden mit kununu. Hier soll nämlich das über softgarden unmittelbar aus dem Bewerbungsprozess
erzeugte Feedback von Bewerbern in die auf kununu veröffentlichten Arbeitgeber-Bewertungen mit einfließen. Dank der unterschiedlichen Zugänge und Daten der beiden Kooperationspartner über Bewerbungsprozesse soll so dann die Transparenz  über potenzielle Arbeitgeber weiter erhöht werden. Eigentlich ein guter Ansatz. Aber da natürlich nicht jedes Unternehmen auf diese E-Recruiting-Lösung setzt, profitieren Bewerber nur eingeschränkt davon.

dabego sorgt für Transparenz beim Bewerber

Und was macht man, wenn man was ändern möchte? Man stellt Fragen. Ergo nahm Elmar Kontakt zu kununu auf und machte einen Vorschlag, wie man die Antwortdauer konkreter bewerten bzw. quantifizieren könnte. Leider erging es ihm da, wie bei vielen Bewerbungen auch: Er erhielt keine Rückmeldung.

Also ergriff er kurzerhand selbst die Initiative und hat vor rund vier Monaten ein eigenes Portal ins Leben gerufen. Auf dabego können ehemalige Bewerber die Dauer der Bewerbungsrückmeldung von Unternehmen bewerten. Andere Bewerber können sich dann über die Bewerbungsprozesse der Unternehmen informieren und erhalten transparente Informationen aus erster Hand. Und nicht nur das: Auch Unternehmen erhalten so die Möglichkeit, den eigenen Bewerbungsprozess effizienter zu gestalten.

dabego - Bewertung des Bewerbungsprozesses am Beispiel Porsche

Auch wenn dabego „nicht der unumstrittene Heilsbringer ist“, wie Elmar es selbst ausdrückt und ihn deshalb auch andere Lösungsansätze für dieses Problem interessieren (auch deshalb, weil ihm die Mittel fehlen, das Ganze zu professionalisieren und er auch gar nicht in Konkurrenz zu kununu & Co. treten will): Ich finde den Ansatz höchst bemerkenswert und denke, dass auf diese Weise ein wirklicher Mehrwert für Bewerber geschaffen wird. Wobei es eigentlich schon traurig ist, dass Bewerber zur Selbsthilfe greifen müssen, weil Unternehmen zu wenig Transparenz in Sachen Bewerbungsprozess bieten und Bewerbungsprozesse zum Davonlaufen sind.

Ich bin gespannt, wie sich die Plattform weiterentwickelt und ob kununu vielleicht doch noch mal Gespräche aufnehmen wird. Denn natürlich würde sich Elmar freuen, wenn kununu die Bewertungsmöglichkeit für die Antwortdauer noch verbessern würde. Und ich würde mich freuen, wenn Unternehmen ihre Bewerbungsprozesse transparenter gestalten würden. Entsprechende Informationen dazu gehören auf jede Karriere-Website.


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