Virtual Reality bringt Hollywood ins Personalmarketing

von personalmarketing2null. Lesezeit: fast 6 Minuten.

BÄM! So geht Virtual Reality im Personalmarketing! Ich rede nicht von diesen aktuell doch recht sintflutartig den Markt überschwemmenden und im Wesentlichen austauschbaren 360-Grad-Videos (schon klar, jedes Unternehmen sieht von innen anders aus). Ich rede von echtem, begeisterndem Storytelling, wie es Boehringer Ingelheim nun bereits seit einigen Monaten umsetzt. Und was dort gezeigt wird, stellt nicht nur jedes 360-Grad-Video in den Schatten, selbst so manche Hollywood-Produktion kann gegen diese VR-Produktion einpacken.

Was ist nun eigentlich „Virtual Reality“ oder kurz „VR“? Hier möchte ich einmal aus einem Artikel der CT zitieren:

„VR erfüllt einen Jahrhunderte alten Menschheitstraum: Es transportiert den Benutzer an beliebige Orte – und die müssen nicht einmal realistisch sein. Es kann sich auch um in der Realität unmögliche Fantasiewelten handeln. VR ist quasi eine Traumerfüllungsmaschine.“

Während 360-Grad-Videos im Recruiting weniger einen Traum erfüllen sondern eher nicht mehr (und nicht weniger) das vermitteln, wie es im Unternehmen aussieht, wie also bspw. Arbeitsplätze oder (Lehr-)Werkstätten eingerichtet sind, wie es aussieht, wenn man das Unternehmen betritt (der Empfang ist immer wieder ein beliebtes Motiv) oder aber das Firmengelände, verfolgt Boehringer Ingelheim mit seiner „Virtual Reality Experience“ einen ganz anderen Ansatz. Da gibt es echtes Storytelling oder auch Content Marketing, wie man so schön sagt, vom Feinsten. Hier wird nämlich hautnah spielerisch vermittelt, was Boehringer Ingelheim eigentlich macht, bzw. genauer: Wie die Medikamente von Boehringer Ingelheim im Körper wirken.

Kurz am Rande und um alle abzuholen: Boehringer Ingelheim ist eins der 20 größten Pharma-Unternehmen weltweit, seit 1885 am Markt und immer noch ein Familienunternehmen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Ingelheim am Rhein (wenige Kilometer rheinaufwärts von Wiesbaden entfernt).

Das erste Pharmaunternehmen mit Virtual Reality im Personalmarketing

Wie setzt Boehringer Ingelheim Virtual Reality nun im Personalmarketing ein? Das VR-Erlebnis „Inside Boehringer Ingelheim“ nimmt den Nutzer mit auf eine sechsminütige interaktive Reise durch den menschlichen Körper. Mithilfe der VR-Brille Oculus Rift taucht der Betrachter ein in die Welt der Forschung von Boehringer Ingelheim und kann in den Spielsequenzen Krankheiten bzw. Viren selbst bekämpfen. Das Ganze ausschließlich per Blicksteuerung.

So kann der Nutzer z. B. einen Thrombus zerstören oder die geschädigten Lungenzellen eines an der Atemwegserkrankung COPD erkrankten Patienten wieder herstellen – eben das, was die Medikamente von Boehringer Ingelheim zu leisten vermögen. Beschreiben kann man das Ganze wirklich nur schlecht, man muss es schon live gesehen haben und in die virtuelle Welt eintauchen. Der WOW-Effekt ist auf jeden Fall sicher!

WOW-Effekt ist das eine, fraglich ist natürlich auch der Nutzen des Ganzen. Und die Ziele. Und deswegen habe ich nachgefragt. Bei Laura Wessely, die bei Boehringer Ingelheim als „Specialist Digital Talent Acquisition & Employer Branding“ den Hut für dieses spannende Projekt auf hat.

Liebe Laura, wow, Respekt! Was ihr da mit „Inside Boehringer Ingelheim“ abliefert, ist wirklich allererste Sahne! Steven Spielberg würde wahrscheinlich vor Neid erblassen. Was ist denn eigentlich die Intention des Ganzen?

Laura WesselyErstmal danke für die Blumen, lieber Henner! Boehringer Ingelheim steht ja als forschendes Pharmaunternehmen inhärent für Fortschritt und Innovation und auch für unsere Marke ist Innovation einer der wichtigsten Werte. In unseren Zielgruppen werden wir allerdings immer noch häufig mit unserer Tradition als Familienunternehmen assoziiert – und eben nicht als „Cutting-edge- innovative-Global Player“. Um diese Botschaft glaubhaft zu platzieren, müssen wir natürlich auch genauso kreativ, neu und out-of-box kommunizieren.  So können wir dann hoffentlich am Ende die besten Talente gewinnen.

Das ist keine Hollywood-Produktion, das ist Virtual Reality bei Boehringer Ingelheim

Das sollte euch auf jeden Fall gelingen! Welches Ziel verfolgt ihr mit dem VR-Ansatz?

Mit dem Einsatz innovativer Medien und Technologien in unserem Branding möchten wir uns in erster Linie als Employer of Choice bei Studierenden und Young Professionals etablieren. Wir waren das erste Unternehmen in Deutschland, dass Virtual Reality in dieser Form im Employer Branding eingesetzt hat und konnten so ein hoch emotionales und einzigartiges Markenerlebnis schaffen. Natürlich wollen wir uns so vor unseren Mitbewerbern positionieren. Weil wir natürlich eine fachkundige Zielgruppe ansprechen, wurde für die visuelle Umsetzung eng mit Medizinern zusammengearbeitet. Es reicht nicht, wenn die Experience am Ende richtig gut aussieht, wir mussten auch ein wissenschaftlich – zumindest einigermaßen – korrektes Ergebnis erzielen, um glaubwürdig zu sein.

Dass ihr euch damit vor euren Mitbewerbern positioniert, dürfte außer Frage stehen. Wie ist denn bislang die Resonanz auf „Inside BI“? Sowohl extern, bei den Bewerbern, als auch intern, bei den Mitarbeitern?

Die Resonanz auf unsere Virtual Reality Experience war wirklich umwerfend – die Nutzer waren begeistert. Eine Umfrage mit Messestandbesuchern, die VR genutzt haben, hat ergeben, dass 60 Prozent der Teilnehmer ein verbessertes Bild von Boehringer Ingelheim als Arbeitgeber haben. 67 Prozent haben sogar einen stärkeren Wunsch, sich bei uns zu bewerben. Die Messebesucher nehmen zum Teil lange Wartezeiten in Kauf, um die Experience selbst zu testen, das ist für uns die perfekte Gelegenheit ins Gespräch zu kommen.

Auch bei uns intern kam das Projekt sehr gut an und wird sogar inzwischen bereichsübergreifend – z. B. von Corporate Communications und Marketing – genutzt. Für andere Bereiche konnten wir als Pilot Türen für eigene VR Projekte öffnen. Ich persönliche finde auch richtig toll, dass die Experience jetzt auch global im Einsatz ist, obwohl sie ursprünglich für den deutschen Markt konzipiert wurde. Zudem konnten wir etwas Berichterstattung generieren und waren im letzten Jahr für einen HR Excellence Award in der Kategorie Innovation des Jahres nominiert. Auf die Anerkennung aus Fachkreisen sind wir auch stolz, zumal die Experience damals noch gar nicht komplett fertig gestellt war.

Virtual Reality Inside Boehringer Ingelheim - Screenshot

Laura, das ist wirklich toll. Unverständlicherweise hat es mit dem HR Excellence Award ja nicht geklappt… Wann und wo kann man eure VR Experience denn das nächste Mal bewundern und wie sind die weiteren Pläne? Bleibt es bei dieser einmaligen „Aktion“?

Nein, natürlich bleibt es nicht bei dieser einmaligen Aktion. Das wäre wirklich nicht nachhaltig. Aktuell setzen wir die Experience für die mobile Nutzung mit dem eigenen Smartphone um. Mit gebrandeten Cardboards als Give-Away können dann die potentiellen Kandidaten die Experience mit nachhause nehmen und Ihren Freunden zeigen – dadurch erhoffen wir uns natürlich einen Multiplikator Effekt. Obwohl Virtual Reality in den letzten Monaten extrem an Momentum gewonnen hat, ist es doch in der tatsächlichen Nutzung noch nicht so weit verbreitet, dementsprechend ruft es nach wie vor eine große Begeisterung hervor.

Nur mit Blicksteuerung navigiert sich der Nutzer durch die VR-Welt von Boehringer Ingelheim

Diese Begeisterung teile ich absolut, liebe Laura! Ich wünsche weiter viel Erfolg und viele interessierte Bewerber. Danke für die interessanten Einblicke!

Und meinen Lesern kann ich nur empfehlen, die Gelegenheit zu nutzen, wenn sie sich bietet. Es lohnt sich definitiv. Hier die nächsten Termine:

15.03.2017     Jobvector Career Day
31.03.2017     Interpharm (Chance Pharmazie)
20.04.2017    Sciecon München

Ich für meinen Teil werde die Aktivitäten weiter verfolgen und bin schon sehr gespannt auf die App. Umgesetzt wurde die Virtual Reality Experience übrigens von CNM in Wiesbaden.


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