Digitale Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Effizientes Recruiting

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 6 Minuten.

Schon verrückt, welchen Einfluss man als meinungsführender Blogger der HR-Szene hat. Kaum schreibt man über die Recruiting-Revolution Mitarbeiterempfehlungsprogramme, schon verleibt sich XING eqipia ein. Und über eqipia selbst schrieb ich tatsächlich als erster deutscher HR-Blogger. Auch bei XING entdeckt man also das Thema (klar, da lässt sich der E-Recruiting-Bereich noch weiter ausbauen. Und es ergeben sich spannende Möglichkeiten im Kontext kununu. Theoretisch zumindest), dessen Potenzial talentry als Pionier im Social Recruiting bereits 2012 entdeckte . Und vor einigen Wochen auf eine neue Ebene hievte – #talentry3punkt0, wenn man so will.

Und genau unter dem Hashtag (schräges Kreuzchen) wurde der Relaunch dann angekündigt. Selbiger fand im neuen talentry-Headquarter in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs statt. Bevor die neuen Features vorgestellt wurden, gab es aber erst einmal eine spannende Podiumsdiskussion zur Zukunft von HR mit den HR-Startup-Gründern Clemens Dittrich (CEO von truffls dem tinder-Klon für Jobs), Christoph Skrobol (CEO & Careerdater), Jubin Honarfar (CEO whatchado und Spezialist für Beziehungen), Dr. Simon Werther (CEO von HR Instruments, welches smarte Tools und People Analytics für eine motivierende und leistungsstarke Unternehmenskultur bietet)  und Hanno Renner (CEO von personio, welches ganzheitliche HR-Lösungen ganz ohne Excel – egal ob Verwaltung von Stammdaten, Fehlzeiten, Gehälter, Performance oder Recruiting bietet). Einen kleinen Eindruck vom Event vermittelt das Video.

Digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm – was bringt das eigentlich?

Viel spannender ist doch aber die Frage, was so ein digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm eigentlich bringt. Eine ganze Menge, vor allem aber

  • Zeitersparnis (bis zu 50 Prozent weniger „time to hire“)
  • Kostenersparnis (bis zu 75 Prozent weniger „cost per hire“)
  • Zur Unternehmenskultur passende Bewerber

Nicht schlecht für den Anfang, oder? Mehr dazu am Ende des Artikels.

25 Prozent der Arbeitnehmer wurden empfohlen

Spannend in diesem Kontext auch Ergebnisse der talentry Social Recruiting Studie 2015: Auf die Frage, wie die Studienteilnehmer an die aktuelle Arbeitsstelle gekommen sind, antworten 24,6 Prozent, dass sie empfohlen wurden. Ein Viertel. Eine ganze Menge Holz. Mit viel Luft nach oben. Schließlich bescheinigt eine aktuelle Manpower-Studie, dass 47 Prozent der befragten Arbeitnehmer in ihrem Job unzufrieden sind. Und 44 Prozent würden ihren Job in den nächsten zwölf Monaten wechseln. Viel Potenzial also, diese abzuwerben ;-) Und viel Potenzial für noch mehr Erfolg der digitalen Mitarbeiter-Empfehlungstools…

Die Bedeutung von Mitarbeiterempfehlungen - Quelle talentry social recruiting studie 2015

Wer oder was ist talentry nun eigentlich, wird der ein oder andere vielleicht fragen. Grob in die Tüte gesprochen ist talentry ein digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm. Anders (oder mit den Worten des Anbieters selbst) ausgedrückt, „revolutioniert Talentry seit 2012 (seinerzeit noch als Jobcrowd) die Art und Weise, mit der Unternehmen offene Stellen besetzen„. Mithilfe der (selbstverständlich voll mobilfähigen) Plattform können sowohl talentierte Personen an Unternehmen empfohlen, als auch freie Stellen über Social-Media-Kanäle, WhatsApp, oder E-Mail über die Netzwerke der Mitarbeiter verbreitet werden.  Mithilfe eines Matching-Algorithmus werden den Mitarbeitern zudem passende Kontakte aus ihrem Umfeld vorgeschlagen. So nutzt talentry die Kraft sozialer Netzwerke, um Unternehmen mit den Talenten zusammen zu bringen, die wirklich zu ihnen passen.

Was aber ist nun neu bei talentry? Im Wesentlichen basiert der Produkt-Relaunch auf fünf Säulen, die ich kurz skizzieren werde.

1. Brandability

Im Grunde geht es hier um nicht mehr und nicht weniger als das Branding der eigenen talentry-Seite. Schließlich soll das Ganze CD-konform sein und sich konsistent in den Unternehmens-Auftritt einfügen.

Brandibility - Branding der eigenen talentry-Seite

2. Empfehlungstracking

Der Nutzer sieht genau, wann er eine Stelle empfohlen hat und auch die Reaktionen darauf.

Empfehlungstracking bei talentry

3. Schnittstellen zu Bewerbermanagementsystemen

talentry hat nun Schnittstellen zu allen gängigen Bewerbermanagementsystemen. Effizienter geht Recruiting nun wirklich nicht mehr!

4. Überarbeiteter Empfehlungsprozess

Jeder Jeck ist anders. Das, was uns die Kölsche Mundart da vermittelt, trifft den Nagel auf den Kopf. Tatsächlich gibt es nicht DEN einen Nutzer, vielmehr sind die Nutzungsgewohnheiten von Web-Anwendern sehr unterschiedlich. Das wurde auch bei #talentry3punkt0 berücksichtigt und so hat man für die unterschiedlichen Zielgruppen verschiedene Personas definiert…

Unterschiedliche Personas für unterschiedliche Nutzertypen

… und sich an diesen orientiert, um den unterschiedlichen Nutzergewohnheiten Rechnung zu tragen…

Überarbeitete Empfehlungsprozesse - jemanden empfehlen
Überarbeitete Empfehlungsprozesse - Stellen teilen

5. Talentry Community

Hier können sich die talentry-Nutzer untereinander vernetzen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen. Social eben konsequent weitergedacht. Schließlich geht es immer um Menschen. Um Vernetzung. Um Austausch. Aber wem erzähle ich das?

Digitale Mitarbeiterempfehlungen in der Praxis

Wie so ein digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm in der Praxis funktioniert und wie effizient dieses Human Relation basierte „Recruiting“ ist, möchte ich Ihnen an Hand von Dr. Eckert verdeutlichen. Dr. Eckert ist nicht etwa der Arzt meines Vertrauens, sondern eine Unternehmensgruppe mit ca. 1.400 Mitarbeitern und 270 Filialen. Das Problem: Keiner kennt das Unternehmen (da steht es natürlich nicht alleine da), allerdings hat fast jeder von uns schon einmal Berührungspunkte gehabt. Zumindest die Bahnreisenden unter uns. Die Unternehmensgruppe betreibt nämlich unter der Marken Barbarino, Ludwig, Eckert, OnExpress und Adam’s Shops für den Reisebedarf, und das überwiegend an Bahnhöfen.

Das Schicksal, welches wir alle kennen und viele von uns teilen, ereilte natürlich auch Eckert. Mit den herkömmlichen Maßnahmen blieben die Rekrutierungserfolge aus. So wurden bspw. für die Teilnahme an Job-Messen 9.000 Euro investiert. Immerhin mit dem Resultat, einen Mitarbeiter einzustellen. Auch die Print-Anzeige zu 5.000 Euro brachte eine Einstellung. Die Stellenanzeige bei einem einschllägigen Job-Portal (1.500 Euro) brachte indes null Einstellungen. Wirklich zufriedenstellend ist das natürlich nicht. Schon gar nicht, wenn man stark am Expandieren ist.

Und auch andere Herausforderungen galt es zu meistern:

      • Die dezentralisierte Organisation des Unternehmens (270 Filialen) erfordert eine technische Lösung, die einfach zu bedienen und idealerweise überall verfügbar ist
      • Die geringe Technikaffinität vieler Mitarbeit erfordert eine Lösung, die für jeden handhabbar ist (Stichwort „mobile“)
      • Eine Zielgruppe, die kaum oder nur begrenzt auf XING oder LinkedIN vertreten ist, lässt sich dort trotz Active-Sourcing-Hypes schlecht erreichen
      • Intranet, über das man theoretisch seine Mitarbeiter erreichen könnte, gibt es ebenfalls nicht.

Was tun, sprach Zeus bzw. in diesem Falle Antje Haberkorn, ihres Zeichens Personalleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung der Unternehmensgruppe Dr. Eckert. Die Lösung: Ein digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm. Das bietet Vorteile sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Personalabteilung. So bleiben Mitarbeiter bspw. jederzeit über interessante Vakanzen informiert, das Tool selbst ist von überall nutzbar. Und die Personalabteilung muss keine Excel-Tabellen mehr pflegen und noch wichtiger, kann die Erfolge messen.

Vorteile digitaler Mitarbeiterempfehlungsprogramme am Beispiel Dr. Eckert

Mittels Mitarbeiterzeitung, schwarzem Brett, Flurfunk und anderer Maßnahmen wurde die Lösung von talentry kommuniziert. Mit Erfolg, wie die nachstehende Grafik belegt.

Erfolgreiche Rekrutierung dank Mitarbeiterempfehlungsprogramm bei Dr. Eckert

Ein spannendes Beispiel, dessen Zahlen für sich sprechen, denke ich.

Apropos Zahlen. Hier noch einmal die

Vorteile eines digitalen Mitarbeiterempfehlungsprogramms

      • Hohe Effizienz:
        Mehr als 40 % der Einstellungen basieren auf Mitarbeiterempfehlungen (bei erst ca. 7 % aller Bewerbungen über diesen Kanal)
      • Innovation:
        Erschließung neuer Recruiting-Kanäle, u. a. durch Integration verschiedenster Social Media Kanäle (u. a. XING, LinkedIn, Facebook, Twitter, Google+, WhatsApp) in den Empfehlungsprozess.
      • Hohe Reichweite:
        Aufspannen eines Netzwerks von durchschnittlich 133 potentiellen Kandidaten über die sozialen Verbindungen der Mitarbeiter.
      • Überdurchschnittliche Eignung:
        Vorschlag geeigneter Fachkräfte über fachlich relevante Netzwerke der Mitarbeiter.
      • Employer Branding:
        Deutliche Erhöhung der Unternehmensattraktivität durch Mitarbeiter als Botschafter der Arbeitgebermarke.
      • Tracking:
        Sicherstellung eineindeutiger Zuordnung von Empfehler und Bewerber über digitale Empfehlungsnachverfolgung.
      • Zeitersparnis:
        50 % Reduktion der Zeit zwischen Ausschreibung und Stellenbesetzung (Time-to-Hire).
      • Kosteneinsparungen:
        Verringerung der Rekrutierungskosten um 75 %.
      • Loyalität:
        Erfolgreiche Mitarbeiterbindung und geringere Abbruchquote in der Probezeit durch bessere Passung der Bewerber.
      • Qualität & Effizienz:
        Gesteigerte Qualität der Mitarbeiterempfehlungen und höhere Trefferquote als Resultat der moralischen Verpflichtung der Mitarbeiter gegenüber dem Unternehmen.
      • Flexibilität:
        Möglichkeit der Empfehlung überall und jederzeit (im Büro, mobil, von Zuhause)

Also, wann starten Sie Ihr digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm?

firstbird & talentry live vor Ort

Sie wissen nicht wie und mit wem? Dann kommen Sie am 20. Mai nach Wiesbaden. Dort können Sie sowohl talentry als auch firstbird, zwei der Sponsoren des klimaneutralen und frechmutigen Events, bei personalmarketing2null & friends in Wiesbaden live und in Farbe erleben. Wie sich die sympathischen Startups aus München und Wien präsentieren werden, kann ich Ihnen nicht sagen. Nur so viel: Definitiv ohne Powerpoint und Internet. Beides ist im Sponsoren-Slam nämlich verboten!


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