XING: Ärger mit Jobbörse.com

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 9 Minuten.

Eigentlich sollte es ja die Innovation des Jahres sein. Oder das Ei des Columbus. Eine Revolution, die den Stellenbörsen-Markt umkrempelt – die neue Generation von Stellenanzeigen bzw. die Verschmelzung von XING mit Jobbörse.com zur (zahlenmäßig) größten Stellenbörse in Deutschland. Wie so oft ist aber auch hier – wie schon am Beispiel Glassdoor zu sehen ist – Masse eben nicht Klasse. Im Gegenteil. Das zeigen zunehmend die (charmant umschrieben) „Unmutsreaktionen“ einiger Personaler. Von Qualitätsbewusstsein leider keine Spur. Worum geht es genau?

Vor einiger Zeit verleibte sich XING Jobbörse.com ein, ich berichtete dazu. Schon damals war mir die Aussage ein Dorn im Auge, man sei nun die Stellenbörse mit den meisten Stellenangeboten. Was gerne verschwiegen wird: Bei den X Millionen Jobs handelt es sich natürlich nicht um einzelne Stellenangebote, sondern um Dubletten, die von teilweise sehr dubiosen Webseiten gezogen werden. Dazu aber später.

Zur Zukunft Personal läutete XING nun mit Pauken und Trompeten die vermeintliche neue Generation der Stellenanzeigen ein. Offenbar versucht Burda Digital (die ja hinter XING stehen), Axel Springer (die wiederum hinter Stepstone stehen), um jeden Preis Marktanteile abzuluchsen. Dass das schiere Schielen nach Masse respektive Marktmacht oftmals aber nach hinten losgeht, zeigt ja auch das Beispiel Volkswagen, wo pure Gier zu unglaublichem Betrug am Verbraucher und in der Folge zu einem massiven Imageschaden geführt hat. Klar, wo gehobelt wird, fallen Späne. Wenn diese allerdings die Dimension von Holzbalken haben, ist das eher schlecht.

XING gefährdet die Candidate Experience deutscher Unternehmen

Denn genau wie im Fall von Glassdoor auch, scheint man auf die Qualität der eingesammelten Jobs nicht zu achten. Stefan Scheller schrieb seinerzeit, dass Glassdoor die Candidate Experience deutscher Unternehmen gefährde. Abgesehen davon, dass wohl der Großteil der Personaler noch nie was vom Begriff Candidate Experience gehört haben dürfte, hat Stefan leider recht. Und das, was Glassdoor damals verbockt hat, scheint XING jetzt zu wiederholen. Dank der Einbindung von Jobbörse.com. Dementsprechend ist der Unmut in der HR-Community sehr groß. Während im nachfolgenden Beispiel der Name unvollständig wiedergegeben wird, der Einstiegstext unvollständig und das Layout zerpflückt ist,

Fehlerhafte Darstellung Stellenanzeige auf XING

kommt man hier beim Klick auf „Bewerbungsformular“ auf eine Seite, bei der es sich um einen Screenshot handelt. Tatsächlich ist nicht erkennbar, dass man irgendwelche Aktionen ausführen kann. Kann man auch nicht. Aber bei Klick auf selbigen landet man dann doch auf dem Stellenangebot.

Stellenanzeige als Screenshot auf Jobbörse.com

Personaler äußern ihren Ärger

Die Begeisterung in der Szene hält sich nachvollziehbarer Weise in Grenzen ;-)

„Ich bin bzgl. XING / jobbörse.com schon am frühen morgen auf 180… Schaut euch mal eure Anzeigen bei „jobbörse.com“ an, welche von StepStone, Monster etc. bezogen werden. Bei uns sind erhebliche grafische Fehler drin. Zumal die Integration von „Jobbörse.com“ in den „XING Stellenmarkt“ eine noch größere Katastrophe ist. Die Anzeigentexte sind komplett fehlerhaft, vom Layout mal ganz zu schweigen. […] Ist ja schön und nett, dass XING/Jobbörse das so aus StepStone/Monster etc. bezieht und das kostenfrei, aber die Fehler sind hochgradig peinlich und werfen ein ziemlich unprofessionelles Licht sowohl auf XING als auch auf uns als Arbeitgeber. Ich bin gestern durch einen Bewerber erst darauf aufmerksam gemacht worden, dem das aufgefallen war…“

Eine andere Spielart stellt folgendes Beispiel dar. Hier sucht Siemens Bewerber für ein Pflichtpraktikum. Das an sich ist schön und gut. Während es sich auf der Website, auf die man durch den Klick auf „Bewerbungsformular“ gelangt, ganz offensichtlich um ein Stellenangebot handelt, sieht das Ganze in den Suchergebnissen bei XING so aus:

Fehlerhafte Stellenanzeige auf XING

Begeisterung sieht anders aus, wie dieses Zitat eines Personalmarketing-Verantwortlichen belegt.

„Hallo zusammen, ich möchte hier kurz einkippen, was mir gerade bei XING aufgefallen ist. Gebt mal bei der Stellenbörse „Personalmarketing“ ein. Da tauchen jede Menge Angebote auf, die keine Stellenangebote sind, sondern nur ein bisschen Imagetext zu den jeweiligen Unternehmen. OK, das betrifft natürlich nur Leute die Stellen im Personalmarketing suchen. Was aber echt nervt ist, dass z. B. bei unseren Unternehmensneuigkeiten plötzlich Stellen ausgeschrieben sind, deren Link jedoch nicht auf ein Stellenangebot von uns verweist, sondern in der XING Stellenbörse auf das Suchergebnis nach dem entsprechenden Jobtitel. Bei einem anderen Unternehmen habe ich das auch so gefunden, dort landet man dann auch gleich bei gleichnamigen Jobs der Wettbewerber. Herzlichen Dank – so wird das jedenfalls nichts mit der tollen neuen Jobbörse!“

Es kann also auch durchaus mal sein, dass Sie auf einer Seite landen, die zwar den Suchbegriff beinhaltet, aber mit einem Stellenangebot so viel gemein hat, wie VW mit Ehrlichkeit gegenüber Kunden. Oder Lidl mit einem guten Arbeitgeber.

Stellensuche auf XING führt auf kontextfremde Webseiten

Während ich den nachfolgenden Einwand

„Ich habe noch zwei schöne Dinge entdeckt: Es zieht Firmenprofile als Stellen und es zieht normale Blog-Beiträge (Interviews von unserem Karriereblog) als Stellen. Unglaublich!“

eher als Chance sehe, dass mein Blog demnächst auch über Jobbörse.com und damit über XING lesbar ist, will ich noch einen weiteren Punkt benennen.

Oh, hoppla, sorry, DAS musste ich gerade testen – und bingo!

Neues aus Absurdistan - XING Jobbörse mit fehlerhaften Anzeigen

Gut, wie man es nicht anders erwarten konnte, wurde nicht die Originalquelle gecrawlt, sondern irgend eine Seite, die meinen Artikel gespiegelt hatte.

Mangelhafte Suchergebnisse in der XING Jobbörse

Aber zurück zur Suchqualität. Dass das, was an Ergebnissen angezeigt wird, nicht unbedingt dem gewünschten Resultat entspricht, haben wir anhand der bereits gezeigten Beispiele glaube ich schon gesehen. Aber es kommt noch besser.

So ergab bspw. eine Abfrage nach dem Unternehmensnamen „BFFT“ folgendes Ergebnis:

Suchabfrage bei XING Jobs

Dass die angezeigten 176 Stellenangebote mit Nichten und Neffen von der BFFT-Website selbst, sondern von irgendwelchen mehr oder weniger dubiosen anderen Websiten stammen, muss ich Ihnen glaube ich an dieser Stelle nicht mehr erläutern. Dass die Schreibweise von „Fah rzeugtechnik“ ebenfalls nicht ganz korrekt ist, wohl auch nicht. Wer aber hätte gedacht, dass sich hinter dem Stellenangebot der „Buffetkraft“ ein recht anspruchsvolles Stellenprofil verbirgt – in einem ansprechenden Layout, das kennen wir ja schon…

Stelle als Buffetkraft mit Ingenieursqualifikation auf Jobbörse

Auch wenn die Jungs von BFFT schon öfter mal mit recht kruden Stellentiteln arbeiten (und postulierten, dass Recruiting auf XING tot sei), bei dem der Suchende garantiert anhand des Stellentitels nicht auf den Job stoßen wird (Stürmer, Spielmacher und Libero werden nicht für die werkseigene Fußballelf gesucht), eine Buffetkraft sucht man dort derzeit nicht. Und selbst wenn – eine Qualifikation als Elektroingenieur müsste sie nicht mitbringen.

Gerade wurde mir noch berichtet, dass Stellenangebote auch mit Orten verknüpft werden, an denen das Unternehmen nicht sitzt. Und wenn Sie bspw. den Namen von Stepstone oder Jobcloud AG in die Suchmaske eingeben, bekommen Sie ebenfalls Stellen ausgespuckt, die überall angesiedelt sind – nur eben nicht bei den ausschreibenden Unternehmen.

Man kann also an dieser Stelle resümieren, dass die Integration von Jobbörse.com voll in die Hose gegangen ist. Und die neue Generation Stellenanzeige, die so marketinggewaltig angekündigt wurde, ebenfalls zu allem möglichen hinreißen lässt – nur eben nicht zu Begeisterungsausbrüchen.

XING setzt auf Klasse statt Masse Masse statt Klasse

Was mir nicht in den Kopf will: Warum hat man nicht aus den gravierenden Fehlern gelernt, die Glassdoor seinerzeit bei seinem verpatzten Deutschland-Start gemacht hat? Warum schielt man nur nach Masse, anstatt nach Qualität? Warum schlägt man den Kunden so sehr vor den Kopf? Will man auf diese Weise seine Marktmacht um jeden Preis ausspielen? Denn es ist auf jeden Fall technisch möglich, zu besseren Ergebnissen zu gelangen. Auf jeden Fall sollte trotz aller aktuell technischen Möglichkeiten ein manueller Check der einzelnen Websites erfolgen, um auf diese Weise für eine bessere Qualität zu sorgen. Auch wäre es wohl sinnvoll, einzelne Begrifflichkeiten unterschiedlich zu gewichten, um zumindest die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass solch unpassenden Ergebnisse vermieden werden:

Unpassende Suchergebnisse in der neuen XING Jobbörse

Offenbar ist Qualität aber nicht das, was man bei XING möchte. So zumindest der Eindruck, den folgende Antwort von XING vermittelt, die einem Betroffenen mitgeteilt wurde und mir vorliegt:

„Vielen Dank für Ihre Nachricht.

Wie bereits seit einigen Wochen angekündigt, haben wir zum 15. September 2015 die neue Generation Stellenanzeigen auf XING eingeführt.

Die neue Generation Stellenanzeigen von XING ermöglicht Recruiting in einer ganz neuen Dimension. XING Stellenanzeigen stehen nicht nur den rund 8,8 Mio. XING-Mitgliedern in DACH, sondern auch allen Nicht-XING-Mitgliedern zur Verfügung. Und weil der XING Stellenmarkt ab sofort immer 1 Mio. Stellenanzeigen bietet, wächst durch die steigende Anzahl der Zugriffe auch die Reichweite der Stellenanzeigen. Und das auch auf allen gängigen mobilen Endgeräten.

Um die Anzahl der Stellenanzeigen auf XING dauerhaft deutlich zu erhöhen, werden ab sofort für unsere Mitglieder potenziell relevante Stellenanzeigen aus allen im deutschsprachigen Raum verfügbaren Quellen ermittelt und zur Veröffentlichung im XING Stellenmarkt aufbereitet. Die dabei verwendete Technologie orientiert sich an rechtlichen Standards. Ziel ist es, ab Herbst 2015 einen für Jobsuchende umfassenden Marktplatz für Stellenanzeigen auf XING anzubieten. Und davon profitieren auch Sie als Unternehmen.

Die XING-Vision „For a better working life“ stellt seit jeher den XING-Nutzer in den Mittelpunkt. Durch die Verfügbarkeit der XING Stellenanzeigen, auch für Nicht-XING-Mitglieder erhöht sich die Relevanz des XING Stellenmarktes bei Jobsuchenden deutlich. Dies werden wir auch durch eine verstärkte Positionierung bei all denen erreichen, die sich aktiv mit ihrer beruflichen Zukunft auseinander setzen. Selbstverständlich bleiben die Vorteile des Netzwerks bestehen und Sie erreichen weiterhin auch die exklusive Zielgruppe der latent Jobsuchenden mit Ihren Stellenanzeigen.

Damit die von Ihnen eingespielten Anzeigen in Ihrem Layout dargestellt werden und alle wichtigen Arbeitgeberinformationen wie z.B. Ihre kununu Mitarbeitervorteile enthalten, können Sie die Anzeigen jederzeit in eine „Professional-Anzeige“ upgraden.

Diese Anzeigen werden dann auch selbstverständlich auf Ihrem Employer Branding Profil dargestellt.

Über den Button „Stellenangebot melden“ können Sie fehlerhafte Anzeigen direkt an unseren technischen Support zur Prüfung melden.

Die Kollegen werden dann schnellstmöglich eine Korrektur vornehmen.“

Ich glaube, die Kollegen werden heute reichlich beschäftigt sein. Und Sie? Sie können ja schon mal in eine „Professional-Anzeige“ upgraden. Eins zeigt das Schreiben auf jeden Fall: Auf das eigentliche Problem wird bei XING nicht im Ansatz eingegangen. Eher führt es dazu, den (ohnehin massiven) Unmut zu erhöhen. Schade.

Wie heißt es so schön in der Broschüre zur neuen Generation Stellenanzeigen?

„Mit dem XING Stellenmarkt sind die Stellenanzeigen auch für Nicht-XING-Mitglieder und aktiv Jobsuchende auffindbar.“

Was aber nützen mir erhöhte Reichweite und Sichtbarkeit, wenn die Qualität der gespiegelten Stellenanzeigen so schlecht ist, dass im schlimmsten Falle ein Imageschaden droht (wem, dürfen Sie sich jetzt aussuchen)?

Vielleicht, ganz vielleicht, ist das aber auch nur ein regionaler Test – so wie damals, als man die kununu-Profile nur noch aufrufen konnte, wenn man sich als XING-Mitglied angemeldet hatte ;-)

Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem neuen XING-Stellenmarkt? Ich freue mich auf Kommentare. Insbesondere natürlich auf Positivbeispiele!

Update: So eben habe ich das erste Positivbeispiel erhalten (spannend im Übrigen auch, das vergaß ich zu bemerken, die angezeigten „ähnlichen Jobs“)…

Kameramann gesucht ...

Na also, geht doch! Nicht.

  1. Largo sagt:

    Bin auf dieser Seite gelandet um mein Problem mit dieser Jobboerse Seite zu lösen. Dieser Suchbot klickt wöchentlich wieder auf einen Formularabsendeknopf in meiner Webapplikation, was bei mir ein Fehlermail auslöst.
    Dies ist ein HTTP Post Formular, was Robots eigentlich nicht klicken sollten, da dies normalerweise eine nicht widerrufbare Aktion durchführt. Klar, dagegen gibts robots.txt, aber es ist trotzdem heikel.

    Ich frage mich, wie viele Kontaktformulare und Bestellungen dieser Bot so durchführt xD

  2. Katja Wehrberger sagt:

    Hallo Henner,

    ich kann mich da nur anschließen – derzeit ärgere ich mich beinahe täglich über den neuen Stellenmarkt von Xing.
    Man könnte meinen, dass der Crawler von Jobbörse.com zuvor keine einzige Testphase durchlaufen hat oder ist es Xing etwa ganz egal, dass dieser völlig fehlerhaft arbeitet? Masse statt Klasse scheint hier die Devise zu sein.

    Auch unsere Stellen wurden inhaltlich und optisch völlig fehlerhaft dargestellt. Darüber hinaus tauchten plötzlich alte Stellenangebote von Mai 2015 und älter auf, die längst besetzt und offline sind. Im xing-Stellenmarkt wurden sie aber sogar als „neu“ gekennzeichnet. Es würde mich brennend interessieren, wie viele tatsächliche Jobangebote hinter den 1 Mio Jobs stecken?!

    Auch wir haben darauf gedrängt, dass alle durch Jobbörse.com gecrawlten Stellen offline genommen werden. Ich kann Frau Legge und allen anderen Unternehmensvertretern aber empfehlen, einen regelmäßigen Blick darauf zu werfen. Leider tauchten bei uns nach einiger Zeit schon wieder erste fehlerhafte Anzeigen auf.

    Ich hoffe, dass Xing den Unmut der Kunden ernst nimmt und bald handelt.

    Viele Grüße

    Katja

    • personalmarketing2null sagt:

      Hallo Katja,

      danke für deinen Input! „Masse statt Klasse“ scheint nicht nur die Devise zu sein, es ist auch so.
      Was die Anzahl der Jobs angeht: Unter den 1 Millionen Jobs sind nicht nur Anzeigen deutscher Unternehmen die Crawler crawlen auch andere Websites, so bspw. die Jobsite des amerikanischen US-Unternehmens Halliburton.

      Wenn XING den Unmut wirklich ernst nehmen würde und handeln wollen würde, so wäre das längst geschehen. Offenbar sind XING die Reaktionen der Nutzer und Kunden aber vollkommen egal, ansonsten würde man nicht so reagieren. Denn nach wie vor reagiert man nicht bzw. maximal so, wie in dem von dir beschriebenen Fall. XING ist offenbar mit allen Mitteln bereit, sein ohnehin in der einschlägigen HR-Szene angeschlagenes Image weiterhin aufs Spiel zu setzen. Wie heißt es so schön „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert“. Auf jeden Fall gebührt XING in meinen Augen für dieses Agieren schon mal die Goldene Runkelrübe in der Kategorie Social Media.

      Ich denke das Problem, dass nichts passiert, liegt daran, dass nur ein relativ geringer Teil der Nutzer und Kunden überhaupt Notiz von der fehlerhaften Darstellung nimmt. Die breite Masse hingegen merkt es nicht oder ihr ist es schlichtweg egal. Das wiederum führt dann dazu, dass XING weiterhin keinen Finger rührt, um die Nutzer zufrieden zu stellen. Allenfalls ein wenig Marketing-Blabla und das ja alles für den Nutzer sei (hierzu noch einmal der Hinweis auf den Kommentar von Jakob Schulz). Selbst das Androhen rechtlicher Konsequenzen lässt XING kalt. So viel Chuzpe muss man erst einmal besitzen!

      Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Mal sehen, wann XING fällt.

      Viele Grüße
      Henner

  3. Julia Legge sagt:

    Endlich ein guter Bericht zum Jobbörse.com-Murks bei XING. Ich hatte bis dato geglaubt, unser Problem sei ein Einzelfall gewesen. Hier die Fakten: 59 unserer Stellen wurden (irgendwo) abgegriffen und veröffentlicht. Das Kuriose: Titel Korrekt, Firma nicht ESG (wie es korrekt gewesen wäre) sondern „Hochschule Wolfenbüttel“, Standort: Fürstenfeldbruck. HÄÄ?? Sieht doch ein Blinder, dass hier etwas nicht stimmen kann. Wir sind zahlender Kunde bei XING, hab mich natürlich beschwert. Was kam zurück: eine Werbemail, was man nicht alles tue, um eine größere Reichweite zu erlangen. Ehrlich gesagt: nicht mein Thema. Ich bestehe darauf, dass unsere Anzeigen korrekt erscheinen und nicht auf fremde Firmen oder Institute verweisen – bzw. ganz gelöscht werden, sofern man das nicht hinbekomme. Immerhin mühe ich mich intern mit dem Thema Candidate Experience ab – und dann so was? Wie soll man das denn bitte einem Bewerber da draußen erklären? Antwort von XING: senden Sie uns bitte die Links zu den fehlerhaften Stellen zu. DANKE, das ist ja nett. Ich bin zahlender Kunde und soll 59 Links copy&pasten damit XING sich nicht die Mühe machen muss? Antwort meinerseits: bitte sofort alles rausnehmen – ist völlig fehlerhaft und nun wirklich NICHT meine Schuld. Paar Stunden später alles bereinigt, d.h. alle Stellen komplett verschwunden. Korrektur des technischen Fehlers war auf die Schnelle offensichtlich nicht möglich…

    • personalmarketing2null sagt:

      Hallo Julia,
      vielen Dank für deinen Kommentar!
      So, wie hier geschildert, geht es vielen Unternehmen. Das zumindest bekomme ich von verschiedenen Unternehmensvertretern gespiegelt.

    • – „Werbemail“ – siehe dazu auch den Kommentar von Jakob Schulz
      – Fehlerhafte Links an XING melden (da kann man nur mit dem Kopf schütteln)
      – und in letzter Konsequenz (erst auf Verlangen des Kunden!!!): alles rausnehmen
    • Ich komme gerade aus Wien vom HR Barcamp. Auch hier war der Jobbörsen-GAU ein viel diskutiertes Thema. Was neben dem schwerfälligen, wenig kundenorientierten Handeln seitens XING besonders schwer wiegt: Viele Unternehmen bekommen gar nicht mit, was derzeit gerade auf XING mit „ihren“ Jobs passiert und laufen so die Gefahr eines Imageschadens.

      Dein Beitrag hilft auf jeden Fall, Licht ins Dunkel zu bringen und XING zum Handeln zu zwingen. Ich hoffe auf mehr solcher Kommentare und endlich ein Einsehen von XING, absoluten Murks fabriziert zu haben. Besser jetzt eine Entschuldigung und zu den Fehlern stehen und zurück auf Anfang, als weiterhin Kunden und Nutzer zu verärgern.

      Viele Grüße,
      Henner

  • Lieber Henner,

    vielen Dank für Deinen Beitrag. Wie Du weißt, verfolgen wir mit unserem Stellenmarkt ein klares Ziel: wir wollen Jobsuchenden sämtliche Jobs auf dem Markt anbieten, die für sie relevant sein könnten. Denn darauf kommt´s für den Kunden an: Sie wollen eine möglichst große Auswahl haben. Obendrein reichern wir diese Jobs mit den Informationen von kununu an, um Nutzern wesentlich mehr Möglichkeiten zu geben, den Job zu finden, der zum Leben passt. Hierzu nutzen wir – wie Du schreibst – auch unseren Service Jobbörse.com. Die Jobbörse.com-Technologie durchsucht u. a. Karrierewebseiten, hebt also auch Jobs hervor, die Nutzer ggfs. gar nicht auf den gängigen Jobportalen finden können. Auf diese Weise verhelfen wir auch kleineren Unternehmen, die ihre Anzeigen aus Kostengründen nicht auf mehreren Portalen einstellen können, zu einer hohen Reichweite.

    Sind die Jobs perfekt? Keineswegs. Du hast prägnante Beispiele gefunden. Aber Dir muss ich nicht sagen, dass es teils auch in der Natur der Sache liegt – Crawler kann und muss man stets verbessern. Grundsätzlich beschäftigen wir uns derzeit sowohl mit der Verbesserung der Darstellungsweise als auch mit der Auswahl der Jobs. Dies ist für uns erst der Anfang unserer neuen Jobbörse. Bereits vor der Zukunft Personal haben wir daher ausgiebige Tests gemacht. In dieser Phase haben wir sowohl technische Machbarkeiten geprüft wie auch das Nutzerverhalten beobachtet. Wir rechneten damit, dass unsere Unternehmenskunden durch die größere Auswahl auch eine größere Reichweite erhalten. Dies hat sich bestätigt: Die Klicks auf den Stellenanzeigen sind insgesamt bereits deutlich gestiegen. Das zeigt uns, dass die Richtung stimmt.

    Aber nochmal: Es ist keineswegs so, dass wir jetzt ruhen und nichts mehr tun. 1 Mio. ist eine große Zahl und wir wissen, dass es Anzeigen gibt, die nicht unseren Ansprüchen genügen. Wir arbeiten auch mit unseren Nutzern zusammen, die die Möglichkeit haben, nicht korrekte Anzeigen zu melden. Zudem arbeiten wir intensiv daran, die Ursachen nicht nur von Fall zu Fall, sondern zusätzlich systematisch zu beheben.

    Viele Grüße

    Christoph Richter, Director Product E-Recruiting bei der XING AG

    • Sehr geehrter Herr Richter,

      vielen Dank für ihre spannende Antwort. Es liest sich für mich so, dass Quantität bei Xing vor Qualität geht, bzw. mehr im Fokus das Tool bis zur Messe draußen zu haben um zu zeigen was Xing jetzt in punkto Jobs so alles kann, bzw. eben nicht kann. Das Thema „mehr Reichweite“ in dem Zusammenhang mit DIESEN Anzeigen zu nennen ist dann schon etwas grotesk, oder?
      Schlussendlich wird das Testing des neuen Tools den Usern überlassen und ihr sammelt wie in der Vergangenheit die Probleme ein und „versucht“ diese zu heben. Man könnte hierzu noch einige Beispiele aufführen die das aus der Vergangenheit Belegen. Bei folgenden Themen wurde es genauso gemacht und „versucht“ zu beheben was bis heute aber noch nicht statt gefunden hat. Sollten Sie dazu noch Infos brauchen kann ich Ihnen auch gerne aktuelle Screenshots zukommen lassen. Hier die offenen Punkte:
      Posteingang XTM, Unterschiedlicher Suchalgorithmus und Ergebnisse bei der erweiterten Suche im Vergleich zum XTM, Dopplung von Profilen bei der Suche über eine Stellenausschreibung im XTM… man könnte hier noch ein paar Themen mehr mit aufführen.

      Grüße Jan und Tobi
      die grüne 3

    • personalmarketing2null sagt:

      Lieber Christoph,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar!

      Bei allem Verständnis, welches ich XING in diesem Fall entgegenbringe – klar, keine Technik ist unfehlbar. Aber was ich nicht verstehe: Glassdoor hat seinerzeit schon den gleichen Fehler gemacht. Warum hat XING nicht daraus gelernt? Warum gibt es keine entsprechende Qualitätssicherung bei XING, die solche Suchergebnisse ausschließt, wie die im Blogartikel dargestellten oder wie meinetwegen auch dies hier:

      Landschaftsgärtner bei der Medienfabrik in Gütersloh oder je nach dem in Georgsmarienhütte

      Der Link auf „Bewerbungsformular“ führt dann auf die Website einer Gärtnerei. Das an sich ist ja okay, das erwartet man ja bei einer solchen Position. Aber wieso wird das dann im Kontext mit der Medienfabrik in Gütersloh gebracht? Und wieso Georgsmarienhütte?

      Lieber Christoph, es ist schön und gut, wenn man unter Hochdruck ein Produkt entwickelt und zu einer Messe, wie der Zukunft Personal, in den Markt pressen will. Aber solch ein Produkt sollte solche Fehler nicht aufweisen. Das ist m. E. unter keinerlei Umständen vertretbar – zumal es ja auch anders GINGE. Noch einmal: Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, dass XING exakt die gleichen Fehler macht wie Glassdoor. Ich hatte seinerzeit einen Blogartikel in Planung, bei dem es um die Qualität von Stellenanzeigen in Jobspidern geht. Ich habe es seinerzeit einfach aus Ressourcengründen nicht geschafft, das Material, welches ich in Gesprächen mit Experten gesammelt habe, zu verdichten und zu verbloggen. War wohl ein Fehler.

      Im Übrigen stößt XING nicht nur den Unternehmen vor den Kopf, deren mangelhafte Stellenanzeigendarstellung selbige in Misskredit bei potenziellen Bewerbern bringt (denn für diese ist kaum erkennbar, dass es sich bei der mangelhaften Darstellung um einen Fehler seitens Jobbörse.com handelt, sondern vermuten eher einen unfähigen Personaler dahinter), sondern auch bei den XING-Nutzern selbst, wie ja eindrucksvoll die Beiträge in der XING Community belegen.

      Wenn ihr jetzt dahin geht, und „nicht mehr ruht und nichts mehr tut“, ist das definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings kommt der m. E. zu spät. Sinnvoll wäre es gewesen, das Produkt zur Marktreife zu bringen, anstatt für Unmut unter Personalern UND XING-Nutzern zu sorgen. Wie hat es Marcus Reif in seinem Tweet so schön auf den Punkt gebracht?


      Sorry, da habe ich und da hat wohl auch die Community wenig Verständnis für. Ganz zu schweigen vom Imageschaden – sowohl für XING als auch für die „ausschreibenden Unternehmen“.

      So. Und jetzt seht zu, wie ihr die Kuh vom Eis bekommt.

      Viele Grüße nach Hamburg,
      Henner

    • Jakob Schulz sagt:

      Hallo Herr Richter,

      die Aussage „wir wollen Jobsuchenden sämtliche Jobs auf dem Markt anbieten, die für sie relevant sein könnten. Denn darauf kommt´s für den Kunden an: Sie wollen eine möglichst große Auswahl haben.“ schießt in meinen bescheidenen Augen gekonnt am Ziel vorbei.

      Zum einen geht es ja wohl eher um die RICHTIGE, anstatt eine möglichst große Auswahl. Zum anderen ist es doch jetzt schon für die meisten (jungen/latent) Jobsuchenden schwer genug aufgrund der riesigen Auswahl eine gute Entscheidung zu treffen.
      Das ist wie im Supermarkt, wenn ich zig Sorten Frischkäse zur Auswahl hab´. Da macht´s schon keinen Spaß mehr zu vergleichen und eine Entscheidung zu treffen.

      Das Credo sollte also im Sinne der Kandidatenschaft eher lauten: „Maximale Reduktion“, andere Matching-Plattformen, o.Ä. bekommen das schließlich auch hin.

      Und Henner hat absolut Recht, dass die Arbeitgeber davon auch Image-Schaden nehmen und das zum Teil nichtmal wissen (können).

      Alles in Allem also eher „rare“ anstatt „Well done“.
      Beste Grüße aus Wien,
      Jakob

  • Eva Zils sagt:

    Hi Henner,

    au weia, das klingt ja wirklich furchtbar.
    Dass XING fehlerhafte „Jobs“, die keine waren (z.B. Pressemitteilungen), über Jobbörse.com in die Plattform reingezogen hat, war ja schon diesen März der Fall (http://www.online-recruiting.net/die-xing-job-app-startet-fuer-iphones/).

    Es wäre natürlich gut gewesen, dass bis im September (!) auszumerzen.

    Sehr schade.

    Dass es ein paar Querschläger gibt, gehört ja mit dazu, und da XING, wie sie es in der Webkonferenz gesagt hatten, iterativ arbeitet, sollte man davon ausgehen, dass sich das relativ schnell beheben lassen könnte.

    Kann es wohl leider nicht – aus welchem Grund auch immer.

    Womöglich musste das Produkt einfach bis zur Messe laufen, egal wie. Ob das so sinnvoll ist?

    Liebe Grüße, Eva

    • personalmarketing2null sagt:

      Hi Eva,
      ja, das klingt nicht nur furchtbar, sieht auch furchtbar aus. Ich teile deine Meinung, dass es wohl darum geht, dass das Produkt bis zur Messe laufen musste. Um jeden Preis. Und das ist wohl wenig sinnvoll. Es bleibt spannend zu beobachten, was XING nun tun wird. Und wieder einmal wird XING ein Thema auf dem HR Barcamp sein. Ich freu‘ mich drauf!
      Liebe Grüße und bis bald,
      Henner

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