Die Mutter aller Recruitingfilme

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 3 Minuten.

Die Mutter aller Recruitingfilme – haben Sie sich auch schon mal gefragt, wer das wohl sein mag? Nein, es ist nicht der BMW-Praktikum Rap. Das ist wohl eher die Mutter aller Recruiting-Rap-Filme. Oder war es der Vater? Vielleicht gar die Eltern? Nein, es ist auch nicht die schon fast sektenartig inszenierte Version von „Oh happy day“ von EY, Alda! – auch wenn böse Zungen dies behaupten. Wer also ist dann die Mutter aller Recruitingfilme? Und wieso eigentlich Mutter? Wo eine Mutter, da auch ein Vater, oder? Wie war das mit der Gleichberechtigung? Spielt die auf einmal keine Rolle mehr, oder was?

Wie auch immer. Vielleicht war es ja auch wie in der Bibel. Angeblich hat der arme Jesus ja auch keinen Vater. Ist also als Bastard zur Welt gekommen. So wie dieser Film hier eben auch. Total authentisch, so heißt er und ist genau das nicht. So wie viele Recruiting-Videos eben. Und so persifliert er das, was tagtäglich an Recruiting-Videos auf den Markt geschwemmt wird. Das fünfhundertachtundsechzigste Testimonial (wobei Testimonial eben nicht gleich Testimonial ist und es immer darauf ankommt, was man draus macht), der Geschäftsführer, der voller Dynamik vom Blatt abliest, was für ein grandioses Unternehmen er doch leitet (alternativ könnte das auch der Personalleiter sein, der abliest, was für tolle Karriereperspektiven das Unternehmen doch bietet), total authentische Einblicke in die Kaffeeküche, jede Menge O-Töne und sogar die für viele Recruitingfilmchen typische Überlänge bietet das Video. Aber schauen Sie doch selbst:

Total authentisch – Die Mutter aller Recruitingfilme

Verantwortlich für dieses Meisterwerk zeigt sich im Übrigen die Münchner al Dente Entertainment, die sich mit der Mutter aller Imagefilme (S’Lebn is a Freid), einen Namen machte. Im Übrigen ist diese „satirische Selbstdarstellung der gesamten Recruitingbranche“ ein „echtes“ Recruiting-Video für den Münchner Recruiting-Spezialisten Avantgarde. Florian Lauber, Chef des Unternehmens, fasst die Ziele des Films so zusammen: „Mit dem Film ‚Total authentisch – Die Mutter aller Recruitingfilme‘ wollen wir mit einem Schuss Selbstironie all diejenigen für eine interne Karriere bei AVANTGARDE Experts begeistern, die eine offene Unternehmenskultur und Spaß an der Arbeit schätzen, die auch mal über sich selbst lachen können, aber gleichzeitig mit Engagement und Zielstrebigkeit zu überzeugen wissen“.

Ob das gelingt? Da gefiel mir Herr Böhmichen in seinen Videos doch deutlich besser. Das ist wenigstens authentisch.

Also so richtig, so total eben. Und das kommt an. Nicht bei jedem, klar. Aber, auch wenn ich mich da gebetsmühlenartig wiederhole, es kommt nicht auf möglichst viele, sondern auf die passenden Bewerber an. Und die hat er gefunden. Zwar überwogen anfangs die negativen Kommentare (ernst zu nehmende genauso wie Trolle), nach drei bis vier Wochen trudelten dann aber die ersten echten Bewerbungen ein. Und wie er mir berichtet hat, „sinnigerweise auch für andere Jobs – aber eben von Leuten, die in ihren Anschreiben explizit auf die Videos Bezug nahmen und den „Humor“ darin durchaus erkannt haben.“ Und so hat er mittlerweile einige ernst zu nehmende Bewerbungen (Vertriebler, Techniker und Entwickler) bekommen. Sein Resümee:  „Angenommen ich würde die Bewerber alle einstellen und hätte sie alle über eine Personalagentur finden lassen, wäre ich sicher einen mittleren fünfstelligen Betrag los.“

Einen mindestens fünfstelligen Betrag dürfte die Produktion von „Total authentisch“ wohl auch gekostet haben. Ganz zu schweigen von der PR-Maschinerie, die in Gang gesetzt wurde, um den Film zu vermarkten. Und so hat tatsächlich auch mal eine unpersönliche PR-Meldung, die mir ins Postfach gespült wurde, ihren Weg in meinen Blog geschafft. Eins ist Avantgarde Experts damit gewiss: Jede Menge Aufmerksamkeit.

  1. […] machte ebenfalls gleich zu Monatsanfang “Die Mutter aller Recruitingfilme” die Runde (Personalmarketing2null, wollmilchsau, saatkorn) und führt sehr schön vor Augen, woran viele Recruitingfilme kranken: an […]

  2. Jo Diercks sagt:

    Und genau deshalb – also wegen der Pressemitteilung, der unpersönlichen -, habe ich davon abgesehen, es zu verbloggen. Wann lernen sie es endlich, dass Blogger-Relations so nicht funktionieren?
    Sonnige Grüße!
    Jo

    • personalmarketing2null sagt:

      Hi Jo,
      lernen werden Sie es wahrscheinlich nimmer mehr :-). Auch ich war erst am zögern, dachte mir aber, ach was soll’s, ich bin halt ne Quotenhure (manchmal zumindest). Außerdem fand ich die Gegenüberstellung zu den Videos von Herrn Böhmichen recht charmant.
      Sonnige Grüße zurück!
      Henner

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