Bewerber-Service to go: Mobile Messaging für eine positive Candidate Experience

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 11 Minuten.

Ich bin ein echter Spielverderber, ich weiß. Jetzt wollten so viele Unternehmen mit WhatsApp in der Bewerberkommunikation starten und ich mache die ganzen Vorhaben madig, indem ich darauf hinweise, dass die kommerzielle Nutzung von WhatsApp nicht nur gegen die Nutzungsbedingungen, sondern vor allem auch gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstößt (wobei ich jede Wette eingehen würde, dass es genügend Ignoranten da draußen gibt und sich einen feuchten Kehricht um die Bedenken scheren). Echt blöd, stellt doch der Kontakt via Smartphone und Mobile Messaging die nächste Stufe des Dialogs mit dem Bewerber dar. Und bietet sogar einen direkteren Kontakt zum potenziellen Kandidaten, als das je möglich war.

Was also tun, sprach Zeus – respektive der innovationsfreudige Recruiter? Nun, der auf Internetrecht spezialisierte Rechtsanwalt Carsten Ulbricht empfiehlt „Unternehmen, die sich trotz der anhaltenden Zweifel an der Rechtskonformität und Sicherheit von Whatsapp die spannenden Möglichkeiten der Kundenkommunikation über Mobile Messenger nicht nehmen lassen wollen, nach alternativen Anbietern umzusehen, die nicht nur den Anforderungen an das deutsche Datenschutzrecht genügen, sondern den Unternehmen auch die anzustrebende Kontrolle über die Verarbeitung und Nutzung der Daten einräumen.“

Welche alternativen Anbieter könnten das sein? Und was ist eigentlich seitens der Bewerberansprache via Mobile Messaging möglich? Weitaus mehr, als Sie im ersten Moment denken mögen – und weitaus mehr, als WhatsApp Ihnen jemals bringen könnte.

Mobile Messaging via smoope

Gerade hat WhatsApp ja wieder bewiesen, dass man es dort mit dem Datenschutz nicht wirklich ernst nimmt. Und bitte denken Sie auch nicht mal im Traum daran, demnächst den Facebook Messenger für solche Zwecke zu nutzen. Ja, die Nutzung ist kommerziell erlaubt (Facebook wünscht sich das natürlich sogar von ganzem Herzen, dass Sie noch mehr Daten der Datenkrake anvertrauen, ist klar), aber bei der Nutzung haben wir datenschutzrechtlich die gleiche Problematik wie bei WhatsApp (was natürlich die wenigsten Unternehmen scheren wird).

Machen wir uns also auf die Suche nach einem Dienst, der eine nach deutschem Datenschutzrecht konforme Lösung anbietet. Das ist relativ schnell abgehandelt. Denn soooo viele Anbieter sind es nicht, die sich da tummeln. Genau genommen ist es meiner Erkenntnis nach nur einer, der da infrage kommt. Und der hört auf den schönen Namen smoope. Was so viel bedeutet wie „Smooth Operator“, Sie wissen schon:

 

Eleftherios Hatziioannou - Gründer von smoopeTatsächlich stand der Song Pate für die Namensgründung des Stuttgarter Startups, wie Gründer Eleftherios Hatziioannou (Lefti) in einem Interview auf entrepreneurhandbook verraten hat. Er hörte eines Abends zufällig Smooth Operator von Sade. Und da hat es einfach „Klick“ gemacht. Die Wortkreation gefiel auf Anhieb. „Sie ist “sticky” („ich smoope das mal!“) und drückte das aus, was wir im Sinn hatten. Unsere Mission ist es Kundenservice “smooth” zu machen, indem wir den “Operatoren” Tools zur Verfügung stellen, die es Ihnen ermöglichen, für Ihre Kunden da zu sein.

smoope bietet mit seiner App „Service to go„, einen Messenger für die Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen. Spannende Sache, dachte ich mir und eine tolle Alternative auch für die Kommunikation zwischen Bewerbern und Arbeitgebern. Also habe ich mir die App heruntergeladen und Lefti einfach mal angesmoopt.

Chat via smoope - Mobile Messaging zahlt positiv auf Candidate Experience ein

Das Prinzip ist einfach und funktioniert wie jeder andere Mobile Messenger auch. Man schickt sich Nachrichten hin und her und kann auch Dateien anfügen. Nur eben in einem geschützten Raum und konform nach deutschem Datenschutzrecht. Also habe ich Gelegenheit genutzt und Lefti mit ein paar Fragen gelöchert. Übrigens lässt sich smoope auch bequem vom Bildschirm aus nutzen (browserunabhängig, versteht sich!).

smoope Messenger - im Web und mobil

Lefti, welche Bedeutung hat deiner Meinung nach der Einsatz von Messagingdiensten für die Unternehmenskommunikation? Wo liegen die Vorteile beispielsweise gegenüber Telefon oder Mail?

Unternehmenskommunikation sollte sich immer am Kommunikationsverhalten von Menschen orientieren, denn sie sind es, die als Kunde bzw. Mitarbeiter zählen. Viele Unternehmen haben schon längst verstanden, dass jeder Kontaktpunkt wichtig sein kann, deshalb verfolgen sie bereits „Omni- „oder zumindest „Multi-Channel“-Strategien. In den vergangenen Jahren wurden neue Präsenzen geöffnet, um nah am Kunden zu sein: Webseiten, Blogs, mobile Apps, Profile in sozialen Medien oder auch erste Lösungen für Echtzeit-Kommunikation (z. B. Live-Chats). Unternehmen sind von Ihrer arroganten Haltung abgewichen, Ihre Kommunikationskanäle rein auf Basis Ihrer Wunschprozesse zu bestimmen und folgen stattdessen den Kunden. Sogenannte „Messenger“ haben sich in den letzten Jahren im privaten Umfeld explosionsartig verbreitet und ersetzen zunehmend SMS, Anrufe und E-Mails und das mit gutem Grund:

  • Zeitersparnis: Nachrichten sind einen „Tick“ schneller verfasst/versendet,
  • Komfort: Asynchrone Kommunikation passt besser in den Alltag der Nutzer und erspart Ihnen unnötige Wartezeiten und-schleifen, durch die Push-Technologie verpasst man auch nichts mehr,
  • Dateiversand/-empfang: Bilder, Videos sind ganz einfach geteilt (auch in Gruppen),
  • Emotionen: Emojis sorgen für Lacher und Emotionen und ersetzen lange Texte,
  • Sozialer Druck: „Alle anderen tun es schon“,
  • Kostenersparnis: SMS-Versand vs. mobiles Datenvolumen (Flatrates), grenzenüberschreitend günstig kommunizieren

Außerdem sind Messenger in der heute sehr lauten Welt der sozialen Medien mit vielen Werbetreibenden und mitteilungsbedürftigen Unternehmen geschützte Bereiche, in die sich Nutzer zurückziehen und nur diejenigen dorthin einladen, die Ihnen wirklich nahe stehen.

Aktuell ist ein riesen Hype um WhatsApp. Insbesondere im Personalmarketing laufen die Unternehmen gerade heiß, jeder will innovativer Treiber sein. Was hältst du von der Entwicklung? Welche Aspekte werden vielleicht bei all dem Aktionismus nicht bedacht?

Ich bin selbst großer Fan von WhatsApp und nutze den Messenger, um mit Familie und Freunden aus aller Welt in Kontakt zu bleiben – besonders die Gruppen sind eine sehr schöne Möglichkeiten, mit mir bekannten Menschen zu chatten. Ein tolles Tool für die private Kommunikation!

Das alles ist auch sehr verlockend für Unternehmen , die immer auf der Suche nach dem nächsten „großen Ding“ sind, worüber sie Massen stören, pardon, erreichen können. Ich denke, dass es an der Zeit ist zu verstehen, dass Unternehmenskommunikation nicht mehr nach dem Schrotflintenprinzip funktionieren muss. Es ist Zeit für ein Umdenken von „Push“ zu „Pull“. Was mich sehr erstaunt, ist wie Unternehmen aufgrund des aktuellen „Hypes“ rund um WhatsApp auf Biegen und Brechen Wege suchen, wie Sie dort eindringen können, obwohl die kommerzielle Nutzung in den Nutzungsbedingungen ausgeschlossen wird. Wäre dies gewünscht, gäbe es bereits eine offizielle Lösung für den Gebrauch durch Unternehmen. Das ist Stand heute nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, das interne Credo „No Ads, No Games, No Gimmicks“ hat noch Bestand und alles deutet eher darauf hin, dass WhatsApp ein privates Kommunikationstool ist und bleiben soll.

Viele Unternehmensvertreter scheint dies nicht zu interessieren, Sie wollen lieber schnell die nächste „Innovation“ präsentieren und ein bisschen PR-Buzz generieren. Dabei vergessen sie selbst grundlegenden Hausaufgaben zu machen, wie z. B. eine Datenschutzprüfung durchzuführen.

Wenn also WhatsApp nicht das Mittel der Wahl sein kann, man als Arbeitgeber aber die Vorteile von Mobile Messaging nutzen will, welche Alternativen gibt es dann?

Es geht hier doch gar nicht um WhatsApp, sondern um das, wofür es steht: Eine neue Form der Kommunikation (Messaging), die offensichtlich viele Vorteile für alle Beteiligten bringt. Jedes Unternehmen sollte sich fragen, ob Messaging wirklich relevant für seine Kunden/Bewerber ist und wenn ja, wie dieses Medium richtig aufgesetzt werden kann. Voreilige Schnellschüsse mit Lösungen von Drittanbietern, die offensichtlich nicht nach den Regeln spielen, sind sicherlich nicht der richtige Weg. Vor allem ist wichtig, dass Unternehmen Ihrer Verantwortung in Sachen Diskretion und Datenschutz gerecht werden – gerade im Kontext von Personalabteilungen, bei denen es ja um besonders schützenswerte Bewerberdaten geht.

Wenn man es richtig machen möchte, muss es um Dialog gehen und spätestens dann geht es um personenbezogene Daten, was wiederum bedeutet, dass entsprechende Datenschutz-Richtlinien eingehalten werden müssen. Der Einsatz von WhatsApp ist aber Stand heute damit nicht vereinbar.

Es gibt mittlerweile international Alternativen, die Unternehmen helfen können, Messaging in der jeweiligen Region „richtig“ anzubieten. Mein Team und ich haben uns beispielsweise im Jahr 2013 des Themas angenommen und die smoope GmbH gegründet. Wir haben eine Messaging-Plattform von Grund auf neu entwickelt und so gestaltet, dass sie funktional als auch in Sachen Datenschutz in Unternehmen zum Einsatz kommen kann. Mittlerweile sind über 220 Unternehmen auf smoope aktiv – darunter auch Unternehmen aus sensitiven Bereichen, wie z. B. Banken und Behörden.

Smoope im Einsatz bei Wüstenrot

Wo liegen Vorteile gegenüber anderen Kommunikationskanälen?

smoope kann ohne großen Aufwand und Risiko eingesetzt werden. Unternehmen melden sich bei uns und bekommen innerhalb kürzester Zeit eine Präsenz auf der Plattform. Sie erhalten alle notwendigen Instruktionen und können eigenständig ihr Unternehmensprofil anpassen (Firmenlogo, Kontaktdaten, etc.), Teams/Mitarbeiter anlegen, eine smoope-Adresse definieren (z. B. smoo.pe/wuestenrot) und loslegen. Darüber hinaus stellen wir beispielsweise auch automatisch generierte QR-Codes zur Verfügung, die sie für die Verbreitung des neuen Kanals nutzen können. Auf Wunsch ist es später sogar möglich, den neuen Messaging-Kanal über Schnittstellen in bestehende Systeme zu integrieren (z. B. CRM-Tools oder bestehende mobile Apps).

Verbesserter Service dank smoope

Noch mal zurück zu WhatsApp. Welche Gefahren liegen deiner Meinung nach in der Nutzung fürs Personalmarketing? Für Arbeitgeber, Bewerber – und WhatsApp selbst?

Jetzt stellen wir uns doch einfach mal vor, dass ab morgen in unserem privaten Messenger nicht nur Chats mit Familie, Freunden und der Stammtisch-Gruppe zu sehen sind, sondern auch Nachrichten von Personalabteilungen, bei denen ich mich letztens beworben habe. Das sind doch zwei unterschiedliche Welten, die zumindest aus unserer Sicht strikt getrennt werden müssen. Auch ist fraglich, ob es gerade für die Personalabteilung passend ist, so „indiskret“ zu agieren und sich in ein privates Medium einzumischen.

Nehmen wir beispielsweise die Experimente Gruppen-Chats mit interessierten Bewerbern. Sie wurden in eine Gruppe eingeladen, um ihre Fragen an die Personalabteilung zu stellen. Vermutlich war niemandem wirklich bewusst, dass es möglich war, alle weitere Profile und Telefonnummern zu extrahieren. Da freut sich der Wettbewerb. Wer sich für ein Trainee-Programm bei Unternehmen A interessiert, ist sicherlich auch interessiert an Unternehmen B. Da personenbezogene Daten verarbeitet wurden, liegt die volle Verantwortung auf Seiten der Unternehmen. Dass die Teilnehmer sich dafür entschieden haben mitzumachen, ändert nichts an dieser Verpflichtung.

Dann gab es ja noch Beispiele mit „Broadcast-Listen„, in die sich Nutzer eintragen konnten. Somit konnte man sie auf einen Schlag mit Infos im Sinne von Push-Nachrichten versorgen. Datenschutztechnisch ist dies zwar unproblematischer, jedoch ist es auch eine Frage der Philosophie: Wird es meinem Anspruch an Diskretion gerecht, meine Botschaften in ein privates Medium zu pushen?

Eine interessante Erkenntnis hierzu habe ich in einem Gespräch mit einem großen Verlag in Deutschland bekommen. Diese Listen werden anfangs ganz gut angenommen (vermutlich aus Neugier), aber nachdem mehrmals am Tag News verschickt wurden, haben sich Nutzer selbst wieder aus den Listen entfernt.

Mein Appell an alle Innovatoren ist: Messaging wird uns noch einige Jahre begleiten, aus diesem Grund sollten wir es auch auf ein gesundes Fundament stellen. Die Asiaten haben es uns bereits vorgemacht, welche Rolle Messenger einnehmen können. Lassen Sie es uns auch hierzulande „richtig“ anpacken!

Danke, Lefti, für die hoffentlich aufrüttelnden Worte!

So, und nun sind Sie am Zug. Überlegen Sie einmal, welche Potenziale Ihnen die Nutzung von Instant Messaging bringt. Stichwort „Candidate Experience“!

Bewerber-Service to go

Was könnten Sie alles für tolle Bewerber-Services to go für Ihre Kandidaten anbieten, die nicht nur innovativ sind, sondern positiv auf Ihre Candidate Experience einzahlen. Im Kontext von Personalmarketing gibt es viele Einsatzmöglichkeiten. Einige Beispiele:

  • Direkte Kontaktmöglichkeit auf Stellenausschreibungen (Print, Online) oder auf der Karriere-Website:
    Oftmals scheuen sich Personalabteilungen, einen direkten Ansprechpartner nebst Telefonnummer anzugeben. Könnte ja jeder anrufen. Eine Kontaktmöglichkeit via smoope bietet mehr als nur den Dialog – auf diese Weise können bspw. auch Dokumente direkt mobil (bspw. Bewerbungen) übermittelt. Ich sage nur „mobile Recruiting“!
  • Terminierte Frage-Runden:
    Analog zu den WhatsApp-Aktionen können auch hier Bewerber zum Gespräch eingeladen werden und ein Bewerbergespräch „von Hosentasche zu Hosentasche“ geführt werden.
  • Sammlung von Bewerberkontakten auf Messen und Messenger-basierte Follow up-Gespräche:
    Nutzen Sie smoope als direkten Dialog-Kanal und bieten Sie Ihren Bewerbern ein einzigartiges Service-Angebot, mit Ihnen auf unkomplizierte Weise in Kontakt zu treten.
  • Datenversand/-empfang (z. B. Lebenslauf, Anfahrtsskizzen, Formulare):
    Wie oben schon geschildert, können zwischen den einzelnen Parteien ohne Probleme Dokumente versendet werden.
  • Push-Nachrichten (z. B. Erinnerungen an das Bewerbungsgespräch in wenigen Tagen, etc.):
    Auch das ist eine Möglichkeit, Ihren Bewerberservice zu verbessern.
  • Berufsorientierung:
    Bieten Sie zu festen Servicezeiten Berufsorientierung für junge Bewerber, die noch nicht wissen, welcher Ausbildungsberuf infrage kommt. Diesen Service bietet bspw. seit neuestem die Initiative „Soziale Berufe kann nicht jeder“ und ist damit Pionier in Sachen „Bewerber-Service to go“.
  • Infos über den Bewerbungsprozess:
    Laut der neuesten Candidate Behaviour-Studie von Careerbuilder hätten 82 Prozent der Befragten gerne eine persönliche E-Mail zur Bestätigung des Bewerbungseingangs. 76 Prozent würden sich über E-Mail-Updates über den Bewerbungsfortschritt freuen. E-Mail, wie old school :-) Nutzen Sie Mobile Messaging, um Ihre Kandidaten im direkten Dialog über den aktuellen Stand ihrer Bewerbung zu informieren!
  • On-Boarding:
    Oft verlieren die Unternehmen in der Zeit vom Vertragsschluss bis zum Arbeitsbeginn Kontakt zum neuen Mitarbeiter, was nicht selten dazu führt, dass sich der Bewerber anderweitig (nach einem wertschätzenden Unternehmen) umschaut. Bleiben Sie auch nach Vertragsschluss mit Ihren Kandidaten in Kontakt. Via mobile Messaging!

Wann setzen Sie auf Mobile Messaging, um ganz nah am Bewerber zu sein und Ihrer Candidate Experience die Krone aufzusetzen?

Suche

Keinen Artikel mehr verpassen?

Social Media Personalmarketing Studie 2016

Social Media Personalmarketing Studie 2016 _Download

Folge mir auf Twitter!

Kategorien

Arbeitgeber Ausbildungsmarketing Authentizität Bewerber Candidate Experience Dialog employer branding Facebook Fachkräftemangel Karriere-Fanpage Karriere-Page Karriere-Website Karriere-Website-Check kununu Personalmarketing recruiting Social Media Social Media Personalmarketing Stellenanzeige Stellenanzeigen Studie twitter Xing Youtube Zielgruppe

Archive