KarriereRadio.FM: Employer Branding für die Ohren

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 6 Minuten.

Im Herbst 1923 startete der erste deutsche Radiosender. Radiohören war seinerzeit ein großes Ereignis. Die ganze Familie scharte sich um die damals klobigen Geräte. Heutzutage ist die Vielfalt an Radiosendern unvergleichlich höher. Neben terrestrischen Frequenzen buhlt eine Masse an Internetsendern um die Hörer. Und mittlerweile lässt sich Radio mit jedem Smartphone hören, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Eins hat sich jedoch in all den Jahren nicht geändert: »Radio. Geht ins Ohr. Bleibt im Kopf.« Und obwohl das so ist, wird es für Employer Branding und Arbeitsmarktthemen kaum genutzt. Nach fast 100 Jahren ändert sich das nun. Dank KarriereRadio.FM.

Natürlich gibt es hin und wieder mal Radiospots, in denen Arbeitgeber auf aktuelle Vakanzen aufmerksam machen. Aktuell z. B. die Bundeswehr. Letztes Jahr war es die Bundesbank (nein, nicht wegen der Suche nach der Putzfrau mit Rettungsschwimmerschein, da ging’s um dual Studierende) oder auch K + S. Aber da geht’s eben um Radiospots, die ne halbe Minute lang sind. Einen Radiosender, der sich ausschließlich um Arbeitsmarkt-Themen und Employer Branding dreht, den gab es so bis dato noch nicht. Oder sagen wir so: Zumindest in Deutschland. Eigentlich verwunderlich, schließlich heißt es ja nicht umsonst: „Mit Radio erreichen Sie immer die Richtigen. Radio. Geht ins Ohr. Bleibt im Kopf.“ Oder anders gesagt:

„Kaum ein anderes Medium bietet so viele kreative Möglichkeiten und wird gleichzeitig in der Wahrnehmung immer noch so unterschätzt.“

Radio mit Blick auf den Arbeitsmarkt

Während sich 1923 mal gerade 500 Hörer vor den Detektorgeräten versammelten, sind es heute gut 80 Prozent der 14- bis 49-jährigen, die über analoge und digitale Endgeräte in jedweder Form in Deutschland einer Vielfalt von Radioprogrammen lauschen. Ein Drittel davon – das sind täglich knapp 31 Millionen – konsumiert dieses meistgenutze Medium unterwegs im Auto. Zudem wird länger Radio gehört als Fernsehen geschaut. Und: 60 Prozent der Deutschen vertrauen Inhalten im Radio. Ergo: Radio ist auch bestens dafür geeignet, um Bewerber zu erreichen. Beweist ja auch dieser Spot :-)

„Gruess Gott‘le, hir schbrichd Dr. Breidnr. Ich bin dr Markedingverandwordliche von em aufschdrebende Brüggebauundernehme aus’m Länd‘le. Äh – für unsre Exbansion in de oschtdoidsche Raum suchet mir noch ä kombetende Doidsch-Sächsisch Dolmedschr. Wenn Ihne ä Beddonmischmaschinle, ä Vierkantbreddle odr ä Elfkandigeschdahlschbreizorle in Sächsisch koi Fremdwördr sin, wäred Sie graad ideal. Denn – jetz mal ehrlich: wenn mir da mit unserm Hochdoidsch schwätze, die hold ä Brügge doch gladd für oi Schdadd in Belgien.“

In der Heimat von Gouda und Wohnwagen sind die Radiogewohnheiten noch etwas anders. Es hört nicht nur jeder Radio, es gibt dort eigentlich auch kaum einen Bereich, zu dem es nicht einen Radiosender gibt. Warum also nicht auch für Recruiting & Co.? Und so erblickte 2011 der Sender Werken.FM in den Niederlanden das Licht der Welt. Werken ist niederländisch und heißt „arbeiten“. Auslöser seinerzeit waren die kritischen niederländischen HR-Blogger, die in der Tendenz doch eher  die Personalmarketingbemühungen der Unternehmen negativ darstellen (pfui, wer macht denn so was?). Einer davon ist z. B. der Blog recruitmatters von Marc Drees. Leider bloggt der Gute nur in het Nederlands, so dass sich sein beißender Unterton einem Sprachunkundigen nicht sofort erschließen lässt.

Wie mir Martijn Smit, Gründer von Werken.FM, erzählte, sei es doch irgendwie unfair, wenn die Unternehmen keinerlei Möglichkeit hätten, auf solche Artikel zu reagieren. Ein Kanal musste her, um den Unternehmen eine Stimme zu geben. Wie gesagt: In Holland gibt es nichts, wozu es nicht auch einen Radiosender gibt. Und sei die Zuhörerschaft noch so klein: It’s the Zielgruppe, stupid! Und so wurde die Idee zu Werken.FM geboren. Ursprünglich war das Ganze eigentlich als reiner Sender für Recruiter gedacht. Eine Bekannte von Martijn hörte dann die Radioshow und fragte sich, wieso es so was zwar für die kleine Zielgruppe Recruiter gibt, aber nicht für die wesentlich größere der Jobsuchenden. Schnell wurde ihm klar, dass sich das Thema viel größer aufziehen ließe. Und da in Holland – wie in Deutschland auch – die Arbeitsämter eher Arbeitslosenverwalter sind, als wirklich bei der Jobsuche zu unterstützen, war die Idee schnell geboren, Jobsuchende und Arbeitgeber via Radio und Social Media zusammenzubringen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich 2013 einen Artikel über den holländischen Jobsender auf Spiegel online las und begeistert von dieser Idee war. Eigentlich wollte ich ihn direkt verbloggen. Aber wie das dann eben so ist, kommt es erstens anders und zweitens, als man denkt.

Employer Branding für die Ohren

Heidrun Meder und Oliver Holkenbrink lasen den Artikel auch. Allerdings handelten sie seinerzeit etwas anders. Sie waren so begeistert und angetan von der Idee, dass sie sich direkt ins Auto setzten und nach Sassenheim (in etwa auf der Mitte von Amsterdam und Den Haag) fuhren, der Heimat von Werken.FM. Nach einigen Gesprächen und Treffen stand dann fest: Werken.FM bekommt einen Partnersender in Deutschland. Und so erblickte vor einigen Wochen nach intensiver Vorbereitungszeit die erste Radiosendung das Licht der Welt respektive erreichte sie die Ohren der neugierigen Zuhörer. Von diesem Tag an bietet KarriereRadio.FM Unternehmen nun die Möglichkeit, über sich zu erzählen und als Arbeitgeber nahbarer zu machen. Wenn man so will ein bisschen „whatchado für die Ohren“. Mit dem Vorteil, dass man eine Radioshow auch im Auto verfolgen kann. Employer Branding funktioniert natürlich super mit Videos, ist im Straßenverkehr aber eher weniger empfehlenswert.

Heidrun Meder und Oliver Holkebrink von KarriereRadio.FM

Der Sender verbindet Radio mit Social Media und einem eigenen Jobportal und bietet Informationen über die Arbeitswelt, wie man sie auf der Din A4-Vorlage einer Stellenanzeige kaum unterbringen kann. Unternehmen können Sendezeit buchen – je nach Gusto 15, 30 oder 60 Minuten und dort über die weichen Faktoren berichten, die sich in einer Stellenanzeige nicht abbilden lassen. Ein klarer Mehrwert für Unternehmen in Sachen Employer Branding und ein zusätzliches Tool, um sich als Arbeitgeber nah- und hörbar zu machen.

Und wie das im Neuland Internet so üblich ist, stehen die Infos nicht nur zur üblichen Sendezeit zur Verfügung, sondern können ganz nach Bedarf und zeitunabhängig rund um die Uhr in der Mediathek abgerufen werden. Radio mit innovativem Blick auf den Arbeitsmarkt eben.

Natürlich war ich sofort Feuer und Flamme, als ich von KarriereRadio.FM gehört habe und so führten mich meine Schritte das erste Mal schon im Dezember ins Düsseldorfer Studio. Nun aber hatte ich einen Tag vor dem Recruiting Innovation Day wieder die Gelegenheit und habe sie auch gleich beim Schopf gepackt: Ich habe die zwei Stimmen und Macher, Heidrun Meder und Oliver Holkenbrink, die hinter dem innovativen Radiosender stehen, zu den Hintergründen und Plänen von KarriereRadio.FM befragt. Herausgekommen ist dann das nachfolgende Interview, welches Sie heute um 9.00 Uhr auf KarriereRadio.FM und natürlich auch in der Mediathek nachhören können.

Wer dann wiederum mehr von mir und von dem, was mich antreibt, erfahren möchte, sollte um 13.00 Uhr wieder einschalten. Und der ein oder andere wird es wohl schon befürchtet haben: Dabei bleibt es nicht. Denn personalmarketing2null wird demnächst ebenfalls ins Ohr gehen und im Kopf bleiben. Mit dem ersten Radioblog. Wie heißt es so schön? Stay tuned!

Interviewpartner gesucht!

Im Übrigen suche ich hier schon die ersten Freiwilligen, die mir in einem kurzen Interview Rede und Antwort stehen wollen. Und weil sich am Donnerstag im Rahmen der Top Employers Gala die besten Arbeitgeber Deutschlands in Düsseldorf versammeln, soll es um das Thema Arbeitgebersiegel gehen. Wir treffen uns im Vorfeld im Studio in der Ritterstraße 9. Also, wer ist dabei? Einfach eine Mail an info[at]personalmarketing2null.de oder ins Kommentarfeld. Wir sehen uns in Düsseldorf!

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