Jobsuche: Print die Nummer 1 bei Bewerbern

Jobsuche: Print die Nummer 1 bei Bewerbern

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 2 Minuten.

Blöd, wenn mitten auf dem Gleis eine Leiche liegt. Blöd, wenn deswegen der Zug nahezu zwei Stunden Verspätung hat und der Termin beim Kunden platzt. Aber auch aus solch einer Situation lässt sich was Gutes machen. Z. B. einen Blogartikel schreiben. Und so wurde mir just in diesem Moment mal wieder ein Studienergebnis in den Postkasten gespült (gefühlt ist das nahezu jeden Tag so). Diesmal von Manpower, die 1.001 Teilnehmer nach ihren Jobsuch-Gewohnheiten befragt haben. Überraschend: Obwohl von allen tot gesagt, hält sich Print (nach wie vor) hartnäckig an der Spitze.

Denn gleich zweimal tauchen Printmedien in der Umfrage auf. Einmal die Stellenanzeigen in den Tageszeitungen (lesen 46 Prozent der Befragten), zum anderen Stellenanzeigen in Fachzeitschriften (16 Prozent). Macht in Summe: satte 62 Prozent. Wer hätte das gedacht?

Vor allem, wenn man sich die Entwicklung des einstigen Print-Stellenanzeigen-Flaggschiffs FAZ anschaut. Aber nun denn. Man kann ja auch in anderen Printmedien erfolgreich sein. Interessant dabei: Während im Vorjahr noch 57 Prozent der Stellenanzeige den Vorrang gaben (minus 11 Prozentpunkte), konnte die Stellenanzeige in Fachzeitschriften um 6 Prozentpunkte zulegen.

Top-Quelle für die Jobsuche: Print

Jobsuche - Recherche von Stellenangeboten - Quelle: Manpower

Und online so? Online taucht erst ab der dritten Position auf, an zweiter Stelle stehen erst einmal die persönlichen Kontakte. Vitamin B also mit 37 Prozent. Und dann – allerdings nur mit marginalem Abstand – folgt mit jeweils 35 Prozent die gezielte Suche in den Stellenbörsen (minus 11 Prozentpunkt), auf den (Karriere)-Websites (plus 1 Prozentpunkt) oder via Google (minus 14 Prozent?). Die Suche via Xing bzw. LinkedIn nutzen 14 Prozent. 8 Prozent suchen auf Facebook. Ob sie dort fündig werden, verrät die Studie nicht. Auch gibt es keinerlei Vergleiche zum Vorjahr. Wenn man so will könnte man jetzt in diese Zahlen hinein interpretieren, dass zwar Print am stärksten ist, gefolgt von den „klassischen“ Online-Kanälen, beide aber im Wesentlichen herbe Verluste verzeichnen. Im Gegenzug nimmt die Suche in sozialen Netzwerken zu. Fels in der Brandung: Die Unternehmens-Website. Allerdings ist das Ganze ja auch immer eine Frage der untersuchten Zielgruppe. Insofern: Traue keiner Studie, die du nicht selbst interpretiert hast :-)

E-Mail beliebteste Bewerbungsart

Bliebe die Frage, welche Bewerbungsform Jobsuchende denn bevorzugen, sobald sie fündig werden. Und da gibt es eigentlich keine Überraschung. Obwohl – hätten Sie gedacht, dass die Bewerbungsmappe nach wie vor so beliebt ist? Und sogar noch an Sympathie hinzugewinnen konnte (immerhin einen Prozentpunkt). Ob das vielleicht der Tatsache geschuldet ist, dass Unternehmen gerne mal die Nerven strapazierende Online-Formulare zur Bewerbung einsetzen?

Jobsuche - Die beliebtesten Bewerbungsarten - Quelle: Manpower

Diese sind nämlich nicht besonders beliebt. Die Bewerbung per E-Mail hingegen schon: 38 Prozent benennen diese Variante als beliebteste Bewerbungsart (plus 7 Prozentpunkte).

Na dann, machen Sie Ihre Hausaufgaben. Schließlich feiern wir dieses Jahr das Jahr des Kandidaten!

  1. […] Stellenanzeigen in Tageszeitung und in Fachzeitschrift nutzen 62% aller Jobsucher. Danach folgen laut der Manpower-Studie Jobportale im Internet und die Unternehmensseiten direkt. Autor Henner Knabenreich stellt allerdings noch fest, dass bei den Bewertungsarten Email am beliebtesten ist: personalmarketing2null.de […]

  2. […] Was andere Stimmen zur Studie sagen und worüber debattiert wird, lesen Sie hier. […]

  3. Hi Henner,
    ich halte die Aussage pro-Print vor allem für PR-Wirksam. Hat hoffentlich auch für Deinen Blogartikel hier funktioniert und Dir ordentlich Leser gebracht – jedenfalls mich hat es Headline-Technisch angesprochen ;-)
    Zum Inhalt: Die Studie mit <1000 Befragten dürfte sich im Hinblick auf Repräsentativität schwer tun. Und ich finde es ist nicht damit getan zu sagen "Repräsentativität" würde überbewertet, wie Du das in einem Kommentar weiter oben so lapidar sagst. Entweder Unterhaltungswert oder sachlich fundiert oder geht auch beides zusammen?
    Diese Studie finde ich in jedem Fall höchst fragwürdig. Nicht, dass ich Print nicht auch immer noch seine Relevanz zugestehen würde. Es ist nur so: Die Studie ist methodisch schlicht fragwürdig. Die Anzahl der Teilnehmer hatte ich schon genannt. Der Kommentar von Ulf Keutmann führt schon die Befragungsmethode "Mehrfachantwort" an. Ohne eine Gewichtung oder Antwortbeschränkung sind Mehrfachantworten nicht viel wert. Zudem kommen andere Studien nicht auf solche Werte. Und da ist eben die zu klären wer befragt wurde. "Berufstätige" wie hier steht sind u.U. Personen, die seit 5 oder mehr Jahren fest im Job sind und nicht viel mit Bewerbungen am Hut haben. Aussagekräftiger wären "aktiv Jobsuchende" oder wenigstens Personen, welche in den letzten 3 Jahren den Job gewechselt haben… Und dann noch: Welcher Altersstruktur bildet die Befragung ab. Sind bestimmte Altersgruppen über- oder unterrepräsentiert? Das lässt sich übrigens festmachen an der aktuellen deutschen Beschäftigungsstatistik – nur soviel zu "Repräsentativität"… naja, never ending story.

    Mein Fazit: Die Unschärfe und hohe Fragwürdigkeit dieser Zahlen sind offensichtlich. Schade, dass Du das nicht zum Thema gemacht hast, sondern nur Prozentzahlen aufzählst. Vielleicht legst Du ja einen 2.Teil zu diesen Beitrag mit entsprechendem Inhalt nach. Würde mich sehr freuen und der Sache gut tun.
    Viele Grüße,
    Christoph

    • personalmarketing2null sagt:

      Unterhaltungswert und sachlich fundiert geht ohne Weiteres zusammen. Das beweist dieser Blog stets aufs Neue. Nur versteht leider nicht jeder den unterhaltenden Aspekt. Wie auch immer.

      Ich finde es putzig, dass sich so viele über diese Studie aufregen. Interessanterweise werden Studien, die erwünschte Ergebnisse beinhalten und auf einer kleineren Stichprobe beruhen, nicht infrage gestellt. Kaum kommt da eine Studie, die eben genau das Gegenteil vom Erwünschten belegt, regt sich alle Welt auf. Interessant.

      Grundsätzlich ist es eben so, dass jeder der solch eine Studie beauftragt oder durchführt, mit einem gewissen Interessenshintergrund handelt. Nicht ohne Grund heißt es doch: Traue keiner Studie, die du nicht selbst in Auftrag gegeben hast und in die du deine Wunschergebnisse hinein interpretieren kannst. So sieht’s aus.

      Aber schön, dass man mit solch einer Schlagzeile so viel Aufmerksamkeit generieren kann :-)

  4. Print als Nr. 1 kann ich nur bestätigen. In einem Interview welches ich vor ein paar Jahren der NZZ online (Neue Zürcher Zeitung) gab – dessen Inhalt an Aktualität an nichts eingebüsst hat – erwähnte ich folgendes:

    Zeitungsstelleninserate haben im digitalen Zeitalter einen entscheidenden Vorteil. Man liest sie in Ruhe, hat eine schnelle Übersicht, kein stundenlanges entnervendes Surfen am Computer, und selbst die sogenannt «passiven Kandidatinnen und Kandidaten» streifen allen Unkenrufen zum Trotz regelmässig durch den Stellenteil in Printmedien. Dort fällt ein professionell gestaltetes und optimal platziertes Inserat mit cleverem Text entsprechend positiv auf und wird gar im Bekanntenkreis herumgereicht. Ein nicht zu unterschätzender Faktor. Dass allerdings die in den letzten paar Jahren massiv angestiegenen und kaum noch zu rechtfertigenden Insertionspreise mit zum Rückgang des Print-Mediums beitragen, halte ich für eine gesicherte Erkenntnis.

    Fakt ist – ob 2011 zum Zeitpunkt des Interviews oder aktuell 2015: In unserem Bereich, das heisst im mittleren und oberen Management, ist immer noch das Stelleninserat in der Zeitung von höchster Relevanz. In acht von zehn Fällen sind bei uns Stelleninserate in individuell ausgewählten Zeitungen für den erfolgreichen Abschluss ausschlaggebend.

    • personalmarketing2null sagt:

      Print wird definitiv unterschätzt. Es komplett links liegen zu lassen, halte ich für grob fahrlässig. Das es wunderbar funktionieren kann, zeigt ja bspw. die Geschichte mit der eierlegenden Wollmilchsau. Allerdings, wie heißt es so schön? It’s the Zielgruppe, stupid! :-)

    • Lieber Henner, da hast Du ja mal wieder etwas ausgegraben… Print ist also die Nummer 1, soso. Und wer soll das bitteschön glauben? Frage an die Schweizer Leser/-innen und Herrn Schäfer: Welche Printmedien gibt es denn überhaupt noch, die Stelleninserate enthalten? Ich kenne keine, die diesen Namen verdienen. Alpha und NZZ am Sonntag enthalten noch ein paar traurige Überreste im Look and Feel der 1970-er Jahre. Kunden sind gerade einmal noch ein paar staatliche Institutionen und Personaldienstleister, die auf Kosten ihrer Kunden schalten). In 20 Minuten noch ein paar Inserate für Call Center Agents, gleich neben den Kleinkrediten. That’s it! Die Befragten, so meine Unterstellung, geben sozial erwünschte Antworten (Zeitung lesen tönt noch intelligent, oder?). Ich habe übrigens auch eine Studie gemacht: Nach dieser suchen 100 Prozent der Teilnehmenden online nach freien Stellen! Gruss aus Zürich
      Jörg Buckmann
      P.S. Ach so, ja, okay: An meiner Studie habe ich selber, meine Frau und mein Patenkind teilgenommen…
      P.S.2: Ich bin ein grosser Printfan, auch für das Personalmarketing, zum Beispiel für clevere Kampagnen. Aber eben nicht für Stelleninserate.

      • personalmarketing2null sagt:

        Jörg, siehste, und hättest du noch einen Vierten dazu genommen, hättest du auch einen Printleser gefunden. Also immerhin 25 Prozent. Also nah dran am Studienergebnis.

  5. Philipp Schuch sagt:

    Diese „Studie“ ist mit einem N von 740 Befragten kaum repräsentativ, insbesondere nicht, sollten die Befragten sich aus der Datenbank von Manpower, einem Personaldienstleister rekrutieren. Manpower spricht mit seinem Angebot an Zeitarbeitsplätzen vornehmlich gelernte Kräfte an, von 2.557 Jobs (Stand 11.02.2015) auf https://www.manpower.de/jobsuche/jobliste/ sind gerade mal 105 mit dem Qualifikationsniveau „Universität“ und 203 mit dem Qualifikationsniveau „Fachhochschule“ versehen.

    Wenn man bedenkt, dass sich die Mobilität von ungelernten und gelernten Kräften in Deutschland auf einen Radius von 30-50km beschränkt, wundert es nicht, wenn für einfache Tätigkeiten die Ausschreibung und Suche in lokalen Medien (Tageszeitungen) stattfindet. Kleinere Unternehmen, wie der Handwerker von nebenan, setzen zudem eher nicht auf E-Recruiting Tools, was auch die beliebtesten Bewerbungsarten erklären dürfte.

    • personalmarketing2null sagt:

      Ach ja, die Sache mit der Repräsentativität. Ganz unter uns, die wird doch ohnehin überbewertet. Da reicht ein Blick auf das aktuelle FOCUS Arbeitgeber-Ranking. Selbst auf der Urkunde, die man als einer der 806 Top-Arbeitgeber überreicht bekommt, heißt es, dass das Ranking nicht repräsentativ sei. In der PR-Mitteilung liest sich das aber ganz anders…
      Manpower-Group ist ein Personaldienstleister, das ist richtig. Die Studie wurde aber vom MaFo-Institut Toluna durchgeführt. Und zwar online :-)

  6. Ulf Keutmann sagt:

    Diese – zugegebenermaßen catchy – Aussage widerlegen Sie doch in Ihrer Argumentationslinie selbst: Aufsummiert ergeben die zwei Vertreter der Print-Stellenanzeigen 62%. So weit so gut. Wenn man das auch mit den sämtlichen in der Grafik auftretenden Online-Spielarten durchexerziert hätte, käme dort ein deutlich höherer (Gesamt-)Wert heraus, als für die Printvertreter.

    Methodisch ist es wohl etwas fragwürdig, bei einer Frage mit Mehrfachantwortmöglichkeit durch eine Überschrift zu suggerieren, dass 62% der Bewerber in Printmedien Stellen suchen. Selbstverständlich tun sie dies, aber eben nur als eine Möglichkeit von vielen.

    Welche Aussage steckt also tatsächlich in der Grafik? Ich würde mal sagen: Bewerber informieren sich in zahlreichen Kanälen und keiner sollte vernachlässigt werden! Selbst Printanzeigen werden noch genutzt! Klingt irgendwie seriöser, finde ich…

    • personalmarketing2null sagt:

      Ich sage ja: Traue keiner Studie, die du nicht selbst interpretiert hast. Im Übrigen ist Print auch dann an erster Stelle, wenn man die Zahlen nicht aufsummiert. Insoweit stimmt die Überschrift. Und natürlich ist das Ganze immer eine Frage der Zielgruppe, die man befragt. Dazu gibt es aber leider nur wenig Informationen. 1.001 Bundesbürger über 18 Jahre. Übrigens wurden die Teilnehmer ONLINE befragt. Wie auch immer, der Artikel sorgt auf jeden Fall für Aufmerksamkeit. Insofern: Mission accomplished :-)

  7. Andreas sagt:

    Arrrrgh,
    mMn stehen Printanzeigen in Tageszeitungen nicht im richtigen Preis-Leistungs-Verhältnis, auch nicht im Jahr der CE.

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