Ein Job für Robbie Williams: Observationskraft für die mobile Observation

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 4 Minuten.

Es ist eins der Top-Medienereignisse dieser Tage. Nein, ich spreche in diesem Fall nicht von der Verleihung der Goldenen Runkelrübe. Ich spreche von Robbie Williams‘ Facebook-Video, welches für Furore sorgt. In diesem „Bewerbungsvideo“ wendet sich der ehemalige Take That-Star an seine fast 5 Millionen Facebook-Fans. Er habe kein Bock mehr auf dieses Konzertleben und sei auf der Suche nach einem handfesten Job. Der Verfassungsschutz wiederum hat derzeit einen sehr attraktiven Job zu besetzen. Ich bin sicher, wir können die beiden zusammen bringen.

Hier für alle, die das Video noch nicht kennen, Robbies Botschaft:

Robbie möchte demnach nach Deutschland. Am liebsten zu einem deutschen Autobauer, weil die bauen ja so tolle Autos. Natürlich waren diverse Unternehmen nicht dumm und haben gleich reagiert. Mit dabei nicht nur solche Größen wie Mercedes Benz, sondern auch Radiostationen oder auch Mittelständler und eher unbekannte Unternehmen. Insofern – eine schöne Maßnahme, die die Neugierde des ein oder anderen Facebook-Nutzers geweckt und dann die Blicke auf die entsprechende Facebook- respektive Website gelenkt haben dürfte. Schöne virale Employer-Branding-Maßnahme also (richtig angestellt).

Auch bei mir wurde die Neugierde wurde geweckt, nämlich als ich diesen Tweet hier sah:

Observationskräfte für die mobile Observation gesucht

Sie sind ein politisch interessierter, mobiler Mensch, der mit offenen Augen seine Umwelt wahrnimmt?“ steht da in einer Print-Anzeige des Verfassungsschutzes zu lesen. Und weiter: „Bewerben Sie sich jetzt für den Dienstort Köln als Mitarbeiter im Nachrichtendienst für die mobile Observation.

Bei dem Jobtitel horche ich natürlich auf. Denn klar ist, wer sich als Spion respektive Geheimagent betätigen möchte und als solcher einen Job sucht, googelt genau nach diesen Begriffen. Bzw. natürlich nach einem Stellenangebot als Observationskraft für die mobile Observation. Während die Stasi seinerzeit ihre „Mitarbeiter“ mit etwas verdeckteren und direkteren Methoden rekrutiert hat (nennen wir es Direktansprache), geht der Verfassungsschutz etwas indiskreter und öffentlichkeitswirksamer vor. Anders gesagt: Jeder Hans und Franz ist gefragt. Und so findet man die Stellenanzeige auf seiner Website bzw. als Teaser-Anzeige z. B. im Kölner Stadtanzeiger. Wie es sich für die Unternehmenskultur einer Behörde gehört, kommt man ohne Umschweife auf den Punkt und beschränkt sich aufs Wesentliche:

Stellenanzeige - Verfassungsschutz sucht Observationskräfte für die mobile Observation

Vorbildlich, dass hier wenigstens ein Ansprechpartner für Rückfragen genannt wird. Wer Interesse hat, möge sich doch bitte unter der 0228/99358-8760 bei Herrn Schmidt melden. Und dort dann auch gleich mal das Aufgabenprofil abfragen – denn das fehlt vollständig…

Auf jeden Fall aber ist diese Stellenanzeige auch für Quereinsteiger wie Robbie Williams bestens geeignet. Denn die genannten Voraussetzungen respektive Qualifikationen bringen sowohl Robbie (soweit ich das beurteilen kann) als auch Ottonormalbürger in der Regel mit, nämlich:

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung,
  • Interesse an politischen Zusammenhängen (okay, bei der Politikverdrossenheit, die bei uns im Lande herrscht, könnte dies sogar ein Engpassfaktor sein),
  • körperliche Fitness und gesundheitliche Eignung (Observationstauglichkeit) (wie definiert man eigentlich Observationstauglichkeit?),
  • ein hohes Maß an (Achtung, die Floskelschlacht beginnt!)
    • Teamfähigkeit,
    • Verantwortungs- und Leistungsbereitschaft,
    • Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit,
    • sozialer Kompetenz,
    • Lernfähigkeit und -bereitschaft,
    • Geduld,
    • Orientierungsvermögen,
    • technischem Verständnis,
  • eine sehr gute Auffassungsgabe,
  • ein gutes schriftliches Ausdrucksvermögen (als Spion gehört das auf jeden Fall dazu!),
  • den Besitz einer gültigen Pkw-Fahrerlaubnis,
  • die Bereitschaft zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung gemäß den dienstlichen Erfordernissen im Rahmen der gesetzlichen bzw. tariflichen Bestimmungen auch außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeiten sowie zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten (klar, als Spion muss man immer am Start sein. Zu jeder Tages- und Nachtzeit).

Außerdem müsste er für diesen Job „Erfahrungen im Bereich „Neue Medien“ (E-Mail, Web 2.0, etc.)“ mitbringen. Die hat er definitiv, das beweist sein Engagement auf Facebook & Twitter. Und wer hat schon 5 Millionen Fans auf Facebook? Da träumt so manches Unternehmen von. Schummeln beim Ausfüllen des Bewerbungsformulars ist da also nicht nötig, denn das wird im Übrigen im wieerwartet übersichtlichen Online-Bewerbungsbogen abgefragt (für dessen Nutzung man sich natürlich erst einmal registrieren muss, bei dem auch keine Formularseite übersprungen werden kann und der sich „nach 90 min automatisch abschaltet“).

Online-Bewerbung Verfassungsschutz - Erfahrungen im Bereich im Neue Medien sind erforderlich

Unterlagen hoch laden ist übrigens auch nicht, bzw. können/sollen diese erst „nach Aufforderung durch das Bundesverwaltungsamt Köln – Servicezentrum Personalgewinnung“ eingeschickt werden. Die Frage ist allerdings, ob man sich für diesen Job überhaupt online bewerben möchte. Aus zwei Gründen halte ich das für höchst bedenklich. Zum einen ist man sofort auf dem Schirm des Verfassungsschutzes, wenn man sich einmal online registriert hat und anhand der IP-Adresse sofort zu identifizieren. Zum anderen ist die Gefahr groß, dass man sich den Bundestrojaner einheimst. Nein, dann doch lieber die Bewerbung per Post. Die ist definitiv sicherer. Da kann man dann auch nicht von irgendwelchen Hackern ausgespäht werden. Aber das nur am Rande.

Wenn Robbie dieses mustergültige Beispiel an schlechter Candidate Experience aber erfolgreich hinter sich gebracht hat, hat er durchaus Chancen auf diesen Traumjob und darf „mobil observieren“. Übrigens ist das Ganze auch in Teilzeit möglich. Insofern wäre das doch eine feine Nebentätigkeit neben seinen Konzerten (die er natürlich auch weiterhin geben wird…) Allerdings muss er schnell sein:  Am 5. Januar ist Bewerbungsschluss!

Was meinen Sie? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

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