Von whatchado, Kaiser Franz Joseph und der Unzufriedenheit im Job

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 6 Minuten.

Das war er also, der Kurztrip nach Wien. Bei herrlichstem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen präsentierte sich der Wiener Schmäh von seiner besten Seite. Natürlich war ich nicht zum Vergnügen in Wien. Nicht nur zumindest. Viel mehr stand (endlich!) der Besuch von whatchado auf dem Programm. Und wenn Sie nun wissen wollen, wer und was dahinter steckt, was das Ganze mit der Unzufriedenheit im Job und sogar mit Kaiser Franz Joseph zu tun hat, sollten Sie weiterlesen.

Wussten Sie, dass (Stand Montag, 26. Mai, nachmittags) 933.182 Österreicher unzufrieden mit ihrem Job sind? Das zumindest verkündet die Medien-Installation Pi in der  Westpassage der U-Bahnstation Karlsplatz in Wien.

Installation Pi - Wien Karlsplatz - Mit ihrem Job Unzufriedene in Österreich

Auf einer Länge von 130 Metern werden darüber hinaus noch fünfzehn weitere statistische Daten durch Leuchtdioden in Echtzeit angezeigt. So erfährt der Betrachter soziale und ökonomische Fakten und wird durch die verspiegelte Wand direkt mit in die Anzeige einbezogen. Dass diese Installation auch Zahlen verkündet, wie viele Schnitzel seit Anfang des Jahres in Wien verzehrt wurden und wie viel Kinder in genau der selben Zeit an Hunger gestorben sind, sei nur am Rande erwähnt.

Innere Kündigung eher Regel als Ausnahme

Auch in Deutschland sind die wenigsten so richtig glücklich in ihrem Beruf. Das zumindest belegt der Gallup Engagement Index 2013.

Engagement Index Deutschland 2013 - Quelle Gallup

Nach wie vor sind Mitarbeiter mit Herz, Hand und Verstand in der Minderheit. Erschreckend, oder? Vor allem vor dem Hintergrund, dass sich die volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund von innerer Kündigung auf eine Summe zwischen 98,5 und 118,4 Milliarden Euro jährlich belaufen. Jährlich. Das müssen Sie sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Stellt sich also die Frage, woran das liegt und wie man dran arbeiten kann. Einen riesengroßen Batzen macht definitiv der Faktor Führung aus. Vor diesem Hintergrund sollte man daher auch immer mal die Bewertungen auf kununu im Auge behalten und im Zweifelsfall eine Führungskraft, die dafür sorgt, dass ein ganzes Unternehmen in Misskredit gerät, entfernen. Wobei natürlich immer der Fisch vom Kopfe her stinkt. Im Zweifelsfall entsorgt man also den Unternehmenslenker gleich mit.

Ein anderer Aspekt in Sachen Job-(Un-)Zufriedenheit: Dass man den richtigen Arbeitsplatz hat. Mal Hand aufs Herz – machen Sie den Job, den Sie immer schon machen wollten? Hatten Sie seinerzeit einen Traum (Feuerwehrmann, Polizist oder Tierärztin), den Sie verwirklichen konnten? Sind Sie glücklich in Ihrem Job? Hatten Sie eine grobe Vorstellung, wie Ihr Lebenslauf aussehen muss, damit Sie Ihren Job ausüben können? Wussten Sie, welche Voraussetzungen Sie für Ihren Job mitbringen müssen – fachlich wie persönlich? War Ihnen klar, was Sie in Ihrem Beruf erwartet? Auf welchen Wegen man dahin gelangt? Ich bin ehrlich: Ich hatte sie nicht. Weder als ich damals meinen Ausbildungsplatz gesucht habe. Noch als ich mein Studium beendet hatte. Und so wie mir ergeht es Tausenden. Hunderttausenden. Millionen. Milliarden.

Handbuch der Lebensgeschichten

Und genau so erging es seinerzeit auch Ali Mahlodji. Seines Zeichens Chief Storyteller von whatchado.  Auch er hatte keinen konkreten Plan. Bereits damals, im zarten Alter von 14 Jahren, hätte er sich gewünscht, dass es ein Handbuch gibt, in dem Erwachsene ihren Lebensweg beschreiben. Nun ja, manchmal braucht es etwas länger, bis Wünsche Gestalt annehmen. Und nach diversen Jobs (alle Jobs zusammen genommen sind es über 40 an der Zahl) und einer Phase der Erleuchtung griff er 2011 mit einigen Freunden seine alte Idee auf und ließ diese in Form von whatchado das Licht der Welt erblicken. Los ging’s seinerzeit mit einem Scheck von 4.000 Euro, die whatchado im Rahmen des Social Impact Awards gewonnen hatte. Die Jury stimmte zwar gegen das vermeintlich seltsame Projekt, das online abstimmende Publikum aber war von der Idee begeistert. Der große Durchbruch kam dann nach einem Beitrag in den ORF-Nachrichten.

Schon am nächsten Tag haben sich mehrere Firmen  gemeldet, die auch bei whatchado mit dabei sein wollen. Seit dem geht die Erfolgsgeschichte stetig weiter. Und das weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Ziel ist es, die Welt ein Stück besser zu machen. Sprich den Leuten klar vor Augen zu führen, welches der richtige Job für sie ist und wie man dahin kommt. Und dann idealerweise glücklich und zufrieden mit seinem Beruf ist. Und wenn wir uns die obigen Zahlen anschauen, ist das auch dringend nötig. Natürlich ist whatchado nicht die einzige Plattform in Sachen Berufsorientierung. Denn wenn man so will, ist whatchado genau das: Eine Form von innovativer Berufsberatung :-).

Aber das Konzept besticht aufgrund seiner Einzigartigkeit und Einfachheit. Und der Meinung bin nicht nur ich, auch andere sind begeistert von dieser Möglichkeit. So hat whatchado denn auch diverse Preise einheimsen können. Bspw. den UN World Summit Award, den HR Innovation Award oder den Deutschen Preis für Onlinekommunikation. Die EU ernannte Ali sogar zum Jugendbotschafter auf Lebenszeit. Und mittlerweile fallen die Schecks auch etwas üppiger aus. Erst im Januar erhielt Whatchado eine Finanzspritze von einer Million Euro. Hm, irgendwas mache ich falsch. Dabei ist personalmarketing2null doch sogar HR-Blog des Jahres. Gut, aber wenigstens verteile ich Schecks :-) Auch viele Arbeitgeber sind mittlerweile mit eigenen Portraits (bzw. ihren Mitarbeitern als Markenbotschafter) dabei. So war bspw. gerade ein Interview mit dem Ober-Recruiter von Etihad im Schnitt. Und es werden immer mehr…

Welcome at whatchado

Selbstverständlich habe ich beim weltweit ersten klimaneutralen Net(t)working-Event für frechmutige Personalerinnen* mit Ali direkt einen Termin für einen Videodreh in Wien ausgemacht. Am Montag war es dann soweit. Das whatchado-Team bereitete mir im neuen Office am Möllwaldplatz einen tollen Empfang. Wäre ich nicht glücklich, in dem, was ich mache – ich würde glatt anheuern. Tatsächlich ist derzeit eine Stelle als SalesHero zu besetzen – also gleich bewerben! Das internationale Team, das mittlerweile auf über 30 Mitarbeiter gewachsen ist und quer durch die Welt reist, um Interviews zu machen (zuletzt bspw. in Brasilien und Abu Dhabi), war vor meinem Besuch noch gebrieft worden. Schließlich wollte man keinen negativen Blogartikel vom bösen deutschen Blogger riskieren ;-).

Briefing der whatchado-Mitarbeiter

Und so habe auch ich mich den immer gleichen sieben whatchado-Fragen zum Traumberuf unterzogen, die da lauten:

  1. Was ist das Coolste an deinem Job?
  2. Was steht auf deiner Visitenkarte?
  3. Worum geht’s in deinem Job?
  4. Wie schaut dein Werdegang aus?
  5. Ginge es auch ohne deinen Werdegang?
  6. Welche Einschränkungen bringt der Job mit sich?
  7. Drei Ratschläge an dein 14-jähriges Ich?

Das Ganze dient dann als Grundlage fürs whatchado-Matching, was dann so funktioniert:

Das whatchado-Matching

Insbesondere bei meinem Werdegang wurde ich etwas ausschweifender, so dass wir den ein oder anderen Anlauf brauchten. Aber nobody is perfect, so wie mir ergeht es vielen vor der Kamera und so kommen dann sehr spannende und individuelle Geschichten zustande. Auch wenn ich das Ergebnis noch nicht kenne – schließlich muss so ein Film ja auch geschnitten werden – so ist es doch eine Ehre, Teil von mittlerweile über 2.500 Persönlichkeiten zu sein und seine Geschichte ebenso zu erzählen wie der Österreichische Bundespräsident, Conchita Wurst (!) oder Vivienne Westwood. Ich bin überzeugt, dass auch Kaiser Franz Joseph, der als Workaholic verschrien war, begeistert mitgemacht hätte.

Franz Joseph - Beruf Kaiser

Und wer weiß, hätte er damals gewusst, was da im Job auf ihn zukommt, wäre er wahrscheinlich sogar nicht einmal Kaiser geworden, sondern hätte sich dank whatchado für einen anderen Lebensweg entschieden :-)

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