50 frechmutige Personalerinnen*, 25 Bäume, 5.500 Euro Spenden und eine gelungene Party

von personalmarketing2null. Lesezeit: fast 13 Minuten.

Wow, wow, wow! Ich bin immer noch leicht euphorisiert vom weltweit ersten klimaneutralen Net(t)working für frechmutige Personalerinnen*. Die Veranstaltung war auf der ganzen Linie ein voller Erfolg. Ca. 70 Leute waren es dann doch, die im Heimathafen Wiesbaden eine denkwürdige Party feierten. Denn das war es letztendlich: eine Party unter Freunden. personalmarketing2null & friends eben. Hier mein persönlicher Rückblick…

Als die Idee Anfang diesen Jahres das Licht der Welt erblickte, eine etwas andere Veranstaltung für Personaler auf die Beine zu stellen, hatte ich keine Ahnung, wie das aussehen sollte. Im Laufe der Monate hat sich das nicht wirklich geändert. Und das blieb eigentlich auch bis zum Abend selbst so. Wie der Abend ablaufen würde – ich hatte nicht wirklich eine Vorstellung. Was auch daran lag, dass ich nicht wusste, wie die Beiträge der einzelnen Sponsoren aussehen würden. Sie hatten nur eine Vorgabe: kein Powerpoint, keine technischen Hilfsmittel. Wie sie was präsentierten lag ganz in ihrer Hand. Aber da ich bei der Auswahl der Sponsoren schon darauf geachtet hatte, dass es zu einem frechmutigen Konzept passen würde, wurden weder das neugierige Publikum noch ich enttäuscht. Aber eins nach dem anderen.

Beworben hatte ich dieses frechmutige Veranstaltungsformat primär über eine Stellenanzeige auf Jobware und auf Xing. Die Stellenanzeigen wurden in Summe fast 7.000 mal aufgerufen. Verstanden hat das Konzept aber nicht jeder. Und so kam tatsächlich die ein oder andere wirklich ernst gemeinte Bewerbung herein. Inklusive Lebenslauf und Zeugnissen sogar. Da zeigt sich mal wieder, dass wer lesen kann klar im Vorteil ist. Insgesamt waren es rund dreißig Bewerbungen, die eingingen. Wer nun meint, dass die Konversionsrate nicht wirklich üppig ist, hat sogar recht. Wobei, das kann ich nur immer wieder betonen: es kommt nicht auf möglichst viel, es kommt auf die passenden Bewerber an. Und wer des Lesens mächtig ist und sich vielleicht anderweitig auch ein wenig kundig gemacht hatte, der wusste schon, dass das, was ihm am Abend des 9. Mai erwarten würde, nicht eben alltäglich war.

War es auch nicht. Einlass war ab 18.30. Einige Gäste waren schon vorher da, so dass diese noch den Soundcheck mitbekamen, weil sich dieser leider ein wenig verzögert hatte. Und aufgrund dieser Verzögerung wurde es dann bis zu meiner „offiziellen“ Ansprache anstatt der ursprünglich minutiös geplanten 19.00 Uhr so in etwa 19.25 Uhr.

Auch die (wie eigentlich fast alles an diesem Abend improvisierte) Ansprache dauerte dann etwas länger als geplant, weil auch die Ansprache von Mr. Frechmut Jörg Buckmann etwas länger dauerte. Wenn einer den Begriff Frechmut erklären kann, dann wohl er und so erläuterte er die fünf Wellen der Frechmut-Bewegung.

Auf einer Welle bewegten wir uns den ganzen Abend und so wurde es in Summe doch immer später. Nichtsdestotrotz half mir ein Blick auf meine Agenda, die ich extra noch schnell für die erstellt hatte, die eine Agenda erwarteten (wobei die, die vor Ort waren auch gut ohne auskamen. Aber es gab im Vorfeld viele Fragen von möglichen Aspiranten, die nach einer Agenda fragten. Und nein sagten, weil es die eben nicht gab. Oder aber weil man ja seine kostbare Arbeitszeit nicht auf einen Freitagabend ausdehnt. Wer diese Veranstaltung als Arbeit empfand, tja… dem ist eben auch nicht mehr zu helfen), dass wir uns allen Verzögerungen zum Trotz sehr gut in der Zeit lagen…

 

Nach unserer Ansprache ging es dann in die Vollen – mit einem Sponsoren-Slam. Oder wie an anderer Stelle ausgeführt – den Begriff übernehme ich jetzt mal, weil eigentlich viel passender – mit einem Personalmarketing2.0-Slam. In Anlehnung an das Veranstaltungsformat eines Poetry- oder auch Science Slams und in Würdigung des erstmals im Herbst diesen Jahres stattfindenden Recruiter-Slams hatten die Sponsoren der Veranstaltung die Aufgabe, innerhalb von zehn Minuten eine Performance abzuliefern, die im Kontext von Recruiting, Personalmarketing oder Talent Management standen und/oder ihre Dienstleistung repräsentierten. Die besten Beiträge wurden anschließend vom Publikum bewertet. Und was dabei rum kam, war wirklich aller Ehren wert. So viel Kreativität fand auch großen Anklang beim gut gelaunten Publikum. Den Anfang machte Cornerstone on Demand. In einer im wahrsten Sinne des Wortes „Online-Präsentation“ erzählten Sascha Großkopf und Christiane Bachner mit Anleihen bei deutschen Schlagern („Über sieben Brücken musst du gehen“, „Niemals geht man so ganz“ etc.) unter dem Titel „Rock ’n‘ Roll University“ über die Fehler, die im Laufe des Recruiting-Prozesses gemacht werden.

Und das auf eine äußerst unterhaltsame und kreative Art unter Einbeziehung des Publikums als Wäscheleinenhalter… Cornerstone on Demand beim Personalmarketing2.0-Sponsoren-Slam im Heimathafen Wiesbaden Weiter ging es mit Jakub Zavrel und Sandra Petschar von Textkernel. Unter dem Titel „Perfekte Verteidigung gegen den Bewerber“ zeigten die beiden anschaulich, welche Probleme mit fragwürdigen Jobtiteln à la „Head of Awesomeness Implementation With In-Your-Face Creativity Responsibilities“ im Recruiting geschaffen und wie Bewerber vergrault werden.

Als nächstes standen Stefan Peukert und Daniel Schütt von Employour auf der Bühne. Die beiden präsentierten mit viel Liebe zum Detail ihr neuestes Baby, die Berufsorientierungsplattform für Hochschulabsolventen karista. Daniel Schütt und Stefan Peukert präsentieren karista beim personalmarketing2.0-Slam im Heimathafen Wiesbaden Als besonderen Clou hatten sie selbst gebackene Glückskekse mitgebracht, in denen sich ein toller Preis befand: Ein Unternehmensprofil auf karista nebst Stellen-Flatrate! Den glücklichen Gewinner hat’s gefreut! Den Abschluss der ersten Personalmarketing2.0-Slam-Session machte dann Lutz Leichsenring vom Sponsor Young Targets. Er präsentierte in perfekter Recruitainment-Manier dem staunenden Publikum die Lösung gegen den IT-Fachkräftemangel: Die Nerdfarm. Also IT-Nerds selber züchten!

Sensationelle Idee, die beim Publikum großen Anklang fand. Wie das Ganze im einzelnen funktioniert zeigt das nachfolgende Video, darüber hinaus hat Lutz sowohl das Event als auch das Säen von IT-Nerds in seinem Blog wunderbar beschrieben.

Nach diesen rund vierzig Minuten gab es dann Ohren- und Augenschmaus mit dem ersten Konzert-Part von Kaye-Ree, die als Trio mit Felix Justen (Gitarre), Kio Nawab (Tabla) und natürlich herself mit göttlicher Stimme, angetreten waren. Auch hier war das Publikum begeistert. Und nicht nur für Ohren und Augen wurde was geboten, auch der Gaumen wurde verwöhnt. Mit einem fantastischen veganen Buffet, welches sogar Fleischesser ins Schwärmen geraten ließ… Einziger Wermutstropfen für mich: Ich bekam fast nichts ab. Aber so ist das nun mal als Gastgeber, wenn man Moderator, Organisator und Initiator zugleich ist.

Weiter ging es dann mit der zweiten Slam-Session. Den Anfang machte Max Klameth von Talents Connect, der die besondere Matching-Technologie dieser Plattform einem interessierten Publikum darbrachte. Auch für ihn galt die Auflage „no Powerpoint“ und so war seine einzige Requisite eine Tageszeitung.

„Mathe 4 Minus – trotzdem genial“ so hieß die Session, die im Anschluss Hanna Weyer von Sponsor Viasto bestritt. Sie hatte ein „CV-Memory“ mitgebracht. Die Aufgabe: Aus der Wirtschaft bekannten Personen ihre teilweise sehr überraschenden Lebensläufe zuzuordnen. Die Message des Ganzen: CVs spiegeln eben immer nur begrenzt das wieder, für was der Bewerber steht. Das Potenzial wird zu oft verkannt.  Auswahlmethoden und -prozesse in deutschen Unternehmen sind aber oft noch so stark auf das CV-Screening als einzige Vorauswahl beschränkt, dass genau das passiert.

Der Nächste im Bunde war dann „Mr. Mythos“ Martin Gaedt von Sponsor Younect, der mit gelber Tonne und Bewerbungsmappen demonstrierte, wo die meisten Bewerbungen landen und dann das Publikum zum Papierflieger bauen aufforderte. Was dann passierte, weiß ich nicht, da ich rasch noch den endgültigen Stand der Abstimmung für die frechmutigste Bewerbung checken musste und dank leerem Akku und anderer Unwägsamkeiten erst dann wieder auf der Bühne stand, als Martins Session schon gelaufen war. Abgesehen davon würde ich trotzdem nicht den Inhalt verraten, weil sonst für all seine zukünftigen Auftritte die Pointe versaut wäre :-).

 

Den Abschluss der zweiten Session bildete Ali Mahlodji von whatchado, der extra mit Ukulele und einem Sack voller Sonnenbrillen und Wasserbällen angereist war. Ein wichtiges anderes Utensil hatte er leider im Hotel vergessen, so dass sein Beitrag „Eine Liebesgeschichte“ auch sehr improvisiert war. Sein Auftritt war aber so denkwürdig und begeisterte das Publikum so sehr, dass er auch den Personalmarketing2.0-Sponsoren-Slam für sich gewann.

Als Juror hatte übrigens Michael Witt, einer der Initiatoren des Recruiter-Slams darauf geachtet, welcher Beitrag am besten beim Publikum ankam und als Preis zwei Freikarten für eben diese Veranstaltung gesponsert. Nun ging es direkt weiter zum nächsten Programmpunkt. Und obwohl wir den Zeitplan schon lange gesprengt hatten, lagen wir selbstverständlich noch bestens in der Zeit.

Und so wurden die Preisträger der frechmutigsten Bewerbung verkündet. Leider war die Gewinnerin des ersten Preises – whatchado-Dreh in Zürich – nicht vor Ort und konnte sich nicht sofort freuen, dies hat sie mittlerweile aber gebührend nachgeholt. Der ursprüngliche Plan war, sie anzurufen. Leider hatte aber nicht nur der Laptop-Akku, sondern auch der Akku des Smartphones schlapp gemacht. War vielleicht auch besser so, ansonsten hätte ich einen Junggesellinnen-Abschied gestört. Bevor es mit einem zweiten Teil des Konzerts weiterging, wurde es nun noch mal ernst. Ziel dieses Events war, ausschließlich Gutes zu tun: Personaler zusammenzubringen und den Austausch untereinander zu fördern, zeigen, dass man ein Event auch klimaneutral gestalten kann. Und so werden in Folge dieses Events mit der Unterstützung von naturefund 25 Bäume gepflanzt und darüber hinaus 25 Tonnen CO2 in Form von CO2-Zertifikaten kompensiert, und vor allem: Die im Rahmen dieses Events anfallenden Erlöse komplett zu spenden. Und zwar in zwei gleichen Teilen – jeweils der Teestube Wiesbaden und der Organisation alma terra e. V.

 

Und so kamen für beide Einrichtungen jeweils 2.534 Euro zusammen. Kio Nawab von almaterra, der gleichzeitig eins der Bandmitglieder von Kaye-Ree ist, war sichtlich gerührt, als er den Scheck in Empfang nahm. Das Geld wird in den Bau von Glücksoasen in Krisengebieten investiert. Was man sich hier in Deutschland kaum vorstellen kann: Kinder in Afghanistan spielen bspw. in ausgebrannten Panzern – in Ermangelung von Kinderspielplätzen. Mit dieser Spende wird nun der Bau von Kinderspielplätzen und anderen Kindereinrichtungen gefördert.

Auch Matthias Röhrig, Leiter der Teestube des Diakonischen Werks, einer Anlaufstelle für Wohnungslose in Wiesbaden, war die Freude anzusehen. Er vermittelte dem anwesenden Publikum anschaulich, was seine Einrichtung für diese sozial ausgegrenzten Menschen tut, die ihr Schicksal nicht selbst gewählt haben sondern zumeist unverschuldet in eine solche Situation gelangt sind. Übergabe des Schecks an Matthias Röhrig von der Teestube Wiesbaden Fast beklemmend wurde es, als er sieben ausgewählte Zitate aus der „Wiesbadener Winterreise„, geschrieben von Wohnungslosen, von einigen Leuten im Publikum vorlesen ließ.

Sichtlich beeindruckt von diesen Worten hatte Jörg Buckmann dann die spontane Idee, dass jeder aus dem Publikum in einem Exemplar seines Buches eine Widmung nebst einem Spendenbetrag zu hinterlassen. Mit dem Ziel, dieses dann im Nachgang zu versteigern.

 

Und so kamen dann bei dieser spontanen Spendensammlung noch mal 494 Euro zusammen, so dass sich die Teestube über eine Summe von über 3.000 Euro freuen darf! 3.000 Euro, die laut Matthias Röhrig in die medizinische Versorgung investiert werden. Eine gute Investition, wie ich finde!

 

Den krönenden Abschluss des rundum gelungenen Abends lieferten dann noch mal Kaye-Ree und Band, die sogar noch einen Überraschungsgast mit im Gepäck hatten. Auch Nelson wusste das Publikum zu begeistern!

 

Die letzten zufriedenen Gäste verließen die Party im Heimathafen gegen zwei Uhr in der früh.

An dieser Stelle noch einmal ein ganz großes Dankeschön an die Sponsoren U-Form-Verlag, Textkernel, Cornerstone on Demand, Young Targets, Talents Connect, Younect, Employour, Viasto, feelgood@work und whatchado, ohne die dieses Event in der Form nicht möglich gewesen wäre. Der Dank geht ebenso an Jobware und Xing, die durch die Schaltung der Stellenanzeigen möglich gemacht haben, Bewerber auch außerhalb der Suppe zu erreichen. Das ist definitiv gelungen.

Vielen Dank auch an meine „Praktikantin“, Co-Organisatorin, Eventmanagerin, Muse und beste Ehefrau von allen. Und natürlich vor allem an euch, liebe Gäste! Ihr wart ein großartiges Publikum und habt Armin Trost Lügen gestraft, wenn er sagt, dass Personaler langweilig sind (gut in vielen Fällen mag er recht haben, ihr wart es definitiv nicht!).

Hm, nach so viel Lobhudelei sieht es stark nach einer Wiederholung aus… Apropos Lobhudelei: Wer nach objektiver Berichterstattung zu dem Event sucht, der wird hier fündig:

Es gibt sie doch!

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in Kürze folgt dann auch das Video vom Abend, also dranbleiben! Und nun auch noch in Bewegtbild, viel Spaß!

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