Stellenanzeigen mal anders

von personalmarketing2null. Lesezeit: fast 6 Minuten.

Müssen Stellenanzeigen eigentlich immer gleich sein? Nein, natürlich nicht. Und so versucht man ja immer wieder mal was Neues. Ich erinnere da bspw. an den Versuch von Kienbaum in Kooperation mit Jobware. Oder an das Employer-Branding-Anzeigen-Modell von Stepstone.

Ich bin ja der Meinung, dass man das Rad nicht neu erfinden muss. Denn auch mit der noch so vermeintlich kreativsten oder innovativsten Stellenanzeige gewinnen Sie keinen Blumentopf, wenn der Inhalt nicht stimmt. Und das ist nun mal, worauf es ankommt. Content is King.

Ob Sie wollen oder nicht. Nichtsdestotrotz lohnt mal der Blick über den Tellerrand, was man denn so machen kann, damit das mit dem Blumentopf respektive dem Bewerber klappt. Bereit? Dann kann’s ja losgehen!

Heute bin ich gleich auf zwei schöne Ansätze aufmerksam geworden, die durchaus als Inspiration dienen können. Und für den ersten können Sie sich sogar direkt bewerben :-).

Etwas Gutes tun – bewerben bei der Techniker Krankenkasse

Stellenanzeige Techniker Krankenkasse

Gut, sicher, die Ansprache ist nicht wirklich ganz klar. Sind Sie das? Wer bitte soll ich sein? Dass sich das Ganze auf den Text in den Silhouetten bezieht, wird nicht unbedingt auf den ersten Blick klar. Mehr Orientierung fürs Auge täte gut. Dabei ist der in den Silhouetten abgebildete Text durchaus lesenswert (ich frage mich allerdings, wer sich das durchliest, außer einem ewig nörgelnden und dafür zu Recht abgestraften Blogger :-)) . Auch welche Position zu besetzen ist, erfährt man auch nicht auf den ersten Blick. Der Jobtitel ist nicht wirklich im Fokus.

Wir erinnern uns, gemäß Jobware Eyetracking-Studie zur Nutzung von Stellenanzeigen: „Der Jobtitel gehört – typografisch hervorgehoben (und bitte eindeutig benannt!) – entweder direkt an den Kopf der Stellenanzeige oder aber prominent platziert in etwa in der Mitte des Job-Angebots.“ Über die Wahl des Titels der Stellenanzeige reden wir jetzt mal nicht. Ob der wirklich so glücklich gewählt wurde? Würden Sie als gemeiner Personaler nach einer Stelle als HR-Experte suchen? Ich glaube, darüber ließe sich trefflich streiten. Aber immerhin beschränkt man sich bei Anforderungs- und Aufgabenprofil aufs Wesentliche. Schön. Gut gefällt mir auch die Nennung eines direkten Ansprechpartners. Dass man erwähnt, dass man Deutschlands bester Arbeitgeber ist (noch so einer), ist auch gut und richtig. Was mir gut gefällt, ist auch der Schlussatz: Ich sollte etwas Gutes tun – mich bewerben. Schön pointiert auf den Punkt gebracht.

Schön wäre es doch gewesen, wenn man die Ansprechpartner sogar mit ihrem Xing-Profil eingebunden hätte (so wie jetzt bei den neuen Xing-Stellenanzeigen, aber da ist es natürlich kein Kunststück oder wie man es bei eqipia praktiziert). Und wo wir gerade bei Social Media sind: Nahezu grob fahrlässig ist die Tatsache, dass man den Job nicht unmittelbar teilen kann. Und wenn es schon nicht mittels diesem neumodischen Krams wie Twitter oder Facebook ist, so doch wenigstens die gute alte und zu Recht nicht tot zu kriegende „E-Mail-a-Friend“-Funktion. Schade, Potenzial verschenkt.

Nun, egal, mir gefällt die Anzeige trotzdem gut, weil sie einfach aus dem Einheitsbrei hervor sticht und einige gute Ansätze bietet. Also worauf warten Sie, tun Sie was Gutes und bewerben Sie sich!

Eine Stellenanzeige, wie Sie sie noch nie gesehen haben

Aus dem Einheitsbrei fällt auch nachfolgender Prototyp einer Stellenanzeige. Entdeckt habe ich die Anzeige im Blog von hrm-books, einem Fachverlag aus der Schweiz. Ich kann nicht nur den Blog empfehlen, auch die Bücher Stellenanzeigen wirksam und erfolgreich formulieren oder das Praxishandbuch zur Online-Personalarbeit sollte jeder Personaler im Bücherschrank stehen haben (gibt’s aber auch fürs kindle).

In dem Artikel „Eine Stellenanzeige, wie Sie sie noch nie gesehen haben“ heißt es ganz richtig:

„Stellenanzeigen sind leider nicht nur in Form und Inhalt oft austauschbar, sondern auch im Auftritt oft schwer lesbar und wenig strukturiert. Hier haben wir für Sie eine Stellenanzeige, die an einem konkreten Beispiel gleich mehrere Anregungen gibt.“

Stellenanzeige mal anders - Infografik und Inhalt am Beispiel hrmbooks.ch

Klar, gibt es die Idee der Stellenanzeige als Infografik oder Infografik-Stellenanzeige schon länger. Vorreiter war seinerzeit ein IT-Unternehmen aus München, die Allianz adaptierte diese Idee dann. Aber so konsequent umgesetzt wie hier (wir sehen jetzt mal von den Rechtschreibfehlern bzw. Layout-Unschönheiten ab – erstens handelt es sich hierbei um einen Prototypen, zweitens zählen wie so oft die inneren Werte!), hat man das Ganze wirklich noch nicht gesehen. Schön übersichtlich gestaltet, Integration von Testimonial und Vorstellung des zukünftigen Kollegen, ganz zu schweigen von der Integration weiterer Informationsquellen (Social Media, Karriere-Website etc.). Gute Idee, gefällt mir! Das Ganze finden Sie im Übrigen hier live und in Farbe. Aber Achtung, wie gesagt, es handelt sich um einen Prototypen!

Die „perfekte“ Stellenanzeige

Einen anderen Ansatz verfolgt Softgarden. Der eine oder andere von Ihnen erinnert sich vielleicht noch an die Session von Norman und Dominik anlässlich des HR Barcamps. Das Ganze ging ein wenig nach hinten los (was nicht zuletzt am Auditorium lag :-)), aber mittlerweile gibt es auch hier einen durchaus interessanten Ansatz. Die „perfekte“ Stellenanzeige kommt als One-Pager her und kann mit seiner dialog-orientierten/interaktiven Spielart durchaus überzeugen:

Die "perfekte" Stellenanzeige von Softgarden

Auch die VBZ rekrutiert interaktiv

Während es sich bei den letzten beiden Varianten mehr oder weniger doch eher um Prototypen handelte, ist man bei den VBZ Verkehrsbetrieben Zürich, der Heimat von buckmanngewinnt– und Gelegenheits-personalblogger-Blogger Jörg Buckmann doch schon ein ganzes Stück weiter. Glücklicherweise hat man (endlich! :-)) auf mich gehört und die dringend optimierungsbedürftigen Job-Anzeigen nun gepimpt. Auch hier kommt die Job-Anzeige als One-Pager daher. Klar, dass hier mal wieder das Video, bei dem sich der Chef bewirbt, im Mittelpunkt steht. Auch sonst ist die Anzeige recht interaktiv gehalten und auch die Einbettung der 24-h-Microsite darf nich fehlen.

Stellenanzeige bei den VBZ

Und während bei der letzten Variante das mobile Aufrufen der Stellenanzeige noch einem Spießrutenlauf gilt, muss man jetzt den Hut ziehen. Chapeau also, nach Zürich! Geht doch!

Gesungene oder vertonte Stellenanzeige

So, ich komme langsam zum Ende. Zwei habe ich noch. Es muss ja nicht immer die klassische Stellenanzeige sein. Oder ein Recruiting-Video. Kann ja jeder. Wie wäre es mal mit einer vertonten Stellenanzeige? Kein Witz! Ich zitiere aus der Pressemitteilung:

„Bisher müssen Jobsuchende bei Anzeigen vor allem eines: Lesen, nochmal lesen und nochmal Nachlesen – und das sowohl im Print- als auch im Onlinebereich. Hier müssen die Unternehmen ansetzen, um sich unterscheidbarer zu präsentieren.“

Steht da. Und weiter:

„Warum sollte man eine Anzeige für ein Szene-Unternehmen nicht als Rap präsentieren?“

Ja, warum eigentlich nicht :-)

Das gibt’s leider noch nicht als vertonte Stellenanzeige. Gleichwohl gibt es hier ein Beispiel. Ich empfehle, vorher noch einen Kaffee zu trinken oder einen Red Bull-Shot zu konsumieren, die Gefahr des Einschlafens ist groß!

Und wo wir gerade schon beim Thema Vertonung sind. Wie wäre es mit der gesungenen Stellenanzeige? Also los, Klampfe geholt, Stimmbänder geölt und auf geht’s!

 

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