Personalmarketing 2.0 – Wie Arbeitgeber im Netz Profil zeigen. Medienforum Karlsruhe am 11. Juli 2013

von personalmarketing2null. Lesezeit: fast 5 Minuten.

Der Begriff Personalmarketing 2.0 ist zwar eigentlich schon fast 1990 oder sagen wir 2000 oder genauer 2008, da zumindest erschien das gleichnamige Buch, herausgegeben von Christoph Beck. Aber eigentlich wäre 2007 der richtige Jahrgang. Denn da sicherte ich mir den Namen als Domain und richtete meinen Blog ein. Gut, es dauerte dann drei Jahre, bis ich endlich in die Tasten griff und andere gingen mit ihren Blogs vor mir an den Start. Letztendlich steht das „2.0“ wie das Web 2.0 für eine „neue Version“ des Personalmarketings. Und wenn wir einmal einen Blick über den Personalersuppentopf hinaus werfen, wird einem schnell gewahr, dass der Großteil der Personalwelt diesen Versionssprung noch gar nicht realisiert bzw. umgesetzt hat…

Teilweise meint man sogar eine Evolutionsstufe überspringen zu müssen und setzt gleich mit überstürztem Aktionismus auf Facebook. Weil Facebook ist ja gleich Social Media. Und alle reden von dem neumodischen Zeugs. Da muss man doch mitmachen (und scheitert meistens gnadenlos). Doch leider werden entscheidende Dinge übersehen.

Grundvoraussetzungen für den Einsatz von Social Media (nicht nur) im Personalmarketing

  1. Der Einsatz von Social Media erfordet viel Herzblut, Leidenschaft, Empathie und einen langen Atem.
    Ist nur einer von den vier Faktoren nicht vorhanden, so ist ein nachhaltiger, glaubwürdiger Auftritt nicht möglich.
  2. Der Einsatz von Social Media erfordert einen hohen Ressourcenaufwand: Zeit und Personal. Nun sagen wir so, das eine impliziert das andere. Natürlich kann ein erfolgreicher Auftritt auch von einer Person gesteuert und durchgeführt werden. Das führt aber im Zweifel dazu, dass das Tagesgeschäft vernachlässigt wird oder – sofern das nebenher noch erledigt wird – langfristig zu Burnout führt.
  3. Der Einsatz von Social Media erfordert eine Unternehmenskultur, die diesen Auftritt möglich und glaubwürdig macht. Der Zugang zu sozialen Netzwerken ist bei Ihnen im Unternehmen tabu? Dann ist ein Auftritt auf Facebook wenig glaubwürdig. Bei Ihnen gibt es keine Kommunikationskultur (Achtung: man kann nicht nicht kommunizieren, insofern gibt es sie schon, aber sie verdient den Namen dann nicht!), der interne Austausch findet nicht oder nur schleppend statt? Dann Finger weg von Social Media, hier müssen Sie sich dem Dialog stellen. Und das ist dann offensichtlich nicht ihr Ding und Sie fliegen über kurz oder lang auf die Schnauze…
  4. Der Einsatz von Social Media bedeutet, dass Sie Ihren Lesern, Fans, Followern oder wie auch immer wir das Kind nennen wollen, einen Mehrwert bieten. Das bloße Postulieren bisheriger glattgebügelter PR-Botschaften gehört definitiv nicht dazu. Die Kunst ist es, immer wieder spannende Geschichten zu erzählen. Und glauben Sie mir, die gibt es in jedem Unternehmen. Sie müssen sie nur finden. Und entsprechend aufbereiten. Und damit meine ich nicht nur Sie, sondern vor allem Ihre Mitarbeiter. Denn die können eine Menge aus dem Nähkästchen plaudern. Lassen Sie sie einfach zu Wort kommen und Sie werden staunen, welche Themen- und Charaktervielfalt Sie nach draußen als Unternehmen/Arbeitgeber kommunizieren können (vorausgesetzt, Sie lassen sich darauf ein).
  5. Der Einsatz von Social Media erfordert, dass Sie die entsprechenden Plattformen kennen und damit umgehen können. Und das heißt auch, dass Sie wissen müssen, wie Sie sich im jeweiligen Netzwerk zu verhalten haben oder was dessen Charakter ausmacht. Sind Sie bspw. Facebook-Greenhorn und verstehen nicht einmal, Ihre Privatsphäre-Einstellungen so vorzunehmen, dass Ihre (potenziellen) Mitarbeiter nichts von Ihren Sauf-, Feier- und Flirt-Eskapaden mitbekommen? Dann lernen Sie erst einmal den Umgang. Es sind schon viel Leute am Einsatz von Social Media gescheitert, die deren Mechanismen nicht verstehen (man postet nicht nur als Bürgermeisterkandidat keine Geschlechtsteile auf  Twitter, das sollte generell tabu sein – oder Sie nutzen dafür Youporn und Co.! :-))
  6. Vor dem Einsatz von Social Media sollten Sie erst einmal Ihre Hausaufgaben machen. Stellen Sie sich folgende Fragen:
    Wer bin ich als Arbeitgeber? Was macht mich einzigartig, warum sollte ein Bewerber sich gerade für mich entscheiden?
    Wer ist meine Zielgruppe (und glauben Sie mir, es gibt nicht nur eine! Selbst eine Zielgruppe wie bspw. Ingenieure ist äußerst heterogen, definieren Sie also die Merkmale, die Ihre Zielgruppe ausmachen!)?
    Wo kann ich sie erreichen?
    Welches ist der geeignete Kanal (um die Zielgruppe zu erreichen; aber auch: welcher Kanal lässt sich vielleicht doch irgendwie in irgendeiner Form mit der Unternehmenskultur vereinbaren?)?
    Was sind meine Ziele?
  7. Und natürlich gilt es auch, erst einmal die bestehenden Potenziale der klassischen „Personalmarketing 1.0-Instrumente“ zu nutzen. Ihre Stellenanzeige bspw. Mehr zu dem Thema finden Sie bspw. hier, hier oder hier. Ihre Karriere-Website. Sie haben keine? Dann wird es aber Zeit! Ich sage nur „Fachkräftemangel“ :-).

Aber genug dessen. In einem Zeitalter des Social Media-Personalmarketing-Hypes also (oder sollte er gar vorbei sein, wie jüngst die W&V fragte), ist es wichtig, sich einmal die möglichen Maßnahmen aus unterschiedlichsten Perspektiven vor Augen zu führen. Eine Möglichkeit bietet da bspw. das Medienforum Karlsruhe mit der Veranstaltung „Personalmarketing 2.0: Trends, Chancen und Herausforderungen im Personalrecruiting.“

Medienforum Karlsruhe - Personalmarketing 2.0 - Wie Arbeitgeber im Netz Profil zeigen

Neben meiner Wenigkeit geben da erstklassige Referenten Einblicke in die vielfältige Themenwelt des Personalmarketings. An einem (hoffentlich) schönen Julitag können Sie folgenden Referenten lauschen:

Bettina Stengl, ihres Zeichens verantwortlich für das Personalmarketing des Antriebstechnologie-Spezialisten SEW-Eurodrive zum Thema “Best Practice: Talente finden, fördern und binden – der Weg von SEW-EURODRIVE”

Carolin Horn, Business Development Manager (wer würde wohl nach einem solchen Jobtitel googeln? :-)) bei kununu zum Thema „“Arbeitgeberbewertung im Web 2.0 – Chance oder Kontrollverlust? Wenn Mitarbeiter zu Unternehmensbotschafter werden”

Robert Mlinaric, Director Sales (auf Deutsch: Verkaufsdirektor) der Plattform experteer zum „Stellensuchverhalten von Executives“ (herrlich diese Anglizismen, oder?)

und ein Referent namens Henner Knabenreich, Geschäftsführer von knabenreich consult, besser bekannt als personalmarketing2null (ausgezeichnet als „Enfant terrible des Personalmarketings“ oder „Mr. Chief Lay Finger in Wound Officer“ :-)) gibt „Handlungsempfehlungen für einen erfolgreicheren Arbeitgeber-Auftritt im Internet“.

Also, seien Sie dabei!

Wann? 11. Juli 2013, 14.00 – 18.00 Uhr

Wo? Hotel „Der Blaue Reiter“, Amalienbadstraße 16,‎ 76227 Karlsruhe


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