Xing und FOCUS suchen Deutschlands beste Arbeitgeber

Xing und FOCUS suchen Deutschlands beste Arbeitgeber

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 2 Minuten.

Na, das ist ja mal endlich ein interessanter Ansatz. Schluss mit den bezahlten und schön gefärbten Rankings à la Top Job, Top Arbeitgeber und CRF und wie sie alle heißen. Zumal gibt der Ansatz von Xing, FOCUS und Statista Mut zur Hoffnung. Denn diese führen gerade gemeinsam eine Erhebung zu „Deutschlands besten Arbeitgebern“ unter denen durch, die es am besten wissen müssen… :-)

Nämlich den Mitarbeitern selbst. Genauer werden laut Xing-Pressemitteilung im „Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 5.000 Arbeitgebern die Arbeitnehmer von mehr als 800 Unternehmen mit jeweils mehr als 1.000 Mitarbeitern via XING befragt.“ Die Untersuchung soll dann Rankings für acht Branchen ergeben, mit denen FOCUS dann abbildet, welche Arbeitgeber von ihren Angestellten empfohlen werden. In dieses Ranking fließen Bewertungen von Kategorien wie Entwicklungsmöglichkeiten, Gehalt, Arbeitsplatz und Arbeitszeit ein.

FOCUS-Chefredakteur Uli Baur hat wohl nicht ganz unrecht, wen er sagt, dass „niemand ein Unternehmen in seiner Rolle als Arbeitgeber besser beurteilen kann, als die Arbeitnehmer selbst.“ Interessent finde ich den Ansatz, Xing für diese Untersuchung zu nutzen. Schließlich ist XING ja auch das größte Netzwerk für Fachkräfte im deutschsprachigen Raum. Abgesehen davon gibt es natürlich schon lange eine Plattform, auf der sich potenzielle Arbeitnehmer schon heute recht genau ein gutes Bild von ihrem zukünftigen Arbeitgeber machen können.

Ziel der Studie soll sein, zu ermitteln, „wie zufrieden Arbeitnehmer hierzulande mit ihrem beruflichen Umfeld sind“. Auf diesem Wege soll dann Deutschlands bester Arbeitgeber ermittelt werden. Auch wenn ich doch den einen oder anderen Haken an der Sache sehe – z. B. die Tatsache, dass nur Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiter bewertet werden, mittelständische Unternehmen also schon mal aus dem Ranking rausfallen (die haben natürlich gute Chancen sich bei Top Job einzukaufen :-)) und auch nicht jede Zielgruppe angesprochen wird (was einfach an der Struktur der Nutzer liegt – hier lohnt aber auf jeden Fall ein Blick auf kununu, denn dort kommt wirklich jeder zu Wort). Was mir wiederum gut gefällt: Im Gegensatz zu anderen Arbeitgeber-Rankings führt FOCUS keine bezahlten Audits durch und beschränkt sich nicht auf spezielle Zielgruppen wie etwa Studenten oder Young Professionals.

Fraglich ist ja manchmal auch, wie glaubwürdig die Aussagen solcher Ranking-Anbieter selber sind. Schaut man bspw. mal auf die Website von Trendence so findet man bei der Darstellung als Arbeitgeber folgendes:

Karriere-Website von Trendence. Die Informationen über Trendence als Arbeitgeber fallen etwas dürftig aus.

Eine etwas ausführlichere Darstellung findet sich immerhin auf der Website von UNIVERSUM :-). Darf man nicht von einem Unternehmen, welches die Top Arbeitgeber ermittelt und einen auf Employer Brand-Rankings macht, mehr erwarten?

Nun denn, schauen wir einfach mal großzügig drüber hinweg und lassen uns von den Ergebnissen der Umfrage, die übrigens schon läuft, überraschen. Ich bleibe dran!

Update: Witzigerweise hat sich der „Grandfather of Recruitingblogs“ in Deutschland, Gerhard Kenk, auf seinem Portal Crosswater-Jobguide auch Gedanken zu der Thematik gemacht. Das an sich ist nichts Außergewöhnliches, interessant ist aber, dass wir die Artikel absolut unabhängig voneinander in etwa zeitgleich veröffentlicht haben – ich um 16.37, er um 16.44 Uhr – und zu nahezu gleichen Schlüssen gekommen sind. Sein Statement dazu:

„Viel interessanter bei der FOCUS/XING-Thematik ist eigentlich, daß dieser Versuch der x.ten Arbeitgeberbewertung von zwei HR-Bloggern mit nahezu der gleichen Schlussfolgerung aufgegriffen und kommentiert wurde.“

  1. Lars Hahn sagt:

    Jetzt ist es also raus das Ergebnis des XING-Arbeitgeber-Rankings. Und doch wieder enttäuschend. Eine Hochglanzzeitschrift vom Focus, die 800 Großunternehmen als Maßstab für „Deutschlands beste Arbeitgeber“ nimmt. Bei etwas mehr als 16 befragten Teilnehmer pro Unternehmen. Also: Nicht viel mehr als eine Infografik, hab ich dazu mal gebloggt http://systematischkaffeetrinken.de/2013/03/14/deutschlands-beste-arbeitgeber-nur-eine-weitere-infografik/

    • personalmarketing2null sagt:

      Hallo Lars, auch ich bin enttäuscht. Hatte ich doch Hoffnungen in dieses Ranking gesetzt. Es ist nicht nur nicht viel mehr als eine Infografik. Es ist auch schlichtweg nichtssagend. Schade.

  2. […] und wünsche viel Erfolg, auch bei dem kürzlich angekündigten neuen und absolut unkäuflichen Arbeitgeber Ranking “Deutschland sucht den besten Arbeitgeber”. ;(function(d, s) {var x = d.createElement(s),s = d.getElementsByTagName(s)[0];x.src […]

  3. Gerhard Kenk sagt:

    In dem Thema Top-Arbeitgeber bzw. Top-Jobbörsen bin ich leider etwas vorbelastet, denn ich führe gemeinsam mit dem Kooperationspartner PROFILO Rating Agentur eine Online-Umfrage unter Bewerbern / Stellensuchenden durch, um deren Erfahrungen und Einschätzungen von Jobbörsen und Jobsuchmaschinen zu erheben. Nach über 4 Jahren Kärrnerarbeit liegen nun relativ umfangreiche Daten vor, denn über 20.000 Bewerber haben ihre Bewertung von Jobbörsen abgegeben.
    Um die Akzeptanz und die Qualität einer solchen Umfrage zu gewährleisten, müssen mehrere Dinge beachtet werden.

    1. Transparenz
    Jede einzelne Bewertung muss im Detail von den Betroffenen (den Jobportalen) eingesehen werden können
    2. Jede Bewertung muss einer Qualitätskontrolle hinsichtlich Betrugs- oder Manipulationsversuch, Fakes usw. unterzogen werden
    3. Die Betreiber einer Umfrage müssen auch entsprechende Monetarisierungs-Kompenenten entwickeln und umsetzen
    4. Die Ergebnisse der Umfrage müssen kommentiert und kommuniziert werden.

    Wie schon der italienische Kulturkritiker und Autor Umberto Eco erkannt hat, wollen die Menschen das Wissen der Welt übersichtlich und katalogisiert präsentiert bekommen. Und das führt eben dazu, Ranglisten, Top-Arbeitgeber usw. zu veröffentlichen. Das ist keine Erfindung des Web 2.0, schon Mozart hatte Leporello, den Diener Don Giovanni’s die vielen Liebschaften als Katalog-Arie (die Top-Liebesaffären) singen lassen.
    Zurück zu den nüchternen Themen: Die Jobbörsen-Nutzer-Umfrage ist unter http://www.crosspro-research.com verfügbar.

    • personalmarketing2null sagt:

      Wunderbarer Kommentar vom Großmeister, vielen Dank!
      Abgesehen vom Hinweis zum Thema Umfragenqualität gefällt mir insbesondere die Erwähnung Umberto Ecos und Mozarts :-)
      Vielen Dank dafür!

  4. timverhoeven sagt:

    Hallo Henner,
    ich muss ja gestehen, dass mich die News nicht gerade begeister, noch ein weiteres Ranking zum Thema „Top Arbeitgeber“ auf dem Markt zu finden.
    Wie soll sich eine Bewerber denn mit der Vielzahl an Gütesiegeln, Auszeichnungen etc zurecht finden? Nahezu jedes Unternehmen hat auf seiner Seite irgendeine „Top-Arbeitgeber-Bla-Bla“-Auszeichnung.
    Nur, weil es keine bezahlten Audits gibt, heißt wiederum nicht, dass es keine andere Form der Kommerzialisierung gibt. Da bin ich mir sicher, dass Focus etwas einfällt…
    Erinnert sich noch jemand an einen der letzten Versuche von Focus im Thema Personalmarketing Fuß zu fassen? Focus Worxs (siehe http://www.ba-cie.de/tl_files/docs/MA-05-08web_Seite%202.pdf) diese „innovative Karrieremesse“ war ein absoluter Reinfall und wurde meines Wissens nach, nach dem ersten mal wieder eingestellt.

    Das einzig positive: Wir werden wieder was zu Schreiben haben :-)

    In diesem Sinne – einen schönen Start ins Wochenende!

    • personalmarketing2null sagt:

      Hallo Tim,
      seien wir doch mal ganz ehrlich: Wen interessieren denn die ganzen Auszeichnungen, die Unternehmen teilweise wie Trophäen auf ihren Webseiten horten? Zumal es sich in der Tat meistens nur eine reine Trophäensammlung handelt – WARUM ein Arbeitgeber solche Auszeichnungen bekommen hat, erfährt man in den seltensten Fällen. Und dann frage ich dich: Welchen Mehrwert bringt mir das als Bewerber? Geht mir diese Selbstbeweihräucherung nicht viel mehr ziemlich am Arsch vorbei und frage mich, was das Ganze soll? Hinterfrage ich als Bewerber nicht zunehmend solche Rankings (die mit gesundem Menschenverstand machen das) und informiere mich über andere Wege über meinen Arbeitgeber? Bspw. über kununu oder entsprechende Communities wie Wiwitreff, squeaker.net und wie sie alle heißen?
      Ist es nicht vielmehr so, dass immer mehr Bewerber wissen, dass hinter solchen Siegeln nur viel heiße Luft und viel bezahlte Meinung stecken?
      Insofern ist es doch super, dass es endlich mal ein (zumindest vermeintlich) unabhängiges Ranking gibt. Von denen, die es wissen müssen und die trotz der im Artikel genannten Einschränkungen im Zweifelsfall ein homogeneres Bild abgeben, als die meist auf wenige Personen (und dies überwiegend aus dem Führungskreis rekrutiert) beschränkten Arbeitgeber-Rankings à la Top Job, CRF und schlagmichtot?
      Lassen wir uns also überraschen und harren der Dinge, die da kommen. Und freuen wir uns, dass wir etwas zu schreiben haben :-)
      Dir auch ein schönes Wochenende!
      Henner

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