Recruitainment bei 1&1: Per Smartphone-App auf die Jagd nach Entwicklern

Recruitainment par Excellence: 1&1 geht per Smartphone-App auf die Jagd nach Entwicklern

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 4 Minuten.

Dass wir in Deutschland einen Fachkräftemangel haben, ist glaube ich keine Neuigkeit. Wobei da ja vieles selbst verschuldet ist, weil einfach nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Abgesehen davon muss man sich als Arbeitgeber schon was einfallen lassen, um die gesuchte Zielgruppe hinterm Ofen vor- respektive ins Unternehmen rein zu locken. Man kann natürlich hingehen und unter Bewerbern einen Mini verlosen. Oder man veranstaltet eine virtuelle Schnitzeljagd. Oder man lässt sich was richtig Gutes einfallen – insbesondere, um den heiß begehrten IT-Fachkräften den Hof zu machen. Apropos Schnitzeljagd…

Wie wäre es denn, die soziale, die technische und die Generation Y-betreffende Komponente zusammenzuwürfeln und eine coole, in dieser Form noch nie da gewesene „Schnitzeljagd“ durchzuführen. Und wenn es um coole, innovative und vor allem effektive Maßnahmen geht, potenzielle Bewerber und Arbeitgeber zusammenzuführen, so geht in Sachen Recruitainment (denn unter diesem Begriff kann man das Ganze wunderbar zusammenfassen – schließlich geht es ja um einen Recruiting-Ansatz mit Entertainment-Faktor. Apropos, wie wäre es mit einer neuen Wortschöpfung: „Personalbeschaltung“ – wir sind ja schließlich in Deutschland :-)) wohl kein Weg an Young Targets vorbei. Und so hat sich das Team um Lutz Leichsenring für den Internetanbieter 1&1 (das sind die mit der Kultfigur Marcell Davis – den es ja in der Form nicht mehr gibt; also den Mitarbeiter schon, aber nicht mehr die Werbefigur) etwas ganz besonderes einfallen lassen: Eine Schnitzeljagd per Smartphone-App. Hier bekommt dem Buzzword Mobile Recruiting endlich mal eine sinnvolle Bedeutung zu.

Per Smartphone auf Mitarbeiter-Jagd

Worum geht’s? Vor dem Hintergrund des War for Talent (War for Talent? The War is over. Talent has won. So der launige Anfang der Präsentation von Gen-Y-Guru Christoph Fellinger auf dem Social Business Forum in München. Aber das nur am Rande) und dem damit zunehmenden Wettbewerb um qualifizierte Absolventen und IT-Profis macht 1&1 mit der Aktion seit zwei Tagen auf sich als Arbeitgeber aufmerksam und will Studenten, Absolventen und erfahrene IT-Profis für das Unternehmen begeistern – welches eben mehr ist als nur ein Internetanbieter, sondern ein waschechter Telekommunikationsanbieter mit allem Zipp & Zapp und jeder Menge Jobs auch für Entwickler (ich hätte jetzt gerne direkt auf die Entwicklerjobs verlinkt. Geht aber nicht. Ohnehin wäre die Karriere-Website dringendst überarbeitungswürdig :-). Das wissen nur die wenigsten bzw. haben 1&1 nicht unbedingt auf dem Schirm.

1&1 Codecaching - Schnitzeljagd mit Smartphone-App - Standortkarte - Bildquelle: 1&1/Young Targets

Um das Image als Callcenter-Betrieb und Internetanbieter abzustreifen, können sich daher ab sofort technisch versierte Schnitzeljäger auf eine spannende Jagd durch Karlsruhe machen, einem der Hauptstandorte von 1&1. Schnitzeljagd ist natürlich old fashioned, deswegen heißt das Ganze dann cool und hip „Code Caching„. Aber es geht ja auch nicht um Schnitzel, sondern um Codes. Also maximal geht es vielleicht noch um Pizza.

Wie funktioniert das Ganze nun? Interessierte gehen einfach auf codecaching.eu oder laden sich direkt die CodeCaching-App für Android oder iOS in ihrem App-Store herunter. Nun gilt es, über die App binnen eines vorgegebenen Zeitraums technische Fragen richtig zu beantworten. Nach jeder korrekten Antwort öffnet sich dann eine Karte (neudeutsch Map), auf der eine Markierung angezeigt wird. Dort befindet sich dann beispielsweise ein Coffee-Shop, eine angesagte Kneipe, ein Kino oder eine Pizzeria, bei der die Teilnehmer einen QR-Code einscannen müssen und im Gegenzug als Belohnung dann bspw. einen Drink, eine Pizza oder ein Kinoticket erhalten.

Aufgaben für waschechte Nerds und IT-Girls

Mitmachen kann theoretisch jeder. Theoretisch. Denn die Aufgaben und Codes des 1&1 CodeCachings beinhalten speziell IT-relevante Fragestellungen zu den Themenbereichen Java, PHP und Systemadministration, die allesamt in Zusammenarbeit mit 1&1 Entwicklern zusammengestellt wurden. So geht es also nicht um Wischiwaschifragen à la RTL, sondern um echte Fragen mit Praxisbezug. Für waschechte Nerds und IT-Girls eben :-). Und nur wer mindestens drei Fragen richtig beantwortet, darf an der als Abschlussveranstaltung stattfindenden CodeCaching-Nacht teilnehmen. Hier können die Teilnehmer dann gemeinsam ihren Sieg feiern und dabei auch Mitarbeiter des Unternehmens kennenlernen. Zudem verlost das TK-Unternehmen (nein, TK steht nicht für Tiefkühlkost, sondern für Telekommunikation) unter den Schatzjägern zusätzlich eine exklusive Rechenzentrumsführung. Die Teilnahme lohnt also auf jeden Fall!

1&1 Codecaching - Schnitzeljagd mit Smartphone-App - Bildquelle: 1&1/Young TargetsDer bisherige Erfolg ist laut Lutz überwältigend. So wurde die App bisher schon mehr als 600 mal heruntergeladen und fleißig mitgecached. Ein beachtliches Ergebnis, da die Aktion primär auf den Karlsruher Raum ausgerichtet ist (hier sind die Aufgaben an verschiedenen Locations zu lösen). Allerdings, das Ganze ist kein Kindergeburtstag: Bisher hatten nur ca. 80 der Teilnehmer die erste Frage richtig beantwortet.

Im Übrigen ist die 1&1 CodeCaching-Aktion ist nicht die erste kreative Recruiting-Aktion des Unternehmens. Bereits seit mehreren Jahren setzt der IT-Spezialist bei Veranstaltungen wie „Catch the Job“, „IT-Geocaching“, „Nerd-Night“ und „Root-Night“ auf die Mischung aus fachlichem Austausch in einer ungezwungenen Atmosphäre und der Suche nach potenziellen neuen Mitarbeitern. Ein Ansatz der sich auf jeden Fall auszahlt und zur Nachahmung empfohlen ist.

Letztendlich ist Personalmarketing mit der Gießkanne wenig effizient. Vielmehr gilt es, die Zielgruppe da abzuholen, wo sie steht. Sie also mit Maßnahmen zu begeistern, die den Bedürfnissen des einzelnen – ob nun ITler, Berater, Banker oderwasweißich – entsprechen. Und dies ist mit einer Recruitainment-Aktion wie dieser auf jeden Fall gewährleistet.

Das CodeCaching läuft noch bis zum 15. November, hier geht’s zur Website und zum Download. Also, viel Spaß beim Schnitzel jagen!

 

  1. Hallo Lutz,
    vielen Dank für die schnelle Reaktion und Erklärung.
    Ich gehe absolut damit konform, dass über solche Events und dem damit verbundenen ersten persönlichen Kontakt schon eine große Hürde genommen wird. Viel besser kann man glaub ich den Erstkontakt nicht herstellen. Der positive Nebeneffekt ist sicherlich auch, dass beim Bewerber durch die Medien erzeugte Bilder und Vorurteile abgebaut werden, wofür 1&1 ein gutes Beispiel ist :)

    Nur werde ich in den Beratungen immer wieder damit konfrontiert, dass der Kunde zuletzt natürlich nach dem „Und was ist jetzt dabei herumgekommen?“ fragt (ich mag den Begriff ROI jetzt dafür nicht in den Mund nehmen).

    Deshalb würde ich gerade zur Messbarkit und Nachhaltigkeit gern noch etwas mehr wissen. Das bilaterale Angebot nehme ich daher gern an :-)

    beste Grüße
    Jan

  2. Klingt nach einer Mischung aus Munzee, Geo-Caching und mobile Recruiting :-)
    Wie erfolgt dann die Bewerbung? Bei einem Bier auf der CodeCaching-Nacht?

    Witziger Ansatz, aber ob man darüber mehr und bessere Bewerbungen erhält, würde mich als Quintessenz des Praxis-Beispiels jetzt schon noch interessieren.

    • personalmarketing2null sagt:

      Hallo Jan,
      eine gute Frage. Ich denke ja. Schon in der Vergangenheit konnte Young Targets mit ähnlichen Aktionen beim Kunden punkten. Einige Beispiele seien das Banking 2.0- oder auch das JAVA BBQ-Event sowie die Nerd Zone. Auch geht es bei solchen Events natürlich immer wieder sehr stark auch darum, einen Arbeitgeber in einem bestimmten Umfeld zu positionieren. In diesem Beispiel eben 1&1 weg von der „Internetbude“ hin zum TK-Unternehmen mit spannenden Jobs im IT-Bereich. Ich denke, der Erfolg gibt dem Konzept recht. Bei weiteren Fragen solltest du dich direkt einmal an Lutz Leichsenring von Young Targets wenden ;-)

      • okay, was die Emotionalisierung und Personalisierung eines Unternehmens im Sinne von Employer Branding angeht, da gebe ich Dir vollkommen Recht – da machen solche Aktionen in der Tat Sinn. Man muss dann nur im Nachgang messen können, ob genau diese Kampagne eine Auswirkung auf die Bewerbungsqualität- und quantität hat, wobei man die Quantität zumindest ein Stück weit ableiten kann.

        Dann werde ich dem Lutz Leichsenring wohl bei Gelegenheit mal ein paar Fragen stellen :-)

    • Hallo Jan,

      wie Henner bereits beschrieben hat, verfolgen wir den Anspruch mit dieser Form von Kampagnen Aufmerksamkeit in der Zielgruppe zu erreichen und das Unternehmen über „Inhalte“ kennen zu lernen. Der Technologiebezug steht im Focus – auch bei der CodeCaching-Nacht. Natürlich muss hier das Unternehmen überzeugen, ohne gleich einen Arbeitsvertrag unter die Nase zu halten. Dies funktioniert auf der persönlichen/fachlichen Ebene unserer Erfahrung nach sehr gut und nachhaltig.
      In erster Linie werden Kontakte initiiert und Marken positioniert, was sich langfristig (und in vielen Fällen auch unmittelbar) bei allen unseren Projekten für den Partner und den Teilnehmer auszahlt.

      Mehr dazu gerne bilateral..

      Grüße

      Lutz

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