Fanpage Karma – Neuigkeiten und Hintergründe. Ein Interview mit Stephan Eyl

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 6 Minuten.

Gerade ist ja wieder so eine Studie erschienen, die ermittelt hat, wie welche Inhalte auf Facebook funktionieren. Sie trägt den Namen „Facebook Postings von Consumer Brands und Retail Brands unter der Lupe.“ Toll, und wer hätte gedacht, dass „konkret formulierte Postings“ die Viralität um 56 % erhöhen. Oder „Emotionalität“ sogar um 64 %. Aber einfachsten ist es, wenn Sie einfach „einfach“ posten. Kurz zusammengefasst: Posten Sie also einfach einfach, das Ganze konkret und bitte schön emotional. Dann klappt’s auch mit den Nachbarn Fans. Dies sehr verallgemeinernde Aussage, lieber Leser (und ich hoffe, Sie beherzigen das) ist natürlich Bullshit. Es lassen sich nicht einfach irgend welche Studienergebnisse allgemein auf sämtliche Pages übertragen. Klar muss ein Post emotional ansprechen. Das predige ich nun schon seit Bestehen dieses Blogs. Aber eine Standardlösung nach Schema F gibt es nun mal nicht. Zu unterschiedlich sind die Faktoren, die den Erfolg Ihres Postings ausmachen. Und die müssen Sie, auch wenn Sie das jetzt gar nicht gerne hören wollen, selbst ermitteln. Dazu können Sie zum einen die Facebook Insights nutzen. Die Daten dort auseinanderzuklamüsern ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach. Aber es wäre ein Weg (besser auf jeden Fall als blindlings auf irgendwelche Studien zu vertrauen. Auch wenn für diese Studie über hundert Seiten (wow!) mit 2.324 Posts (das ist ja der Hammer!) ausgewertet wurden (macht nach Adam Riese also mal gerade um die zwanzig Posts, die pro Seite ausgewertet wurden). Und bitte nicht falsch verstehen: Es geht mir nicht um die Studie an sich, sondern darum, dass diese Ergebnisse jetzt als allgemein gültig und als Weisheit letzter Schluss überinterpretiert und nicht hinterfragt werden).

Einfach, konkret und emotional soll laut knallgrau ein Facebook-Post sein. Ach. Grafikquelle: knallgrauEinfach, konkret und emotional soll laut knallgrau ein Facebook-Post sein. Ach. Grafikquelle: knallgrau

Sie können jetzt wie schon oben erwähnt zwei Dinge tun. Entweder Sie nehmen die Studienergebnisse für bare Münze und hinterfragen sie nicht weiter (und werden so im Zweifelsfalle nicht den gewünschten Erfolg verzeichnen). Oder aber Sie nehmen die Dinge selbst in die Hand und werten Ihre Seite selber aus. Vielleicht auch zum Vergleich die Ihrer Wettbewerber. Und das können Sie ja Dank Fanpage Karma mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes spielend einfach. Und wenn ich den Klicks auf die Links zu meinem Artikel über Fanpage Karma Glauben schenken darf, sollte der eine oder andere von Ihnen ja schon fleißig am testen sein, was denn auf der eigenen Fanpage so geht. Oder der Ihres Wettbewerbers. Oder eben auch nicht. Mein Appell: Machen Sie sich abseits vermeintlich allgemeingültiger Studienergebnisse Ihre eigene Meinung!

Während ich selber beim ersten Mal doch etwas skeptisch war, was Fanpage Karma anging (lag wohl auch daran, weil ich nur einen groben Blick drauf geworfen hatte), bin ich mittlerweile großer Fan und lasse immer mal wieder Seiten „gegeneinander antreten„. Außerdem freue ich mich darüber, wenn ich unmittelbar ermitteln kann, wie sich die Performance und das Karma meiner eigenen Seiten entwickeln (und da ist noch einiges zu tun :-)).

By the Way: Als brandneue Ergänzung zu den bisherigen Features auf Fanpage Karma kann man jetzt seine Daten via Excel exportieren und noch besser auswerten!

Stephan Eyl - Fanpage Karma Stephan Eyl – Fanpage Karma

Da aber doch noch ein paar Fragen offen waren, habe ich keine Kosten und Mühen gescheut und zum Telefonhörer gegriffen und Stephan Eyl, einen der Initiatoren von Fanpage Karma, darum gebeten, Licht ins noch vorhandene Halbdunkel zu bringen.

Stephan ist Jahrgang 1980 (gehört also eben noch der Generation Y an) und Gründer von tasqade (eine Softwarelösung zur Verbesserung von Teamarbeit und Projektmanagement) und tricider (ein Social Voting Tool). Geboren ist er in Bad Homburg (das liegt im Herzen des Rhein-Main-Gebietes), er lebt aber – was sich nachvollziehen lässt – nun mittlerweile seit 2006 in Berlin. Er ist studierter Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Marketing und nun auch noch ein Kopf von Fanpage Karma.

personalmarketing2null: Wie kommt ihr eigentlich auf den doch in diesem Kontext eher ungewöhnlichen Begriff Karma?

Stephan: Karma ist ein häufig benutzter Begriff in Communities oder Spielen, der angibt, wie gut sich ein Mitglied in dieser Community verhält. Für die Fanpage Analyse fanden wir Karma besonders treffend, weil hier zwischen Fanpage und Fans tatsächlich ein Geben und Nehmen stattfindet. Die Seite postet, die Fans geben durch Likes und Shares wieder etwas zurück. Oder die Fans posten auf die Seite und die Seite antwortet. Ein schöner Kreislauf, der – richtig gemacht – für alle positiv ist.

personalmarketing2null: Kannst du mir noch einmal aufschlüsseln, wie sich zum einen das Fanpage Karma, zum anderen die Page Performance zusammensetzt und wie ihr diese ermittelt?

Stephan: Das Karma errechnet sich aus allen Interaktionen der Fans auf der Fanpage, also Likes, Kommentare, Shares, Posts von Fans und Votes. Hierzu wird die Aktivität der letzten 90 Tage ausgewertet, wobei neuere Aktionen stärker gewichtet werden. Die Summe der Interaktionen setzen wir in Relation zu der Aktivität der Seite (wie oft gibt die Seite Gelegenheit zu interagieren, z.B. mit Posts oder Bildern) und der Anzahl der Fans der Seite. So ergibt sich ein Wert, der über alle Fanpages vergleichbar wird.

personalmarketing2null: Weshalb greift ihr nicht auf klassische Werte wie Talking about bzw. Engagement-Rate zurück?

Stephan: Aus mehreren Gründen: Zum einen ist nicht klar, was in diese Werte einfließt und die Berechnung wird von Facebook auch ohne Ankündigung verändert. Einige Blogger äußern außerdem den Verdacht, dass diese Werte von Facebook dahingehend optimiert werden, dass Fanpage Verantwortliche zu Werbung auf Facebook animiert werden. Zum anderen sind die von Facebook gelieferten Werte zum Teil absolute Werte, die die Größe der Seite, die Häufigkeit der Posts etc. nicht in Betracht zieht. Ein Vergleich zwischen Seiten ist damit nicht möglich. Zum dritten sind die Werte nicht tagesaktuell verfügbar sondern werden immer erst 4-5 Tage nachträglich von Facebook zur Verfügung gestellt. Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass die Werte die wir selbst berechnen für alle Seiten verfügbar sind. Auf Fanpage Karma kann man jede Analyse für jede beliebige Seite auf Facebook durchführen und Vergleiche anstellen.

personalmarketing2null: Kann man eigentlich mehr als nur zwei Seiten vergleichen?

Stephan: Man kann auf der Dashboard Seite Vergleiche mit mehreren Seiten machen. Dort sieht man bisher Fananzahl und Performance in zwei Graphen. Diesen Bereich wollen wir auf jeden Fall ausbauen.

personalmarketing2null: Welchen Mehrwert bietet Fanpage Karma gegenüber gängigen Tools?

Stephan: Das Ziel von Fanpage Karma ist, den Fanpage Verantwortlichen ein Tool an die Hand zu geben, mit dem sie täglich besser werden können. Durch das Messen der eigenen Performance, ein besseres Verständnis für die eigene Seite und am Beispiel von Konkurrenten und Vorbildern. Jeder kann mit Fanpage Karma beliebig viele Seiten analysieren und genau herausfinden: Was funktioniert, was funktioniert nicht so gut. Wie kann man formulieren, wann und was sollte man posten. Durch die Morning Reports erhalte ich eine Menge Inspiration, wie meine Konkurrenten es schaffen, ihre Fans zu begeistern und ich sehe auch schnell, was ich besser lassen sollte. Die Posting Historie, die Tageszeitanalyse, die Reaktionen auf die Posts von Fans, die Top und Flop-Posts, etc. all das sind wertvolle Insights, die mir Fanpage Karma schnell und verständlich aufbereitet. Und das alles für einen fairen Preis. Und ohne Einschränkungen: Alle Analysen sind für alle Fanpages verfügbar. Es gibt kein Limit für die eigene Inspiration.

personalmarketing2null: Es gibt kein Limit für die eigene Inspiration. Schön gesagt! Wer noch Inspiration braucht, hier geht’s noch mal zum Artikel mit jeder Menge Screenshots vom Tool und hier geht’s direkt zur Anmeldung! Einfach ausprobieren und eigene Erkenntnisse sammeln. Und dann mit den Studienergebnissen vergleichen. Ich würde mich wahrlich nicht wundern, wenn Sie auf andere Ergebnisse kommen!

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