Social Media Recruiting am POS: Mit der Integration von Eqipia, Facebook, Linkedin, Skype und Xing bei Bewerbern punkten

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 7 Minuten.

Stellen Sie sich mal vor, Sie wollten sich bei einem Unternehmen bewerben. Sie entdecken eine Stellenanzeige und gehen dann auf die Karriere-Website (die hoffentlich vorhanden ist), informieren sich über das Unternehmen (diese Informationen sind hoffentlich auf einen Blick vorhanden) und vielleicht erfahren Sie sogar, was das Unternehmen als Arbeitgeber ausmacht (und glauben Sie mir, dafür müssen Sie keine wie auch immer geartete „Employer Brand“ kreieren oder entwickeln (lassen) – eine Arbeitgebermarke kann man nicht entwickeln, sie ist da) und wer Ihre zukünftigen Kollegen sind. Zum Beispiel in Form von Testimonials (aber bitte echte, von Mitarbeitern erstellte und nicht von der Unternehmenskommunikation in PR-Tonalität abgefasste Bulletpoints – was glauben Sie, wirkt glaubwürdiger?), Fotos oder Videos. Das wäre so ziemlich der Idealfall.

Xing und Linkedin in Karriere-Website integrieren

Ergänzend wäre es aber auch möglich (wer clever ist und ein bisschen mitdenkt macht es auch so), wenn Sie bspw. am POS (Point of Sale; in diesem Falle Ihre Karriere-Website, denn Sie wollen ja gewissermaßen Ihre Arbeitsplätze „verkaufen“) auf das Xing-Unternehmensprofil oder die eigentlichen Mitarbeiterprofile bei Xing oder Linkedin verlinken, so dass Ihre Bewerber die Möglichkeit haben, sich einen ersten Eindruck von den neuen Kollegen zu verschaffen und direkt mit ihnen Kontakt aufzunehmen (ich höre jetzt schon die ersten Aufschreie: „Wie, mein Xing-Profil verknüpfen, das ist doch privat, außerdem will ich doch keinen Kontakt zu Bewerbern“ oder „Ich zeige doch nicht meine Mitarbeiter, da haben es die Headhunter ja noch viel leichter, die Personen zu identifizieren!“. Ja, mag sein. Aber glauben Sie wirklich, dass Headhunter nicht auch ohne Xing die richtigen Mitarbeiter identifizieren? Und dass der, der sich ohnehin mit der Absicht trägt zu gehen, so oder so empfänglich ist für mögliche Abwerbeversuche? Und umgekehrt eben nicht empfänglich, wer ein loyaler und zufriedener Mitarbeiter ist (und dass dem so ist, liegt ganz an Ihnen :-))?).

Insofern gehen Unternehmen wie Fresenius oder auch SMA, die ihre Karriere-Website mit dem Unternehmensprofil auf Xing verknüpft haben, mit gutem Beispiel voran (wenn man das meines Erachtens auch noch besser machen könnte). Hier habe ich als Bewerber die Möglichkeit, mir anzuschauen, wer meine künftigen Kollegen sind und kann bereits im Vorfeld Kontakte knüpfen. Meines Erachtens ein wichtiger Aspekt: Denn je besser ein Bewerber im Vorfeld informiert ist – und das betrifft nicht nur das Unternehmen, den Arbeitgeber und den Arbeitsplatz, sondern auch die zukünftigen Kollegen – umso besser wird im Idealfall die Qualität der Bewerber sein – also die, die wirklich zum Unternehmen passen. Denn Sie wollen ja nicht möglichst viele, sondern möglichst die passenden. Oder irre ich mich da und betrifft das „Möglichst-Viele-Phänomen“ nicht nur die Anzahl (gekaufter oder via überflüssige Gewinnspiele gewonnener) Fans und Follower, sondern auch die Anzahl der Bewerber?

Integration von Xing am Beispiel FreseniusIntegration von Xing am Beispiel Fresenius

Alternativ kann man es auch so machen, wie die Hypovereinsbank. Hier bekomme ich als Bewerber gleich auf den ersten Blick vermittelt, wer meine jeweiligen Ansprechpartner sind und kann mich auch direkt via Xing oder Linkedin mit den jeweiligen Personen connecten (auch hier sei der Hinweis erlaubt, dass der Ansatz zwar gut ist, die Karriere-Website an sich aber doch Optimierungspotenzial aufweist).

Verknüpfung der Recruiterprofile mit Xing und Linkedin am Beispiel HypovereinsbankVerknüpfung der Recruiterprofile mit Xing und Linkedin am Beispiel Hypovereinsbank

Einen Schritt weiter geht hier sogar die MSL Group, hier steht der „Head of Human Resources“ nicht nur via Xing und Linkedin zur Verfügung, man kann ihn sogar via Skype erreichen (leider war er zum Zeitpunkt des Schreibens nicht online, da würde man das Ganze noch besser erkennen können. Übrigens ist er wirklich ansprechbar, wenn er online, also „grün“ ist).

Wie wäre es, den Recruiter direkt via Skype zu kontaktieren?Wie wäre es, den Recruiter direkt via Skype zu kontaktieren?

Schöner Ansatz, dazu wünsche ich mir mal einen Blogartikel auf „Mein Freund die Arbeitgebermarke“! ;-) Übrigens wurde bei MSL gerade ein Whitepaper zur Nutzung von Linkedin veröffentlich. Das aber wirklich nur ganz am Rande!

Eqipia lanciert die nächste Generation Jobinserate: Das Team im Mittelpunkt

Aber es geht noch einfacher! Wie wäre es denn, wenn ich als Bewerber schon in der Stellenanzeige sehen könnte, mit wem ich es zu tun habe? Wie mein künftiges Team, meine künftigen Kollegen aussehen? Geht nicht gibt’s nicht. Und wer immer noch behauptet, die Schweizer seien in Sachen Social Media rückständig, dem seien nun zum zweiten Mal nach den legendären Hier-bewirbt-sich-der-Chef-Videos nun die Hier-stellt-sich-das-Team-vor-Stellenanzeigen präsentiert. Worum geht’s?

Eigentlich doch ganz einfach: Vieles, was als Social Media Recruiting angepriesen wird, hat mit Social Media oftmals recht wenig zu tun. Was ist für mich als Bewerber besonders interessant, was durch Social Media geleistet werden könnte (wir erinnern uns, Facebook ist nicht jedermanns Sache – sei es auf Seiten der Bewerber, die Angst vor der Verletzung ihrer Privatsphäre haben und lieblos gestaltete Karriere-Pages schnell als weiteren Marketingkanal enttarnen oder auf Seiten der Personaler, die mit Social Media Engagement oftmals überfordert sind – sei es, weil sie nicht die notwendigen Ressourcen haben oder das Prinzip „Dialog“ nicht verstanden haben)?

Da wäre es doch interessant zu wissen, mit wem man zukünftig im Team arbeitet, welchen Background die künftigen Kollegen haben (vielleicht ergeben sich ja über den Job hinaus Gemeinsamkeiten?) und ob man vielleicht jemanden aus dem Team kennt, z. B. indirekt über sein Netzwerk auf Xing oder Linkedin (ganz zu schweigen von Facebook)?

Im klassischen Bewerbungsprozess lernen Sie als Bewerber in der Regel erst ganz am Schluss und nach mehreren Gesprächen Ihre potenziellen Kollegen kennen. Wie aber wäre es, wenn man es sofort quasi via Stellenanzeige kennen lernt? Eqipia, ein neues Portal aus der schönen Schweiz macht eben genau dieses möglich. Das Tool zeigt nämlich das Profil der Mitarbeiter und darüber hinaus auch die Verbindungen zu diesen Mitarbeitern. Schließlich enthalten die Profile in Social Networks (so sie denn gewissenhaft gepflegt sind :-)) heute bereits alle relevanten Informationen wie Funktion, vorherige Stellen, Ausbildung, aber auch Hobbys oder Ähnliches. Eqipia aggregiert nun eben diese Daten zu einem Team-Portrait mit relevanten Informationen für den potenziellen Bewerber. Wie das Ganze ausschaut, kann man sich einmal an folgender Stellenanzeige vor Augen führen (auch wenn es Sie irritiert, dass es sich um einen Prospective-Link handelt, es geht um eine Stellenanzeige von KPMG. Auch so eine, den Bewerber irritierende Darstellung, könnte man optimieren. Ebenso wie man sich fragen könnte, warum die Ausschreibung in Deutsch ist, die Bewerbungsprozedur aber in Englisch abläuft… Aber gut, so etwas wäre Stoff für einen eigenen Artikel, das lassen wir heute mal außen vor ;-)).

Eqipia - nächste Generation Jobinserate. Stellenausschreibung mit Integration des Teams am Beispiel KPMG SchweizEqipia – nächste Generation Jobinserate. Stellenausschreibung mit Integration des Teams am Beispiel KPMG Schweiz

Auf diese Weise bekommen Ihre Bewerber ein umfassendes Bild von den Kollegen von morgen und können erste Kontakte knüpfen. Und das schon VOR dem eigentlichen echten Kennenlernen. Auf diese Weisen kann wie oben schon beschrieben die Qualität der Bewerbungen definitiv gesteigert werden. Ein Aspekt, der meines Erachtens nicht oft genug betont werden kann.

Für die Recruiter selber ist die Administration ein Kinderspiel: Sie können zu jeder offenen Stelle ein Team anlegen und dem Bewerber seine künftigen Kollegen präsentieren: Dazu geben sie in einem Suchfeld die Namen der Team-Mitglieder ein, das Tool durchsucht die sozialen Netzwerke und der Recruiter kann mit Drag & Drop in wenigen Sekunden das Team abbilden.

Eqipia Admin - Übersicht der freizugebenden Informationen auf Facebook, Linkedin oder Xing.jpgEqipia Admin – Übersicht der freizugebenden Informationen auf Facebook, Linkedin oder Xing

Zudem können auch noch eine Beschreibung des Teams sowie Fotos, bspw. von Team-Events, hochgeladen werden. Die Mitarbeiter erhalten anschließend per Mail einen Link zu ihrem Profil auf Eqipia, in dem sie selber definieren können, welche Informationen sie über sich veröffentlichen wollen (z. B. Interessen, Organsiationen, Position etc.). Dabei nutzt Eqipia offene Schnittstellen zu Facebook, Xing und Linkedin: Der Mitarbeiter verbindet sich einmalig mit den Netzwerken, wählt die entsprechenden Informationen aus und das Tool synchronisiert im Anschluss die Daten automatisch. Wechselt also bspw. ein Team-Mitglied auf Xing sein Profilfoto, ist dieses auch gleich bei Eqipia online. Außerdem sieht der Besucher des Teamprofils seine gemeinsame Kontakte mit den Mitgliedern des Teams. Der Bewerber selber kann sich bei dem Netzwerk seiner Wahl einloggen und bekommt dann die Kontaktpfade zu den einzelnen Teammitgliedern angezeigt.

Ein gelungener Ansatz (noch in der Beta-Version), den man auf jeden Fall im Auge behalten sollte. Wer sich das Ganze einmal live und in Farbe anschauen will, kann das bei einigen Stellenanzeigen der KPMG Schweiz tun. Hier setzt man seit einigen Wochen auf das Equipia-Pferd. Ich bin gespannt, wann andere nachziehen.

Für welche Methode Sie sich auch entscheiden, eins sollte klar sein. Ob mit der Vorstellung Ihres Teams à la Eqipia, einzelner Kontakte oder sämtlicher (auf Xing versammelter) Mitarbeiter und/oder der Kontaktmöglichkeit via Skype, punkten Sie beim Bewerber, schaffen Sie Vertrauen und erleichtern Sie die Kontaktaufnahme. Es lohnt sich!

Suche

Kostenloses E-Book!

Social Media Personalmarketing Studie 2016

Social Media Personalmarketing Studie 2016 _Download

Keinen Artikel mehr verpassen?

Personalmarketing-Jobs für alle

Folge mir auf Twitter!

Kategorien

Arbeitgeber Ausbildungsmarketing Authentizität Bewerber Candidate Experience Dialog employer branding Facebook Fachkräftemangel Karriere-Fanpage Karriere-Page Karriere-Website Karriere-Website-Check kununu Personalmarketing recruiting Social Media Social Media Personalmarketing Stellenanzeige Stellenanzeigen Studie twitter Xing Youtube Zielgruppe

Archive