12 Dinge, die Sie beachten sollten, wenn Sie eine Ausbildungs- oder Karriere-Fanpage auf Facebook planen

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 5 Minuten.

Eigentlich wollte ich mich ja dieses Wochenende mal zurückhalten. Ist ja schließlich Pfinxten. Wissen Sie eigentlich, warum man das feiert? Na? Jetzt mal ehrlich! Also, ich wusste es nicht. Aber ich bin durchaus entschuldigt. Schließlich bin ich reinrassiger und ungläubiger Heide. Da ist das durchaus erlaubt :-). Und ich bin da ja auch nicht alleine. So konnten bspw. nur 83 Prozent von 1000 Befragten in einer Umfrage des Stern richtig beantworten, warum wir Ostern feiern. Ähnliches lässt sich auch für andere Feiertage immer wieder feststellen. Aber ganz ehrlich: Who cares? Als Selbstständiger hat die Woche ohnehin sieben Tage. Und die kann man sich sehr schön frei gestalten. Da vergisst man dann auch schnell mal einen Feiertag. Und ein Sonntag wird zum Wochentag. Und umgekehrt. Aber darum soll es hier ja gar nicht gehen. Ich schweife schon wieder ab. Und obwohl das ja eins der Merkmale meines Blogs ist, wird er trotzdem gelesen. Was mich umso mehr freut :-), vielen Dank dafür, liebe Leser! So, nun aber Tacheles!

Wie der eine oder andere weiß, beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Karriere-Fanpages und beobachte die Szene seit Langem. Sogar eine eigene Seite dazu gibt’s. Und es gab sogar mal monatliche Statistiken über die Entwicklung dieser Arbeitgeberpräsenzen im Social Web. Ursprünglich mal als Quotenbringer gedacht, boten diese Statistiken nicht wirklich einen echten Mehrwert, wurden irgendwann langweilig und waren vom Arbeitsaufwand nicht zu unterschätzen. Aufgrund dieser Tatsache beschränke ich mich darauf, das Ganze nur noch hin und wieder und nur dann zu bringen, wenn was Interessantes passiert. Es gibt weiß Gott andere Dinge, über die ich schreiben kann.

So zum Beispiel die Tatsache, dass ich derzeit 232 von diesen Karriere-Pages zähle. Davon sind 52 reine Azubi-Pages. Und in den letzten Wochen ist wieder die eine oder andere Page hinzu gekommen. Natürlich gibt es weitaus mehr, viele lassen sich aber so ohne Weiteres gar nicht finden, weil man im Titel sicherheitshalber verschweigt, worum es eigentlich auf der Seite geht. Außerdem gibt es viele von diesen Seiten, die so mit 1 bis 40 Fans seit Monaten vor sich hindümpeln. Die sollten wohl mal ein Gewinnspiel machen, hehe.

Erschreckend aber auch, dass in den letzten vier Wochen auf 17 (!) dieser 232 Seiten, die ich da derzeit gelistet habe, NICHT EIN EINZIGER Beitrag gepostet wurde. Auf 24 Seiten wiederum konnte nicht mal ein einziger Like kassiert werden. Auf 63 Seiten (!), das ist mehr als ein Viertel, konnten sich die Fans nicht mal eines Kommentars erbarmen. Wer jetzt denkt, das träfe nur die kleinen Unternehmen, der irrt. Und zwar gewaltig. Namen werde ich fairerweise nicht nennen, sonst heißt es wieder der böse Knabenreich und man zeigt mit dem Finger auf mich, von wegen Enfant terrible und so (das T-Shirt ist schon in Auftrag gegeben :-)). Naja, so einige lernen es halt nie. Die anderen dürfen mich gerne ansprechen, wenn sie weiteren Input benötigen.

Grund genug also, noch einmal ein wenig Schützenhilfe zu geben. Hier sind sie also nun, die

12 Dinge, die Sie beachten sollten, wenn Sie eine Ausbildungs- oder Karriere-Fanpage auf Facebook planen

  1. Prüfen Sie zunächst, ob soziale Netzwerke überhaupt zu Ihrem Unternehmen passen. Das ist beispielsweise dann nicht der Fall, wenn Sie Ihren eigenen Mitarbeitern untersagt haben, am Arbeitsplatz soziale Netzwerke zu nutzen.
  2. Klären Sie, ob Sie überhaupt über die dringend benötigten Ressourcen und Kenntnisse verfügen (Personal, Zeit, Facebook-Know-how).
  3. Inhalte entscheiden. Überlegen Sie sich gut, welche Informationen Sie posten wollen. Wenn es sich dabei nur um die 1:1 Übernahme Ihrer Pressemeldungen oder Stellenangebote handelt, werden Sie kaum Fans für sich gewinnen. Das gilt auch bei rein werblichen Posts.
  4. Potenzielle Bewerber erwarten echte authentische Einblicke ins Unternehmen via Text, Bild und Video. Auch aktuelle Jobangebote können dazu gehören. Neben Informationen über das Unternehmen gehören in jedem Falle Themen dazu, die nicht nur auf das Thema Karriere abzielen. Ansonsten gilt hier Punkt 3 :-).
  5. Erzählen Sie Geschichten. Machen Sie sich als Arbeitgeber erlebbar, und lassen Sie ruhig Ihre Azubis zu Wort kommen.
  6. Kommunizieren Sie nachhaltig. Vermeiden Sie mehrere Posts am Tag, inbesondere direkt hintereinander. Das empfindet der User in seinem Newsfeed schnell als Spam. Zwar gilt, weniger ist mehr, aber ein Post in der Woche sollte das Minimum sein. Gerade die Chronik entlarvt Unternehmen, die nur alle Jubeljahre „aktiv“ sind.
  7. Machen Sie (einen )Mitarbeiter verantwortlich für die Fanpage, der selbst in sozialen Netzwerken aktiv ist, der ihre Kultur verinnerlicht hat und die Sprache der Community spricht. Ein echtes, nachhaltiges, die Community begeisterndes Engagement im Social Web funktioniert nur mit viel Herzblut. Außerdem gilt es, sich dem Medium anzupassen und nicht umgekehrt. Auf Facebook spricht man sich selbstverständlich mit „Du“ an.
  8. Treten Sie in den Dialog ein. Soziale Netzwerke leben davon. Noch immer begreifen zu viele Unternehmen Facebook als Kommunikations-Einbahnstraße.
  9. Reagieren Sie schnell und konstruktiv auf Fragen und Kommentare der Fans. Während der Geschäftszeiten sollten Antworten innerhalb von 24 Stunden möglich sein. Stellen Sie sicher, dass die Verantwortlichen für Social Media intern gut vernetzt sind, damit sie Informationen schnell beschaffen können. Ein „Like“ ist das Minimum.
  10. Und denken Sie daran: Jeder kommerzielle Internetauftritt verlangt ein Impressum – auch auf Facebook.
  11. Machen Sie Ihr Angebot bekannt. Egal über welche Kanäle Sie kommunizieren, der Hinweis auf Ihre Fanpage sollte nirgends fehlen.
  12. Vergessen Sie Gewinnspiele!

Natürlich ist diese Liste nicht vollständig, aber wer meinen Blog regelmäßig liest, wird jede Menge weitere Tipps finden. Oder Sie kontaktieren mich, wenn Sie Hilfe benötigen.

Und bevor ich Sie jetzt wirklich endgültig ins Pfinxtfest entlasse, hier noch mal der Hinweis, dass Facebook ab 6. Juni den FBML-Standard nicht mehr unterstützt. Dann heißt es „Tschüss FBML“ :-) Ich bin gespannt, wie viele Unternehmen davon „überrascht“ werden, so wie damals bei der Chronik. Die kam ja auch von heute auf morgen.

So, ich sage jetzt auch „Tschüss, lieber Leser“ oder wie es der jetzt schon von mir überaus geschätzte Blog von VBZ-Personalchef Jörg Buckmann so wunderbar auf den Punkt bringt:

Auf Wiederlesen!

(Sorry Jörg, der ist so gut, den musste ich jetzt mal klauen ;-))

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