Zwei Jahre personalmarketing2null, ein Gruß aus Berlin, eine (vermeintliche) Social Media DIN-Norm und (mal wieder) ein paar Gedanken zu einem Engagement auf Facebook

von personalmarketing2null. Lesezeit: etwa 7 Minuten.

Guten Tag. Heute melde ich mal aus einem Berliner Hotelzimmer. Genauer dem Hotel Kastanienhof in der Kastanienallee. Mitten im Kiez sozusagen. Und endlich finde ich auch mal wieder die Zeit, ein paar Zeilen zu schreiben. Was predige ich immer wieder? Richtig: Social Media und damit Bloggen und Facebook-Seiten-Management kosten Zeit und man sollte sich gut überlegen, ob man die notwendigen Ressourcen zur Verfügung hat. Nun habe ich Sie über eine Woche warten lassen, aber ein Tag hat nun mal im Durchschnitt nur 24 Stunden und ich kann mich leider nicht klonen (oder besser zum Glück) und einen Ghostwriter will und kann ich mir nicht erlauben (Stichwort: Authentitzität :-), ach wie oft habe ich dieses Wort in den letzten Tagen wieder gehört. Also hier in diesem Blog finden Sie nur Beiträge, die nicht nur meinem Hirn entstammen, sondern wirklich von meinen eigenen Händen erstellt wurden. Denn nur wo personalmarketing2null drauf steht, ist auch personalmarketing2null drin :-)). Ich hoffe, Sie drücken ein Auge zu und sehen mir nach, dass ich den Geburtstag meines Blogs (am 24. März ist mein Baby zwei Jahre alt geworden) nicht mit Ihnen gebührend gefeiert habe und ich Sie so lange warten lassen habe. Aber a) siehe oben und b) hier bin ich wieder.

2 Jahre personalmarketing2null - Danke, liebe Leser!

2 Jahre personalmarketing2null – Danke, liebe Leser!

Und das zunächst einmal mit einem ganz großen Dankeschön! Denn wenn Sie nicht wären, lieber Leser, liebe Leserin, glauben Sie mir, dann würde mir das Ganze hier nur halb so viel Spaß machen. Und wenn Sie nicht wären, dann wäre dieser Blog auch nicht zu dem geworden, was er ist. Nämlich zu einem der meist gelesenen Personalmarketingblogs in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Und das, das darf ich jetzt mal sagen, erfüllt mich mit Stolz. Vielleicht nicht ganz so sehr, wie heute das Team von Younect, die für ihren Talentpool heute im Rahmen der Land der Ideen-Initiative ausgezeichnet wurden (ein großartige Veranstaltung übrigens, vielen Dank auch hier), aber fast.

Die Chronik kommt (jetzt aber gaaaaanz fix!)

Nun, was gibt’s Neues zu berichten? So z. B., dass Facebook ab morgen Ernst macht und die Chronik kommt und sie zwangsweise ein neues Design aufgestülpt bekommen. Zur Erinnerung: Ihre Seite präsentieren Sie nun mit einem 851 mal 315 Pixel großen Bild und das Profilbild, welches bis dato Ihre Visitenkarte darstellte, verliert nun ein wenig die Bedeutung (zumindest aus Gestaltungsaspekten, 180 Pixel im Quadrat bieten nicht gerade soooo viele Gestaltungsmöglichkeiten und bieten in erster Linie Platz fürs Logo. Und dieses Bildchen erscheint dann bei Ihren Usern im Newsfeed). Aber ich will Sie nicht langweilen – das wissen Sie natürlich und haben Ihre Seite schon an das neue Design angepasst (wie das aussieht, sehen Sie übrigens auch auf der Facebook-Seite vom Hotel Kastanienhof. Na klar, auch hier ist man auf Facebook). Oder? Sie brauchen Inspiration? 25 Beispiele hatte ich Ihnen ja schon vorgestellt. Oder stöbern Sie mal hier, da finden Sie ab morgen bestimmt noch mehr.

Hotel Kastanienhof Berlin auf Facebook

Hotel Kastanienhof Berlin auf Facebook

DIN Norm für Social Media?

Dann gibt es nun endlich für alle KMU endlich!!!! den ach so lang erwarteten Social Media Leitfaden. Denn das Deutsche Institut für Normung, jedem wohl besser bekannt unter seiner Abkürzung DIN, hat eine Spezifikation (wohlgemerkt eine Spezifikation, keine Norm :-)) für den Einsatz von Social-Media-Diensten wie Facebook und Twitter bei Mittelständlern entwickelt.

Diese Spezifikation entstand in Zusammenarbeit mit Mittelständlern, Webdesignern, Social-Media-Agenturen, sogar die Universität Hamburg und das Hamburger Informatik Technologie-Center (HITeC) haben mitgemischt.

Hierbei handelt es sich nicht wie von vielen fälschlich dargestellt um eine neue DIN Norm, sondern – Zitat “um eine praxisnahe Entscheidungshilfe”, eine Spezifikation.

Diese enthält Checklisten, Praxisbeispiele und Tipps für weiterführende Literatur. Das Ganze kann man für rund 50 Euro beim Beuth-Verlag erstehen.

Ob diese 50 Euro für etwas mehr als 40 Seiten Inhalt gut investiert sind, kann ich nicht beurteilen. Das Thema auf so wenig Seiten abzuhandeln, erscheint mir etwas fragwürdig. Ich habe mich daher dazu entschieden, das Geld anderweitig zu investieren, nämlich in das wirklich großartige und absolut empfehlenswerte Buch vom Social-Media-Recht-Experten Thomas Schwenke “Social Media Marketing & Recht“. Für alle, wirklich ALLE, die sich mit dem Thema Social Media Marketing respektive Personalmarketing beschäftigen, absolute PFLICHTLEKTÜRE mit vielen Praxisbeispielen, Checklisten und leicht verständlich geschriebenen rechtlichen Hintergründen.

Social Media Marketing und Recht - Pflichtlektüre für jeden Social Media Interessierten

Social Media Marketing und Recht – Pflichtlektüre für jeden Social Media Interessierten

Aber zurück zur “Social Media” Norm: LinkedInsider Stephan Koss (Servus!) hat sich dann doch dazu herabgelassen, die 50 Euro zu investieren. Das Resultat seiner “Rezension” fällt in etwa so aus, wie ich mir das Ganze vorgestellt habe. Positiv merkt er die wenigen Rechtschreibfehler an. Aber lesen Sie selbst

Aber beim DIN weiß man durchaus, dass der Bereich Social Media “für ein Patentrezept zu schnelllebig ist.” Joa. Außerdem weist man auch darauf hin, dass “der Einsatz von den Zielen des einzelnen Unternehmens sowie den eingesetzten Tools abhängt”. Noch mal Joa. Die Frage ist, ob das auch wirklich so wahrgenommen wird. Denn wie man schon an den Beiträgen auf Twitter & Co. sieht, wird ja alleine hier schon einiges fehlinterpretiert.

Nun tun mir die vielen Personalreferentinnen und -referenten schon Leid, die von Ihrem Boss aufgetragen bekommen oder es sogar per Zielvereinbarung aufoktroyiert bekommen, eine Social Media Präsenz auf die Beine zu stellen. Schließlich sind ja alle da, also muss man da mitmischen (das wird dann als Begründung seitens des Vorgesetzten argumentiert – kein Aprilscherz, das wurde mir nun schon von einigen Beteiligten geschildert).

Nein, Sie müssen nicht auf Facebook sein

Auch wenn ich mich wiederhole (Sie wissen ja, irgendwann wirken Botschaften, wenn man sie immer wieder wiederholt, bestes Beispiel dafür ist die Bibel (mit einem wesentlichen Unterschied: Die Bibel beruht auf vielen Missverständnissen und Hörensagen, meine Botschaften beruhen auf Beobachtungen, eigenen Erfahrungen und dem Austausch mit einem großen Netzwerk, deren Daily Business Social Media Personalmarketing ist. UND: Sie werden just in time verkündet. Und nicht erst hunderte von Jahren später)): Sie MÜSSEN nicht auf Facebook vertreten sein. Facebook bietet enorme Potenziale, ja. ABER: Ein Erfolg stellt sich nicht von heute auf morgen ein. Es bedarf eines nachhaltigen Engagements und der Bereitschaft, sich auf einen DIALOG mit der Zielgruppe einzulassen. Und es bedarf Empathie, um diesen Dialog zu führen. Abgesehen davon bedarf es Zeit, personeller Ressourcen und Geschichten. Alle Welt redet von Story Telling (yes, the next buzzword rules the world!). Zu Recht. Ohne spannende Geschichten und die erwähnten Punkte können Sie ein Engagement auf Facebook vergessen.

Und es ist auch nicht innovativ, cool und hip, auf Facebook mit einer Seite vertreten zu sein, die nur Copy & Pastes der Website oder gespiegelte Tweets enthält und die nur ein, zwei Posts enthält. Glauben Sie mir, das wirkt kontraproduktiv.

Auch halte ich es für sehr bedenklich, wenn Buchautoren kommunizieren, man müsse sich “auf Facebook positionieren”. Das weckt falsche Erwartungen.

Noch mal, das müssen Sie nicht, wenn Sie nicht die oben genannten Aspekte erfüllen. Es ist auch nicht so, dass Ihre Zielgruppe, die so genannten Digital Natives oder die Generation Why, die vermeintlich das Social Web mit der Mutterbrust aufgesogen hat, von Ihnen erwartet, dass Sie auf Facebook vertreten sind. Denn nach wie vor haben viele User starke Vorbehalte gegenüber Arbeitgeberpräsenzen auf Facebook. Dies vor allem aus zwei Gründen:

  1. man nimmt das Engagement der Unternehmen auf Facebook nicht ernst bzw. sieht es als reine Marketingmaßnahme,
  2. man hat Angst davor, dass Sie als böser Personaler einfach in den Profilen schnüffeln.

Und dann gibt es noch einen dritten Aspekt:

Die wenigsten kennen solche Seiten. Ist wirklich so. Nicht selten sind die Unternehmen selbst daran Schuld. Vermeiden Sie es doch erfolgreich, auf diese auf Ihrer Website und in Anzeigen hinzuweisen. Wird aber auch überbewertet.

Zu den beiden Punkten in einiger Zeit mehr. Das aber wiederum führt zu dem Schluss, dass die User selbst die Nutzung von Facebook nicht endgültig beherrschen. Hier also noch mal der Hinweis an alle Skeptiker: Facebook bietet die Möglichkeit, seine Privatsphäre-Einstellungen individuell vorzunehmen. Und im Idealfall sieht man da nix, wenn man nicht befreundet ist. Das Profilbild ist dann das einzige, was Nicht-Freunde dann sehen. Und das sehen ALLE. Die ganze Welt. Ein Grund mehr, das Profilbild so zu wählen, dass man Sie dort nicht gerade im Suff, in kompromittierenden Situationen oder halbnackt sieht. Ich meine, machen Sie was Sie wollen. Ich meine es ja nur gut mit Ihnen :-)

In diesem Sinne, schöne Grüße von der Spree!

  1. Hallo Henner,

    wenn auch etwas verspätet, gratuliere ich dir sehr herzlich zu dem zweijährigen Bestehen deines Blogs. Es war gewissermaßen dein Blog, der mich dazu inspirierte, selbst mit dem Bloggen anzufangen :)

    Beste Grüße
    Tibor

  2. Hallo Henner,

    wenn auch etwas verspätet, gratuliere ich dir sehr herzlich zu dem zweijährigen Bestehen deines Blogs. Es war gewissermaßen dein Blog, der mich dazu inspirierte, selbst mit dem Bloggen anzufangen :)

    Beste Grüße
    Tibor

  3. Hallo,

    man muss sie gelesen haben. Ich weiß nicht genau, was damit spezifiert wird, das V Modell oder Social Media. Dafür sind die Definitionen von “Ombudsmann” und “Projektleiter” enthalten, was man ja eher weniger braucht. Ich denke, hier wird nur versucht “auf den Social Media Zug” aufzuspringen.

    Die 50 € sind gut investiert, allerdings zur Unterhaltung für Social Media tätige, KMU können damit wenig anfangen.

    Ach ja, die Publikation ist heruasgegeben a) unfertig (Das finde ich richtig frech) und b) ohne die Meinungsführer abzuholen. Nennt sich “Blogger Relations”. Das es so etwas gibt, hätte einem kleinen Unternehmen eher geholfen.

    @ Henner: Danke für`s erwähnen!

    lG
    Stephan

  4. Hallo,

    man muss sie gelesen haben. Ich weiß nicht genau, was damit spezifiert wird, das V Modell oder Social Media. Dafür sind die Definitionen von “Ombudsmann” und “Projektleiter” enthalten, was man ja eher weniger braucht. Ich denke, hier wird nur versucht “auf den Social Media Zug” aufzuspringen.

    Die 50 € sind gut investiert, allerdings zur Unterhaltung für Social Media tätige, KMU können damit wenig anfangen.

    Ach ja, die Publikation ist heruasgegeben a) unfertig (Das finde ich richtig frech) und b) ohne die Meinungsführer abzuholen. Nennt sich “Blogger Relations”. Das es so etwas gibt, hätte einem kleinen Unternehmen eher geholfen.

    @ Henner: Danke für`s erwähnen!

    lG
    Stephan

  5. Matthias sagt:

    Herzlichen Glückwunsch – nachträglich – zum Geburtstag des Blogs! Ich freue mich auf zahlreiche weitere spannende und informative Beiträge, Hinweise, Beoabachtungen und neue Entdeckungen. Viel Erfolg für weitere Jahre personalmarketing2null!

    Zum Thema DIN: Vermutlich muss das einfach in Deutschland so sein, dass alles einer Norm unterliegen muss – oder eben zumindest einer Spezifikation. Wie bereits geschrieben wird es für die hart, die gezwungen werden, mit der Spezifikation zu einer Social Media Präsenz eben diese aufzubauen. Engagement sollte doch aus einem selbst kommen oder nicht?

    Beste Grüße, Matthias

    • Hallo Matthias, vielen Dank fürs Feedback und die Glückwünsche!
      Die Frage ist nur, ob eine solch oberflächliche Darstellung wie in dieser Spec wirklich weiterhilft. Und was das Engagement angeht – ja!!!!
      Beste Grüße, Henner

  6. Matthias sagt:

    Herzlichen Glückwunsch – nachträglich – zum Geburtstag des Blogs! Ich freue mich auf zahlreiche weitere spannende und informative Beiträge, Hinweise, Beoabachtungen und neue Entdeckungen. Viel Erfolg für weitere Jahre personalmarketing2null!

    Zum Thema DIN: Vermutlich muss das einfach in Deutschland so sein, dass alles einer Norm unterliegen muss – oder eben zumindest einer Spezifikation. Wie bereits geschrieben wird es für die hart, die gezwungen werden, mit der Spezifikation zu einer Social Media Präsenz eben diese aufzubauen. Engagement sollte doch aus einem selbst kommen oder nicht?

    Beste Grüße, Matthias

    • Hallo Matthias, vielen Dank fürs Feedback und die Glückwünsche!
      Die Frage ist nur, ob eine solch oberflächliche Darstellung wie in dieser Spec wirklich weiterhilft. Und was das Engagement angeht – ja!!!!
      Beste Grüße, Henner

  7. Herzlichen Glückwunsch!
    Bin seit ca 1 Jahr regelmäßig auf deinem Blog und er ist immer sehr interessant! Weiter so!
    Gruß

    Tim

  8. Herzlichen Glückwunsch!
    Bin seit ca 1 Jahr regelmäßig auf deinem Blog und er ist immer sehr interessant! Weiter so!
    Gruß

    Tim

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