Social Media strategisch: Human Resources – Über den Dächern Frankfurts

von Henner Knabenreich. Lesezeit: fast 5 Minuten.

Wie der eine oder andere meiner Leser sicherlich weiß (eigentlich ist es nicht zu überlesen :-)), lebe ich im wunderschönen SpießWiesbaden. Wiesbaden ist das Tor zum Rieslingparadies Rheingau, aber auch Frankfurt, Mainz und Darmstadt sind nur einen Katzensprung entfernt. In so einem Ballungsgebiet sollte dann doch auch so einiges gehen, was Social Media betrifft… Und tatsächlich gibt es dann bspw. den Online-Stammtisch Frankfurt (OSF), den Twittwoch Rhein-Main und den Social Media Club Frankfurt. Und da ich leider sowohl die letzten Termine des OSF als auch des Twittwochs (und wahrscheinlich auch den nächsten) nicht wahrnehmen konnte (kann), habe ich gestern wenigstens die Gelegenheit genutzt, eine Veranstaltung des Social Media Clubs Frankfurt zu besuchen (der Social Media Club Frankfurt unterhält eine gleichnamige Gruppe auf Xing mit derzeit 235 Mitgliedern, initiiert ist das Ganze von Arnd Walendy und Alexander Wolf). Nicht irgendeine Veranstaltung, schließlich ging es hier um das Thema „Social Media strategisch: Human Resources“ und als Referenten waren Ina Ferber von Monster und Florian Schrodt von der DFS Deutsche Flugsicherung geladen. Abgesehen davon machten die Location (die 49. Etage des Commerzbank Towers) und die Aussicht auf leckere Häppchen meine Entscheidung leichter, den Weg in die Mainmetropole anzutreten.

Gelohnt hat es sich auf alle Fälle. Denn man wurde nicht nur mit einer fantastischen Aussicht (nur leicht getrübt durch die einsetzende Dämmerung und die Jalousie, deren wir leider nicht Herr wurden :-)), sondern auch mit interessanten Beiträgen und einem traumhaften Nachtisch belohnt (sofern mein Gaumen das richtig einschätzen konnte, war das eine Vanillecreme mit einer göttlichen Erdbeermousse. Fantastisch, sage ich Ihnen!). Gut, das wird Sie jetzt wahrscheinlich nicht so interessieren. Sie wollen wissen, worum es in den Vorträgen ging.

Über den Dächern Frankfurts - leicht getrübter Ausblick aus dem 49. Stock des Commerzbank Towers

Über den Dächern Frankfurts - leicht getrübter Ausblick aus dem 49. Stock des Commerzbank Towers

Das erging den anwesenden Gästen, ca. 30 an der Zahl und alle sehr interessiert, ebenso.

Interessant fand ich im Vorfeld der Vorträge die Diskussion bzw. Feststellung, wer denn eigentlich der Treiber von Social Media im Unternehmen ist. Und so war es, wie es kommen musste (auch, wenn es eigentlich anders sein sollte… ): Treibende Kraft in Sachen Social Media ist der Bereich Human Resources. Auch bei der Commerzbank, die ja freundlicherweise die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, ist das so. Zwar betreibt man dort aktives Monitoring, wirklich präsent aber ist dort nur der HR-Bereich. Und das mit einer zunehmend erfolgreichen Karriere-Page (übrigens die einzig nennenswerte einer großen deutschen Bank). Leider gab es ein paar Hürden, die die Referenten meistern mussten. Natürlich hatten sich diese bestens vorbereitet und wunderbare Präsentationen erstellt. Was aber letztlich nicht half, denn die hypermoderne Technik im Veranstaltungsraum wollte nicht mitspielen. Und so blieb Florian Schrodt und Ina Ferber nichts anderes übrig, als zu improvisieren und die Anwesenden ohne Powerpoint-Untermalung und entsprechende Schaubilder zu informieren. Und das machten sie wirklich gut, die Anwesenden lauschten zumindest recht interessiert. Davor ziehe ich im Übrigen meinen Hut, denn das verlangt einem Referenten schon etwas ab.

Zunächst informierte Florian Schrodt über das Engagement der DFS in Social Media. Ein Blick auf die Karriere-Page der DFS genügt, um zu verstehen, dass diese Seite so erfolgreich ist und sich wohltuend von so manch anderen Karriere-Page abhebt. Ein Interview dazu hatte ich ja schon vor einiger Zeit hier veröffentlicht, ein anderes steht quasi in den Startlöchern. Daher erspare ich mir an dieser Stelle eine Zusammenfassung seines Vortrags und leite direkt weiter zum „theoretischen“ Teil von Ina Ferber. Es hat mich gefreut, sie einmal persönlich kennen zu lernen, hatten wir doch vor einiger Zeit einmal ein Gespräch über die Position eines konzeptstarken Social Media Profis bei Monster (ich wurde für nicht geeignet befunden, fehlte mir doch das Know-how und die Erfahrung :-)).  Sehr gut gefiel mir ihr Einstieg:

Social Media funktioniert dann, wenn der Inhalt für mich relevant ist“.

Das ist zweifelsohne richtig, aber ein ganz wesentlicher Punkt ist eben auch der nachhaltige Dialog. Tatsächlich hat sich die Mehrheit der Arbeitgeber noch nicht auf den demographischen Wandel, den Wandel in der Kommunikation und den Wandel im Bewerbermarkt eingestellt und agiert nach wie vor mit Methoden wie 1990. Keine zielgruppengerechte Ansprache auf Karriere-Websites, Textwüsten, keine ansprechende Aufmachung der Stellenanzeigen usw. usw. sind die Zutaten, mit denen heute immer noch ein Großteil der Unternehmen auf Bewerberjagd geht. Wie war das doch mit dem Fachkräftemangel?

Leider wird ein Engagement in Social Media nach wie vor von vielen Unternehmen falsch verstanden, wird doch das „klassische Web 1.0-Konzept“ einfach versucht auf Social Media-Kanälen zu übertragen. Und das funktioniert natürlich nicht. Und so wundern sich so viele Unternehmen, dass ihre Präsenz auf Facebook & Co. nicht anläuft. Beispiele hatte ich hier ja auch schon genannt und es kommen immer wieder neue hinzu. Entscheidende Faktoren eines Engagements in Social Media sind (da gebe ich ihr absolut Recht):

  • Transparenz
  • Viralität
  • Nachhaltigkeit

Mehr dazu und die gesamte Präsentation von Frau Ferber:

Mein abschließendes Fazit: Gelungene Veranstaltung mit angenehmen Gästen in einer tollen Location. Und die Reaktion der Anwesenden zeigte auch, dass noch viel Aufklärungsbedarf herrscht. Insofern, immer schön mein Blog lesen oder mich gerne ansprechen!

Wer mehr zum Engagement der DFS in Sachen Social Media wissen möchte, der sei auch noch einmal ganz uneigennützig auf die Veranstaltung HRiTrends hingewiesen. Hier berichtet nicht nur Florian Schrodt aus der Praxis, Sie können sich vor Ort auch mit Matthias Melcher von BMW, Charles Schmidt von Krones, Susanne Hagen von Philips, Christine Oertel von in-tech und Frank Schmith von der Lufthansa austauschen und für Ihr Engagement in Social Media lernen.

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