Mobile Ausbildungsmarketing mit iPhone & Co. – Über Ausbildungsfinder und Do it yourself mit AppYourself

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 6 Minuten.

Mann, mann, mann… selten auf einen Artikel so viele Zugriffe gehabt, wie auf den mit dem BMW Praktikum Rap. Und selten so viel unqualifizierte Kommentare auf Youtube gelesen. Und auch selten so eine so zwiespältige Darstellung zum Thema in der W & V gelesen. Auf der einen Seite das Video als innovative und coole Idee darstellen (das ist der JobTV24-Werbeblock, wo das Video über den grünen Klee gelobt wird), auf der anderen Seite das Video verramschen und sich ganz den Youtube-Kommentaren anpassen. Aber dafür ist die Journaille ja bekannt, Dinge oberflächlich zu betrachten und dann undifferenziert Dinge aus den Blogs und anderen Social Media medienwirksam aufzugreifen und opportunistisch aufzuarbeiten (siehe auch weiter unten). Aber sei es drum, so funktioniert Journalismus heutzutage leider immer öfter…

Aber da drum soll es hier heute nicht gehen. Ich möchte mich heute mehr dem Thema Mobile Recruiting bzw. noch viel eher „mobile Ausbildungsmarketing“ widmen. Und zwar aus gegebenem Anlass. Einerseits weil der ohnehin in Sachen Mobile Recruiting stets sehr rührige Kollege Dr. Jäger mit seiner DJM Managementberatung und remomedia gerade in Kooperation mit Jobware, Jobstairs & Co. eine Umfrage zum Thema Mobile Recruiting durchführt (Teilnahmeschluss war leider der 10., die Umfrage scheint aber noch zu laufen, also schnell noch teilnehmen), zum anderen weil an der Thematik – auch forciert durch die zunehmende Präsenz von Social Media und einer stetigen Zunahme an Smartphones – bedingt durch die Tatsache, dass die jugendliche Zielgruppe selber zum großen Teil mit ebensolchen mobilen Endgeräten bestens ausgestattet ist, kein Weg mehr vorbei geht.

Zunächst ein paar Zahlen:

9 von 10 Jugendlichen haben ein Handy. Und laut der JIM-Studie 2010 (Jugend, Information, Multimedia) nutzen 90 % der Jugendlichen täglich oder mehrmals pro Woche ihr Handy.

Medienbeschäftigung in der Freizeit - Quelle: JIM-Studie 2010

Medienbeschäftigung in der Freizeit - Quelle: JIM-Studie 2010

Zwar sind laut JIM-Studie und auch laut der Bitkom-Umfrage (ist Ihnen übrigens schon mal aufgefallen, dass Bitkom nie oder selten konkrete Angaben über die befragte Nutzermenge macht. Klar ist da immer von repräsentativ die Rede, aber Details? Fehlanzeige!) die meist genutzten Anwendungen das Telefonieren (Ach!) und smsen (na so was!) und die Internetnutzung läuft noch unter ferner liefen (was für ein Satz!), nichtsdestotrotz findet auch in der mobilen Welt gerade ein Wandel in der Kommunikationskultur statt.

Nutzung des Handys unter Jugendlichen - Quelle: Bitkom

Nutzung des Handys unter Jugendlichen - Quelle: Bitkom

Alle Welt (auch die Jugendlichen, die Altersgruppe der bis zu 17jährigen bspw. macht mittlerweile knapp 18 % aus) ist bei Facebook und die Kommunikation verlagert sich zusehends von SMS zu Messaging via Facebook. Und heute ist Handy eben nicht mehr nur Telefon, die meist verkauften Modelle sind nun mal Smartphones. Gerade das iPhone wird einem nahezu hinterher geschmissen. Und wie ich gerade auf einer Veranstaltung mit knapp 80 Jugendlichen feststellen musste, hatten tatsächlich nahezu alle entsprechende Endgeräte. Und genau, wie man wissen muss, dass es bspw. Karriere-Pages auf Facebook gibt und man sich dort über potenzielle Arbeitgeber informieren kann (diese verschweigen das oft gerne und geben vorsichtshalber keine Hinweise auf ihrer Karriere-Website, in Image- oder Stellenanzeigen. Warum auch? Das würde ja bedeuten, dass sie mehr Fans bekommen, dies wiederum, dass es tatsächlich den einen oder anderen geben wird, der eine Frage stellt und dies schlussendlich, dass ein Dialog erfolgen muss. Dialog auf Facebook? Da bekommt der eine oder andere kalte Füße und verhält sich lieber stillschweigend. Beispiele gibt’s genug) oder viele eben nicht wissen, wie man die Privatsphäre-Einstellungen von Facebook richtig nutzt und gerne mal die halbe Welt zu seiner Geburtstagsparty via Facebook einlädt (dass die Party so bekannt wurde, liegt übrigens nicht nur an den Social Media selbst, sondern auch an der oben schon erwähnten Journaille. Selbige war es ja auch, die schlussendlich Guttenberg zu Fall brachte (gut, letztendlich war er es selbst), so wissen viele eben auch nicht, dass es die ein oder andere App fürs Smartphone gibt, die bspw. über Ausbildungsplätze informiert. Ja, die gibt’s und stelle ich hier kurz vor.

Der Ausbildungsfinder

Eine in meinen Augen geniale Geschichte ist der Ausbildungsfinder von meinestadt.de. Wir erinnern uns, meinestadt.de ist ohnehin sehr rührig, was Ausbildungsmarketing angeht und bietet mit der Perspektive Jugend Unternehmen eine tolle Möglichkeit, Ausbildungsplätze kostenlos zu promoten. Wie ich gerade in einer Veranstaltung wieder feststellen musste, sind aber beide Geschichten kaum bekannt, wo ich hier mal wieder die Rolle des Aufklärers ergreife und die Anwendung allen Interessierten noch einmal vorstellen möchte, die man natürlich ebenfalls kostenlos für iPhone, iPod und Android-Handys bei meinestadt.de herunterladen kann:

Der Ausbildungsfinder von meinestadt.de

Der Ausbildungsfinder von meinestadt.de

Der Ausbildungsfinder von meinestadt.de unterstützt einen bei der Suche nach einer Lehrstelle oder einem Ausbildungsplatz. Über die App hat man Zugriff auf alle bei meinestadt.de ausgeschriebenen Ausbildungsplätze. Die simple Kategoriensystematik (im Bildabschnitt links) führt einen schnell ans Ziel und die Lokalisierungsfunktion hilft dabei, passende Lehrstellen und Ausbildungsplätze in der jeweiligen Stadt bzw. in der Umgebung zu finden. Über weitere Filterfunktionen können die Suchergebnisse eingegrenzt werden. Natürlich können einzelne Anzeige per E-Mail (per E-Mail? Ist das social?? Das erinnert mich gerade an den Versuch der Stellenanzeige 2.0, pardon, Job Ad_2.0, bei der man auf wesentliche „2.0“-Elemente verzichtet hat) weitergeleitet werden.

Ausbildungsmarketing mit der Smartphone-App der V.E.M.

Aber auch Unternehmen entdecken den jungen Smartphone-User für ihr Ausbildungsmarketing. So gibt es ein weiteres Beispiel für gelungenes Engagement in Sachen Ausbildungsmarketing in unserem beliebten Nachbarland Österreich.

Die Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie, kurz: V.E.M., umfasst cirka 120 Unternehmen und ist ein Ausbildungsverbund.   Jährlich werden dort an die 350 neue Lehrlinge aufgenommen – insgesamt befinden sich derzeit an die 1.200 Lehrlinge in Ausbildung.

V.E.M. iPhone-App

V.E.M. iPhone-App

Die nun von der V.E.M. angebotene App bietet z. B. News aus V.E.M.-Ausbildungsbetrieben – aus der Lehre aber auch aus vielen anderen Bereichen, Videos aus dem Youtube-Channel der V.E.M., den V.E.M.-Lehrlingsblog und eine Landkarte mit V.E.M.-Ausbildungsbetrieben (inkl. Kontaktinfos). In den nächsten Wochen sollen weitere Funktionen, wie eine Schnupperterminübersicht, eine Abfrage welches Unternehmen welche Berufe ausbildet und vieles mehr ergänzt werden.

Gute Sache, wie ich finde und wo ich mich frage, wo die deutschen Unternehmen bleiben? Oder gibt’s das schon und ist nur noch nicht bis zu mir vorgedrungen? Alles kann ich ja auch noch nicht kennen ;-)

Do it yourself mit AppYourself

Und wer jetzt am Puls der Zeit sein und die Zielgruppe mit innovativem Ausbildungsmarketing begeistern möchte, aber dem das Budget fehlt, dem gebe ich jetzt meine Empfehlung: Machen Sie sich’s doch selbst! Mit AppYourself gibt’s eine geniale Website, die das Erstellen der eigenen iPhone-App ermöglicht. Und das Ganze zum Schnäppchenpreis!

http://www.appyourself.de/learnMore

http://www.appyourself.de/learnMore

Was ist AppYourself? Grob in die Tüte gesprochen ist das die App für Apps. Mit AppYourself kann jeder in 15 Minuten seine eigene mobile App erstellen. Dabei wird alles abgedeckt, von iPhone über Android bis HTML5, von kostenlos bis professionell. Ein Blick lohnt auf jeden Fall und wer ein bisschen gestalterisches Geschick hat, kann hier wunderbar seine eigene App für welchen Zweck auch immer – natürlich auch fürs Ausbildungsmarketing und Recruiting – erstellen (Psst, derzeit gibt’s ein kostenloses Eröffnungsangebot!). Also, Marketing- und HR-Team zusammengetrommelt und ein schönes Kreativkonzept erstellt. Oder einfach vertrauensvoll mich ansprechen, das geht natürlich auch ;-)

In diesem Sinne, ich wünsche gutes Gelingen und schöne Pfingsten!

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