Das große Ding aus Witten: Praktika bewerten auf meinpraktikum.de

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 6 Minuten.

Na, den Schock mit Sonja Christensen verdaut? Und auch mal geschaut, wie authentisch die Bilder auf Karriere-Websites eigentlich wirklich sind? Prima, dann bleiben wir doch beim Thema Authentizität. Denn letztendlich fliegt doch der „Schwindel“, der einem oft auf  hochglanzpolierten Karriere-Websites entgegenlächelt und Bewerbern durch die „rosarote Marketingbrille präsentiert wird“, spätestens in der Realität auf. Sprich beim Antreten des Jobs. Um dem ein wenig aus dem Weg zu gehen, gibt es allerdings die Möglichkeit, sich vorab auf Arbeitgeberbewertungsportalen über seinen künftigen Arbeitgeber zu informieren. Und da buhlen Companize, Evaluba, BizzWatch, Kelzen, Jobvoting, Kununu und wie sie alle heißen, um die Gunst der Kandidaten. Wobei Kununu gerade mit der Kooperation mit Xing ein Meisterstück abgeliefert hat.
Umso genialer also, dass da jetzt drei findige Jungs von der Uni Witten ein Bewertungsportal ausschließlich für Praktika geschaffen haben. Da muss ich echt sagen, Chapeau, Jungs, warum ist das eigentlich nicht schon früher jemandem eingefallen (meine Person eingeschlossen, hatte ich doch „damals“ eigentlich nur die Möglichkeit, in gängigen Foren wie squeaker.net oder wiwi-treff zu schauen, was da Studenten so aus der Praxis berichten). Das ist nun mit meinpraktikum, laut Karrierebibel „Deutschlands bekanntestes Bewertungsportal“, ohne Weiteres möglich.

Wie meinpraktikum.de funktioniert? Das erklärt das nachfolgende Video kurz und knapp, aber anschaulich:

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Innerhalb kürzester Zeit (im November wurden die größten Hochschulen Deutschlands besucht, um Praktikumsbewertungen für meinpraktikum.de einzusammeln, seit Mitte Januar ist meinpraktikum.de live) hat meinpraktikum.de 1.578 Bewertungen von 1.129 Unternehmen (Stand heute) eingesammelt. Das ist echt rekordverdächtig! Und weil mir der Ansatz so gut gefällt, habe ich Daniel Pütz, einem der Gründer, einfach mal ein paar Fragen zu meinpraktikum.de und Jobsuche im (social) Web gestellt. Here we go!

personalmarketing2null: Wenn du deiner Großmutter erzählen würdest, was meinpraktikum.de ist, wie würdest du ihr das erklären – ich vermute mal, dass deine Oma vielleicht nicht so internetaffin ist und daher nicht weiß, was man da so machen kann?

Daniel Pütz: Meine Oma ist eine sehr aufgeweckte Frau! Ich würde ihr erzählen, dass es in der Regel schwierig ist, schon im Vorfeld abzusehen, ob ein Praktikum zu einem passt. Man kann meistens nicht absehen, was auf einen zukommen wird, welche Aufgaben man erledigen muss, oder wie das Team sein wird, mit dem man zusammenarbeiten werden wird. Außerdem befindet sich ja jeder Bewerber in einer anderen Studiensituation und hat unterschiedliche berufliche Wünsche.
meinpraktikum.de soll hier Abhilfe schaffen, indem man sich diese fehlenden Informationen auf dem Portal durch Erfahrungsberichte ehemaliger Praktikanten einholt und somit schon vor der Bewerbung absehen kann, ob das Praktikum zur persönlichen Situation und der beruflichen Perspektive passt.

 

personalmarketing2null: Die Reaktion auf euer Portal ist ja enorm – Karrierebibel nennt euch ja sogar das „wahrscheinlich bekannteste deutsche Bewertungsportal“, in der Süddeutschen, im SWR auf dasding, im WDR wurde über euch berichtet – habt ihr mit soviel positivem Feedback gerechnet?

 

Daniel Pütz: Nachdem das Portal nach fast einjähriger Entwicklungszeit endlich online war, waren wir natürlich gespannt, wie das Portal aufgenommen werden würde. Mit so viel Feedback haben wir aber nicht im Ansatz gerechnet. Wenn es dann auch noch so positiv ist und man sieht, dass es von den Benutzern angenommen wird, freut uns das natürlich unglaublich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

personalmarketing2null: Absolut, ja! Aber es gibt ja mit Kununu, Kelzen, Companize, Evaluba, Jobvoting, BizzWatch etc. etc. – schon jede Menge Plattformen, auf denen Arbeitgeber bewertet werden – wozu braucht es da noch meinpraktikum?

 

Daniel Pütz: In Anbetracht der schon existierenden Portale drängt sich diese Frage natürlich in den Vordergrund. meinpraktikum.de verfolgt jedoch einen anderen Ansatz, als die bereits existierenden Portale; so ist das Neue an meinpraktikum.de die Möglichkeit, sich sowohl aus der Perspektive der Studenten als auch aus dem Blickwinkel der Unternehmen einen authentischen Eindruck der Unternehmung zu verschaffen. Wir wollen mit dem Portal keine Bühne bieten, um Firmen als schlechte Arbeitgeber zu outen oder in Schubladen wie “gut” oder “schlecht” einzuordnen, sondern lediglich bei der Beantwortung der Frage “passt es, oder passt es nicht” behilflich sein.

Daniel, Stefan und Joschka von meinpraktikum.de

Daniel, Stefan und Joschka von meinpraktikum.de

personalmarketing2null: Was ist das Besondere an meinpraktikum.de?

 

Daniel Pütz: Wir haben bei der Entwicklung des Portals darauf geachtet, dass nicht mehr als nötig eingebunden wird. Wir wollten die Usability in den Vordergrund stellen und die Bedienbarkeit so einfach wie möglich gestalten. Darüber hinaus haben wir einen sehr differenzierten Fragebogen entworfen, mit dem es möglich ist, ein sehr genaues Meinungsbild widerzuspiegeln.

personalmarketing2null: Das ist euch meiner Meinung nach absolut gelungen! meinpraktikum.de ist wirklich ein toller Ansatz. Ihr habt es innerhalb kürzester Zeit geschafft, mehr als 1.000 Praktikumsbewertungen zu sammeln. Hut ab! Dazu habt ihr eine umfangreiche Hochschultour durchgeführt. Kannst du da ein wenig zu erzählen – wie war die Resonanz, wie waren die Meinungen der Studenten?

meinpraktikum auf Tour in deutschen Hochschulen

meinpraktikum.de auf Tour in deutschen Hochschulen Quelle: meinpraktikum.de

 

Daniel Pütz: Die Resonanz der Studenten war riesig! Wir haben sehr viele Gespräche mit Studenten geführt und dabei sehr hilfreiche Anregungen bekommen. Einige Features wären heute ohne diese Gespräche nicht oder nur in anderer Form in das Portal integriert. Ich denke, dass das Portal gerade auch deswegen so gut angenommen wird, weil es von Studenten für Studenten entwickelt worden ist und somit den Bedürfnissen der Nutzer entspricht.

personalmarketing2null: Welche Bedeutung misst du dem Web, insbesondere dem so genannten „Social Web“ bei der Jobsuche bzw. Orientierung über potenzielle Arbeitgeber bei (im Hinblick auf Facebook & Co)?

 

Daniel Pütz: Ich denke die Bedeutung des Internets bei der Suche nach Arbeitgebern wird einen immer größeren Stellenwert bekommen. Die heutige Generation ist mit dem Internet aufgewachsen und benutzt zur Informationsgewinnung an erster Stelle das Internet. Ein Unternehmen kann sich heute nicht mehr die Frage stellen, ob es sich im Internet präsentiert, sondern muss eine Antwort auf die Frage finden, wie es sich darstellt.

personalmarketing2null: Würdest du dich selber über so genannte Arbeitgeber- bzw. Karriere-Pages auf Facebook über potenzielle Arbeitgeber informieren, bzw. die Chance nutzen, in den Dialog mit Arbeitgebern zu treten?

 

Daniel Pütz: Da ich selber einige Überraschungen in meinen Praktika erlebt habe, wären solche Pages sehr hilfreich für meine Suche nach einem Praktikum gewesen. Solange der Eindruck besteht, dass die wiedergegebenen Meinungen ehrlich sind, würde ich Facebook auch bei der Suche nach einem Arbeitgeber verwenden, auch weil man so oft auf Unternehmen stößt, die man sonst gar nicht bei der Suche berücksichtigt hätte. Mir persönlich ist insbesondere wichtig, dass die dort dargestellten Informationen authentisch sind und einen Mehrwert gegenüber dem Karrierebereich auf der Unternehmenshomepage darstellen

personalmarketing2null: Wie sind die weiteren Schritte mit meinpraktikum.de?

 

Daniel Pütz: Wir arbeiten bereits intensiv an der Weiterentwicklung des Portals und werden – sobald die Tests abgeschlossen sind – in Kürze einige neue Funktionen integrieren. Sehr wichtig ist uns dabei das Feedback der Nutzer, weßhalb wir auch im Sommersemester 2011 wieder eine Deutschlandtour starten werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

personalmarketing2null: Vielen Dank, Daniel, für das Interview und weiterhin viel Erfolg!!! Ich wünschte, zu meiner Zeit hätte es so etwas auch schon gegeben.

Und wer jetzt selber ein Praktikum bewerten will oder als Arbeitgeber Partner von meinpraktikum.de werden will, sollte sich schleunigst zum Portal klicken! :-)

Bewertungsprofil am Beispiel von Lufthansa Technik - Quelle meinpraktikum.de

Ausführliches Bewertungsprofil auf meinpraktikum.de am Beispiel von Lufthansa Technik – Quelle: meinpraktikum.de

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