Mit Jobs und Employee Referral Programmen an die richtigen Mitarbeiter

von Henner Knabenreich. Lesezeit: etwa 9 Minuten.

Während sich über den Sinn und Unsinn von spielerischen Self Assessments auf Karriere-Fanpages (oder auch den Einsatz so genannter Zukunftsmixer) trefflich streiten lässt (so wie es sich auch darüber streiten lässt, ob es EINE Generation Y oder Net Generation gibt (denn die eine Generation mit ein und denselben Präferenzen und Nutzereigenarten gibt es eben nicht), ist eine Sache unumstößlich. In meinem letzten Blogartikel hatte ich ja bereits auf den Missstand hingewiesen, dass nicht wenige Karriere-Fanpages auf ein wichtiges Feature trotz der Präferenzen der Zielgruppen verzichten. Nämlich die Bereitstellung aktueller Stellenangebote. Dass aktuelle Jobs auf Arbeitgeberpräsenzen ein gewünschtes Feature sind, bekräftigt nicht nur die aktuelle Studie von Kienbaum Communications zum Nutzerverhalten von Studenten, Absolventen und Young Professionals in privaten sozialen Netzwerken, auch meine bescheidene Umfrage zur Nutzung von Karriere-Fanpages spiegelt diesen Wunsch wieder.

Gut. Also nähmen wir mal an, ich wäre ein Unternehmen und möchte meine Jobs an die Frau bzw. den Mann bringen. Welche Möglichkeiten habe ich da?

Nun, zum einen kann ich ganz einfach den Job als Statusmeldung posten und diesen dann mit der eigentlichen Stellenanzeige auf der eigenen Karriere-Website oder Monster, Jobware & Co. verlinken. Oder aber, Stichwort Viralität und Inhalte teilen, mit einer auf meiner Fanpage geposteten „Notiz“ verlinken. Diese bietet den Vorteil des „Share“-Buttons, den die wenigsten Stellenanzeigen bis heute bieten (da fragt man sich ernsthaft, warum das so ist – weder Monster, Jobware, Stepstone, careerbuilder oder stellenanzeigen.de verfügen über so ein Feature auf ihren Jobportalen. Schlafen die eigentlich? Wenigstens sind einige so „innovativ“ und bieten eine Weiter-Empfehlung per E-Mail an. Wow, Respekt! :-)) Gut, zurück zum Thema. Also, welche Möglichkeiten gibt es noch außer der Wall, Jobs auf Karriere-Fanpages (meinetwegen auch Arbeitgeber- oder Recruiting-Fanpages) zu präsentieren?

Richtig, ein entsprechendes FBML-Tab (schnell, schnell, bald sind die FBML-Zeiten vorbei) erstellen und mit Jobs befüllen. Aber bitte keine endlosen Textwüsten, die sich dann doch keiner durchliest (wie diese beispielsweise ;-)). Besser: Den jeweiligen Job anteasern und auf den Notizentab, die Karriere-Website oder wo auch immer das Jobangebot gepostet ist, verweisen.

Natürlich kann ich auch eine externe Agentur beauftragen, die mir eine schöne Jobsuche in einem „Jobs-Tab“ auf Facebook implementiert (sehr gutes Beispiel ist hier die Jobsuche auf der deutschen Karriere-Fanpage mit den meisten Fans, BMW, die auch ansonsten in der Umsetzung glänzt) oder aber ich habe das Glück, dass ich inhouse entsprechende Kompetenzen habe, die eine entsprechende Applikation umsetzen können, wie zum Beispiel im Falle der Fanpage von Work Performance.

Der Job Channel von BMW Karriere - schön gemacht - mit sehr guten Filtermöglichkeiten und Share-Funktion

Der Job Channel von BMW Karriere - schön gemacht - mit sehr guten Filtermöglichkeiten und Share-Funktion

Was missfällt ist ein Tab, der nur ein „Search Jobs“ Button enthält, wie bspw. auf der Karriere-Fanpage von Accenture, zumal man hier nicht wirklich Job-Angebote angezeigt bekommt, sondern lediglich auf die Startseite der Startseite der Jobbörse verlinkt wird (noch so ein Punkt: Warum ist es eigentlich so schwierig, den Link „Jobs“ oder „Stellenangebote“ oder wie auch immer der heißen mag, auf Karriere-Websites direkt auf den Stellenmarkt verweisen zu lassen OHNE vorher noch zig andere Seiten aufrufen zu müssen? Und: warum, wie in diesem Fall, ist der Tab unter vielen anderen so versteckt und enthält keinen „sprechenden“ Titel, sondern „Search Acc…“? Nicht die Menge der Tabs macht’s doch, sondern die sinnvolle Auswahl und eben ein „sprechender“ Titel. Und da der Platz hier begrenzt ist, muss man eben erfinderisch sein.)

Was noch? Auch Careerbuilder (auf 5 Fanpages) oder Jobstairs (derzeit auf 10 Fanpages) bieten entsprechende Applikationen an (letztere natürlich nur für die, die zum illustren Kreis der Jobstairs-Unternehmen gehören, erstere inklusive einer Fanpage-Konzeption nach Schema F). In punkto Viralität bieten beide Applikationen übrigens den Vorteil, dass man die Jobs tatsächlich teilen kann. Na also und wen nicht stört, dass die entsprechende App nicht im Look & Feel ist, kann durchaus hier zugreifen.

All die genannten Lösungen sind aber in punkto Viralität nichts gegen die Employee Referral Programme, wie sie derzeit mit dem Jobstriker (auf 2 Fanpages) von Atenta oder mit Jobs for Friends (derzeit auf 4 Fanpages) von softgarden auch für Facebook zur Verfügung stehen.

Employee referral is an internal recruitment method employed by organizations to identify potential candidates from their existing employees‘ social networks. An employee referral scheme encourages a company’s existing employees to select and recruit the suitable candidates from their social networks. (Quelle)

Grund genug, sie sich einmal en detail anzusehen. Zum Verständnis: Beide Applikationen gehen über das reine Posten und „Teilen“ von Jobs auf der Karriere-Fanpage hinaus. Sie bieten vielmehr den Vorteil, dass man sie auch in die Profile der Mitarbeiter einbinden kann. Die Viralität der Jobangebote und die Wahrscheinlichkeit, den passenden Mitarbeiter über solch ein Empfehlungsprogramm zu finden, kann so um ein Vielfaches erhöht werden. Diese Lösungen haben schon viel Anklang bei den Unternehmen gefunden. Pionier der ersten Stunde in Sachen Social Media in Personalmarketing und Recruiting war hier wieder einmal die Otto-Group, die als erstes großes Unternehmen die Jobs for Friends-Applikation von softgarden implementiert hat. Weitere Nutznießer dieser Applikation sind bisher die Deutsche Telekom, die Robinson Group sowie E-Plus. Die wesentlich schlankere (auch im Preis!) Applikation „Jobstriker“ aus dem Hause Atenta (das sind die mit jobtweet, recruitingblogs oder dem neuesten Gimmick, ein kostenfreies Social Media Monitoring Tool) wird derzeit unternehmensseitig bei SNT Deutschland und Witt Weiden eingesetzt.

Wie gesagt, sind beide Apps nicht nur ein reiner Stellenmarkt. Der wesentliche Vorteil und Unterschied gegenüber einer reinen Jobbörse wie Jobstairs oder Ähnlichem ist, dass die Unternehmensmitarbeiter diese Applikationen direkt in ihrem Profil installieren können, um dann ihre Freunde ganz automatisch über Jobs bei ihrem Arbeitgeber zu informieren. Der Gedanke dahinter: Wo, wenn nicht bei den Freunden der Mitarbeiter, habe ich als Arbeitgeber die besten Chancen, den passenden Mitarbeiter zu finden. Außerdem können über die die Applikation spielend leicht Freunde empfohlen werden. Wenn man also als Unternehmen ohnehin schon ein Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm durchführt, ist das die ideale Ergänzung, um über Social Media weitere Kandidaten zu erschließen.

jobstriker ist eine Plug and Play Jobbörse für Facebook, eine Standardlösung, mit der die Stellenangebote von Ihrer Unternehmens-Homepage oder aus Ihrem Account bei einer klassischen Jobbörse vollautomatisch zu Facebook übertragen und auf Ihrer Karriere Page und/oder in der Profilen Ihrer Mitarbeiter oder Freunde dargestellt werden können.
Die ganze Einrichtung stellt KEINE Anforderungen an Ihre IT. Die Applikation selbst ist mit nur zwei Klicks installierbar, bietet Kategorisierungsmöglichkeiten, Volltextsuche und “Sharing” Optionen für Facebook und weitere Social Media Plattformen.
Den Erfolg Ihrer Stellenangebote bei Facebook behalten Sie dabei über Ihren persönlichen Statistikbereich stets im Blick. (Quelle)

Die Philosophie hinter Jobstriker erläutert Tobias Kärcher, der „Kopf“ hinter Jobstriker, so:

Mit dem jobstriker wollten wir das Recruiting-Potenzial von Facebook erschließen, das bis dato brach lag: Im Gegensatz zu den anderen großen Social Networks basiert Facebook primär auf der persönlichen Bindung der einzelnen Kontakte. Das gezielte externe Durchsuchen von Profilen, was das Sourcing bei z.B. Xing oder LinkedIn überhaupt erst ermöglicht, wird von Facebook gezielt unterbunden. Dementsprechend geschlossen ist einerseits der persönliche Kontaktkreis nach außen, dementsprechend hohes Vertrauen herrscht andererseits innerhalb desselben.
Daraus resultiert unser Ansatz: Ein auf Freiwilligkeit basierendes Empfehlungssystem – schlank und mit wenig Aufwand zu nutzen. Empfehlungen werden bewusst nicht getrackt oder sonst verarbeitet, um keinen Zwang innerhalb der Belegschaft aufkommen zu lassen. Niemand soll sich verpflichtet fühlen besonders viele Kandidaten zu vermitteln, niemand soll sich verantwortlich fühlen, wenn es mit einer Empfehlung nicht klappt. Individuelle Absprachen innerhalb des Unternehmens, um z.B. Empfehlungen zu prämieren oder zur Installation zu animieren sind dann mit den Mitarbeitern zu treffen und unabhängig von der Softwarelösung. Sprich: jobstriker ist ein Tool zu Verlängerung des bewährten „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“-Konzeptes in Facebook hinein.
Wir sind davon überzeugt, damit einen Weg zu gehen, den Mitarbeiter gerne annehmen. Facebook ist ein privates Netzwerk. Open Graph, Like-Buttons und Fanpages stellen den Kontakt zur „Außenwelt“ dar. Will man sich jedoch in den privaten Bereich der Nutzer begeben und deren Freunde erreichen, dann muss man sich angemessen zurückhaltend präsentieren und dementsprechende Regeln akzeptieren.

Wie Jobstriker funktioniert und wie man es in eine bestehende Fanpage einbindet, kann man in der nachfolgenden Präsentation sehr gut sehen:

Das Tolle an Jobstriker ist neben den Funktionen vor allem der unschlagbare Preis von nicht mal 2.500 Euro/Jahr. Und was sagen die Kunden zum Jobstriker? Die Erfahrungen von SNT bspw. sind durchweg positiv. Über 250 Mitarbeiter haben sich dort bereits den Jobstriker installiert und fungieren nun als Job-Botschafter der SNT. Dalibor Gavric, Personalreferent bei SNT Deutschland: „SNT wird aufgrund seiner Social Media Aktivitäten in Vorstellungsgesprächen daraufhin angesprochen. Es wurde z. B. gesagt, dass man sich eher über Facebook ein Bild über SNT gemacht hat als über die Firmenkarriereseite. Besonders gelobt wurden die Benefits für Mitarbeiter. Wir haben über Jobstriker schon eine Vielzahl von Bewerbungen erhalten und konnten davon einige Einstellungen erzielen.
Viel wichtiger war es uns jedoch, dass wir Employee und Employer Branding nun auf einer gemeinsamen Plattform für alle SNT Standorte betreiben.“ Prima, so soll es sein, 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen!

Was aber kann dann ein Tool wie Jobs for Friends, welches mit mehr als dem Vierfachen des Preises zu Buche schlägt? Was Jobs for Friends alles kann, wird in diesem leider nicht mehr ganz so aktuellen Video deutlich gemacht:

Natürlich kann Jobs for Friends noch viel mehr, z. B. können die Startseite der Applikation und die Texte unternehmensspezifisch im Look & Feel angepasst werden, es können Freunde empfohlen werden, Empfehlungen eingesehen werden, die Messbarkeit der Anwendung wurde verbessert und vieles mehr. Die Kosten von Jobs for Friends betragen für die Schnittstelle und das Projektmanagement einmalig 9.400,- Euro, das Einbinden von Jobs for Friends auf der Facebook-Page im Jobs-Reiter schlägt noch einmal mit jährlich 2.500,- Euro zu Buche. Sollen die Jobs darüber hinaus auf den Profilen der Mitarbeiter eingebunden werden, so werden pro Jahr noch einmal 4.000,- Euro fällig. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht wirklich ein Schnapp ist, so relativieren sich die Kosten im Verhältnis zu anderen Personalbeschaffungsmaßnahmen beträchtlich.

Ein wesentlicher Unterschied gegenüber Jobstriker ist aber die Implementierung von Jobs for Friends in bestehende Bewerbermanagementsoftware. Dieses Feature bietet Jobstriker nicht, hier wird „nur“ auf die entsprechende Jobausschreibung verlinkt. Aber das würde ja auch nicht zu oben genannter Philosophie passen. Bei Jobs for Friends wird durch die Einbindung in die Recruitingsoftware der Recruitingprozess deutlich vereinfacht und durch entsprechende Statistiken transparenter (die aufwendige Implementierung und die umfangreicheren Funktionen rechtfertigen also durchaus den höheren Preis). Auch bei Jobs for Friends ist das Kundenfeedback durchweg positiv und die Mitarbeiterakzeptanz sehr hoch. Für welche Lösung man sich entscheidet, hängt letztendlich neben dem Budget von der Unternehmensgröße und vom  Gesamtbewerbungsaufkommen ab. Beide Employee Referral Programme sind einfach State of the Art und haben entsprechende Würdigung (und Einsatz auf Karriere-Fanpages) verdient!

Als besonderes Schmankerl ist im Übrigen in Kürze eine Mobile App von Jobs for Friends geplant. Man darf also gespannt sein! In diesem Sinne, ich freue mich wie immer auf Kommentare!

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